Projecter Affiliate Coaching Teil 9: Produktdaten optimieren

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Was sind Produktdaten?

Produktdaten oder auch Produktlisten, Datenfeeds oder schlicht Feeds genannt, sind eines der Standardwerbemittel im Affiliate-Marketing. Die genaue Bezeichnung hängt dabei meist vom Affiliate-Netzwerk ab und es geht am Ende um dasselbe.

Es handelt sich, wie der Name schon sagt, um Listen, die meist im CSV oder auch XML Format angeboten werden. Diese Listen enthalten dabei alle Produkte, die der jeweilige Merchant in seinem Shop vertreibt. Für jedes Produkt werden also feinsäuberlich die grundlegenden Produkteigenschaften aufgelistet: Produktname, Preis, Beschreibung, Produktbild, etc. Was für euch als Affiliates an dieser Stelle von besonderer Bedeutung ist, sind die Deeplinks zum jeweiligen Produkt, die bereits in individuelle Partnerlinks umgewandelt worden sind. Man kann nach dem Download einer Produktliste also sofort loslegen und Links sind bereits auf die eigene Werbefläche und Partner-ID angepasst.

Produktdaten-Screen

Verwendung von Produktdaten für das eigene Projekt

Zu den Mindestangaben, die ein Merchant seinen Produktdaten zufügen muss, gehören eigentlich bei allen Netzwerken: Produktnr, Produktname, Kategorie, Beschreibung, BildURL, Deeplink, Preis, Versandkosten. Was darüber hinaus geliefert wird, hängt oft von den Gegebenheiten der Merchants und Netzwerke ab. Denkbar sind viele Zusatzinformationen, die die Produkteigenschaften noch genauer beschreiben: Marke, Hersteller, Farbe, Größe, Lieferzeiten, Angebotspreise, Preis pro Einheit, Liefergebiete,… Abhängig vom Thema können einige dieser Angaben auch verpflichtend sein. Die Möglichkeiten sind vielfältig und daher gilt es im ersten Schritt, ein Partnerprogramm zu finden, das sehr gute Produktdaten liefert.

Wie erkenne ich gute Produktdaten?

Kurz gesagt: Je mehr Informationen vorhanden sind, desto besser. Neben den „Pflichtfeldern“ werden zusätzliche Produktinformationen meist über Zusatzspalten in die Produktdaten integriert. Was im konkreten Fall am besten passt, ist vom Merchant abhängig. Ein Shop für Mode sollte Informationen wie Farbe, Größe, Geschlecht, ggf. Material zu seinen Produkten liefern. Für einen Computershop wären eher Details wie Prozessor, Taktfrequenz, Arbeitsspeicher, etc. relevant. Für euch als Affiliates besteht dabei auch immer die Möglichkeit direkt mit der Partnerprogrammbetreuung in Kontakt zu treten und spezielle Wünsche zu äußern. In der Regel wird versucht dem nachzukommen, wobei oftmals auch Beschränkungen anhand der genutzten Shopsysteme bestehen und gar nicht alle denkbaren Informationen automatisiert in die Produktdaten einfließen können.

Produktdaten für das eigene Projekt verwenden

Ihr als Affiliates findet also in den Produktdaten bereits alles, um direkt loslegen zu können. Name, Bild, Beschreibung, Link und Preis. Alles vorhanden und schön tabellarisch aufgearbeitet. Prinzipiell könnte man direkt mit entsprechenden Hilfsmitteln eine komplette Internetseite aus den Daten erstellen. Jedoch gibt es hier auch schon das erste Problem: Bis auf den Deeplink ist nichts auf Euch ganz persönlich angepasst. Ihr habt also direkt ein Problem mit dem Content für Eure Webseite, denn jeder Affiliate bekommt dieselben Inhalte geliefert. Im Falle der Produktbilder stellt das natürlich eher weniger ein Problem dar, doch dieselben Beschreibungstexte wie hunderte andere Partner auch zu benutzen birgt Problempotenzial – Stichwort: Duplicate Content. Neben dem Content an sich, der sich vornehmlich aus den Beschreibungstexten speisen wird, sind auch andere Inhalte wie Title-Tags, URLs und Überschriften problematisch, weil auch diese sich vornehmlich aus den vorgegebenen Produktnamen ergeben werden. Individuell ist anders…

Hat man dann gar keine Chance Duplicate Content zu vermeiden? Hier gilt es, zweierlei Dinge zu beachten: Zunächst mal werdet ihr als Affiliates mit Produktdaten vornehmlich den Longtail besetzen. Das impliziert meistens auch eine weitaus geringere Konkurrenz, sodass sich bei der „Qualität“ der Inhalte ggf. Abstriche machen lassen. Das gilt natürlich nicht uneingeschränkt, denn unser Freund Google hat da auch noch ein Wörtchen mit zu reden und verlangt ein gewisses Mindestmaß – Panda & Pinguin lassen grüßen. Zweitens reden wir auch (noch) von dem völlig unangepassten Feed direkt aus dem Netzwerk.

Wo gibt es Optimierungspotenziale?

Als Affiliate kann man einiges unternehmen, um aus den vorgegebenen Produktdaten einiges mehr rauszuholen. Man gibt dafür zwar in Regelfall die Möglichkeit der völligen Automatisierung aus der Hand, jedoch sollte man sich bewusst sein, dass, wenn alles automatisch ablaufen könnte, auch der ein oder andere auf dieselbe Idee kommen würde. 😉 Auch wenn man selbst Hand anlegen muss, liegt in den Produktdaten ein enormes Potenzial. Ihr solltet nochmals in Erinnerung rufen, dass es hier weniger darum geht eine kleine Microsite zur Nische zu erstellen, die vielleicht nur aus 3-4 Unterseiten besteht. Vielmehr wird ein Projekt aufgebaut, welches auf Basis der Produktdaten aus mehreren Hundert, vielleicht auch Tausend Artikelseiten besteht, welche den Longtail versorgen. Diese werden im konkreten Fall automatisiert, bzw. halbautomatisiert erstellt und man versucht mit der Masse im Longtail zu punkten. Neben den Artikelseiten gibt es dann immer noch genug generische Themen und Seiten, die sich Beispielsweise in Form von Kategorieseiten per Hand in das Projekt einpflegen lassen. Es gibt also unbegrenzte Möglichkeiten.

Der erste und wohl simpelste Optimierungsschritt geht mit der eigentlichen Themenrecherche einher. Ihr solltet also bereits an dieser Stelle darauf achten ein Programm mit „vernünftigem“ Feed auszuwählen. Anschließend kann man auch innerhalb eines Feeds noch nach seiner ganz individuellen Nische Ausschau halten. Wer sagt denn, dass man alle Produkte nutzen muss und nicht nur einzelne Kategorien oder Produktgruppen für ein Projekt auswählt. Die Themenwahl könnte also auch hier als erster Optimierungsschritt angesehen werden.

Ein weiterer Schritt wäre das Prinzip der Aggregation. Man kennt es von Preisvergleichen, die alle Produkte von zahllosen Merchants in ihrer Seite zusammenführen und mittels Preisvergleich einen Mehrwert schaffen. Übertragen auf die Themenrecherche und Nischenwahl, besteht hier äquivalent die Möglichkeit die erwählte Nische nicht nur in einem Partnerprogramm zu suchen. Warum nicht die auserwählte Produktkategorie aus vielen Onlineshops in einem einzigen Feed vereinen und somit seinen eigenen Besuchern einen Mehrwert zu verschaffen, in dem man die größte Produktauswahl inklusiver relevanter Informationen für das Thema XY zu bieten hat.

Konkrete Anpassungen in den Produktdaten

Oft bekommt man in den Produktdaten nur die nötigsten, d.h. Pflichtfelder der Affiliate-Netzwerke geliefert. Neben Produktnamen, Beschreibung, BildURL, Deeplink, Preis und Versandkosten gibt es dann nicht wirklich nützliche Informationen wie z.B. Marke, Größe, Farbe, etc. Doch oft kommt es vor, dass sich dann viele der begehrten Informationen im Produktnamen verstecken. Diese lauten dann vielleicht „Pumps von Gucci, Größe 35 in Rot“. Mit einigen Handgriffen in der Tabellenverarbeitung von Excel könnt ihr unter der Voraussetzung, dass ganze Produktgruppen nach diesem Schema aufgebaut sind, leicht die begehrten Informationen extrahieren und in separate Spalten verfrachten, die dann bei der automatischen Verarbeitung einzeln angesteuert und genutzt werden können. Dieser entscheidende Vorteil wird in einem späteren Teil der Serie deutlich, wenn die konkreten Inhalte der Spalten in den Feeds per Platzhalter in eure Artikel eingepflegt werden. Hier ein vorher/nachher Vergleich:

produktname

Wie wurde das erreicht? Man kann mit einigen Formeln und Excelfunktionen die Inhalte in einzelne Spalten bringen. Konkreter Ablauf in diesem Beispiel.

  • Suchen und Ersetzen: „von“ zu „;“
  • Suchen und Ersetzen: „, Größe“ zu „;“
  • Suchen und Ersetzen: „in“ zu „;“
  • Ergebnis: „Pumps;Gucci;38;Gelb“

Jetzt nur noch mit der Funktion „Text in Spalten“ getrennt auswählen und den Separator bestimmen (in unserem Falle ein „;“). Schon landen die einzelnen Bestandteile in eigenen Spalten, die ihr schön beschriften könnt. Natürlich sind das viele Einzelschritte, aber wenn man im Hinterkopf behält, dass man auf diese Weise vielleicht gerade 265 Produkte bearbeitet hat, ist das doch ein Kinderspiel. Wie bereits erwähnt, liegt der Nutzen darin, dass man bei der Verarbeitung alle Felder einzeln ansteuern kann. Man kann also jetzt frei bestimmen, ob der Title-Tag „Calvin Klein Sandaletten“ lauten soll oder im Text eine Überschrift „Sandaletten in Rot von Calvin Klein“ lautet statt immer auf den einheitlichen Wortlaut „Sandaletten von Calvin Klein, Größe 35 in Rot“ angewiesen zu sein. Sollte dieses Prinzip an dieser Stelle noch etwas verwirrend klingen, wird es spätestens einleuchten, wenn in den nächsten Teilen der Serie die Arbeitsweise des Plugins erklärt wird, mit dem wir die Produktdaten verarbeiten wollen.

Wie man eine sinnvolle Trennung der Wortbestandteile erreicht und ob diese am Ende so nützlich ist wie dieses fiktive Beispiel, hängt natürlich vom konkreten Feed ab. Manchmal muss man sich auch einige Tricks und Kniffe einfallen lassen oder auf weitere Funktionen von Excel zugreifen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Der Aufwand lohnt aber in jedem Fall, weil jede individuelle Veränderung einen Vorsprung vor der Konkurrenz bedeutet. Einzelne Informationen können sich in allen Spalten verstecken. Vielleicht versteckt sich ein passendes Keyword in der URL der Deeplinks oder BildURL. Hier könnte man leicht die Slashes als Trennzeichen benutzen oder ganze URL Bestandteile durch Suchen und Ersetzen verschwinden lassen. Schaut euch einfach mal ein paar Produktdaten an, dann kommen sicher erste Ideen. Es kann hier auch gerne über weitere Tricks und Kniffe diskutiert werden.

Was kann man noch anpassen?

Dreh und Angelpunkt der wirklichen „Inhalte“ in den Produktdaten sind natürlich die Beschreibungstexte. Hier liegt auch das größte Problem in Sachen Duplicate Content, da ja alle Partner dieselben Texte bekommen. Manchmal handelt es sich zudem um Texte, die so oder auszugsweise auch auf der Seite vom Merchant genutzt werden. Und manchmal tauchen sie nicht mal dort zum ersten Mal auf, weil es sich um Produkttexte der Hersteller handelt, die an unzähligen Orten mehr im Netz rumgeistern.

texte

An dieser Stelle kann man also einiges zufügen und somit die Inhalte weiter anreichern. Man könnte hier qualitativ hochwertig arbeiten und jeweils eigene Texte schreiben (lassen) und in die Produktdaten einfügen. Aufgrund der Masse könnte es aber sein, dass die nötigen Ressourcen fehlen. Trotzdem sollte hier angemerkt werden, dass es bei weitem zeitsparender ist, die Texte schnell in eine Excelzelle zu schreiben bzw. zu kopieren, als später hunderte Artikel im Content-Management-System zu bearbeiten. Hier könnte man die Produktdaten also quasi als optimierte bzw. vereinfachte Dateneingabe-Methode verstehen. Will man trotzdem quick & dirty etwas eigenes hinzufügen, könnten Werkzeuge wie Textspinner zum Einsatz kommen. Natürlich werden jetzt einige mit den Augen rollen und ja, dieser Ansatz ist auch nicht unbedingt als der qualitativ hochwertigste zu bezeichnen, aber da wir bei Duplicate Content ansetzen, kann die Sache auch nicht mehr viel schlimmer werden. 😉

Wie man weiter an den Inhalten, besonders den Beschreibungstexten der Produkte arbeiten kann, wird im nächsten Teil der Serie behandelt.

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Christian war seit März 2009 bei Projecter. Sein Einstieg bei Projecter war ein sechsmonatiges Praktikum, dem sich eine längere Freelancertätigkeit anschloss. Nach Beendigung seines Studiums ist er als Account Manager fest ins Team von Projecter eingestiegen. Bis März 2014 leitete Christian als Head of den Affiliate Kanal.

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