Die neuen Cookie-Richtlinien – wird es ernst?

geschrieben am in der Kategorie Affiliate Marketing,SEM von

Bereits 2009 verabschiedete die Europäische Union die EU-Richtlinie 2009/136/EG, besser bekannt als Cookie-Richtlinie. Diese besagt, dass das Setzen von Cookies nun immer eine aktive Zustimmung des Users benötige. Das klingt erst einmal einfach, aber was bedeutet es konkret? Wer ist davon betroffen und warum wird dieses Thema derzeit so heiß diskutiert?

Beginnen wir mit der letzten und einfachsten Frage: die EU-Richtlinie muss in die nationale Gesetzgebung einfließen um Gültigkeit zu erlangen. Dazu hat die EU auch eine Frist vorgegeben – die allerdings konsequent ignoriert wurde. In Großbritannien wurde die Richtlinie nun umgesetzt und auch in Deutschland könnte das Gesetz bald kommen, da der Bundesdatenschutzbeauftragte die Richtlinien für problemlos umsetzbar hält.

Das sorgt für einigen Ärger in der Onlinewelt und auch bei uns in der Agentur fielen Sätze wie “wenn diese ganze Sache vorbehaltlos umgesetzt und kontrolliert werden würde, funktioniert schlichtweg das Internet nicht mehr [so wie es jetzt funktioniert]”.

flickt_BrettJordan

Cookie gefällig?

Wer ist davon betroffen? Besonders unter Affiliates wird das Thema heiß diskutiert, beruht doch das gesamte System auf Cookietracking. Nun wird befürchtet, dass bei jedem Klick auf ein Angebot ein Pop-Up-Fenster erscheinen müsse, um die Zustimmung zum Tracking zu erbitten. Dem sei nicht so. Die Artikel 29-Gruppe der europäischen Datenschutzbeauftragten erläuterte anhand von Beispielen, wie eine Verwendung von Cookies bei Werbung richtlinienkonform umgesetzt werden könnte. “Rechtmäßig sei es etwa auch, eine Informations- und Opt-in-Seite ähnlich wie bei Herstellern alkoholhaltiger Getränke vorzuschalten oder einen statischen Informationsbanner.” schreibt heise.de. In Großbritannien wird das wohl schon so umgesetzt.

Bei uns kam die Überlegung auf, was mit Google Adwords passiert, sollte die Richtlinie umgesetzt werden. Auch beim Klick auf eine Adwords-Anzeige wird ein Cookie gesetzt um den Weg vom Klick bis zur Conversion nachverfolgen zu können. Anhand dessen werden Gebote reguliert, CPOs berechnet, Ziele bestimmt. Kurz: das gesamte System beruht auf Cookies. Dementsprechend auch Google Analytics. Legt man die Richtlinie pauschal aus, müssten auch bei Klick auf Anzeigen eine Informations- bzw. Opt-in-Seite zwischengeschalten werden, was erheblichen (negativen) Einfluss auf die Conversionrate haben dürfte.

Weder für Online-Marketer noch aus User-Sicht scheint dies vorstellbar. Vielleicht wird auch dafür eine Sonderregelung gefunden. Die EU-Richtlinie sieht nämlich auch Ausnahmen vor, beispielsweise um Warenkörbe von Usern zu speichern, wenn diese zwischen Kategorieseiten springen, wie Lars Klatte auf http://www.shopbetreiber-blog.de erklärt.

Es bleibt also abzuwarten, ob und in welcher Form der Bundestag die EU-Richtlinie in eine deutsche Regelung umsetzt. Solange heißt es: Ruhe bewahren, News verfolgen und weiterhin Cookies nutzen.

Oder? Wie steht ihr zur neuen Richtlinie und habt ihr schon einen Plan für die Umsetzung zur Hand?

Bildquelle: 1

Beatrice Beatrice war von Januar 2012 bis März 2014 Teil des Projecter Teams.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder

  1. Einfach umbenennen. Dann gibt es bald Gummibärchen statt Cookies. ;) Aber Spass bei Seite. Ich glaube das ganze Süppchen wird heißer gekocht, als sie nachher gegessen wird. Die Politik wird da sicherlich Ausnahmeregelungen schaffen.