Brand Bidding im Affiliate Marketing

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Brand Bidding stellt schon seit geraumer Zeit ein wesentliches Problem im Affiliate Marketing dar. Laut Xamine entsteht durch Brand Bidding jährlich ein Schaden von 13 Millionen Euro. Doch das Problem ist nicht nur der finanzielle Schaden, sondern das Imageproblem, welches dadurch der ganzen Affiliate-Branche anhaftet.

Was ist Brand Bidding?

Als Brand Bidding bezeichnet man im Suchmaschinenmarketing die Schaltung von Werbeanzeigen auf den Marken-Suchbegriff einer eingetragenen Wortmarke. Der negative Kontext des Brand Biddings entsteht zumeist durch die Anzeigenschaltung eines Werbetreibenden, der nicht im Besitz der beworbenen Marke ist.

Häufig handelt es sich um Wettbewerber, die das Suchvolumen der Konkurrenz-Marke für eigene Zwecke nutzen, um somit die Bekanntheit zu steigern beziehungsweise (potentielle) Kunden des Wettbewerbers auf das eigene Angebot aufmerksam machen wollen.

Darüber hinaus wird Brand Bidding in einigen Fällen von Affiliates betrieben, die Werbung auf die Marke des Merchants schalten und von einer Provision pro vermitteltem Kunden profitieren.

Welchen Schaden verursacht Brand Bidding?

Brand Bidder platzieren in der Regel ihre eins zu eins kopierten Anzeigen des Merchants für ein geringfügig höheres Gebot bei den gängigen Suchmachschinenvermarktern. Die dadurch stattfindende Verdrängung der eigentlichen Brand Anzeige des Merchants und die Integration des Affiliate-Links führen so zu einem erheblichen Schaden beim Merchant. Schließlich werden so die Sales aus dem SEA-Kanal in den Affiliate Kanal gezogen. Außerdem werden den Brand Biddern Provisionen gezahlt, welche eigentlich in der Form nicht zustande gekommen wären. Laut dem Software-Anbieter Xamine entsteht dadurch in Deutschland jährlich ein Schaden von 13 Millionen Euro und jede siebte der untersuchten Marken ist betroffen.

Wie kann man Brand Bidder entlarven?

Die Aufdeckung solcher betrügerischer Maßnahmen stellt bisweilen keine einfache Aufgabe dar. Oft agieren Brand Bidder anonym und nur zu bestimmten Tageszeiten sowie regional begrenzt. Bei einem konkreten Verdacht auf Brand Bidding lässt sich aber schnell mit zahlreichen kleinen Tools feststellen, ob zwischen der vermeintlichen Anzeige des Merchants und der Zielseite noch ein Affiliate Netzwerk zwischengeschaltet ist. Tools wie Live HTTP Headers, HttpWatch und Chrome net-internals zeichnen dabei die laufenden HTTP-Protokolldaten auf und ermöglichen so eine einfache und schnelle Auswertung. Oft können Merchants aber ihre Brand Anzeigen nicht unter ständiger Beobachtung haben. Spezielle Brand Protection Tools sorgen in diesem Fall für Abhilfe. Die bekanntesten Tools wie Sistrix und Xamine überwachen dauerhaft und lokal die gewünschten Anzeigen des Merchants und liefern bei einem Verdachtsfall gleich entsprechende Screenshots mit der Display- und Ziel-Url der Anzeige mit.

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Auf was sollte man als Merchant achten?

Grundsätzlich sollte jeder Merchant seine Affiliates kennen und auf ein vollständiges Impressum achten. Weiterhin sollten natürlich die Programmbedingungen des Partnerprogramms und besonders die Richtlinien zum Suchmaschinenmarketing klar und deutlich nach außen kommuniziert und dokumentiert werden, um für eventuelle juristische Schritte im Fall der Fälle gewappnet zu sein.

Steigt ein Affiliate durch auffällig viele Sales innerhalb kurzer Zeit zu einem Top-Partner auf und die Sales der eigenen Brand Anzeigen lassen nach oder die Brand Protection liefert entsprechende Warnmeldungen, sollten Merchants schnellstmöglich aktiv werden. In der Regel lässt sich dann mit den genannten Tools die Publisher-ID des Affiliates ausfindig machen und die Partnerschaft im Netzwerk sowie die nachweisbaren Sales können storniert werden. Darüber hinaus sollte der betroffene Partner – sofern möglich – diesbezüglich auch angesprochen und informiert werden.

Ob Merchants das Brand Bidding als Kavaliersdelikt ansehen und es bei einer Stornierung der Partnerschaft belassen sollten oder weitere juristische Schritte eingeleitet werden sollten, hängt sicherlich mit der Höhe des zustande gekommenen Schadens und der eigenen Programmpolitik zusammen.


Affiliate Marketing Agentur

Daniel war seit Januar 2011 bis Februar 2014 als Online Marketing Manager im Projecter Team tätig.

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  1. Was wichtig ist, den Partner erst stornieren, wenn dieser das Brand Bidding eingestellt hat. Im schlimmsten Falle laufen sonst die Brandanfragen bei den Suchmaschinen auf eine Fehlerseite des Netzwerks. Daher den Partner erst auf 0% Provision setzen (damit wird die Stornoquote auch nicht negativ beeinflusst, denn diese Sales kann man dann freigeben) und erst wenn der Affiliate keine Klicks mehr liefert kündigen.

    • Hallo Steffen, ja genau so sollte man das auch am besten handhaben. Im besten Fall kann man auch mit Kommunikation einiges erreichen bevor man sofort zur Stornierung übergeht. Beste Grüße, Daniel