Google Adwords Kampagnen zu optimieren ist eine nie endende Aufgabe und stellt eine Herausforderung dar – sowohl für Profis als auch für blutige Anfänger.
Wir sind stets bestrebt, unsere Erkenntnisse weiterzugeben und im Austausch mit anderen unser Wissen zu erweitern. Heute möchten wir 6 Tipps geben, die sowohl erfahrenen Agenturmitarbeitern, als auch dem selber tüftelnden Endkunden zu Hause helfen können, mehr aus den Adwords-Kampagnen rauszuholen.
It’s magic: “CPA”
Was heißt überhaupt “Optimieren”? Wann laufen Kampagnen “gut”, “besser” oder “am besten”? Die magischen drei Buchstaben lauten: CPA. Cost per action bzw. cost per acquisition ist der entscheidende Faktor, besser gesagt: Quotient! Die Kosten, die pro Conversion anfallen, sollten als Zielgröße von vornherein bestimmt werden und sind logischerweise von dem durchschnittlichen Warenkorb und der produktspezifischen Marge abhängig. Werden z.B. Möbel oder Laptops beworben, verhält sich der Betrag, den man für Werbezwecke ausgeben kann, sicher anders als bei niedrigpreisigen Produkten, wie z.B. individualisierte Lebensmittel.
1. Conversion Tracking statt im Dunkeln zu tappen!
Das A&O des Keyword Advertising ist die Messbarkeit des Erfolgs. Dies ist aber nur möglich, wenn die Erreichung eines Ziels auch wirklich nachvollzogen werden kann. Das heißt, wenn getrackt wird, ob ein Verkauf oder eine Anmeldung generiert wurden, weil jemand auf eine Anzeige geklickt hat und so auf die beworbene Website gekommen ist. Viele Adwords-Nutzer schalten jedoch aufgrund mangelnder Erfahrung erst einmal Anzeigen und wissen letztendlich nicht, welche Effekte die SEM-Maßnahme überhaupt gebracht hat. Diese Ungewissheit lässt sich durch Conversion Tracking vermeiden.
Dazu wird im Adwords-Konto ein Code generiert, der auf der Bestätigungsseite der Ziel-Aktion eingebaut werden muss. Das kann eine Anmeldebestätigungsseite für einen Newsletter sein oder auch die Bestellbestätigungsseite in einem Online Shop. Es ist auch möglich, gleichzeitig mehrere Conversion-Ziele, d.h. Anmeldungen und Verkäufe, zu verfolgen. In diesem Fall werden zwei Codes generiert und auf den entsprechenden Seiten eingebaut.
Diese Trackingcodes sollten getestet werden, bevor die Kampagnenbudgets hochgefahren werden. Erfahrungsgemäß gehen Codeschnipsel ab und zu auf scheinbar “mysteriöse Weise” verloren – bzw. lassen Programmierer ihrer Kreativität beim Einbau freien Lauf
. Besonders wenn ein Relaunch stattgefunden hat, sollte überprüft werden, ob noch alles funktioniert. Auch die Übergabe des Warenkorbwertes sollte sichergestellt werden, um auch die durchschnittlichen Umsätze auswerten zu können.

2. Kampagnenstruktur ausbauen!
Wenn wir als Agentur das Adwords-Konto von Kunden übernehmen, stellen wir häufig fest, dass nur eine Kampagne existiert, möglicherweise mit einer einzigen Anzeigengruppe, die ein paar wenige Keywords enthält und mit nur einer Anzeige beworben wird. Adwords bietet jedoch weit mehr Möglichkeiten, als nur eine Kampagne anzulegen!
Die Kampagnen lassen sich z.B. regional oder auf Tageszeiten ausrichten. Sowohl über die zeitliche Ausrichtung von Adwords Kapagnen als auch über Regio-Targeting haben wir im Januar gebloggt. Weiterhin haben wir bereits über die Trennung von Search- und Content-Kampagnen geschrieben.
Was für die Verwendung von mehreren Kampagnen spricht:
- Targeting-Möglichkeiten
- Budget-Steuerung (nicht auf Anzeigengruppenebene möglich)
- mehr Übersichtlichkeit
3. Keywordoptionen nutzen!
Für den Start der Adwords-Kampagnen empfehlen wir meist die Verwendung von der Option “passende Wortgruppe”. Diese Keyword-Option bietet genügend Kontrolle über die Suchanfragen, die zur Anzeigenschaltung führen. Sie grenzt gleichzeitig nicht zu viele Wörter aus, wie es bei “genau passend” passieren könnte. Die Standardeinstellung “weitgehend passend” ist uns zu ungenau, bzw. können wir nicht genügend nachvollziehen, wann unsere Anzeige geschaltet wird und wann nicht. Ob die Suchanfrage “Lederhosen” unsere “Lederhandtaschen”-Anzeige hervorruft, entscheidet dann Google selbst.
Wer sich mit den Übereinstimmungsvarianten noch nicht so gut auskennt, kann sich im Adwords-Hilfecenter im Artikel Was sind Keyword-Optionen? dazu belesen.
Wer unseren Blog verfolgt, hat wahrscheinlich unsere Hinweise zur Verwendung negativer Keywords in Adwords gelesen. Ausschließende Keywords sind eine effektive Methode, um irrelevante Suchanfragen auszuschließen und dadurch sowohl Traffic als auch Kosten zu vermeiden, die zu keiner Conversion führen.
In einem Beitrag über Keyword-Triples haben wir uns weiterhin damit auseinandergesetzt, ob es sinnvoll ist, Keywords in allen drei Keyword-Optionen einzubuchen.
4. Da war doch was: Statistik… und: leistungsunabhängige Anzeigenschaltung
Wer hätte gedacht, dass SEM so viel mit Statistik zu tun hat? Die Uniabsolventen, die in den Genuss hochspannender Statistikvorlesungen gekommen sind, dachten sich damals wahrscheinlich: “Das brauche ich nie wieder…” Sicherlich berechnen wir keine Konfidenzintervalle mehr. (Der Begriff erringt jetzt eine ganz andere Bedeutung, wenn man an den Sicherheitsabstand um die gerade aktiven Wii-Spieler bei uns im Meetingraum denkt!)
Aber was wir uns alle gemerkt haben und bei der tagtäglichen Adwords-Optimierung bedacht werden muss: Wir brauchen Daten, Daten, Daten. Dass Anzeigentexte und Keywords gegeneinander getestet werden müssen, ist logisch. Aber dabei sollte man auch die nötige Geduld aufbringen und eine belastbare Datenbasis aufbauen. Wenn eine Anzeige erst eine verschwindend geringe Anzahl von Klicks erzielt hat, lässt sich erst wenig über den Erfolg sagen.
Damit die Anzeigen, die man gegeneinander testet, auch “gleiche Chancen” haben, sollte die Anzeigenschaltung in den Kampagneneinstellungen auf “leistungsunabhängig” gestellt werden. Dies ist standardmäßig (also nach Anlegen einer neuen Kampagne) nicht der Fall und ist auch relativ versteckt. Im Falle der “leistungsabhängigen” Schaltung entscheidet Google nach einer (zu kurzen) Weile selbst, welche Anzeige besser läuft. Die leistungsunabhängige Schaltung sorgt dafür, dass alle Anzeigen gleichmäßig ausgeliefert werden und man dann später selbst entscheiden kann, welche der Texte besser geklickt wird bzw. besser konvertiert.
Generell sollte man bei der Optimierung der Adwords-Kampagnen zu großen Teilen auf die verschiedenen Berichte im Adwords-Berichtecenter zurückgreifen. Sie liefern immer wieder Daten und Erkenntnisse, die nicht auf den ersten Blick im Konto ersichtlich werden.
5. Anfangs nicht zu wenig bieten!
Gerade bei neuen Keywords, sollte man das CPC-Gebot nicht zu niedrig ansetzen. Die Chancen für einen hohen Qualitätsfaktor sind besser, wenn die Anzeigen gleich zu Beginn möglichst gut geklickt werden. Diese hohe Klickrate muss aber durch eine gute Anzeigenposition erst einmal ermöglicht werden. Wenn man also zu Beginn sehr wenig bietet, sodass die Anzeige auf Platz 7 steht und nur wenige Klicks bekommt, wirkt sich das eher negativ auf den Qualitätsfaktor aus. Dadurch wird man langfristig mehr bezahlen müssen im Vergleich zu einem Konkurrenten, der das gleiche Keyword bewirbt, aber von einem höheren Qualitätsfaktor profitiert.
Dieses strategische Bieten muss natürlich im Rahmen bleiben. Auf-Teufel-komm-raus die Gebote in die Höhe zu treiben und damit nicht mehr profitabel zu arbeiten, macht keinen Sinn. Es gibt durchaus Accounts, die bei vielen Keywords niedrige Anzeigenpositionen haben und trotzdem gut laufen.
Wer sich mit dem Konzept des Qualitätsfaktors, der von mehreren Kriterien wie z.B. der Relevanz des Anzeigentextes im Verhältnis zur Suchanfrage abhängt, noch nicht sonderlich auskennt, findet im Adwords-Hilfecenter weitere Infos.
6. Nicht einfach brach liegen lassen: Content-Kampagnen immer weiter optimieren!
Nicht nur Search-Kampagnen sollten ständig überwacht und fortlaufend präzisiert werden, z.B. durch ausschließende Keywords und die Erweiterung der Keywordliste um weitere relevante Themen. Auch die Content-Kampagnen müssen optimiert werden, indem z.B. Websites ausgeschlossen werden, auf denen die Anzeigen nicht mehr erscheinen sollen. Das kann z.B. der Fall sein, wenn eine Anzeige auf einer Seite ausgeliefert wird, die der Merchant als irrelevant ansieht, d.h. sie passt nicht oder nur sehr weitläufig zum Thema. Möglicherweise erzeugt sie viele Klicks (= Kosten), führt aber zu keinen Conversions.
Der Nachteil im Content-Netzwerk ist, dass man diese Präzisierung nur nachträglich machen kann. Dazu erstellt man einen Placement-Bericht im Adwords-Berichtecenter und fügt dann die dort entdeckten Websites im Adwords Editor unter “ausschließende Elemente” als “ausschließende Websites” hinzu. Das geht natürlich auch online im Adwords Konto.
Eine Alternative zu den automatischen Placements im Content-Netzwerk können die “handverlesenen”, d.h. selbst “ausgewählten Placements” sein. Dabei bestimmt der Merchant die Websites, auf denen die Anzeigen ausgeliefert werden, muss dafür aber höhere Klickpreise in Kauf nehmen.
Bei der Optimierung von Google Adwords muss man immer weiter Erfahrungen sammeln. Es gilt nich nur allgemeines Wissen, sondern auch themenspezifische Erkenntnisse zu gewinnen. An dieser Stelle sei auch auf Patricks Beitrag über SEM für B2B-Themen hingewiesen, der beispielsweise unsere Erfahrungswerte bzgl. Adwords für B2B-Kunden zusammenfasst.
Wir hoffen, mit unserem Beitrag ein paar Tipps für mehr Erfolg mit Adwords geliefert zu haben. Über weitere Ideen, Hinweise und Kommentare würden wir uns freuen!