Facebook Anzeigen optimieren – Teil 1

geschrieben am 10. März 2011 von

Das Thema Facebook Anzeigen beschäftigt uns nun schon eine ganze Weile. Die Nachfrage danach wächst.

Einige amerikanische Blogs beschäftigen sich bereits mit dem Thema Facebook Ads. Nur deutsche Ressourcen lassen noch auf sich warten. Wir möchten in einer Serie einige Tipps zur Optimierung von Facebook Anzeigen geben.

Diese Tipps beruhen größtenteils auf unseren bisherigen Erfahrung an verschiedenen Accounts. Wer weitere Anmerkungen und Ratschläge hat, kann diese gern per Kommentar hinterlassen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch!

Im ersten Teil der Serie beschäftigen wir uns mit dem Start der Kampagnen. Wie sollten Kampagnen aufgebaut sein? Was sollte bei der Wahl der Zielgruppe beachtet werden?

Aufbau der Kampagnen

Anders als bei AdWords kennt Facebook nur Kampagnen und Anzeigen. Die Ebenen “Anzeigengruppen” und “Keywords”, wie wir sie bei AdWords gewohnt sind, entfallen. Die Anzeigen werden nicht aufgrund der Keywords, also der Suchbegriffe, geschaltet sondern zielen auf Zielgruppen ab.

Nehmen wir an, wir beitreiben einen Online-Shop mit vielen Produktlinien und möchten jede Produktlinie mittels Facebook Anzeigen bewerben. Es ist sinnvoll, die Anzeigen logisch in Kampagnen zusammenzufassen. Das kann nach Produktlinien, Themen oder Ländern sein. So entstehen verschiedene Kampagnen für die unterschiedlichen Themen.

Wichtig ist, dass sich nicht zu viele Anzeigen in einer Kampagne befinden. Bisher haben wir etwa 5 Anzeigen in einer Kampagne zusammengefasst.

An dieser Stelle sollte man wissen, dass Facebook die stärkste Anzeige einer Kampagne pusht, also bevorzugt schaltet. Neue Anzeigen haben wenig Chance sich gegen altbewährte, gute Anzeigen zu behaupten.

Deshalb ist es sinnvoll eine “Test-Kampagne” aufzusetzen, in der neue Anzeigen erst einmal getestet werden. Etabliert sich die neue Anzeige, kann sie in die reguläre Kampagne aufgenommen werden.

Ausrichtung auf die richtige Zielgruppe

Geht es nach Facebook, zeichnen sich erfolgreiche Anzeigen durch gute Klickraten aus. Wie Facebook erfolgreiche Anzeigen belohnt, wird später noch einmal ausführlicher erklärt. Damit eine gute Klickrate erreicht wird, ist es unter anderem wichtig, die Anzeigen auf die richtigen Zielgruppen auszusteuern. Je relevanter die Anzeige für den Betrachter ist, desto eher klickt er darauf. Je genauer also die Zielgruppe angesprochen wird, desto höher sind die Erfolgsaussichten.

Derzeit lässt sich die Zielgruppe anhand geografischer und demografischer Kriterien auswählen. Ausbildung, Arbeitsplätze und Interessen sind weitere Zielgruppen-Merkmale. Für jede Anzeige sollte die Zielgruppe so speziell wie möglich angegeben sein.

Besonders mit der Kategorie “Gefällt mir & Interessen” haben wir gute Erfahrungen gemacht. Die Daten dazu zieht Facebook aus den von den Nutzern eingegebenen Interessen und den mittels “gefällt mir” geliketen Seiten. Aber auch Statusmeldungen werden wohl herangezogen. Betont ein Nutzer mehrmals, dass er in die Schweiz zum Skifahren fährt, so wird ihm ein Interesse an der Schweiz und dem Skifahren zugesprochen.

Angenommen wir möchten spezielle Funktions-Unterwäsche bewerben und sehen unsere Zielgruppe u.a. in Wintersportlern, so könnten Interessen sein: “Skifahren”, “Snowboarding”, “Wintersport”.

Aber auch Läufer, die im Winter trainieren, sind eine interessante Zielgruppe für uns. In diesem Fall könnte sich eine weitere Anzeige lohnen, die auf die Interessen “Joggen”, “Jogging”, “Laufen”, “Marathon” ausgerichtet ist.

Auf der rechten Seite wird in einem Fenster sofort die Reichweite ermittelt, die die Anzeige mit diesen Zielgruppen-Einstellungen erreichen wird.

Beispiel-Zielgruppe

Es empfiehlt sich sowohl den deutschen als auch den englischen Begriff bei den Interessen zu wählen, da bei der Eingabe der Interessen beim Tippen automatisch Vorschläge gebracht werden und viele Nutzer auch englische Begriffe auswählen.

Im Screenshot ist auch erkennbar, dass Facebook selber verwandte Begriffe zu den bereits eingegebenen vorschlägt – sehr nützlich, um weitere mögliche Interessen zu finden.

Noch ein Tipp: Um die Ecke denken. Dazu drei Beispiele.

  • Markennamen als Interesse einbuchen. Wer sich z.B. für eine Outdoormarke interessiert, ist offenbar outdoor-affin, sportlich und benötigt funktionales Equipment sowie Kleidung.
  • den Namen der Konkurrenz verwenden. Mittlerweile sind unzählige Marken bei Facebook vertreten. Warum nicht einmal die Fans der Konkurrenz ansprechen?
  • Eltern sind keine ausgewiesene Zielgruppe bei Facebook. Doch wer Fan einer Kindermarke oder gar von der Fanseite von “Eltern.de” ist, hat wahrscheinlich Kinder.

Zielgruppe Eltern

Wird mit der Anzeige eine Fanseite auf Facebook beworben, so steht auch die “Fortgeschrittene Zielgruppenauswahl nach Verbindungen” zur Verfügung. Auf diese Weise lassen sich Nutzer ansprechen, die bereits verbunden sind mit meiner Fanseite. Eine schöne Möglichkeit seine Fans anzusprechen. Zweite Möglichkeit: Nutzer ansprechen, die noch nicht mit meiner Fanseite verbunden sind. So lässt sich der Fanaufbau vorantreiben.

Fazit

Im ersten Teil unserer Serie haben wir gezeigt, welcher Kampagnenaufbau sinnvoll ist und welche Möglichkeiten es gibt, eine Zielgruppe zu definieren.

Im nächsten Teil wird es um Gebote bei der Anzeigenschaltung gehen.

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Julia ist seit September 2009 bei Projecter, Account Managerin und zuständig für den Bereich Social Media Marketing. Julia ist ausgebildete Mediengestalterin und hat ein Bachelorstudium in Medienmanagement absolviert. Sie wünscht sich Kommentare zu ihren Beiträgen!

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  1. Schön das ihr mal über eure Erfahrungen zu dem Bereich schreibt. Ist wirklich eine kleine Wissenschaft an die man sich rantasten muss. Da hilft jeder Erfahrungsaustausch. Danke.

  2. Hallo
    sehr hilfreiche Blog-Reihe, vielen Dank dafür.
    Ich hätte ein Frage zu folgender Aussage:
    “Etabliert sich die neue Anzeige, kann sie in die reguläre Kampagne aufgenommen werden.”

    Muss man die “Test-”Anzeige nochmals in der Kampagne anlegen oder kann man die einfach zu einer Kampagne hinzufügen? Und wenn ja – wo? Bin leider noch nicht fündig geworden.

    Vielen Dank
    Linda

  3. Hallo Linda,

    leider lassen sich im Werbeanzeigenmanager die Anzeigen nicht von einer Kampagne in eine andere verschieben. Man muss die Anzeige also neu anlegen. Finde diesen Weg auch noch umständlich und würde mir wünschen, man könnte aktive Anzeigen einfach einer anderen Kampagne zuordnen können. Das geht bisher nicht. Vielleicht bieten Tools diese Möglichkeit bereits an.
    Trotzdem finde ich es weiterhin empfehlenswert, Anzeigen in einer gesonderten Kampagne zu testen und zu schauen, ob sie gute Werte (CPCs, Klickraten…) erzielen kann.
    Ich nutze anschließend die Funktion “ähnliche Anzeige erstellen” und gebe dann die gewünschte Kampagne an.

  4. Hallo Julia,
    danke dir für die Info.
    Dann muss ich wohl nicht länger nach der Funktion suchen und werde den anderen Weg gehen..