Projecter Affiliate Coaching Teil 10: Produktbeschreibungen im Feed optimieren

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Produktbeschreibungen als Content-Quelle

Im vorhergehenden Teil der Serie wurde bereits auf die Produktdaten eingegangen und erste Ideen für eine Optimierung der einzelnen Inhalte gegeben. Es sollte also bereits klar sein, was Produktdaten sind und wofür sie üblicherweise eingesetzt werden. Jetzt soll es darum gehen, wie man nicht nur die bestehenden Inhalte pflegt, sondern im Idealfall selbst noch etwas hinzufügt. Erste Anlaufstelle sind da natürlich die Produktbeschreibungen, die am Ende in eurem Webprojekt landen sollen.

produktbeschreibung

Eine typische Produktseite könnte wie das obige Beispiel aussehen. Es gibt einige Fakten, ein Produktbild und eine Produktbeschreibung. Dann fehlt eigentlich nur noch der Call-To-Action-Button, der die Besucher zum entsprechenden Angebot führt. Der Beschreibungstext ist jetzt keine große Prosa, aber mal ehrlich, großartige Texte findet man eher selten. Und selbst wenn die Merchants auf ihren Shopseiten tolle Texte und Infos anbieten, heißt das noch lange nicht, dass diese auch im Feed landen. Schließlich will man die teuer angefertigten Texte nicht durch Duplicate Content entwerten. Dieses Problem haben nämlich auch die Shops der Merchants. In manchen Fällen gibt es aus diesem Grund auch keinerlei hinterlegte Beschreibungstexte in den Produktdaten.

Will man also erst mal das neue Projekt auf einen Schlag mit Inhalten füllen, wäre man auf die Beschreibungstexte aus dem Feed angewiesen. Diese Inhalte könnte man jetzt idealerweise durch zusätzliche eigene Inhalte ergänzen oder komplett selbst erstellen, um wenigstens die Chance auf eigenen Content zu haben, den nicht auch hunderte andere Partner auf ihren Seiten nutzen.

Eigene Inhalte zufügen

Wenn man sich jetzt die Struktur solcher Texte anschaut zeigt sich immer ein ähnliches Muster. Relativ nichtssagende Sätze, die das Produkt anpreisen, werden mit Details für das jeweilige Produkt bespickt. „Diese Pumps von Gucci sind ein ganz besonderes Highlight…“ Dieser Satz aus dem obigen Beispiel besteht jetzt aus Angaben aus den Produktdaten (Kategorie: Pumps und Marke: Gucci) und ein bisschen Fülltext, der das Produkt lobt. Wie erstellt man jetzt solche Texte einfach selbst? Hierzu kann man mit Textspinnern und Excel ein bisschen herumspielen und kommt auf mäßige bis mittelklassige Ergebnisse im Hinblick auf die Qualität. Umso mehr Arbeit man investiert, desto besser wird das Ganze. Hier soll das zunächst ein einem simplen Beispiel gezeigt werden.

Exkurs: Textspinning

Diese Technik bedeutet, dass man Bedeutungsgleiche Bestandteile in den Texten einfach gegeneinander austauscht. Einfachster Fall wäre das Nutzen von Synonymen. Weiter geht es mit dem Austauschen von Wortgruppen über Sätze bis hin zu ganzen Passagen. Es gibt eine eigene Syntax für das Textspinning, welche von fast allen gängigen Tools unterstützt wird: {Wort|Synonym1|Synonym2}. Anhand des Beispiels von oben ergeben sich beispielsweise folgende Möglichkeiten: Diese Pumps von Gucci sind ein ganz {besonderes|einzigartiges|außergewöhnliches} {Highlight|Accessoire}. Wenn jetzt mittels Textspinning-Tool die Synonyme zufällig gegeneinander ausgetauscht werden ergeben sich z.B. folgende mögliche Sätze:

  • Diese Pumps von Gucci sind ein ganz besonderes Accessoire.
  • Diese Pumps von Gucci sind ein ganz außergewöhnliches Highlight.
  • Diese Pumps von Gucci sind ein ganz einzigartiges Accessoire.

Jetzt hat man den besagten Fülltext schon ein wenig abgewandelt. Wie gesagt, je mehr Mühe man sich hierbei macht, desto besser werden die Ergebnisse. Mit dem einfachen Austauschen von einzelnen Wörtern kommt man nämlich bei Google nicht weit. Wenn man aber Wortgruppen, Sätze und Passagen austauscht und dazu noch alles miteinander verschachtelt, erhält man schon einiges anTextmaterial, das sich dann tatsächlich voneinander unterscheidet im Sinne von Duplicate Content. Solche Spinner gibt es direkt online oder auch als kleines Programm zum Herunterladen. Hier gibt es verschiedenste Ausführungen. Gratis mit geringem Funktionsumfang oder kostenpflichtig mit ganzen Wortdatenbanken und weiteren Tools. Das Prinzip ist immer dasselbe. (Spinnerchief, The Best Spinner, Article Wizard)

Textspinning + Produktdaten in Excel

Euer Ziel sollte es sein, mit den generierten Texten keine Artikelverzeichnisse oder sonstige Anbieter zu füttern, sondern das Endergebnis wieder in den Produktdaten des Partnerprogrammes zu platzieren und im Idealfall mit den bestehenden Daten zu kombinieren. Um das zu erreichen, geht man das Textspinning ein bisschen anders an: Man schreibt die Texte von Anfang an mit Platzhaltern. Wieder am Beispiel: Diese Pumps von Gucci sind ein ganz besonderes Highlight. „Pumps“ und „Gucci“ sollen schließlich Daten sein, die aus der jeweiligen Zeile im Produktfeed stammen. Der Ausgangssatz für den Textspinner lautet also z.B. „Diese KATEGORIE von MARKE sind ein ganz besonderes Highlight.“ Die Syntax für den Textspinner analog “ Diese KATEGORIE von MARKE sind ein ganz {besonderes|einzigartiges|außergewöhnliches} {Highlight|Accessoire}.“ Und das Ergebnis:

  • Diese KATEGORIE von MARKE sind ein ganz besonderes Accessoire.
  • Diese KATEGORIE von MARKE sind ein ganz außergewöhnliches Highlight.
  • Diese KATEGORIE von MARKE sind ein ganz einzigartiges Accessoire.

Werden jetzt die restlichen Daten aus den Produktfeed eingefügt, erhält man schon dieses Resultat:

  • Diese Pumps von Gucci sind ein ganz besonderes Accessoire.
  • Diese Sandaletten von Calvin Klein sind ein ganz außergewöhnliches Highlight.
  • Diese High Heels von Prada sind ein ganz einzigartiges Accessoire.

Das Integrieren der Daten aus dem Produktfeed in die Texte ist ganz simples Suchen und Ersetzen per Formel in Excel. Hier die Beispielformel, die die Platzhalter KATEGORIE und MARKE ersetzt mit den jeweiligen Inhalten in den Spalten Kategorie und Marke in der jeweiligen Zeile. Die Excelformel lautet WECHSELN und kann  verschachtelt werden, um mehrere Vorgänge auf einmal zu erledigen. In unserem Beispiel: =WECHSELN(WECHSELN(D2;“KATEGORIE“;B2);“MARKE“;C2) (siehe Screenshot)

suchenersetzen

Das sind doch bereits ganz unterschiedliche Inhalte. Und an dieser Stelle handelt es sich nur um einen Satz. Durch die Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten erhöht sich das Potenzial exponentiell und es würden ja auch noch weitere Daten aus dem Produktfeed integriert werden (Größe, Farbe,…) Somit hätte man recht schnell brauchbare Texte, zugeschnitten auf jedes einzelne Produkt. Und wie schon mehrmals angesprochen: Es geht hier nicht um die Erstellung von 5-10 Texten, sondern von mehreren Hundert bis Tausend und hier soll nur die Vorgehensweise erklärt werden. Es heißt also für euch Ausbauen und weiterdenken 😉

An dieser Stelle sei einen Artikel vorausgegriffen: Was wollen wir eigentlich mit diesen Daten? Das Plugin, mit dem wir die Daten in den WordPressblog einpflegen, bietet die Möglichkeit per Platzhalter die Inhalte der Zellen in den Blogbeitrag einzufügen. Ihr könnt dann also automatisch eine komplette CSV Liste abarbeiten. Jede Zeile wird ein Blogbeitrag und an den entsprechenden Stellen im Beitrag werden die Inhalte aus dem Feed aufgerufen. So werden mit einem Klick hunderte Produktseiten geschrieben.

Qualitätssicherung

Wie bereits sicher aufgefallen ist, geht es hier um den relativ lieblosen Umgang mit den Texten. Das sind Abstriche, die man bei Massenverarbeitung machen muss. Wenn man die einzelnen Gerüste für die Texte aber mühevoll erstellt und sich etwas dabei denkt, kommt man auch hier auf annehmbare Resultate. Ziel sollte es nicht sein, ein passendes Gerüst über alle Produktkategorien setzen zu wollen. Hier würde der Text dann tatsächlich nur aus Allgemeinplätzen bestehen wie „Produkt XXX von Marke XXX ist so schön und so toll, besonders in Farbe XXX…“ Schreibt man aber bereits eigene Gerüste pro Kategorie, kann man sich im Text bereits auf konkrete Produkteigenschaften, die eben alle Pumps betreffen, eingehen. Die Texte für die Kategorie Sandaletten sehen dann ganz anders aus. Klar bedeutet das doppelten Aufwand, weil zwei Gerüste mit entsprechenden Platzhaltern erstellt werden müssen, die dann mit Textspinning und Suchen und Ersetzen bearbeitet werden, aber auch das ist immer noch ein Bruchteil im Gegensatz zum Schreiben von mehreren hundert Texten per Hand.

Man muss also solche Arbeitsweisen nicht zwangsläufig in die Ecke von Spam schieben. Es geht hier eher um technische Hilfsmittel, die einiges an Arbeit abnehmen können. Der Gedanke, alles vollautomatisch machen zu wollen, der durch diese Tools teilweise suggeriert wird, ist natürlich absurd. In diesem Fällen kann nichts anderes als Spam und Müll herauskommen. Vielleicht lässt sich auch damit kurzzeitig Geld verdienen, aber nachhaltig ist die Sache nicht. Wir haben ja den Panda und den Pinguin bereits angesprochen…

Wie geht es weiter?

Nachdem der Produktfeed also vorbereitet ist, müssen die Daten in den Blog eingepflegt werden. Hierzu wird im nächsten Artikel endlich das passende Plugin vorgestellt. Dann gibt es auch die ersten konkreten Beispiele unsererseits. Also seid gespannt. Und wir können an dieser Stelle nur nochmal zum Mitmachen animieren. Es gibt Preise! 😉 Also ran an die Partnerprogramme und an die Suche nach Programmen mit coolen Nischen und guten Produktdaten.

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Christian war seit März 2009 bei Projecter. Sein Einstieg bei Projecter war ein sechsmonatiges Praktikum, dem sich eine längere Freelancertätigkeit anschloss. Nach Beendigung seines Studiums ist er als Account Manager fest ins Team von Projecter eingestiegen. Bis März 2014 leitete Christian als Head of den Affiliate Kanal.

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  1. Vielen Dank für den hilfreichen Beitrag! Leider halten sich die wenigsten Affiliates an diese Tipps sondern importieren vielmehr alles, was irgendwie und irgendwo zur Verfügung steht. Dabei hilft vor allen Dingen eines: individuelle Anpassung der Datenquelle und Fokussierung auf EIN Thema.

  2. Hi Krischi, vielen Dank für den sehr interessanten Artikel. Eine Frage dazu hätte ich aber noch: wie bekommst du die gespinnten Texte dann in den Produktdatenfeed, ohne jeden einzelnen gespinnten Text für sich zu kopieren? Ideal wäre ja zum Beispiel ein Tool, welches die gespinnten Textvarianten selbst in einer Tabelle ausgibt, sodass man diese mit Excel dann wieder leicht einfügen kann.

    • Das Thema hatte mir zu Beginn auch Kopfschmerzen bereitet. Spinningtools neigen ja dazu die einzelnen Texte als einzelne TXT Dateien auszugeben. Aber auch hierfür gibt es Lösungen. Man muss die TXT Dateien einfach zusammenführen. TXTCollector (http://bluefive.pair.com/txtcollector.htm) war hier meine Wahl.

      Was macht man genau?! Man hat sich z.B. 624 Texte gesponnen, weil der Feed 624 Zeilen hat. Dann nimmt man den Ordner mit den 624 TXT Files fügt mittels TXTColletor alles in eine Datei zu sammen… dann hat man dort jeden Text in einer Zeile. Damit ist es also einfach nur Copy&Paste aus dem Editor mit 624 Texten untereinander in die Excel Tabelle. Da jeder Text eine Zeile hatte, landet er auch schön in einer neuen Zelle in Excel.

      Also ein kleiner Workaround ohne großartig selbst technisch aktiv werden zu müssen…

  3. Die Artikel- bzw. Produktbeschreibungen sind tatsächlich von erheblicher Bedeutung für das SEOing, nicht zuletzt, weil Kunden es lieben, wenn Artikel in aller Ausführlichkeit, also mit Bildern und Informationen dargestellt werden – ein Wiederkommen des „Klickers“ ist dann vorprogrammiert. Allerdings sollten Onlineshopbetreiber aufpassen, dass sie es in ihren Produktbeschreibungen nicht zu wild treiben, denn das deutsche Recht kennt da deutliche Grenzen. Zum Thema Gefahren bei Artikelbeschreibungen in markenrechtlicher Hinsicht haben wir bereits gebloggt: http://www.my-marke.de/2013/01/markenrecht-und-artikelbeschreibungen-und-23-markeng/

    Auch das Meta-tagging ist problematisch im Hinblick auf die Benutzung von Markennamen Dritter. Hier also bitte unbedingt aufpassen und die ständige Rechtsprechung beachten.