SEM-Affiliates aus Merchantsicht

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Wenn man als Merchant ein neues Partnerprogramm an den Start bringt, gehört es zu den strategischen Entscheidungen, welche Arten von Affiliate Geschäftsmodellen zum Programm zugelassen werden.
Ob SEM-Affiliates teilhaben dürfen, ist oft eine umstrittene Angelegenheit. Wenn Merchants selbst SEM betreiben, sehen sie die Affiliates als Konkurrenz. Man will ja keine Provision für Sales zahlen, die man vermeintlich auch selbst generiert hätte.
Aus meiner Sicht sprechen mehr Gründe für das Zulassen von SEM-Affiliates:

  • Die Affiliates kaufen den SEM-Traffic auf eigenes Risiko, somit ist die Ernsthaftigkeit des Bewerbens gewährleistet.
  • Lieber einen eigenen Affiliate als die Konkurrenz auf den Fersen
  • Durch mehrere Werbeplätze können zusätzliche Sales generiert werden
  • Breitere thematische Abdeckung: 4 Augen sehen mehr als 2

Welche Richtlinien sollte man einführen?
Brand-Bidding ist selbstredend nicht erwünscht, schließlich will man für Kunden, die die eigene Marke bereits kennen, nicht auch noch Provisionen zahlen. Clevere Brand-Bidder schließen den Standort des Merchants oder der SEM-Agentur von der Anzeigenschaltung aus. Als Merchant lohnt es sich daher die eigene Brand mit dem Anzeigentool von Google zu überprüfen.
Die wichtigste Entscheidung ist, ob man den SEM-Affiliates die Direktverlinkung erlaubt oder nicht. Ist man richtig fit und hat seinen Adwords-Account über die Jahre hinweg aufgebaut und bereits jede Nische für sich entdeckt, würde ich davon eher Abstand nehmen. Spielt SEM hingegen nur eine untergeordnete Rolle in der eigenen Marketingstrategie, kann man durch die Affiliates zusätzliche Umsätze generieren.
Aber auch die Affiliate-Sicht ist wichtig: Direktverlinkung ist für den Affiliate einfacher und lukrativer. Will man dies nicht, müssen die Provisionen stimmen. Der Affiliate kauft den Traffic ein, benötigt daher auch die entsprechende Entlohnung. Ist das Kosten-Umsatz-Verhältnis zu gering, kann man als Merchant diesen Kanal abschreiben, da für die Affiliates nichts hängen bleibt.
SEM-Affiliates akquirieren, pflegen und hegen
Sind die Richtlinien geklärt, geht es darum, die SEM-Affiliates zu akquirieren und best-mögliche Voraussetzungen für diese zu schaffen.
Kennt man persönlich keine SEM-Affiliates, kann man sich in seiner nächsten Umgebung umsehen. In der Regel können die Affiliate-Netzwerke SEM-Affiliates empfehlen, die sich in der Vergangenheit bereits bewährt haben. Man kann auch mal bei seinen Top-Affiliates anfragen, die Vernetzung untereinander ist oft größer, als man denkt und Content- und SEM-Affiliate kommen sich nicht gegenseitig ins Gehege.

Affiliate Marketing Agentur

Hat man seine Affiliates akquiriert, sollten diese ideale Unterstützung erfahren.
Größte Hürde für die SEM-Affiliates ist der fehlende eigene Content bzw. die fehlende Webseite. Darf die URL als Display- und Ziel-URL verwendet werden, stellt dies kein Problem da. Wenn nicht, kann man diese als Merchant einfach zur Verfügung stellen, bevor sich jeder Publisher seine eigene Landingpage basteln muss. Anpassbar für die jeweiligen Produkte sollte die Landingpage sein.

Input zur eigenen Zielgruppe und weitere Informationen, die es den Affiliates erleichtern, die eigenen Produkte zu verkaufen, sind auch immer gerne gesehen. Zusätzlich kann man den Affiliates mit einer Liste der Top-Seller den Einstieg erheblich erleichtern.
Fazit
SEM-Affiliates zahlen sich in der Regel für das eigene Partnerprogramm aus. Bedingung ist aber, die geeigneten Voraussetzungen für die Affiliates zu schaffen. Sind diese gegeben, wird sich die Zusammenarbeit für beide Seiten lohnen.


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