Affiliate Networkxx und Affiliate Award

geschrieben am in der Kategorie Aus dem Agenturleben von

Diesmal bin ich etwas spät dran mit meinem Beitrag, kann mich aber an die Affiliate Networkxx trotzdem noch sehr gut erinnern. Am Donnerstag hat Markus Kellermann mal wieder in die Airbräu-Tenne am Münchener Flughafen eingeladen. Zuvor hatte es sich für uns nie ergeben, einen Besuch in München mit dem Affiliate Stammtisch zu verbinden, daher ist es meine erste Networkxx gewesen.

Unter den etwa 300 Besuchern fanden sich einige bekannte Gesichter, viele neue und auch jene, die man schon immer mal in Person getroffen haben wollte. Auffällig war der große Anteil an Agenturen und Affiliate Netzwerken (von denen sitzen eben auch besonders viele in München). Merchants und Affiliates sind ganz klar in der Minderheit gewesen. Natürlich hatte auch ich ein gelbes Agentur-Schild umhängen, somit brauche ich mir nicht zu beklagen 😉

Im Verlauf des Abends habe ich viele interessante Gespräche führen und einige Aspekte des Online Marketings beleuchten können. Da wir sowohl als Agentur als auch als Publisher aktiv sind und auch mal für einen Merchant (Spreadshirt) gearbeitet haben, konnte ich je nach Gesprächspartner in verschiedene Rollen schlüpfen.

 

Ich bin ein Bergfreund Nicht wenige Gespräche handelten von genau unserem Thema: Agentur ja oder nein? Während wir diesbezüglich unsere naturgemäße Meinungen haben, gehen sie bei anderen weit auseinander.

Die Bergfreunde haben wenig gute Erfahrungen mit Dienstleistern gemacht (nicht im Online Marketing) und zielen darauf ab, möglichst viele Leistungen Inhouse zu erbringen, um sich unabhängig zu machen. Sie waren es auch, die mir einen "Ich bin ein Bergfreund" Lebkuchen um den Hals hängten. Auch wenn ihr diese netten Aktionen nicht in erster Linie als Linkbait versteht, gibt’s trotzdem einen 😉

Peter Glaeser hingegen ist großer Verfechter des Agentur-Modells. Unternehmern rät er, zu tun, was sie gut können. Dazu gehören häufig nicht zahlreiche Dienstleistungen, die sich gut auslagern lassen. Selbst wenn inhouse eine gewisse Expertise aufgebaut wird, so haben Agenturen meist einen Wissensvorsprung, da sie Erfahrungen mit vielen verschiedenen Accounts sammeln können. Ich sehe es auch so, dass wir überwiegend Wissen verkaufen und nicht so sehr eine Arbeitsleistung. Diese Diskussion sollte sich am Freitag mit Klaus von AdScale fortsetzen.

Darüber hinaus gab es die Gelegenheit zu vielen anderen interessanten Gesprächen mit Publishern und Affiliate Netzwerken.

 

Die Affiliate Awards

Gegen 21 Uhr wurden am Donnerstag die Affiliate Awards verteilt. Über diese Verleihung ist schon im letzten Jahr viel geschrieben worden und auch gestern wurde die Sinnhaftigkeit wieder diskutiert.

 

Die folgenden Awards sind unter die Leute gebracht worden:

* Innovativstes Affiliate Netzwerk: affilinet

* Affiliate Netzwerk Best Support Affiliates: affilinet

* Affiliate Netzwerk Best Support Merchants: affilinet

* Innovativstes Partnerprogramm: Quelle

* Best Affiliate Blog: 100partnerprogramme.de

* Best Affiliate Public Relations: 100partnerprogramme.de

 

Im Vergleich zum letzten Jahr fehlte diesmal der Award für den Publisher Newcomer, den damals der schon länger erfolgreiche Torsten Latussek gewann.

Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten. Anstatt Tradedoubler ist nun affilinet für den besten Support auf Advertiser-Seite ausgezeichnet worden. Alle anderen Preise gingen wieder an die Gewinner aus 2008. Es ist ganz offensichtlich, dass alle Preisträger eine gewisse Marktmacht besitzen und diese mit viel Eigenwerbung für die Awards natürlich auch ausnutzen. Sowohl affilinet als auch 100partnerprogramme und Quelle haben ihre Nutzer / Leser / Publisher in großem Stil dazu aufgefordert, für sie abzustimmen. Das ist völlig legitim, führt im Endeffekt aber zu einer völlig albernen Verleihung.

Quelle ist sicherlich kein schlechtes Partnerprogramm, aber ist es das innovativste? Ich denke auch nicht, dass irgendwer glaubt, affilinet würde den besten Publisher Support bieten. Darüber hat es in den letzten Monaten und Jahren schon viele Diskussionen gegeben. Während der Preis für das innovativste Netzwerk verdient gewesen sein möge, schien es mir, als sei es ihnen selbst peinlich, dass sie auch Preise für den besten Support abgeräumt haben. Sie wissen schließlich um ihre eigenen Schwächen.

 

Wie geht’s weiter?

In der jetzigen Form ist der Award leider nicht brauchbar und eine Lachnummer, wie aus vielen Gesprächen am Donnerstag Abend hervorging. Es wird jedoch schwierig, es besser zu machen. Die Großen werden ihre Marktmacht immer ausnutzen können.

Vielleicht sollte man die Wahl doch über eine Jury lösen, die jedoch nicht nur aus 10-20 Leuten besteht sondern aus 100 oder mehr Experten aus der Branche. Diese Runde sollte bunt gemischt sein und aus vielen Publishern, Agenturen, Netzwerken und Merchants bestehen. Dabei wäre es ratsam pro Unternehmen nicht mehr als 1 Jury-Mitglied zu bestimmen. Im Idealfall ist auch nicht bekannt, wer in der Jury sitzt. Natürlich wird sich in dieser Branche nicht alles verheimlichen lassen. Doch je intransparenter die Besetzung der Jury ausfällt, desto weniger Einfluss können einzelne Nominierte ausüben. Ich denke bei einer  solchen großen Experten-Jury wird schon die Qualität der Nominierungen deutlich steigen.

Wie wäre es denn damit? Die Oscar-Gewinner werden schließlich auch nicht vom Volk gewählt und auch nicht von zehn Filmstudios sondern von Tausenden Experten mit ganz unterschiedlichem Hintergrund, die jedoch alle der Branche eng verbunden sind.

 

Zu guter Letzt noch ein paar Impressionen vom insgesamt sehr netten Abend:

Affiliate Networkxx

 

Affiliate Networkxx

 

Affiliate Networkxx

 

Weitere Beiträge zur NetworkXX: Markus, Denis, Karsten, Inga, Tibor, Jochen Schweizer (Inga)

Patrick war Geschäftsführer und Experte in den Bereichen SEM und Affiliate Marketing. Nach einem BWL-Studium an der Berliner Berufsakademie „School of Economics“ und der Arbeit im Online Marketing bei Spreadshirt entwickelte er eigene Affiliate-Projekte und zusammen mit Katja von der Burg die Idee zu „Projecter“.

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