SERIE: Ecommerce Buzzwords ~ Social Lending (Peer-to-Peer-Kredite)
31. Oktober 2008 von admin
Finanzkrise, Börsencrash, Rezession und noch viele weitere, bedrohlich klingende Worte sind zurzeit in aller Munde. Geldinstitute gestalten ihre Kreditvergabe immer restriktiver und gerade Privatpersonen oder kleine und mittelständige Unternehmen erhalten nur noch selten eine Finanzierungszusage oder eben Kreditangebote zu überzogenen Zinsen und Konditionen. Als Reaktion darauf erfreuen sich Kreditbörsen wie Smava aus Deutschland einer zunehmenden Beliebtheit. In einem Artikel des Handelsblatts (September 2008) war zu lesen, dass Smava inzwischen 700 Kredite und mehr als 3 Mio. Euro vergeben hat.
Das Prinzip von Smava ist sehr einfach und wird unter dem Ecommerce Buzzword Social Lending oder auch Peer-to-Peer-Kredit (Person-to-Person-Kredit ebenfalls gebräuchlich) subsummiert:
Eine Person mit Kapitalbedarf erstellt ein Kreditprojekt bei Smava. Das heißt genau, sie beschreibt ihr Projekt, den Geldbedarf und die Zinshöhe, die sie bereit ist zu zahlen. An dem Projekt interessierte Kapitalanleger können nun einen beliebigen Betrag zur Verfügung stellen. Sobald der Kapitalbedarf des Kreditnehmers durch genügend Kapitalangleger gedeckt ist, überweist Smava das Geld an die Person und zieht danach monatlich die Rückzahlungsraten direkt vom Konto des Kreditnehmers ab. Die Obergrenze für einen Kredit liegt bei 25.000 Euro. Die Plattform Smava selbst erhält 1% der Kreditsumme als Gebühr. Alle Kreditnehmer müssen als Sicherheit Einkommensnachweise vorlegen und sich einer Schufa-Bonitätsprüfung unterziehen. Das soll die Kreditfinanzierer vor Renditeausfällen und dem Verlust des angelegten Geldes schützen. Derzeit liegt die Ausfallrate der Kredite bei ca. 3%.
Stiftung Warentest konnte die Kreditbörse Smava empfehlen, warnte jedoch vor anderen Anbietern, die neu auf den Kreditmarkt drängen und den Kreditgebern nur wenig Sicherheit garantieren können. Den Anfang der Peer-to-Peer-Kredit-Plattformen machte Zopa im Jahr 2005 in Großbritannien. Derzeit am erfolgreichsten ist der US-amerikanische Nachahmer Prosper.
Social Lending “pur” gibt es bei Kiva. Hier werden die Klein- oder Mikrokredite an kleine Unternehmer in Entwicklungsländern vergeben. Die Kapitalgeber erhalten keine Zinsen, sondern unterstützen die Personen – oftmals Handwerker oder Bauern – aus altruistischen Motiven.
Solange die Rückzahlungen bei einer Mehrzahl der Kreditvergaben problemlos und zügig funktionieren, werden sich die Social Lending-Plattformen und Peer-to-Peer-Kreditanbieter weiter etablieren und dem ein oder anderen kleinen Betrieb bei der Realiesierung eines zukunftsweisenden Projekts helfen können.
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Das Prinzip von Kiva klingt zwar schön und gut, verstehe aber ehrlich gesagt nicht warum es nicht wenigstens ein paar Prozentpunkte gibt. Mikrokredite sind unproblematischer als man denkt. Laut einem Spiegelartikel sind die Rückzahlungsquoten mit 98 Prozent relativ hoch.
Link zum Artikel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,428291,00.html
Nicht zuletzt deswegen beschließen immer größere Anbieter dem Markt der Mikrokredite bei zu treten.
Heiko.
Bei smava sind die Rückzahlungsquoten ähnlich hoch oder gar höher und Ausfälle werden durch einen Pool aufgefangen. Die Renditen sind auch ziemlich gut, allerdings lohnt es sich wohl nur dann, wenn man zurückgezahlte Raten sofort wieder investiert. Mir persönlich sind die Fristen von 3-5 Jahren zu lang aber grundsätzlich lohnt es sich schon, zu investieren.