Screaming Frog im Affiliate Marketing nutzen

geschrieben am in der Kategorie Affiliate Marketing von

Screaming Frog ist ein Tool, das vor allem in der Suchmaschinenoptimierung Verwendung findet. Doch auch im SEA, Social Media und im Affiliate Marketing kann es genutzt werden und die Arbeit – etwa im Partnerprogramm – etwas vereinfachen. Mögliche Anwendungszenarien sind dabei die Überprüfung der Deeplinks und Werbemittel sowie die Analyse der Erreichbarkeit der Publisher-Webseiten.

Screaming Frog und die Analyse von Deeplinks im Affiliate Marketing

Führt ein Advertiser einen Relaunch durch oder ändert die URL-Struktur, dann kann dies im schlimmsten Fall dazu führen, dass Deeplinks, sprich die hinterlegten Ziel-URLs der Werbemittel im Partnerprogramm, auf eine Fehlerseite führen. Dieser Fall kann auch eintreten, wenn der Werbetreibende bestimmte Seiten löscht und diese nicht auf andere Seiten umleitet. Es lohnt sich somit, alle Deeplinks in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Dafür könnte jedes Linkziel manuell überprüft werden, doch bei großen Programmen mit vielen Textlinks oder auch Bannern könnte dies schwierig und zeitraubend werden.

Abhilfe kann der Einsatz des Tools Screaming Frog SEO Spider schaffen. Das Programm kann im kostenlosen Modus bis zu 500 URLs analysieren und Weiterleitungsziele sowie den HTTP Status-Code ermitteln. Dieser dreistellige Code gibt an, ob die Anfrage mit Erfolg bearbeitet werden konnte oder ob sich ein Fehler im Weiterleitungsplan eingeschlichen hat:

  • 1xx: Bearbeitung findet statt
  • 2xx: Operation ist erfolgreich
  • 3xx: Umleitung wird vorgenommen
  • 4xx: Anfrage ist fehlerhaft
  • 5xx: Fehler beim Server liegt vor
  • 9xx: Fehler beim Netzwerk liegt vor

Handelt es sich im Status Code um eine 200, dann war die Operation erfolgreich. Das heißt, dass der Deeplink ohne Umleitung zum gewünschten Ziel geführt hat. Bei einer 301 oder 302 liegt eine Weiterleitung vor. Screaming Frog teilt in diesem Fall jedoch im nächsten Schritt das Ziel der Weiterleitung mit. Im Setup kann ausgewählt werden, wie vielen Weiterleitungen das Tool folgen soll. Wenn allerdings mehr als eine Weiterleitung nötig ist, um das eigentliche URL-Ziel zu erreichen, sollte die Weiterleitungskette verkürzt und auf eine Weiterleitung reduziert werden. Somit ist der Code 301 nicht dramatisch, insofern die Kette kurz gehalten wird und vor allem alle nötigen Trackingparameter auch bei Weiterleitung beibehalten werden: Der Kunde kommt über diesen Deeplink zur Seite, muss jedoch einen (nicht wahrnehmbaren) Umweg über eine Weiterleitung nehmen. Problematisch ist eine 404 im Status Code, da die Zielseite nicht erreichbar ist. Der Kunde landet z. B. anstatt auf einer Produktdetailseite auf einer Fehlerseite. Diese gilt es gegen ein funktionierendes Ziel auszutauschen.

Vorgehensweise bei einer Analyse mit Screaming Frog im Affiliate Marketing

Nachdem der Screaming Frog installiert wurde, sollte im nächsten Schritt eine Liste aller im Programm verwendeten Deeplinks erstellt werden. Diese kann idealerweise im Netzwerk selbst heruntergeladen oder vom Programm-Support zugeschickt werden. Danach können diese im Screaming Frog importiert werden. Dabei muss unter Mode auf List gestellt werden. Spider- und SERP-Modus sind bei dieser Anwendung irrelevant.

Screaming Frog Affiliate Marketing

Im Anschluss daran können die exportierten Deeplinks entweder via Excel-Upload oder simples Copy-and-Paste hinzugefügt werden.

Screaming Frog Affiliate Marketing

Nach Klick auf „Start“ legt Screaming Frog los, crawlt die eingefügten Seiten bzw. Deeplinks und liefert den jeweiligen Status-Code:

Screaming Frog Affiliate Marketing

Mit Hilfe des Bulk Exports kann die Liste gespeichert und die kritischen Deeplinks, d. h. ebenjene mit einem 4xx Status Code, aktualisiert werden. Links mit dem Status Code 301 sind an sich nicht dramatisch, sollten jedoch sicherheitshalber auch angepasst werden. Deeplinks, die vom Publisher mit dem Deeplink-Generator erstellt wurden, können leider nicht ohne weiteres analysiert werden.

Wie schon zu Beginn erwähnt, gibt es noch eine Reihe weitere Einsatzmöglichkeiten. Neben der Analyse der Zielseiten können auch die Banner-URLs überprüft werden, was vor allem bei Programmen mit einer Fülle an Bannen eine Erleichterung ist. Auch kann die Erreichbarkeit der Publisher-Webseiten kontrolliert und etwaige Publisher-Leichen identifiziert werden. Diese können im Anschluss direkt kontaktiert oder eben aus dem Programm entfernt werden. Ein ähnliches Vorgehen bietet sich an, um etwaigen Typosquatting-Fällen auf die Schliche zu kommen. Unter Berücksichtigung von Tippfehlern wird eine Liste von URLs erstellt (z.B. www.projekter.de, www.proj3cter.de) und die Weiterleitungskette analysiert. Sollte im schlimmsten Fall eine Weiterleitung auf eine Publisher-Seite oder ein Tracking-Link eines Affiliate Netzwerks auftauchen, so liegt Typosquatting vor. Es sollten alle Beweise gesichert, der Partner kontaktiert bzw. entfernt und die Sales storniert werden.

Fazit

Dank Screaming Frog kann der Advertiser das komplette Deeplink-Set in wenigen Schritten überprüfen und etwaige Seiten identifizieren, die den Nutzer auf eine Fehlerseite leiten. Auch lassen sich unnötige Weiterleitungsketten erkennen, die ausgemerzt werden können. Daneben bietet sich Screaming Frog auch an, um die Bild-URLs oder Erreichbarkeiten von Publisher-Webseiten zu kontrollieren.

Johannes ist im Oktober 2014 als Trainee im Projecter-Team aufgenommen worden. Seit September 2015 betreut er als Account Manager nun Kunden in den Kanälen SEA und Affiliate Marketing. Während seines BWL-Studiums hat er bereits erste Erfahrungen im Online-Marketing gesammelt. In mehreren Praktika konnte Johannes schon in die Tiefen von AdWords, BingAds & Co. abtauchen und seine Kenntnisse weiter ausbauen.


Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder