Rückblick & Ausblick 2013/14 – „Ich wünsche mir, dass niemand mehr den Internet Explorer benutzt!“

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Vier Köpfe der Leipziger Online & Kommunikationsszene blicken auf das Jahr 2013 zurück. Was war die überraschendste, was die spannendste Entwicklung? Was wird 2014 auf uns zukommen und welche Wünsche haben die Experten? Wir haben gefragt: Katja von der Burg (Projecter), Marko Mädge (Westend PR), Stefan Merker (Infografik 3D), Alexander Tittmann (Kreativ&Söhne)

Katja von der Burg 1. Name
Katja von der Burg
2. Position
Geschäftsführerin Projecter GmbH
3. Die überraschendste Entwicklung im Bereich Online Marketing 2013 war…
… die Geschwindigkeit, mit der SEO, PR und Teile des Social Media plötzlich zu Content Marketing fusionieren. Als gelernte Journalistin macht mich die dramatische steigende Bedeutung von Content schon auch irgendwie glücklich 🙂
4. Die spannendste/interessanteste Entwicklung im Bereich Online Marketing 2013 war…
… die immer steigende Komplexität, die dazu führt, dass die einzelnen Kanäle immer enger aneinander rücken und viel besser vernetzte Marketingstrategien nötig sind. Angefangen von Multi-Screen über die Customer Journey bis hin zu völlig neuen und spannenden Wegen der Kundenbindung über Social Media – „einfaches“ Online Marketing reicht nun wirklich nicht mehr aus, wenn man wirklich erfolgreich sein möchte.
5. 2014 erwarte ich im Bereich Online Marketing…
… neben den üblichen, periodisch wiederkehrenden Sinnkrisen (Hat Social Media wirklich eine Zukunft? Ist SEO tot?) eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung mit dem ganzen Themenbereich Daten und Tracking. Um die oben angesprochene Komplexität tatsächlich steuern zu können, müssen die Auswertungsmöglichkeiten einfach noch besser werden und dabei aber auch bedienbar sein, da es sich nicht jedes Unternehmen leisten kann, einen Data-Mining Experten einzustellen.
6. 2014 wünsche ich mir im Bereich Online Marketing…
… zwei Dinge: Zum einen amerikanischere Verhältnisse – gerade im Social Media Marketing frechere Kampagnen und mutigere Unternehmensauftritte, endlich weg vom millionsten 08-15-Gewinnspiel. Zum anderen, dass sich noch mehr Unternehmen trauen, ein Stück von ihrem altgeliebten Offline-Marketing-Kuchen abzuschneiden und in neue Zielgruppen online zu investieren. Da fehlt mir ganz oft noch der Weitblick und die Vision – dabei sind wir uns doch recht sicher, dass das Internet eine solide Zukunft hat!

Stefan Merker
1. Name
Stefan Merker
2. Position
Selbstständiger Infografiker/3D-Artist
3. Die überraschendste Entwicklung im Bereich Webdesign/-grafik 2013 war…
Ich bin mir nicht sicher ob es für die Meisten wirklich überraschend war, aber ich bin sehr froh darüber, dass es das flat-Design in die UIs der ersten Betriebssysteme geschafft hat. Im Netz hat man diesen Ansatz schon bei den minimalistischen Seiten gesehen – das wird jetzt aber alles noch etwas genauer und hübscher werden. Wir sehen auch immer besseren Einsatz von Typographie – was einfach daran liegt, dass sich diese ganzen Schlagwörter: flat, minimalistic, typo und was da noch alles im Raum schwebt alle irgendwo gegenseitig bedingen. Der Hintergrund des Ganzen ist der Thenor der letzten Jahre: Mehr Fokus auf guten Content und weniger fancy Schlagschatten/Glanzkanten.
4. Die spannendste/interessanteste Entwicklung im Bereich Webdesign/-grafik 2013 war…
Am spannendsten fand ich nach wie vor mobile- bzw. responsive-Design. Das wird uns die kommenden Jahre auch weiterhin beschäftigen – denn von einem zufiedenstellenden Umgang mit dem Thema sind die meisten Seiten im Netz noch entfernt. Das hat zwei Gründe, zum einen technische, die aber mittlerweile beherrschbar sind, zum anderen ist es gestalterisch bedeutend aufwändiger eine Seite für Hochformat, Querformat und die unterschiedlichsten Auflösungen bereitzustellen.
5. 2014 erwarte ich im Bereich Webdesign/-grafik…
Da gibts einige Themen die ich erwarte ohne wirklich einen Favoriten zu haben – alle sind irgendwie verwandt mit mobile bzw. haben den ein oder anderen Berührungspunkt. Die Buzzwords sind: One-Page, Mobile First, Responsive, flat Design, Off-Canas, Minimalismus, Typography, Parallax Scrolling, No Sidebar uvm. Wer Lust hat, kann die einzelnen Begriffe mal googeln und bekommt schon jetzt eine Fülle von gut umgesetzten Seiten und Designstudien.
6. 2014 wünsche ich mir im Bereich Webdesign/-grafik…
Web- und Grafikdesigner sind eine aussterbende Art. Naja, so ganz stimmt das auch nicht – aber es wird auf jeden Fall so sein, dass die Bedeutung von Content weiter zunimmt und jeder der Content gestaltet, egal ob auf einer Website oder im Printbereich, sich damit auseinandersetzen muss, welches die beste Darstellungsform für den jeweiligen Content ist. Das wird irgendwann darin gipfeln, so glauben zumindest einige Experten, dass jeder Gestalter auch Redakteur/Journalist und umgekehrt, jeder Redakteur/Journalist auch Gestalter werden muss. Im Moment sehen wir das durch immer mehr Quereinsteiger und die aufkommenden Workshops zu dieser Thematik. Mein Wunsch für 2014 ist natürlich, dass sich diese Entwicklung etwas weiter professionalisiert und vor allem auch in guten Bildungsangeboten niederschlägt.

Marko Mädge
1. Name
Marko Mädge
2. Position
Geschäftsführender Gesellschafter der Westend. Public Relations GmbH
3. Die überraschendste Entwicklung im Bereich PR 2013 war…
… dass sich einerseits Social Media so massiv im täglichen Mediennutzungsverhalten etabliert hat, es auf der anderen Seite aber immer noch Unternehmen gibt, die den Wert der dialogischen Kommunikation nicht erkennen.
4. Die spannendste/interessanteste Entwicklung im Bereich PR 2013 war…
… dass Content Marketing als neues Buzzword und Trend verkauft wurde, obwohl dies lediglich eine unserer langjährigen Kernkompetenzen beschreibt: Geschichten zu entwickeln, zielgruppengerecht aufzubereiten und an geeigneter Stelle zu platzieren. Allerdings ist der stattfindende Perspektivwechsel interessant: Haben wir bis vor wenigen Jahren unsere Botschaften hauptsächlich für die „alten Gatekeeper“, die Journalisten, aufbereitet, so können wir heute vielfältige Kanäle nutzen und unsere Storys direkt an die Zielgruppen unserer Kunden senden. Künftig dürfte es noch spannender werden, Marketing für diesen Content zu betreiben.
Wunderschön fand ich die Freiheit, die die SIEMENS-Führungsriege ihrer Unternehmenskommunikation geschenkt hat: wunderbare, dokumentarische Filme rund um den Globus ohne Produkt oder jegliches Branding produzieren zu lassen, bestes Beispiel von „SIEMENS ANSWERS“:
5. 2014 erwarte ich im Bereich PR…
… eine noch stärkere integrale Vernetzung von PR, Social Media und Onlinemarketing, noch mehr ganzheitliches Denken. Die faszinierende Palette an Möglichkeiten, über die wir unsere Zielgruppen heute erreichen, erfordert Experten verschiedener Disziplinen. Um das Spektrum der Kommunikation voll auszuschöpfen, sollten wir daher noch enger Hand in Hand arbeiten. Das geht am besten, wenn wir einander verstehen, unsere Arbeit gegenseitig wertschätzen und so das Beste für die Kunden erreichen. Auch in Zeiten von User Generated Content wird es weiterhin auf professionell aufbereitete und richtig adressierte Inhalte ankommen.
6. 2014 wünsche ich mir im Bereich PR…
… weiterhin erstklassige Ideen für starke Kunden. Neue, spannende Aufgaben für unsere 18-köpfige Mannschaft. Ein noch engeres Miteinander der Partner Westend-PR und Projecter. Und nach dem gemeinsamen Pitchgewinn einen erfolgreichen Start für das Großprojekt „1000 Jahre Leipzig“!

Alexander Tittmann
1. Name
Alexander Tittmann
2. Position
Inhaber, GF, Webdesigner bei Kreativ&Söhne
3. Die überraschendste Entwicklung im Bereich (Webshop-)Programmierung 2013 war…
… war allerhöchstens, dass die erwartete Entwicklung in allen Bereichen deutlich schneller ging als gedacht. Gerade in Richtung Usability und Design finden größere Umbrüche statt (Trend Flat-Design). Immer weitere Reduzierung und Konzentration auf Content anstatt auf Spielereien. Die Entwicklung ging bzw. geht wie erwartet immer mehr in Richtung Anwendungsentwicklung, d.h. Webseiten werden immer mehr zu „Programmen“ mit individuellen Funktionen, Systemunabhängig und von überall zu bedienen.
4. Die spannendste/interessanteste Entwicklung im Bereich (Webshop-)Programmierung 2013 war…
– die sonst einzeln eingesetzte Systeme wie CMS und Shop verschmelzen immer mehr
– Webseiten werden immer mehr zu Diensten als reine statische Content Seiten zu sein
– die mobile Nutzung von Seiten und Diensten hat stark zugenommen
– Kundenverhalten, gerade beim Onlineshopping, verändert sich (Stichwort Couchsurfing und Spontankäufe)
5. 2014 erwarte ich im Bereich (Webshop-)Programmierung...
– Individualisierung / Personalisierung
– Trend geht weg von Massenshops hin zu speziellen und individuellen Produkten
– verstärkter Einsatz von Konfiguratoren, um Produkte anpassen zu können
– Sonst wird wahrscheinlich nichts überraschendes passieren (wenn wir es voraussagen könnten, wäre es ja auch nicht mehr überraschend, oder 😉 )
– Wie schon die Jahre zuvor wird das Rad wohl nicht neu erfunden werden, was nicht heißt, dass es keine Entwicklung gibt, diese findet eher permanent statt
– es gibt immer speziellere Softwarelösungen für immer speziellere Anwendungsfälle
– Streaming-Dienste werden ein interessantes Thema werden
6. 2014 wünsche ich mir im Bereich (Webshop-)Programmierung…
– Das Wunder des Magento2 Releases 😛
– bessere Dokumentationen zu Software *wird wohl ein Wunsch bleiben*
– Weg vom Hype „Responsive-Design“ – zu „wie kann man es sinnvoller nutzen und einsetzen“
– Dass niemand mehr den Internet Explorer benutzt!!!

Lisett ist seit 2013 Teil des Projecter Teams. Sie berät Kunden mit nationaler und internationaler Ausrichtung und entwickelt für diese individuelle Online-Marketing-Strategien. Darüber hinaus übernimmt sie das Projektmanagement für Kanal-übergreifende Projekte, ist Ansprechpartnerin für die Projecter PR und treibt somit die Außenwirkung der Agentur voran.

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