Affiliate Marketing, AdSense und das Amazon Partnerprogramm – Wann sollte was eingesetzt werden?

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Innerhalb von drei Monaten ein passives Einkommen von 2.500€. Nie mehr arbeiten gehen. Mit Webseiten schnell reich werden. – Versprechen, die attraktiv klingen. Noch leichter scheint man nur reich zu werden, wenn man sich auf den oft per Mail angebotenen Geldtransfer mit „Mr. Patrick Chan KW Executive Director & Chief Financial Officer der Hang Seng Bank Ltd., Hongkong“ einlässt. Aber natürlich ist es nicht so einfach. Es wurden schon zahlreiche Artikel über Möglichkeiten zur Monetarisierung von Webseiten geschrieben. Dieser Artikel soll die im Performance Marketing relevanten Monetarisierungsmöglichkeiten – Affiliate Marketing, Amazon Partnerprogramm und Google AdSense – gegenüberstellen und aufklären, wann welche Methode die richtige ist. Natürlich zählt man das Amazon Partnerprogramm auch zum Affiliate Marketing, da es aber gegenüber üblichen Programmen einige Besonderheiten aufweist, soll es gesondert betrachtet werden.

Die drei Möglichkeiten – Affiliate Marketing, Amazon Partnerprogramm, AdSense

Affiliate Marketing

Hier ist das klassische Affiliate Marketing gemeint. Also die Zusammenarbeit mit diversen Merchants über öffentliche Marktplätze wie Affilinet oder Awin. Dabei melden sich Affiliates mit ihrer Webseite zum Affiliate Netzwerk an und können sich fortan für die Zusammenarbeit mit Merchants bewerben. Akzeptiert der Programmbetreiber die Partnerschaft, so gewährt er Zugriff auf diverse Werbemittel, die auf der Webseite zum Anwerben potenzieller Kunden eingesetzt werden und hoffentlich für Provisionen sorgen können.

Google AdSense

AdSense ist das Werbenetzwerk von Google. Im Grunde funktioniert es wie ein „herkömmliches“ Affiliatenetzwerk mit dem Unterschied, dass Affiliates nicht direkt aussuchen können, mit welchem Merchant sie zusammenarbeiten. Diese Entscheidung übernimmt Google anhand von Algorithmen. Diese Algorithmen entscheiden, welche Werbung am besten zum aktuellen Nutzer passt. Eine weitere Besonderheit ist die Vergütung. Während im klassischen Affiliate Marketing zumeist mittels Pay per Order abgerechnet wird, vergütet Google in seinem Netzwerk stets nur Klicks und Views. Damit muss sich der Affiliate zumindest nicht darum kümmern, ob der Nutzer tatsächlich kauft oder er andere Interessen verfolgt.

Amazon Partnerprogramm

Amazon gilt als Erfinder des Affiliate Marketings. Auch das Amazon Partnerprogramm unterscheidet sich im Kern nicht von den Programmen anderer Merchants. Allerdings genießt es wegen des umfassenden Sortiments und der Anzahl der Händler, die ihre Produkte feilbieten, eine Sonderstellung. Gemäß einer Statista Studie gibt es in Deutschland etwas mehr als 60 Mio. Internet-Nutzer. Davon kaufen fast 44 Mio. regelmäßig bei Amazon. Die Kombination aus riesigem Sortiment und der Affinität von fast drei Vierteln der Internetnutzer zu Amazon bieten ein riesiges Potenzial und wirken sich positiv auf die Conversion-Rate aus.

Kriterien zur Entscheidungsfindung

Nun stellt sich zunächst die Frage, anhand welcher Kriterien eine Entscheidung für oder gegen ein Monetarisierungsmodell getroffen werden kann. Die Kriterien sind vielfältig und teilweise nur schwer zu verallgemeinern.

  • Modell/Thema/Zielgruppe des eigenen Projektes: Preisvergleich? Nischenseite? News-Seite? Emailverteiler? WhatsApp Gruppe? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Jedoch sollte das Monetarisierungs- dem Geschäftsmodell angepasst werden. Entscheidend für die Wahl können z.B. die Anzahl der Nutzer des Projektes sein (Nische vs. breites Thema) oder ob man eine Zielgruppe hat, welche tendenziell zum Einsatz von Adblockern neigt.
  • Eigene Ressourcen: Hiermit sind sowohl Fähigkeiten, als auch die verfügbare Zeit gemeint. Sofern nur wenig Zeit verfügbar ist, um aktiv Optimierungen vorzunehmen, sollte man das berücksichtigen. Hat man kaum technische Fertigkeiten, sollte man sich eine Möglichkeit suchen, bei der man größtenteils mit Copy-Paste-Arbeiten vorankommt.
  • Höhe der Provision: Sicherlich auf den ersten Blick eines der wichtigsten Kriterien. Dennoch ist es nicht allein ausschlaggebend dafür, wieviel eine Webseite mit dieser Art der Monetarisierung abwirft. Viele andere Kriterien wie z.B. die Conversion-Rate oder zum Nutzer passende Werbeanzeigen zahlen auf dieses Ziel mit ein.
  • Vergütungsmodelle: Welche Handlungen werden vergütet? Dies können beispielsweise Klicks, Sichtkontakte, Bestellungen, Newsletter Anmeldungen oder Abo-Abschlüsse sein. Welche Variante die Beste ist, hängt wesentlich vom Modell der Webseite ab bzw. wie genau man die Zielgruppe und deren Wünsche kennt.
  • Auszahlungsgrenzen und -rhythmen: Bei allen Varianten muss die gesammelte Provision zunächst einen Schwellenwert übersteigen, bis das Geld auch wirklich auf dem Konto landet. Die Höhe der Schwelle unterscheidet sich. Für Affiliates, die diese Schwellen mühelos erreichen, ist zusätzlich der Auszahlungsrhythmus relevant, also wie oft und schnell Provisionen auf das Bankkonto übertragen werden.
  • Auswahl der Werbemittel: Werden Produktlisten, Banner, Widgets, Vergleichstabellen oder Newsletter-Vorlagen angeboten? Für manche Webseiten-Modelle sind bestimmte Werbemittel notwendig (z.B. benötigt ein Preisvergleich immer eine Produktliste).
  • Cookie Laufzeit: Die Cookie Laufzeit ist die Zeitspanne, in der eine Transaktion einer vorangegangenen Nutzerhandlung (z.B. Klick oder Sichtkontakt) zugeordnet werden kann. Sie sollte mindestens der Länge eines typischen Entscheidungsprozesses für die beworbenen Produkte entsprechen. Bei der ausschließlichen Vergütung von Klicks und Sichtkontakten spielt sie keine Rolle.
  • Trackingtechnologien: Besonders durch die zunehmende Anzahl der Endgeräte pro Internetnutzer ist es wichtig, dass einzelne Nutzer möglichst genau wiedererkannt werden können (Buzzword „Cross Device Tracking“). Für einen Affiliate ist es nur wenig hilfreich, wenn seine Nutzer mit dem Smartphone recherchieren, dann aber mit einem PC bestellen und die Trackingtechnologie beide Handlungen nicht verknüpfen kann. Dann geht der Affiliate leer aus. Auf dieses Kriterium sollte besonders bei mobil-lastigen Webseitenmodellen das Augenmerk gelegt werden.
  • Support: Gibt es Ansprechpartner für Fragen oder zum Aushandeln von individuellen Konditionen? Auch wenn generell ein Support bereitgestellt wird, heißt das nicht, dass man eine Antwort bekommt. Oftmals werden Supportleistungen den „großen“ Partnern vorbehalten. Dennoch befruchtet ein guter Support die Zusammenarbeit zwischen Merchant und Affiliate und erspart so manche frustrierende Situation.
  • Reporting: Glücklicherweise ist das wichtigste Reporting-Tool – der Kontoauszug – unabhängig von der gewählten Monetarisierungsvariante. Die Erreichung des obersten Ziels kann also immer eingesehen werden. Dennoch liefert ein detailliertes und verständliches Reporting die Grundlage für Optimierungen und damit potenziell mehr Einnahmen.
  • Optimierung: Natürlich ist jedem daran gelegen, seine Einnahmen zu vervielfachen. Dazu sind entsprechende Reportings, aber auch Anpassungsmöglichkeiten notwendig.

Vergleich der Monetarisierungsmodelle

Modell/Thema/Zielgruppe:

  • Affiliate Marketing: durch die große Auswahl unterschiedlicher Merchants findet man in fast allen Fällen den richtigen Werbepartner. Oftmals stellen Merchants auch spezielle Werbemittel bereit oder fertigen sie an. Somit sollte jeder fündig werden, auch wenn Recherche und Kommunikationsaufwand etwas höher sind.
  • AdSense: Speziell für Projekte mit einer hohen Nutzerzahl relevant. Das ist meistens der Fall, wenn das gewählte Thema sehr breit oder nicht abgrenzbar ist (z. B. bei Newsseiten). Um mit AdSense relevante Einnahmen zu erzielen, sollte das Projekt regelmäßig viel Traffic aufweisen. Da AdSense auf der Abschussliste fast aller Adblocker steht, sollte man aber vorsichtig bei Zielgruppen sein, die dazu neigen, Werbung auszublenden.
  • Amazon Partnerprogramm: Da es eine sehr große Auswahl an Produkten gibt, bietet sich für die meisten E-Commerce Themen auch die Möglichkeit, für Amazon Produkte zu werben. Allerdings gibt es Nischenthemen, bei denen Amazon keine Auswahl an Produkten anbieten kann oder schlicht nicht glaubwürdig wirkt. Dann sollte ein entsprechender Spezialshop mittels klassischem Affiliate Marketing angebunden werden. Auch spielt das Amazon Programm abseits von E-Commerce (z.B. Versicherungen, Gesundheit, …) kaum eine Rolle.

Eigene Ressourcen:

  • Affiliate Marketing: Durch die hohe Anzahl an Werbepartnern gibt es auch viele unterschiedliche Fallstricke. Man sollte sich darauf einstellen, dass jeder Merchant andere Herausforderungen mit sich bringt und das nötige technische Knowhow mitbringen, diese Hürden zu überwinden. Damit sind hier das notwendige Wissen sowie der zeitliche Aufwand tendenziell etwas höher als bei anderen Modellen.
  • AdSense: Copy, Paste, Fertig! Die Einbindung von Google AdSense geht sehr einfach und schnell. Durch begrenzte Optimierungsmöglichkeiten (einen Großteil der Optimierung übernimmt ja bereits Google) ist der zeitliche Aufwand überschaubar. Technisches Wissen ist auch nur bedingt notwendig.
  • Amazon Partnerprogramm: Besonders für den Einstieg und bei nicht zu hohen Optimierungsansprüchen eignet sich Amazon, da man fast alle Produkte in einem Shop findet. Diverse Browser- und WordPress-Plugins erlauben die schnelle Recherche und Einbindung von Produkten. Auch die bereitgestellten Widgets bieten eine gute Möglichkeit, Produkte schnell und optisch ansprechend einzubinden.

Höhe der Provision:

  • Affiliate Marketing: Durch individuelle Verhandlungen mit dem Merchant lassen sich hier die besten Konditionen herausschlagen. Auch, weil die Merchants im klassischen Affiliate Marketing die Möglichkeit haben, sortimentsbezogene Provisionen zu vergeben, sind hier die höchsten Einnahmen je Nutzerinteraktion zu erwarten (was nicht bedeutet, dass auch die Gesamteinnahmen die Höchsten sind)
  • AdSense: Die Provisionen für Views sind sehr gering und auch Click-Einnahmen sind überschaubar. Bei AdSense macht es die Masse. Entsprechend wichtig ist es, dass das eigene Projekt viele Nutzer aufweist.
  • Amazon Partnerprogramm: Hier sind die Provisionen öffentlich einsehbar und reichen von 1% für Fernseher und Smartphones bis zu 10% für Fashion-Produkte. Auch Anmeldungen zu Amazon Prime und andere Sonderaktionen werden mit bis zu 15€ vergütet.

Die Provisionen des Amazon Partnerprogrammes (Stand 11/2017)

Vergütungsmodelle:

  • Affiliate Marketing: Hier findet sich die höchste Vielfalt in den vergüteten Aktionen: Clicks, Views, Sales, Leads, Lifetime-Provisionen. Mit dem neuen Netzwerk Awin ist es sogar möglich, dass Assists vergütet werden, also z.B. Clicks, welche nicht die letzte Interaktion in der Customer Journey darstellten.
  • AdSense: Im Google Netzwerk werden lediglich Views und Clicks vergütet. Das hat den Vorteil, dass man nicht hoffen muss, dass der Nutzer nach der Interaktion auch beim Merchant kauft. Der entscheidende Nachteil sind aber die geringen Provisionen. Für Views erhält man in den meisten Fällen einen Bruchteil eines Cents, während Klicks auch mal mehrere Euro wert sein können. Die Provisionen werden automatisiert durch Google Algorithmen berechnet.
  • Amazon Partnerprogramm: Größtenteils werden nur Verkäufe vergütet. Bei Sonderfällen, wie beispielsweise der Bewerbung des Amazon Prime Programmes, vergütet der Internetriese aber auch Anmeldungen.

Auszahlungsgrenzen und -rhythmen:

  • Affiliate Marketing: Die Bedingungen unterscheiden sich hier nur geringfügig bei den Netzwerken. So liegt bei Affilinet und Awin die Auszahlungsgrenze bei 25€ und Auszahlungen werden jeweils zu Beginn des Monats durchgeführt. Eine (leider teilweise veraltete) Übersicht über Auszahlungskonditionen von 2015 findet sich bei de. Generell ist aber zu beachten, dass Provisionen nur ausgeschüttet werden können, wenn diese durch den Merchant freigegeben wurden. In Ausnahmefällen (z.B. bei der Abwicklung von Versicherungen) kann sich das schonmal über mehrere Monate ziehen.
  • AdSense: In Googles Netzwerk erfolgt die Auszahlung der Provision im Monatstakt (jeweils um den 21. des Monats) und das Auszahlungsminimum beträgt für Deutschland derzeit 70€. Weitere Details dazu finden sich hier.
  • Amazon Partnerprogramm: Hier werden Provisionen auch im Monatstakt ausgezahlt, allerdings zwei Monate rückwirkend. Die Unterschwelle für Auszahlungen liegt derzeit bei 50€.

Auswahl der Werbemittel:

  • Affiliate Marketing: Durch die hohe Anzahl an Merchants, unterschiedlichste Produkte und Anforderungen von Affiliates, ist die Auswahl an unterschiedlichen Werbemitteln fast unbegrenzt. Fast alle Merchants bieten zumindest Banner, Textlinks und Produktlisten an. Bei vielen Anbietern findet man zusätzlich Newslettertemplates, Produkt Widgets, APIs, Buchungsmasken, Flash-Werbemittel, Videos usw. Nach entsprechender Recherche und ggf. in Absprache mit dem Merchant sollte jeder Afilliate die richtige Werbelösung für sein Projekt finden.
  • AdSense: Die Auswahl ist hier sehr überschaubar, da Google größtenteils selbst entscheidet, welches Werbeformat das richtige für den aktuellen Nutzer ist. Dennoch werden neben normalen Text- und Banneranzeigen Sonderformate wie Anker/Overlays und Vignettenanzeigen für mobile Endgeräte bereitgestellt. Die Anzeigeninhalte können nur indirekt beeinflusst werden, indem man bestimmte Anbieter oder Kategorien ausschließt.
Anzeigentypen bei Google AdSense

Anzeigentypen bei Google AdSense

  • Amazon Partnerprogramm: Jeder kennt die Amazon Werbeanzeigen. Diese sind zumeist produktbezogen und nur selten werden Banner eingesetzt. Amazon bietet neben Textlinks und Produkt Widgets mittlerweile auch Produktvergleiche, Wunschzettel oder Slideshow Widgets an. Mit einem eigenen WordPress-Plugin lassen sich Amazon Produkte einfach in entsprechende Webseiten integrieren. Mit der Amazon Product Advertising API lassen sich Produkte dynamisch und zum Content passend auf Seiten einbinden. Die Auswahl der von Amazon bereitgestellten Möglichkeiten ist damit sehr groß.

Cookie Laufzeit:

  • Affiliate Marketing: Je nach Merchant und Produkt unterscheidet sich diese Größe. Bei sehr beratungsintensiven Produkten oder Angeboten, denen ein langer Entscheidungsprozess vorausgeht, kann die Cookie Laufzeit 90 Tage oder mehr betragen. Bei einfacheren Produkten wird meist ein „Standard“ von 30 Tagen festgelegt.
  • AdSense: Da lediglich Views und Clicks vergütet werden und keine Nutzerinteraktionen damit verknüpft werden müssen, ist diese Größe für das AdSense Netzwerk nicht relevant.
  • Amazon Partnerprogramm: Hier zeigt sich das große Manko von Amazon (welches durch andere Vorteile aber wieder ausgleicht): Die Cookie Laufzeit beträgt lediglich 24 Stunden. Innerhalb dieses Zeitfensters muss der Nutzer ein Produkt in den Warenkorb legen. Der Kauf kann dann später stattfinden (das Warenkorb Cookie hat eine Lebenszeit von 90 Tagen, danach erhält man also definitiv keine Provisionen mehr).

Trackingtechnologien:

  • Affiliate Marketing: Bisher wird sich größtenteils auf das Cookie Tracking verlassen. Dies ist die zuverlässigste Methode. Mit der neuen Datenschutz Grundverordnung und E-Privacy-Richtlinie vor der Tür (Einführung im Mai 2018) werden aber auch die cookielosen Technologien immer wichtiger. Fast alle großen Netzwerke bieten mittlerweile eine solche Alternative an. So z.B. Affilinet, Awin oder TradeDoubler. Die Unterschiede liegen hier im Detail: Während Affilinet ohne Beihilfe des Merchants versucht, eindeutige Nutzerprofile zu erstellen, benötigen Awin und TradeDoubler Informationen über den (eingeloggten) Nutzer vom Merchant und können diesen dann wiedererkennen. Während erste Variante (Affilinet) natürlich viel öfter greifen kann, dafür aber sicherlich ungenauer ist, kann die zweite Variante den Nutzer sehr genau wiedererkennen. Allerdings kommt es verhältnismäßig nur selten vor, dass sich Nutzer tatsächlich einloggen. Beide Varianten haben also wesentliche Nachteile.
  • AdSense: Google hat einen sehr großen Datenschatz und kann Nutzer daher relativ problemlos über mehrere Geräte hinweg und ohne Cookie wiedererkennen. Da im AdSense Netzwerk die „Transaktion“ bereits mit dem View oder Click abgeschlossen ist, spielt dies an dieser Stelle keine Rolle.
  • Amazon Partnerprogramm: Auch bei Amazon ist die Frage nach der Trackingtechnologie etwas weniger relevant, da die Zeitspanne, in der Clicks und Transaktionen in Verbindung gebracht werden können ohnehin nur 24h beträgt. Allerdings müsste der Nutzer auch über mehrere Geräte wiedererkannt werden, wenn er ein Produkt in den Warenkorb legt (dazu muss man nicht angemeldet sein). Leider hält sich Amazon zu seiner Technologie sehr bedeckt, so dass keine Informationen über etwaige Technologien neben dem klassischen Cookietracking bereitgestellt werden. Da aber viele Nutzer standardmäßig bei Amazon eingeloggt sind und Amazon auch über die App auf weitere Informationen zugreifen kann, ergeben sich einige Möglichkeiten, geräteübergreifend zu tracken.

Support:

  • Affiliate Marketing: Hier schwankt die Unterstützung durch den Merchant erheblich zwischen den Programmen. Meist ist der Support bei von Agenturen betreuten Programmen sehr gut, während bei manchen Programmen gar keine Unterstützung angeboten wird. Dies sollte für Affiliates ein Kriterium bei der Auswahl des Merchants sein. Auch für das Aushandeln von Sonderkonditionen, beim Bereitstellen von speziellen Werbemitteln oder bei der Absprache von individuellen Aktionen sollte immer ein Ansprechpartner bereitstehen. Die Affiliate Netzwerke selbst können auch bei kleineren Probleme helfen. Da sie aber mit zahlreichen Anfragen zu kämpfen haben, erhält man vom Standard-Support oft auch nur Standard-Antworten.
  • AdSense: Google bietet einen direkten Support per Mail erst ab einem bestimmten (durchgängigen) wöchentlichen Umsatz an. Die meisten Publisher werden sich deshalb mittels der AdSense Hilfe und dem Produktforum helfen müssen. Neben diesen beiden Anlaufstellen besteht auch eine große Community. Man findet zahlreiche Blogbeiträge zu individuellen Problemen und Optimierungsstrategien. Auch ohne Support kann einem hier geholfen werden.
  • Amazon Partnerprogramm: Hier wird ein Support bereitgestellt. Mit Hilfe eines Kontaktformulars kann man seine Fragen und Anregungen loswerden. Mit ein bisschen Glück und Geduld übersteht man die Standard-Antworten und es wird einem geholfen.

Reporting:

  • Affiliate Marketing: Alle Affiliate Netzwerke stellen ausführliche Reportings für Publisher bereit. Die Herausforderung besteht hier eher darin, dass man die Reportings verschiedener Anbieter zusammenführen muss. Dazu gibt es vorgefertigte Tools. Alternativ kann man sich Daten auch mittels API Verknüpfung in eigene Tools importieren. Weiterhin gewähren alle Netzwerke die Verwendung einer Sub-ID. Mittels dieser kann theoretisch jeder einzelne Klick nachvollzogen werden und damit die eigene Werbestrategie optimiert werden, indem man Klicks mit Sales verknüpft (eine Anregung dazu findet sich hier).
  • AdSense: Im Tool werden ausführliche Berichte bereitgestellt, welche weitere Optimierungen zulassen. Auch lassen sich individuelle Berichte erstellen. Mit der hauseigenen App lassen sich die Daten auch bequem von unterwegs einsehen.
Bericht aus Google AdSense

Bericht aus Google AdSense

  • Amazon Partnerprogramm: Auch in diesem Programm werden alle relevanten Daten bereitgestellt. Ein kleines Manko ist, dass Daten ausschließlich über eine Zeitspanne von 90 Tagen reportet werden können. Will man eine Jahresauswertung machen, wird es hakelig. Nichtsdestotrotz lassen sich durch individuelle Tracking-IDs auch hier die Daten segmentieren und die wichtigen Werbeformen identifizieren. Was dem Amazon PartnerNet leider fehlt, ist ein responsives Layout. Mit dem Smartphone sollte man lieber auf Auswertungen verzichten.
Report im Amazon PartnerNet

Report im Amazon PartnerNet

Optimierung:

  • Affiliate Marketing: Durch die Vielfalt der Merchants, angebotenen Produkte, Netzwerke und Statistiken ergeben sich fast unbegrenzte Möglichkeiten der Optimierung. Beispielsweise lassen sich Merchants gegen Konkurrenten austauschen, wenn sie nicht gut performen, es können andere Werbemittel eingesetzt oder beim Merchant angefragt werden. Wenn die Performance des eigenen Accounts in einem Programm sehr gut ist, kann man sich mit dem Merchant vielleicht auf bessere Konditionen oder exklusive Angebote einigen. Der Optimierung sind hier fast keine Grenzen gesetzt, auch wenn diese natürlich einem gewissen zeitlichen Aufwand gegenübersteht.
  • AdSense: Die Optimierungsmöglichkeiten sind hier eher überschaubar, da Google selbst den Großteil der Optimierungen vornimmt, indem es Anzeigeninhalte und -typen anpasst. Dennoch können beispielsweise Produktkategorien ausgeschlossen, das Farbschema von Anzeigen angepasst oder auch die Position und Größe der Anzeigen optimiert werden.
  • Amazon Partnerprogramm: Durch zahlreiche Nutzer von Amazon ist die Ausgangssituation für eine gute Conversionrate bereits sehr gut. Dennoch lassen sich durch Auswahl von Produkten, Art der Einbindung (Text, Bilder, Widgets) und Platzierung der Anzeigen zahlreiche Optimierungen vornehmen. An die Grenzen stößt man, wenn Amazon nur wenige relevante Produkte im gewünschten Bereich bereitstellt. Dann wäre die Optimierungsmaßnahme der Wechsel zu einem klassischen Partnerprogramm eines Spezialshops.

Fazit

Anhand der besprochenen Kriterien lassen sich schon zahlreiche Unterschiede an den drei Arten der Monetarisierung entdecken. Eine allgemeine Blaupause, wann welche Variante einzusetzen ist, gibt es natürlich nicht. Dazu ist das Themengebiet zu komplex. Dennoch können grundsätzliche Empfehlungen gegeben werden.

Affiliate Marketing: ist dann zu empfehlen, wenn der Affiliate ein gewisses technisches Knowhow mitbringt und bereits erste Erfahrungen gesammelt hat. Speziell bei Nischenthemen kommt man kaum drumherum, Merchants über die öffentlichen Affiliate Netzwerke anzubinden. Bei höherem Zeitaufwand sind höhere Einnahmen durch zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten und individuelle Absprachen mit Merchants möglich.

Google AdSense: Speziell für Einsteiger oder Affiliates, die nicht zu viel Zeit in die Monetarisierung investieren wollen, ist dies eine komfortable Variante. Die Einbindung ist sehr einfach und die Optimierung übernehmen Google Algorithmen. Seiten mit sehr viel Traffic und einem breitgefächerten Themenspektrum bieten sich für eine Monetarisierung mittels AdSense an. Natürlich kann AdSense auch als Ergänzung zu anderen Maßnahmen eingebunden werden und so für zusätzliche Einnahmen sorgen.

Amazon Partnerprogramm: Das Amazon Programm bietet gute Einstiegsmöglichkeiten im Affiliate Marketing. Durch die große Produktauswahl hat man „alles an einem Fleck“ und muss sich nicht bei zahlreichen Merchants einzeln anmelden. Durch Provisionen im unteren bis mittleren Bereich ist das Amazon Partnerprogramm nicht das Ende der Fahnenstange. Mit genügend Erfahrung sollte man den Weg über das klassische Affiliate Marketing gehen und die Einnahmen durch gezielte Absprachen mit Merchants erhöhen. Dazu ist natürlich viel mehr Zeit notwendig. Das Amazon PartnerNet ist also eine komfortable Möglichkeit, Einnahmen ohne viel Kommunikation und technisches Knowhow zu erzielen.

Schlussendlich muss für jedes Projekt einzeln entschieden werden, welches die beste Variante der Monetarisierung ist. Als Grundlage für die Entscheidung sollten stets die verfügbaren zeitlichen Ressourcen sowie das technische Knowhow und der Typ des Webprojekts dienen. Dann sollte durch Tests die richtige Methode gefunden werden. Wichtig ist: Es muss nicht immer „entweder oder“ heißen. Oftmals hilft auch eine „sowohl als auch“-Denkweise.

Stefan ist seit November 2011 Teil des Projecter-Teams. Mit seinem Interesse an der „Maschine“ Internet ist er dort auch gut aufgehoben. Stefan ist ursprünglich als Werkstudent auf der Suche nach Praxiserfahrung zu Projecter gekommen und hat im Oktober 2011 sein Bachelor-Studium der Angewandten Mathematik abgeschlossen. Nach Traineeship und vier Jahren als Account Manager leitet Stefan seit Februar 2016 den Affiliate Kanal und das Analytics Team.


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  1. Hallo Stefan,

    das ganze Thema Affiliate und Co beschäftigt mich nun auch schon fast 10 Jahre. Anfangs war ich zum Beispiel ein riesen Freund von Google Adsense und habe tatsächlich alles zugepflastert was nur möglich war. Vor 10 Jahren als es noch keine Adblocker gab, war das auch Lohnenswert. Mittlerweile habe ich tatsächlich einen Großteil meiner Seiten damit verschont, da der ganze Code von Adsense auch die Seite langsamer laden lässt. Einige meiner Seiten haben sogar ein besseres Ranking erhalten, nachdem ich die Codes rausgeschmissen habe….

    VG

    • Hey Daniel,

      vielen Dank für dein Feedback. Klar, das ist auch denkbar – wenn der Code die Seiten verlangsamt muss man sich dann auch gegenüber Google für ein schlechteres Pagespeed-Ergebnis rechtfertigen. Wobei ich denke, dass die Codes schon ziemlich gut optimiert sind.

      Beste Grüße
      Stefan