19 interessante Punkte von der #OTMR15 Konferenz & Barcamp

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Vergangenen Freitag, dem 19.06.2015, fand in Leipzig die zweite OTMR statt. Das Barcamp zum Thema Online Technologie & Marketing trifft Recht wurde von der Leipziger Kanzlei Spirit Legal LLP organisiert. Vor Ort trafen sich über 130 Teilnehmer aus den verschiedensten Bereichen. Auch Johannes und ich waren dabei.

OMTR Konferenz Johannes & Daniel

Entsprechend des Barcamp-Prinzips konnten alle Teilnehmer zu Beginn des Tages Sessions einreichen. So vielfältig wie die Gäste des Barcamps waren, so vielfältig waren auch die eingereichten Themen. Diese wurden anschließend in drei parallel laufenden Tracks bearbeitet. Dabei sei gleich vorweg gegriffen, dass die Bandbreite der Themen in Verbindung mit dem Barcamp-Prinzip eine geniale Mischung war. So kamen spannende Diskussionen innerhalb der Sessions zustande und die Themen wurden sehr interaktiv erarbeitet. Die verschiedenen Standpunkte – Online Marketing, Recht und Technologie – ermöglichten dabei einen tollen Austausch auf verschiedenen Ebenen. Dem Team von Spirit Legal ist es gelungen, einen sehr informativen und lebhaften Konferenztag zu organisieren.

 
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Natürlich haben Johannes und ich einige neue Erkenntnisse und Gedankenanstöße von der #OTMR15 mitgenommen. Verschiedene Punkte haben wir hier noch einmal kurz für euch gesammelt:

  1. Eine zu enge Auslegung von Datenschutzaspekten ist ein Hemmnis für Innovationen, welche Europa jedoch wirtschaftlich voranbringen. Neue Ideen sollten deshalb in der Balance zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen (Gesetzgeber, Nutzer, Unternehmen) angegangen und nicht gleich tot geredet werden. (Datenschutz in der Praxis – Dr. Jana Moser, Alex Springer SE)
  2. Vor allem bei Innovationen geht Datenschutz zum Teil an der Realität vorbei. Um die Diskrepanz zwischen Sorge und dem, was wirtschaftlich das Ergebnis ist, zu minimieren, sollte der Nutzer verstärkt in den Fokus gerückt werden. (Datenschutz und Innovationen – Dr. Jana Moser, Alex Springer SE)
  3. Auch mit Mitarbeitern der Datenschutzbehörden lässt sich reden, denn auch gemeinsam lässt sich eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung finden. (Datenschutz und Innovationen – Dr. Jana Moser, Alex Springer SE)
  4. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass die derzeit verfügbare Software & Hardware ausgereift, sicher und eine gute Basis für die IT-Sicherheit ist. (IT-Sicherheit – Thomas Reiche, MGID GmbH)
  5. Mehr IT-Sicherheit durch: Man sollte die Quellen der eigenen Software kennen und Software protokollieren (was läuft wo). Außerdem sollten verschiedene Nutzungsszenarien (privat, beruflich, sensible Tätigkeiten, usw.) auf unterschiedlicher Hard- und Software separiert werden. (IT-Sicherheit – Thomas Reiche, MGID GmbH)
  6. Non-profit Organisationen wie die Universität Leipzig können in der Social Media Landschaft ohne großes Budget erfolgreich bestehen. Durch verschiedene Kanäle (Facebook, YouTube, Twitter, Instagram) und relevante Inhalte können die unterschiedlichen Zielgruppen (angehender Studierender, Studierende, wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Alumni) erreicht werden. (Social Media Uni Leipzig – Dr. Madlen Mammen, Universität Leipzig)
  7. Auch Cat Content und das Essen der Mensa sind für eine Universität relevante und auch wichtige Themen (Social Media Uni Leipzig – Dr. Madlen Mammen, Universität Leipzig)
  8. Für die Nutzung von Drohnen gibt es verschiedene rechtliche Aspekte, welche zum Teil aber noch auslegungsbedürftig sind und wenig kontrolliert werden. Wichtig ist die Unterscheidung privater und gewerblicher Nutzung. Gerade für gewerbliche Nutzungen müssen Genehmigungen eingeholt werden. (Rechtliche Bewertung ziviler Drohnen – Katja Rengers, Spirit Legal LLP / Frank Lochau, ProCopter GmbH)
  9. Um Google Analytics datenschutzkonform nutzen zu können, benötigt man einen Vertrag mit Google über Datennutzung, die IP-Anonymisierung im Quellcode und eine angepasste Datenschutzerklärung mit integrierter, geräteübergreifender Opt-Out Möglichkeit. (Google Analytics – Andi Petzoldt, conversearch GmbH)
  10. Analytics-Daten sind oft fehlerhaft und verfälscht. Vor allem die Tatsache, dass ein Besucher mit mehreren Geräten auf eine Seite zugreift sowie der Analytics Spam und die Besuche von Bots verzerren die Werte. (Google Analytics – Andi Petzoldt, conversearch)
  11. Eine Conversion kann nicht nur ein Kauf sein. Weitere Ziele (z. B. PDF-Download oder Klicks und Kopieren der E-Mail-Adresse) sollten durch Micro-Conversions gemessen werden. (Google Analytics – Andi Petzoldt, conversearch)
  12. Mit Hilfe von notwendigen Anpassungen im Code von Google Analytics können deutlich bessere und mehr Daten ermittelt werden. Hilfe bietet hier ein Tracking-Code Generator Tool von conversearch.de (Google Analytics – Andi Petzoldt, conversearch GmbH)
  13. Scrum als Basis agilen Projektmanagements eignet sich vor allem dann, wenn regelmäßig neue Produkte (z.B. Software) von Teams angefertigt werden müssen. Dabei müssen die Rollen (Scrum Master, Product Owner & Development Team) klar definiert und der Prozess äußerst transparent abgebildet werden. Dabei kann aber die Gefahr entstehen, dass sich Mitarbeiter zu sehr kontrolliert fühlen. (Agiles Projektmanagement – Dr. Julia Cholet, gateprotect GmbH)
  14. Agiles Projektmanagement mit Scrum oder Kanban ist kein Allheilmittel, jedoch werden durch regelmäßiges Feedback entstehende Probleme transparenter und die Planbarkeit von (langfristigen) Projekten erhöht. Anstelle eines großen Knalls zu Projektende gibt es somit viele kleine Mini-Knälle. (Agiles Projektmanagement – Dr. Julia Cholet, gateprotect).
  15. Um die eigenen Zielgruppen im Content Marketing besser kennenzulernen, kann man sich über die Analyse bestehender Communities zu dem Thema oder Konkurrenten herantasten. Zu betrachtende Aspekte dabei sind u.a.: Wie sprechen die Fans untereinander? Wie sprechen die Fans mit den untersuchten Konkurrenten? Was diskutieren die Fans? Was ist Ihnen wichtig? Welcher Content (Bild / Text / Video) funktioniert gut? Welche Kanäle müssen bedient werden (Social Media Plattformen, Communities, Foren, …)? Welche Influencer und Multiplikatoren gibt es? (Zielgruppen & Content Marketing in Musik – Jana Buchmann, Jana Buchmann – Contentmarketing)
  16. Suchalgorithmen werden in Zukunft intelligenter und können Mithilfe von semantischen Netzen mitlernen, mitdenken, Fragen stellen und Ergebnisse liefern (Neurosemantische Netze – Dieter Josten, Knowledge Yard).
  17. Redaktioneller Inhalt und Anzeigen konvergieren immer mehr. Dies wird u.a. bei Google Ads in den Suchergebnissen deutlich. Problematisch ist, dass Keyword Advertising aus rechtlicher Sicht dadurch seine Privilegierung verliert und man theoretisch die Suchergebnisseite zu seinen eigenen Markenkeywords von Mitbewerbern freiklagen kann. (Anatomie der Suchergebnisse – Peter Hense, Spirit Legal LLP)
  18. Google „versucht“ die Anzeigen durch den Hinweis „Anzeige“ sowie eine andere Hintergrundfarbe die bezahlten von den organischen Ergebnissen abzuheben. Bei der Suche von web.de oder T-Online ist eine Unterscheidung noch viel schwerer möglich, was aus rechtlicher Sicht sehr bedenklich ist. (Anatomie der Suchergebnisse – Peter Hense, Spirit Legal LLP)
  19. Bei Sprachdiensten à la Cortana oder Siri und deren Empfehlungen (Bspw.: „Wo ist das nächste Hotel?“) ist die Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung ebenfalls notwendig, da auch hier aus rechtlicher Sicht der Verbraucher irrgeführt werden kann. Die Umsetzung bleibt aber spannend. (Anatomie der Suchergebnisse – Peter Hense, Spirit Legal LLP)

 


Daniel war von Juli 2012 bis Januar 2016 Teil des Projecter Teams.

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