Archiv für die Kategorie ‘Ecommerce’

E-Commerce Lounge – Vorbereitungen

Mittwoch, 16. Juni 2010

In knapp einer Woche findet die nächste Leipziger E-Commerce Lounge statt. Hier im Büro laufen die Vorbereitungen auf das Event. Die Location ist bereits fest, das XING-Event angelegt und die ersten Gäste haben sich angemeldet.
 

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Die E-Commerce Lounge soll Leipziger mit Online- oder Ecommerce-Bezug zusammenbringen. Der Networking-Gedanke steht dabei im Vordergrund. Hier trifft man Gleichgesinnte und kann Tipps und Erfahrungen austauschen. Bei einem Getränk in netter Atmosphäre wird nicht nur über Fachliches geplaudert. Hier lassen sich neue interessante Personen kennenlernen.
 
Damit die erste Kennenlernphase ein bisschen leichter fällt, haben wir uns für die nächste E-Commerce Lounge etwas Besonderes einfallen lassen. Neugierig? Mehr Infos zum Event und unserer Idee findet ihr auf lecommerce.de

Usability Test: 6 Zeitpunkte für Benutzerfreundlichkeit

Dienstag, 30. März 2010

So mancher Webdesigner musste schon mit ansehen, wie sein Werk von den Nutzern, entgegen seiner Intention während der Entwicklung, entfremdet wurde.
Um dieses Szenario zu vermeiden, werden mit Usability Tests Schwächen einer Webseite aufgezeigt. Usability Testing beginnt aber nicht erst nach Fertigstellung einer Webseite, sondern ist Bestandteil von der ersten Entwicklungsphase an. Aus meiner Sicht sind folgende Zeitpunkte für Usability Tests sinnvoll:
 

  1. Vor dem ersten Strich: Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Bevor man selbst beginnt sein Design zu entwickeln, lohnt es sich die Konkurrenz zu testen. Es wird sich in der Regel ein Konkurrent finden, der die gleiche Zielgruppe, den gleichen Content oder gleiche Features auf seiner Webseite hat. Es lohnt sich, die Konkurrenz zu analysieren und aus deren Stärken und Schwächen zu lernen.
  2. Erste Gedanken als Zeichnung: Hat man begonnen sein Rohdesign zu Papier zu bringen, ist es nützlich, erste Skizzen der wichtigsten Seiten, z.B. die Startseite, potenziellen Usern zu zeigen. Bekannte, Freunde oder Nachbarn reichen für diese Zwecke vollkommen aus. Verstehen diese das Konzept und den Zweck der Webseite, dann haben wir alles richtig gemacht ;)
  3. Grundgerüst einer Webseite: Wir gehen einen Schritt weiter und haben mittlerweile alle Elemente der Startseite an den richtigen Platz angeordnet. Bevor wir jetzt die ersten Zeilen Quellcode schreiben, müssen wir noch folgende Fragen mit den Nutzern klären: Befinden sich die Elemente dort, wo der Nutzer danach sucht? Funktioniert die Navigation, wie es meine Nutzer erwarten? Denke ich genauso, wie die User meiner Webseite?
  4. Design wichtiger Seiten: Das visuelle Design einer Webseite beeinflusst die Usability erheblich. Ist das Design von Startseite, Kategorieseite und Produktseite erstellt, gilt es dieses zu testen. Durch Usability Tests überprüfen wir, ob unsere User herausfinden, wie jede der Seiten funktioniert.
  5. Prototypen und mehr: Ist dies geschafft, können wir Prototypen der einzelnen Webseitenbereiche entwickeln und testen. Von nun an beginnt ein kontinuierlicher Prozess zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit. Verhalten sich die Nutzer wie erwartet? Können kontextbezogene Aufgaben problemlos ausgeführt werden? Schritt für Schritt nähern wir uns der fertigen Webseite an.
  6. Relaunch: Ein Relaunch einer Webseite sollte immer nutzer- und nie design-getrieben erfolgen. Stehen Nutzer vor erheblichen Problemen eine Webseite zu bedienen, kann ein Redesign die nötige Lösung herbeiführen. Voraussetzung ist aber, dass die Nutzer in die Neu-Entwicklung miteinbezogen werden. Nur so können alte Probleme aufgedeckt und behoben werden. Wenn man schon mal dabei ist, eine Webseite neu zu gestalten, wieso nicht gleich Usability-Probleme ausmerzen?!

 
Das sind meiner Meinung nach sechs Momente im Entwicklungsprozess einer Webseite, in denen man auf die Stimme der Nutzer hören sollte. Sicherlich kann die Liste um weitere Zeitpunkte ergänzt werden. Testen kann man schließlich nie genug oder was sagt ihr dazu? :)

Ausflug zum Hitmeister E-Commerce-Day

Montag, 15. März 2010

Während das halbe Projecter-Team die SEO Campixx besuchte, waren Jasmin und ich unterwegs um beim ersten Hitmeister E-Commerce Day in Köln dabei zu sein. Als Veranstaltungsort diente das RheinEnergie Stadion, genauer gesagt die Lounge-Ebene der Westflanke. Anfangs befremdlich, führte die Atmosphäre des Fußball-Stadions schließlich doch zu lockerer Stimmung unter allen Anwesenden. Schnell kam man bei Bratwurst und Kölsch mit den Ausstellern und Besuchern in Kontakt.
 

Lockere Gespräche an den Aussteller-Ständen

Lockere Gespräche an den Aussteller-Ständen


 
Im Halbstundentakt fanden Fachvorträge statt. Als Online Marketing Agentur gehörten wir nicht zu der üblichen Zielgruppe der Vortragsredner, die größtenteils mit ihren Services um die Gunst der anwesenden Shopbetreiber warben. So ging es um Warenwirtschaftssysteme, Versanddienstleistungen und Best Practice Tipps für Online-Shops. Trotz alledem waren alle gehörten Vorträge kurzweilig und boten auch uns einen gewissen Mehrwert.
 
Vortrag von Nico Zorn zum Thema E-Mail Marketing

Vortrag von Nico Zorn zum Thema E-Mail Marketing


 
Alles in allem haben wir spannende Leute getroffen und viele gute Gespräche geführt. Deshalb danke an pluddel für das entspannte Kennenlern-Akquise-Gespräch, SalesKing und Textprovider für die Einladung zur (kostenlosen) Bratwurst, sowie HooGoo für den angeregten Austausch via Twitter. Die Mischung aus Vorträgen und eben diesen Gesprächen machten den Besuch des E-Commerce Day in Köln zu einem lohnenswerten Wochenend-Ausflug. Es war eine kleine Messe. Dennoch bin ich mir sicher, dass der nächste Hitmeister E-Commerce Day noch mehr Besucher und Aussteller anziehen wird. Auch wir nehmen den Termin gern in unseren Kalender auf und lassen uns nicht von der unglaublich langen An- bzw. Abreise (Köln-Leipzig mit der Deutschen Bahn in 6 Stunden) abschrecken.

Altbewährte Conversion-Killer

Mittwoch, 17. Februar 2010

Es gibt Agenturen, die versprechen, die Conversion Rate zu steigern. Es gibt zahlreiche Blogartikel, die Hinweise geben, wie man sie erhöht:
 

Und: Es gibt auch Blogs, die sich ausschließlich mit dem Thema befassen, wie z.B. der konversionsKRAFT-Blog.
 
Wir betrachten das Thema aus einer anderen Perspektive und wollen in diesem Artikel klären, welche Conversion- und damit Sales-Killer es gibt.
 
Die gängigsten Conversion-Hemmnisse, Fehler und Irrtümer im Checkout-Prozess möchten wir im Folgenden kurz beleuchten:
 

  • Irreführende Navigation und wenig ansprechendes Design

Spätestens seit dem #lvb-Relaunch, der zum Webmontag in Leipzig diskutiert wurde und auch beim nächsten Treffen wieder Thema sein wird, wissen die meisten Leipziger und (leider) auch deutschlandweite Nutzer, welche Wirkung eine mangelhafte Navigation hat.
 
Für einen Online-Shop kann das ein Conversion-Killer sein, denn wenn der potentielle Käufer nicht vor, zurück oder “querfeldein” navigieren kann oder dabei die Orientierung verliert, wird der Kauf nicht abgeschlossen, ein einmaliges Ereignis bleiben oder der Shop wird negativ in Erinnerung behalten.
 

  • Umständlicher Checkout

Einem Interessenten im letzten Moment die vorhandene Kaufabsicht nehmen? Kein Problem: Einfach ein langes Anmeldungsformular an die Bestellung knüpfen und alle Daten löschen, sobald eine Eingabe nicht korrekt ist oder fehlt…
 

  • Engpässe und lange Lieferzeiten

Saisonale Schwankungen wie der allgemeine Geschenke-Run vor Weihnachten oder die Rosa-Rot-Färbung aller Käufer-Brillen kurz vorm Valentinstag sind den meisten Shopbetreibern bekannt. Trotzdem kann es schon frühzeitig zu Lieferengpässen kommen, die eine Liefergarantie z.B. bis Weihnachten unmöglich machen. In dieser Situation ist die Aussage “Wir liefern nicht mehr!” viel ungünstiger als zu sagen: “Nächstmögliche Lieferung bis …”.
 

  • Exorbitante Versandkosten

Zwar können die Versandkosten ein Steuerungsinstrument für den durchschnittlichen Warenkorbwert sein, jedoch ist der psychologische Effekt bei unfair erscheinenden Versandkosten meist eher negativ. Ein Produkt, das unter zehn Euro kostet und fünf Euro Versandkosten mit sich bringt, wird seltener konvertieren als ein Produkt, dessen Versand im Verhältnis günstiger ist.
 

  • Server-Probleme und Bugs

Selbst in den professionellsten Shops kann es zu Server-Problemen kommen. Lange Ladezeiten, Bugs im Bestellprozess oder der Verlinkung können die User zur Verzweiflung bringen. Diese Probleme müssen nicht nur schnellstmöglich behoben werden. Vor allem ist jedoch wichtig, dass eine enge Kommunikation zwischen werbetreibender Agentur und dem Merchant stattfindet. Denn eine mangelhafte Seite mit Google Adwords zu bewerben, kommt einer Verschwendung von Werbe-Budget gleich. Auch die Affiliates können in so einem Fall verärgert reagieren. Der Ruf als Programmbetreiber kann schnell in Verruf geraten.
 

  • Unattraktive Zahlungsmethoden

Man kann potentielle Käufer mit auch mit einem mangelnden Angebot an Zahlungsmethoden (z.B. ausschließlich PayPal oder nur per Kreditkarte o.ä.) verschrecken. Auch in dieser Hinsicht sollte dem Käufer der Bestell- und Bezahlprozess so einfach und bequem wie möglich gemacht werden.
 
Fazit: Es gibt also viele Möglichkeiten, Conversions zu vermeiden. ;-) Wir freuen uns über eure Kommentare und Erfahrungen, mit denen sich die Liste noch weiter fortsetzen lässt…

Schwere Zeiten für Start-Ups und junge Internet-Unternehmen

Donnerstag, 04. Juni 2009

Derzeit füllen drohende Insolvenzen von großen Wirtschaftsunternehmen die Schlagzeilen. Automobilbauer Opel konnte sich im letzten Moment eine staatliche Brückenfinanzierung sichern und die angeschlagene Karstadt-Mutter Arcandor droht mit dem „Aus“, wenn sie keine Staatshilfen zugesprochen bekäme.
 
Aber nicht nur auf der Bühne der Großen kriselt es – auch Start-Ups und junge Internetunternehmen haben unter der Rezession zu leiden. Zuletzt war in vielen Blogs von der Insolvenz des Fotodienstes Picabee zu lesen. Die Gründer gaben als Grund für diese eher unerwartete Pleite (im März 2009 präsentierten sich die Picabee-Geschäftsführer auf dem Munich Venture Summit noch unbekümmert) eine geplatzte Finanzierungsrunde an. Auch die Avatarwelt weblin musste Anfang Mai 2009 Insolvenz anmelden und die Schnäppchen Community Luupo sucht ebenfalls nach Käufern. Venture Kapital-Geber sind zurückhaltender geworden oder bieten Risikokapital nur noch zu restriktiven Bedingungen an. Unlängst war zu lesen, dass Gruner + Jahr ihren Geschäftsbereich New Media Ventures auflösen werden. Sie hatten sich als Kapitalgeber unter anderem an BuyVIP beteiligt.
 
Zwar müssen aufgrund der Krise nicht gleich alle Gründer ihre Tore schließen, aber – wie auch wir im Gespräch mit (potentiellen) Kunden feststellen mussten – ist der „Leidensdruck“ in diesen unsicheren Zeiten höher. Ecommerce bleibt zwar eine Wachstumsbranche, gleichzeitig setzt aber bereits eine Marktbereinigung ein (das wurde schon zu Jahresanfang im Zusammenhang mit den Live-Shopping-Anbietern diskutiert). Dementsprechend rücken die alternativen Fördermöglichkeiten des Bundes und der Länder für Start-Ups und frisch gegründete Unternehmen zunehmend ins Rampenlicht.
 
Ansonsten können wir wärmstens den Staatshilfe-Rechner empfehlen: Für 5 Minuten wie ein maroder deutscher Großkonzern fühlen! Uns persönlich gefällt das Hypo-Real-Estate-Modell mit Golfoption sehr gut…

 

Ecommerce Lounge am 24.03.09: Kleine Ecommerce-Runde bei toller Lounge-Atmosphäre

Mittwoch, 25. März 2009

Diesen Monat fand die Ecommerce Lounge beim Mexikaner „Gonzales“ in der Gottschedstraße statt. Zwar konnten wir nicht so eine große Teilnehmerzahl wie beim letzten Mal in der Luise verbuchen, doch das Ambiente stimmte trotzdem.  

 

Auch diesmal kamen wieder interessante Gespräche unter den Ecommerce-Interessierten und –Insidern zustande. Einer der „Neulinge“ war z.B. Christian Steinbrich. Er erzählte uns u.a. von seinem Online Shop für Jagdbedarf. Katja Schaffer von Vive la Dame, ein Label für feine Accessoires aus Seide,  plauderte aus dem seidenen Nähkästchen ;-) und lieferte uns gleich die perfekte Idee für Ostern – oder eigentlich das ganze Jahr.

 

Abgesehen vom Projecter-Team war außerdem die „Wiederholungstäter“ wieder mit dabei: Norbert Giehler von Reisegeier & Indigo Reisen GmbH sowie René Wendler von der Unternehmenswelt.

 

 Wir freuen uns schon auf die nächste Ecommerce Lounge. In ca. 4 Wochen ist es dann wieder soweit – ihr erfahrt natürlich rechtzeitig in der XING-Gruppe alle Infos.

 

Live-Shopping – aktuelle Diskussionen

Sonntag, 15. Februar 2009

Es wäre zu viel, von „großer Aufregung“ unter Live-Shopping-Anbietern und deren Beobachter zu sprechen, aber es lassen sich zurzeit in vielen Ecommerce-Blogs Auswertungen und Prognosen zu diesem Bereich finden:
Da werden zunächst die weniger erfolgreichen Live-Shopping-Projekte diskutiert: dealbutler.de, magazino, opow und schutzgeld.de haben aufgegeben (jetzt bietet schutzgeld.de jedoch wieder ein Valentinstagspecial an), vor kurzem folgte dann urdeal.de. Sportlet.de befindet sich in einer „Winterpause“, die für einige Beobachter der „Anfang vom Ende“ ist.
Demgegenüber gibt es einige sehr erfolgreiche „One Day One Deal“-Anbieter: guut.de, preisbock.de, iBood.de, zack-zack.eu (die mehrere Angebote pro Tag starten), dealirio.de und der “Neuling” pauldirekt.de. Aber selbst bei guut.de kriselt es, seit Gründer und Geschäftsführer Robert Stephan weg ist und der Guut-Insider-Blog eingestellt wurde, ist bei liveshoppingdays.de zu lesen.
Insgesamt bewertet Exciting Commerce das Jahr 2008 als „enttäuschend“ für den Ecommerce-Bereich, da es an Innovationskraft und Risikofreude fehlte. Die Konsequenz daraus sind eine „Marktbereinigung“ (siehe oben) und eine gleichzeitige Professionalisierung der „überlebenden“ Live-Shops (z.B. das Entertainment der Nutzer wird wichtiger denn je). Das gesamte Potential ist auf alle Fälle noch nicht ausgenutzt – nachdem Quelle mit dem „Q des Tages“ erfolgreich ins Live-Shopping eingestiegen ist, versucht sich nun auch Karstadt darin. Andere etablierte Online-Shops, beispielsweise Ebrosia, nutzen ebenfalls diese Form des Verkaufs.
Zu den Nutzergruppen des Live-Shoppings gibt es inzwischen einige Studien – zuletzt wurden bei paulinepauline.de Ergebnisse einer Magisterarbeit zum Thema „Social Shopping“ vorgestellt: Die Live-Shopping-Nutzer sind in erster Linie männlich und befinden sich überdurchschnittlich oft und lange im Internet (sogenannte „Heavy User“). Nun müssten als nächstes die weniger internetaffinen „Gelegenheits-User“ für die Live-Shopping-Angebote begeistert werden.
Aktuelle Trends, Zukunftsprognosen und Fehleranalysen werden auf alle Fälle bei den Live-Shopping-Days am 19.02.09 in Berlin diskutiert.
Hier einige interessante Links zu den aktuellen Diskussionen rund ums Live-Shopping:

Exciting Commerce 1, Exciting Commerce 2, Deutsche Startups, Handelskraft, Live Shopping Days 1, Live Shopping Days 2, Computer Reseller News

Otto übernimmt Limango

Donnerstag, 22. Januar 2009

Gerade flatterte über Exciting Commerce die Meldung herein, dass Otto den Shopping Club Limango übernimmt. Exciting Commerce zitiert vorab aus einer Pressemeldung von Otto, die morgen erscheinen soll. Angeblich soll der Übernahmepreis im guten achtstelligen Bereich liegen.

(weiterlesen…)

SERIE: Ecommerce Buzzwords ~ Shopping Clubs

Freitag, 09. Januar 2009

‚Shopping Club-Mitgliedschaften sind ansteckend und die Verkaufsaktionen dieser Internetplattformen machen süchtig‘ würden wohl viele User von Vente Privée, Brands4Friends, Limango und BuyVip mit einem verschmitzten Lächeln sagen. Tatsache ist, dass der Bekanntheitsgrad der Shopping Clubs in Deutschland stetig zunimmt und dieser Ecommerce-Bereich auch im Jahr 2009 weiterhin boomen wird.

Shopping Clubs sind Einkaufsplattformen zu denen nur die Mitglieder ein exklusives Zugangsrecht haben. Ursprünglich war die Mitgliedschaft in einem Shopping Club nur über eine Einladung möglich. Inzwischen werben die meisten Clubs jedoch mit zusätzlichen Modellen um Kundschaft – allein die Shopping Gemeinschaft bestsecret.com beschränkt Mitgliedschaften auf ausgewählte Premium-Partner und deren Empfehlungen (wie der Name schon sagt ein gut gehütetes Geheimnis…).
Die Verkaufsaktionen von Vente Privée, Brands4Friends & Co. drehen sich um Markenartikel (Kleidung, Elektronikgeräte, Wohnaccessoires etc.), die im Vergleich zu den Preisen des stationären Einzelhandels und „normaler“ Online-Shops deutlich im Preis reduziert sind. Die Verkaufsaktionen mit wechselnden Marken sind in ihrer Laufzeit stark begrenzt; die Produkte werden nur in relativ geringen Mengen angeboten. Außerdem liegen die Lieferzeiten der Shopping Clubs derzeit bei 2 bis 4 Wochen. Die Mitglieder müssen demzufolge beim Einkaufen starke Nerven beweisen, denn Verkaufsaktionen mit beliebten Markenartikeln sind im Nu ausverkauft, und sie müssen sich nach ihrem Einkauf bis die Ware eintrifft in Geduld üben. Umso stolzer sind sie dann, ein begehrtes Marken-T-Shirt zum Schnäppchenpreis zu tragen. ;)
Zu den bekanntesten und größten Shopping Clubs in Deutschland gehören Brands4Friends, Vente Privée, Limango und BuyVip. Kurz vor Weihnachten erschien Pauldirekt auf der Bildfläche, ein Shopping Club für Elektronik- und Lifestyleprodukte mit Live-Shopping-Charakter. Shopping Clubs, die ausschließlich Urlaubsreisen und Kurztrips in limitierter Menge und begrenzter Zeit anbieten, gibt es derzeit zwei in der deutschen Ecommerce-Landschaft: Triphunter war der erste Anbieter und Dreambookers folgte dann Ende 2008.

Der Ecommerce-Bereich der Shopping Clubs ist nach wie vor stark in Bewegung, sodass sich nur schwer Prognosen zu den „Gewinnern“ und Verlierern“ machen lassen. Laut Angaben von Exciting Commerce und Exclusified! haben die Shopping Clubs in Deutschland derzeit folgende Mitgliederzahlen und Umsatzprognosen:
- Limango: ca. 100.000 Mitglieder, keine Umsatzprognosen für 2008 oder 2009 bekannt
- Vente Privée: ca. 1 Mio. Mitglieder, ca. 25 Mio Euro Umsatz 2008
- Brands4Friends: mehr als 1 Mio. Mitglieder, ca. 30 Mio. Euro Umsatz
- BuyVip: ca. 3,5 Mio. Mitglieder, ca. 12 Mio. Euro Umsatz in den ersten 6 Monaten 2008 (Umsatzprognose für 2009: ca. 70 Mio Euro Umsatz)
Umsätze sind jedoch nicht gleich Gewinne. Und explosives Wachstum lässt nicht gleich auf dauerhaften Erfolg schließen.

Shopping Clubs sind ein internationales Phänomen. Der Trend setzte nicht in den USA (dort gibt es inzwischen jedoch auch schon mehr als ein Dutzend Shopping Clubs), sondern in Frankreich mit Vente Privée ein. In Frankreich existieren derzeit rund 40 verschiedene Clubs. Inzwischen hat sogar Russland einen eigenen namens „KupiVip“.
Interessante Berichte zu den Shopping Clubs gibt es neben Exciting Commerce und Exclusified!, auch bei Myclubshopping.de

SERIE: Ecommerce Buzzwords ~ Social Lending (Peer-to-Peer-Kredite)

Freitag, 31. Oktober 2008

Finanzkrise, Börsencrash, Rezession und noch viele weitere, bedrohlich klingende Worte sind zurzeit in aller Munde. Geldinstitute gestalten ihre Kreditvergabe immer restriktiver und gerade Privatpersonen oder kleine und mittelständige Unternehmen erhalten nur noch selten eine Finanzierungszusage oder eben Kreditangebote zu überzogenen Zinsen und Konditionen. Als Reaktion darauf erfreuen sich Kreditbörsen wie Smava aus Deutschland einer zunehmenden Beliebtheit. In einem Artikel des Handelsblatts (September 2008) war zu lesen, dass Smava inzwischen 700 Kredite und mehr als 3 Mio. Euro vergeben hat.

Das Prinzip von Smava ist sehr einfach und wird unter dem Ecommerce Buzzword Social Lending oder auch Peer-to-Peer-Kredit (Person-to-Person-Kredit ebenfalls gebräuchlich) subsummiert:
Eine Person mit Kapitalbedarf erstellt ein Kreditprojekt bei Smava. Das heißt genau, sie beschreibt ihr Projekt, den Geldbedarf und die Zinshöhe, die sie bereit ist zu zahlen. An dem Projekt interessierte Kapitalanleger können nun einen beliebigen Betrag zur Verfügung stellen. Sobald der Kapitalbedarf des Kreditnehmers durch genügend Kapitalangleger gedeckt ist, überweist Smava das Geld an die Person und zieht danach monatlich die Rückzahlungsraten direkt vom Konto des Kreditnehmers ab. Die Obergrenze für einen Kredit liegt bei 25.000 Euro. Die Plattform Smava selbst erhält 1% der Kreditsumme als Gebühr. Alle Kreditnehmer müssen als Sicherheit Einkommensnachweise vorlegen und sich einer Schufa-Bonitätsprüfung unterziehen. Das soll die Kreditfinanzierer vor Renditeausfällen und dem Verlust des angelegten Geldes schützen. Derzeit liegt die Ausfallrate der Kredite bei ca. 3%.
Stiftung Warentest konnte die Kreditbörse Smava empfehlen, warnte jedoch vor anderen Anbietern, die neu auf den Kreditmarkt drängen und den Kreditgebern nur wenig Sicherheit garantieren können. Den Anfang der Peer-to-Peer-Kredit-Plattformen machte Zopa im Jahr 2005 in Großbritannien. Derzeit am erfolgreichsten ist der US-amerikanische Nachahmer Prosper.
Social Lending “pur” gibt es bei Kiva. Hier werden die Klein- oder Mikrokredite an kleine Unternehmer in Entwicklungsländern vergeben. Die Kapitalgeber erhalten keine Zinsen, sondern unterstützen die Personen – oftmals Handwerker oder Bauern – aus altruistischen Motiven.
Solange die Rückzahlungen bei einer Mehrzahl der Kreditvergaben problemlos und zügig funktionieren, werden sich die Social Lending-Plattformen und Peer-to-Peer-Kreditanbieter weiter etablieren und dem ein oder anderen kleinen Betrieb bei der Realiesierung eines zukunftsweisenden Projekts helfen können.

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