8. Twittwoch Sachsen in Dresden – Von Dämonen, Elefanten und langem Atem

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In einem sehr schicken und noblen Ambiente fand der 8. Twittwoch Sachsen dieses Mal im Café Duesenberg in der Neustadt statt.

 

Mit knapp über 20 Besuchern war die Veranstaltung zwar nicht so gut besucht wie zum Beispiel beim ersten Twittwoch in Dresden, als auch die Safttante mit von der Partie war.

 

Doch wieder einmal traf die Regel zu: Qualität statt Quantität. Den durchweg interessanten Vorträgen wurde volle Aufmerksamkeit gewidmet.

 

#twsd

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Elefanten, Wasserfälle und Agilität

 

Den Anfang machte Jens Korte, der mit dem Laplaceschen Dämon und dessen Anwendung auf Projektmanagement die Zuhörerschaft fesselte. So sei es z.B. ein grundlegender Unterschied, ob Projekte "kompliziert" oder "komplex" seien.

 

Die Deterministen schätzten die Welt generell als vorhersehbar ein. Sie zerlegen ein komplexes Projekt in Einzelteile und machen es damit wieder vorhersehbar. "Aber ein Elefant ist mehr als die Summe seiner Einzelteile." Das Gegenlager verträte den evolutionären Ansatz, der von der Nicht-Vorhersehbarkeit der Welt ausginge.

 

Deshalb ginge man Schritt für Schritt, d.h. iterativ, vor. Nach und nach werden demzufolge der Projektfortschritt und Erfolgsfaktoren beobachtet und weiterentwickelt.

 

Dieser inkrementelle oder adaptive Vorgang sei in der Produktentwicklung ein interessanter Ansatz, der zwar auf den ersten Blick mehr Unsicherheit berge, können doch nicht ein endgültiges Produkt zum Zeitpunkt x mit den verbundenen Kosten y garantiert werden. Jedoch sind (weniger) Funktionalitäten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Perfektion und auf Grundlage von ständigem Feedback sowie den Kunden-Bedürfnissen entwickelt.

 

Gerade bei der Softwareentwicklung sei dies eine begehrte Vorgehensweise, bei der entscheidend sei, dass alle Beteiligten geschult und damit auf den Unterschied zu "Wasserfallprojekten" vorbereitet würden. Als Beispiel wurde das erste iPhone herangezogen, das zum damaligen Zeitpunkt nicht völlig ausgereift war, dann aber anhand des Feedbacks weiterentwickelt wurde und außerdem dank des Coolness-Faktors auch so schon breite Akzeptanz fand.

 

Generell müsse sich dieser Ansatz aber gegen einige Vorurteile währen, wie z.B. die Angst vor sehr viel höheren Kosten oder Unsicherheit über das Ergebnis an sich.

Wer zu diesem Thema Informationen sucht und/oder sich einbringen will, sollte sich an Jens Korte wenden bzw. die Community zur iterativen Entwicklung "Agile Saxony" ansteuern.

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Langer Atem und fulminantes Wachstum

 

Martin Wanitschke von T-Systems Multimedia Solutions und seine Präsentation über Coroporate Blogging bzw. Incorporative Blogging folgten. Als einer der Autoren von besser 2.0 erzählte er der Zuhörerschaft die Entwicklung des Blogs zum Thema Enterprise 2.0, auf der man auf Magenta und andere Konzern-Wiedererkennungsmerkmale verzichtet hätte, um dem zu erwartenden Widerspruch gleich aus dem Weg zu gehen.  Fazit des Vortrags war u.a. die These, dass die Story über die Konversation entscheidet. Und Märkte seien nun mal Gespräche, keine 1:n-Kommunikation.

 

Es ginge also darum, einen Mehrwert zu bieten. Dies würde dann auch belohnt, z.B. durch viele ReTweets oder Erwähnungen in anderen Blogs. Generell müsse man dafür aber einen langen Atem haben.

 

Schließlich plauderte André Reif aus dem Nähkästchen der Mobile-Copouning-Branche. Der MyMobai-Geschäftsführer gab detaillierte Einblicke in die Gründung, Finanzierung und das beeindruckende Wachstum des StartUps. Seine Inspiration wären die Google-Philosophie und der Affiliate-Ansatz bei der Entwicklung der App gewesen, mit der Nutzer sich Rabattgutscheine für Lokalitäten in ihrer Nähe anzeigen lassen können.

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Insgesamt ein gelungener Abend, wenn auch mit überschaubarer Besucherzahl, was aber an der Urlaubszeit gelegen haben dürfte.

 

Danke an Jens Osthues (@jeos) für die Orga und bis zum nächsten Mal. Dann in Leipzig! Details zum Termin und den Vorträgen folgen noch!

Jasmin war Account Managerin bei uns.

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  1. Es war ein wunderbarer Abend im CafeDuesenberg in der Zeitenströmung – immer wieder einen Besuch wert.

    Insbesondere, wenn TwittWoch oder http://undsonstso.com stattfinden. Vielleicht bald schon wieder OpenCoffeeClubDresden dort am Ort, wer weiß ;-)

  2. Fein war es im CafeDuesenberg:-)

    Zeitenströmung immer wieder anziehend, bald mehr?

    Freie Räume für freie Gedanken und neue Ausrichtungen.

    Beste Grüße, Ralf