Mit dem erschwinglichen t3n Ticket stieg ich am Mittwoch in Berlin 13:24 Uhr aus der U2 und freute mich gleich über die Ausschilderung des kurzen Fußweges vom U-Bahnhof Gleisdreick zur next10.
Nach dem Checkin steuerte ich sofort den Vortrag von mp3-Mitbegründer Karlheinz Brandenburg “How to be a game changer” an. Mich erwartete ein eher wissenschaftlicher Vortrag, wie man das von der Uni und Gastvorträgen von Professoren kennt. Die wesentlichen Erkenntnisse waren, dass man im Team arbeiten, den Markt beobachten und stetig dazulernen muss, um etwas in der Wirtschaftswelt zu bewegen.
Unmittelbar danach hörte ich mir das Panel “Social Women” an. Zuerst sprach Cindy Gallop (@cindygallop1), Gründerin von makelovenotporn.com, über den Porno-Wahnsinn und die Aufklärung bzw. Fehlbildung, die Jugendliche durch Hard Core Pornos erfahren, da Videos, Bilder & Co. immer leichter zugänglich werden. Es war ein sehr engangierter Vortrag, wahrscheinlich eines der Highlights des 2. Tages der next10. 
Dabei ist die Vortragsrednerin in keinster Weise prüde, sondern sprach sich ganz im Gegenteil für mehr und besseren Sex, “für einen erwachsenen und gesunden Dialog” und “Weltfrieden” aus. Es wurde getwittert, was das Zeug hielt, liefterte Cindy Gallop doch Minute um Minute Statements wie “More blow jobs, less world war!”.
Danach machte Annalisa Bluhm (@annalisabluhm) von General Motors den Frauen in sozialen Netzwerken Mut. Zwar lasse sich das Phänomen “Frauen auf Twitter, Facebook und Blog” nicht nur auf die Geschlechterdiskussion reduzieren, aber es sei nicht von ungefähr, dass Frauen das kommunikativere Geschlecht seien und es auch schon immer gewesen seien.
Simone Brummelhuis (@thenextwomen) von TheNextWomen ermutigte ebenfalls Frauen, sich zu trauen, zu gründen und – wie auch die anderen Panelteilnehmerinnen – Vorträge auf Konferenzen wie der next10 zu halten. Die Diskussionen drehte sich dann auch fast “nur” noch um die Sinnhaftigkeit eines gesonderten Frauen-Panels ansich. Es wurde kritisiert und hinterfragt, inwieweit diese Veranstaltung dem Anspruch überhaupt gerecht werden kann, eben nicht nur auf das Thema ‘Männer vs. Frauen’ zu reduzieren, sondern darüber hinaus eine gleichberechtigte Diskussion über Social Media zu ermöglichen.
Einige Zuhörerinnen betonten, dass sie dieses gesonderte Panel zu “Social Women” verurteilten und als einen großen Widerspruch in sich selbst sehen. Nach und nach leerte sich der Saal, während die Diskussion immer eifriger wurde. Vor allem die Herren der Schöpfung suchten vermehrt das Weite

Vom vielfach gelobten Catering konnte ich noch Muffins, Obst und Latte Macchiato testen und machte mich dann frisch gestärkt auf den Weg zum nächsten Programmpunkt zum Thema “Platform Strategies”. Die Vorträge von Jimmy Nordbeck (@Jimmy_Nordbeck) von Golden Gecko, Joe Pezzillo von @pushIO, Philipp von Criegern von Maris Consulting, Ralf Neugebauer und Tilmann Buchner von Scout24 waren allesamt weniger spannend und teilweise werbelastiger, als ich erwartet hatte.
Teilweise auch überladene Präsentationen und eine insgesamte leicht erschöpfte Zuhörerschaft brachten keine wirkliche Diskussion in Gang. Dass http für Kommunismus, www für Sozialismus und Apps für Kapitalismus stünden, fand ich eine witzige These, über die ich selbst noch mal nachdenken bzw. mich zum Thema Appitalism belesen muss.
Das letzte Panel über “Mobile Business” war mit der Präsentation von Marcel Hastenteufel und Rainer Sax von SinnerSchrader für mich noch einmal ein Highlight. Ansprechende Präsentationen (egal, ob nun mit präzi, PowerPoint etc. gestaltet) sind doch rar, selbst auf einer professionellen Konferenz wie der next10.
Die Top-Themen der Konferenz waren “das Ende von Social Media”, natürlich die ganze Tablet-Diskussion, das gute Catering. Mie fiel auf: Der Trend geht zu Großbuchstaben auf den Präsentationsfolien – und: Ich habe lange nicht mehr so oft dieses “altmodische” Telfonklingeln gehört, das auf den hohen iPhone-Besitzer-Anteil im Publikum schließen ließ.
Enttäuschend war leider die völlig ausgefallene “Closing Party”: Punkt 18:30 Uhr wurden sämtliches Catering und die Stände abgebaut, allein der idbeer-Stand versorgte die Dagebliebenen noch eine Weile mit Bier. Da war ich mit meinem Ticket wohl zu spät gekommen (die richtige Party inkl. Currywürste war schon am Dienstag gestiegen). So machte ich mich dann doch früher als erwartet wieder auf den Weg zur U-Bahn.

Insgesamt eine gute Networking-Veranstaltung, aber keine Überflieger-Veranstaltung hinsichtlich der Vorträge, so lautete insgesamt das Echo zur next10. Eindrücke zur Veranstaltung liefern die folgenden Beiträge, Videos und Fotos:
Next10-Bericht und Fotostrecke: Nettes Netzwerken aber schlappe Speaker
Next10: In 7 Sätzen und ein paar zerquetschten
next10, tag 2 auf wirres.net
Zukunft des Publishing und der Tablet-Hype vor dem Höhepunkt- next10, Tag 2
Fotogalerie: next10















