Google stellt Best-Practice-Funding ein
20. September 2007 von PatrickDie FAZ berichtet heute, dass Google das Best-Practice-Funding-Programm (BPF) zum Januar 2009 einstellen wird. Dieser Schritt wird vor allem größeren Online Marketing Agenturen zu schaffen machen, deren Einnahmen aus dem Suchmaschinenmarketing im Wesentlichen auf dem von Google angebotenen Rückvergütungsmodell für Agenturen basieren.
Der BPF wurde erst im Januar 2006 von Google ins Leben gerufen und löste seinerzeit den pauschalen Agenturrabatt in Höhe von 15% ab.
Das BPF-Programm sollte in erster Linie dazu beitragen, die Bekanntheit des Google Adwords Service zu steigern, indem qualifizierten Agenturen eine Rückvergütung eingeräumt wurde – sofern diese dem Suchmaschinen-Riesen neue Anzeigen-Kunden besorgten.
Von der Rückvergütung profitieren derzeit SEM-Agenturen, die mindestens zwei Mitarbeiter beschäftigen, welche die Prüfung zum “Adwords Qualified Professional” bestanden haben, sowie über ein Quartalsbudget von mindestens 250.000,- Euro verfügen.
Durch diesen Quasi-Rabatt in Höhe von etwa 6-7% des Budgets, ist es größeren Agenturen mitunter möglich, dem Kunden ihre Suchmaschinenmarketing-Leistungen kostenlos anzubieten und sich allein aus dem BPF zu finanzieren. Somit zahlt der Kunde lediglich die Gebühren, welche pro Klick bei Google Adwords anfallen.
Leider hat diese Form der Abrechnung den Nachteil, dass für die Agentur nicht die Qualität der Werbe-Kampagnen oberste Priorität hat, sondern die Einnahmen genau dann steigen, wenn auch die Kosten für den Kunden ansteigen.
Darüber hinaus liegt eine Wettbewerbsverzerrung vor, da Agenturen, die vom BPF profitieren, einen effektiv geringeren Klickpreis zahlen, als Werbetreibende, die ihre Adwords-Kampagnen selbst verwalten.
Da mit Fug und Recht behauptet werden darf, dass die Bekanntheit von Google Adwords in den letzten Jahren stark angestiegen ist, möchte Google nun offensichtlich darauf verzichten, Agenturen einen Sonderstatus einzuräumen.
Dies begrüßen wir grundsätzlich, da zum einen Wettbewerbsverzerrungen zwischen großen und kleinen Agenturen beseitigt werden. Darüber hinaus wird die Qualität der Agentur-Dienstleistungen nun verstärkt in den Vordergrund rücken, da diese nicht mehr kostenlos angeboten werden können und performance-orienterte Abrechnungsmodelle sicherlich an Bedeutung gewinnen werden.
Den betroffenen Agenturen bleibt nun noch bis Ende 2008 Zeit, sich von der BPF-Abhängigkeit zu lösen und ihr Geschäftsmodell zu modifizieren.
Ende 2007 schafft Google bereits den sogenannten “Growth Kicker” ab. Eine Belohnung (2,5%) für Agenturen, deren Budget besonders schnell wächst.
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