Der Facebook Power Editor – ein Überblick über das Anzeigentool

geschrieben am 18. September 2012 von

Seit Ende März diesen Jahres ist der Power Editor für alle Anzeigenkunden von Facebook verfügbar. Er soll die Arbeit mit Facebook Kampagnen deutlich vereinfachen. Wir möchten euch den Power Editor näher vorstellen und unsere Erfahrungen im Umgang mit dem Tool mit euch teilen.

Der Facebook Power Editor ist ein Plugin für Googles Browser Chrome. Er erlaubt die Administration, das Erstellen, Bearbeiten und Löschen von Facebook Anzeigen und Kampagnen. Außerdem wird die Arbeit mit Kontogruppen vereinfacht. Dadurch eignet er sich gut für die Verwaltung umfassender Kampagnen und ist so vor allem für Agenturen, große Unternehmen oder umfangreiche Werbemaßnahmen mit vielen Managern interessant. Der Grundfunktionen erinnern dabei an den AdWords Editor.

Die Darstellung des Power Editors

PowerEditor_Bereiche

Der Power Editor gliedert sich in vier Bereiche. Der erste Bereich ist das Menü auf der linken Seite. Innerhalb dessen werden alle Konten aufgelistet, die mit dem Login verknüpft sind. Darunter befinden sich die verschiedenen Kampagnen, welche wiederrum die einzelnen Anzeigen enthalten.

Der zweite Bereich innerhalb des Power Editors ist das horizontale Menü im oberen Teil. Hier kann ausgewählt werden, welches Element im Power Editor erstellt oder bearbeitet werden soll: Werbeanzeigen (Ads), Kampagnen (Campaigns), Anzeigenbilder (Images) oder Promoted Posts (Page Posts).

Der Dritte Bereich ist das Hauptfeld des Power Editors. Innerhalb dessen werden alle Kampagnen und Anzeigen als Liste in Tabellenform dargestellt. Jede Zeile beinhaltet – je nach Auswahl unter – eine Anzeige oder Kampagne. In den Spalten werden Informationen zu diesen aufgeführt, z.B. Name, Start- und Enddatum, Budget, CPC-Gebot, aber auch Zielgruppeninformationen und Statistiken, wie die CTR. Nach diesen Werten kann die Tabelle sortiert werden. Gleichzeitig können verschiedene Werte direkt in den einzelnen Zellen bearbeitet werden.

Der vierte Bereich ist der Work Space . Er beinhaltet Details zu Kampagnen und Anzeigen. Damit hat der Anwender hier weitreichende Bearbeitungsmöglichkeiten, z.B. das Targeting der Ads.

Die Funktionsweise des Power Editors

Der Power Editor kann in Chrome über den eigenen Facebook Account oder im Chrome Web Store installiert werden. Das Plugin arbeitet offline. So müssen nach dem Starten zuerst alle Daten zu Kampagnen und Anzeigen herunter geladen werden. Dafür klickt man oben rechts auf den Download Button. Nun sind bisherige Kampagnen und Anzeigen sichtbar. In neu Angelegten Accounts, bzw. Accounts ohne Anzeigen bleiben Bereich und natürlich leer. Dennoch ist der Datendownload zu Beginn der Arbeit mit dem Editor wichtig, da darüber auch Informationen zu bisherigen Page Posts heruntergeladen werden, die als Grundlage für Promoted Posts dienen können.

Mittels „Create Campaign“ in können neue Kampagnen erstellt werden. Details zu diesen werden unter bearbeitet. Unter Ads – „Create Ads“ werden den entsprechenden Kampagnen Anzeigen hinzugefügt.

Die wirkliche Arbeitserleichterung durch den Power Editor ist die Möglichkeit des gleichzeitigen Bearbeitens mehrere Anzeigen/Kampagnen und des schnellen Duplizierens dieser. Mithilfe der gedrückten Umschalt -, bzw. Strg- (Command-) Taste können mehrere Elemente markiert und dann im Bereich gleichzeitig bearbeitet werden. Durch die Tastenkombinationen Strg+C (Command+C) und Strg+V (Command+V) werden Anzeigen oder Kampagnen schnell kopiert und wieder eingefügt. So kann z.B. eine Anzeige mit verschiedenen Zielgruppen schnell erstellt werden, indem man nach dem einmaligen Entwerfen einer Basis-Anzeige, diese immer wieder dupliziert und anschließend nur bestimmte Targeting-Parameter ändert, wie die Stadt. Fortgeschrittene Nutzer können dies auch via Excel-CSV schnell umsetzen. Darauf soll an dieser Stelle aber nicht eingegangen werden.

Wichtig ist, dass am Ende eines Arbeitsprozesses im Power Editor der Upload Button betätigt wird. Erst dann werden die Änderungen im Account wirksam.

Besondere Targeting-Funktionen, die nur im Power Editor genutzt werden können

Bei der Nutzung des Power Editors fallen uns immer wieder Funktionen und Möglichkeiten auf, die wir im Facebook Anzeigenmanager noch nicht entdeckt haben.

Sponsored Story - Mobile-TargetingSo können nur hier Sponsored Stories direkt auf den stationären oder mobilen Newsfeed ausgerichtet werden.

Auch besteht die Möglichkeit, Dark Posts zu erstellen. Dabei wird unter „Page Posts“ (Bereich ) mittels „Create Post“ ein neuer Beitrag erstellt, dieser aber nicht organisch über die Seite verbreitet. So taucht dieser nicht im Newsfeed der Seite auf, sondern ist nur für Nicht-Fans sichtbar.

Sponsored Results

Zudem kann über den Power Editor eine neue Facebook Werbeform genutzt werden: Sponsored Results. Laut Facebook ist die Suche eines der am meisten genutzten Features im Netzwerk. Bei den Sponsored Results handelt es sich um bezahlte Suchergebnisse, die der Nutzer eingeblendet bekommt. Der Werbetreibende richtet dabei das Targeting primär auf Objekte (Pages, Apps, Places) aus, demografisches Targeting spielt eine untergeordnete Rolle. So wird z.B. die Page eine Band immer dann angezeigt, wenn der Nutzer nach einer anderen Band – im Screenshot „Depeche Mode“ – sucht.

Bei uns noch nicht aufgetaucht ist die Audiences Option für Facebook Ads (Benutzerdefiniertes Publikum), welche seit kurzem im ein oderen anderen Power Editor zu finden ist.

FCPM_MultiPremium

Hingegen haben wir unter „Pricing & Status“ neben den gängigen Preismodellen, wie CPC oder CPM, zwei neue Möglichkeiten mit den Namen FCPM und Multi-Premium entdeckt. Allerdings konnten wir diese noch nicht ausprobieren und auch keine weiteren Informationen dazu finden. An was Facebook da wohl schraubt?

Fazit: Viele Vorteile, aber einen gravierenden Nachteil

Der Power Editor ist alles in allem ein nützliches Tool, welches dabei helfen kann, viele und umfangreiche Anzeigen schnell und einfach anzulegen sowie zu verwalten. In der Praxis zeigte sich bisher jedoch eine große Schwäche: Er ist sehr fehleranfällig. So haben sich – wie von Geisterhand – Anzeigenbilder geändert, beim Upload sind nicht nachvollziehbare Fehlermeldungen entstanden oder der Upload hat gar nicht erst funktioniert. Dies ist vor allem dann unschön, wenn eine zuvor mühevoll erstellte Kampagnen-Struktur und entsprechende Inhalte zerschossen wurden, bzw. Aufgrund des streikenden Power Editors erneut manuell im Anzeigenmanager angelegt werden müssen. Wir hoffen aber, dass Facebook diese Probleme nach und nach behebt. Denn dann kann der Power Editor ein sehr gutes und arbeitserleichterndes Instrument im Anzeigenalltag sein.


Social Media Marketing Agentur

Was sind eure Erfahrungen mit dem Power Editor? Habt ihr diesen bereits genutzt? Konntet ihr auch Besonderheiten im Vergleich zum herkömmlichen Anzeigenmanager entdecken? Wer kann uns mehr über das ominösen FCPM und Multi-Premium Pricing verraten?

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Daniel hat schon vor seinem Studium des Medienmanagements sein Interesse an der Konzeption und Umsetzung von Online Projekten entdeckt. Nach dem Abschluss seines Masters ist er im Juli 2012 zum Projecter Team gestoßen. Er freut sich über Kommentare zu seinen Beiträgen!

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  1. Ich höre zum ersten Mal von ihm und es liest sich alles nicht schlecht. Allerdings würde mein blut kochen, wenn ich an einem Programm arbeite und auf einmal verstellt es alles oder bringt zig Fehlermeldungen. Da würde ich lieber noch warten bis die Kinderkrankheiten behoben sind.

  2. Der Power Editor ist auch ein gutes Tool und erleichtert die Arbeit. Er wird zudem spürbar immer besser, kuriose Fehlermeldungen immer seltener. Wir arbeiten dadurch auch häufiger damit. Facebook ist also dran. :)

  3. Das Tool hört sich gut an und das die Fehler weniger werden liest sich auch schön. Vielleicht muss ich das auch mal testen. Gibts das auch für Firefox?

    • Hallo Rita, leider funktioniert der Power Editor nur in Googles Chrome.