Da sind wir altmodisch
25. November 2009 von JasminWir hatten uns ja neulich zu den Vorzügen des Online-Marketing-Agentur-Daseins geoutet. Wir haben also festgestellt, wie bequem Online Shopping und Mittagessenbestellungen beim Online-Dienstleister um die Ecke sind, dass wir alle möglichen Tools, Plattformen und Dienste nutzen, die das Leben leichter machen und daher schon fast den Status eines papierlosen Büros erreicht haben.
Und doch gibt es ein paar Dinge, die wir ganz “oldschool” offline erledigen. Selbst ich musste staunen, dass die Mehrheit des Projecter-Teams es bevorzugt, Bahn-Tickets am Automaten zu kaufen. Dabei ist Online-Buchung so bequem und wenn einmal eingerichtet, auch meist problemfrei und beliebig oft wiederholbar. Trotzdem: Da sind wir altmodisch und vertrauen dem guten, alten Fahrkartenautomaten, auch wenn er Geldscheine das ein oder andere Mal wieder ausspuckt oder eine Schlange uns zum Warten verdammt. Dank des iPhones, langweilen wir, bzw. die glücklichen Besitzer, uns ja dabei wenigstens nicht…
Dann wäre da noch die Zeitung, ja wie früher, die große, unhandliche, nach Druckerschwärze riechende große Papier-Informationsquelle. Katja bekennt sich als offline-FAZ-Leserin und ist uns in der Hinsicht also voraus. Oder zurück? Ist die herkömmliche Zeitung ein überholtes Relikt der alten Zeit? Oder nicht tot zu kriegen und unverzichtbar?
Aus aktuellem Anlass werde ich auf eine weitere altmodische Gewohnheit der Projecter-Mitarbeiter aufmerksam: Wir schreiben Weihnachtskarten und vereinzelt auch Geburtstagskarten. Nein, keine eCards. So richtig mit Briefmarken und zum-Briefkasten-bringen. Ist das der Drang nach persönlicherer Kommunikation abseits vom nach und nach entwerteten und mit Spam überfüllten Email-Verkehr?
‘Ist es noch eine persönliche Karte, wenn man den gleichen Weihnachtstext zum 25. Mal abschreibt und innerlich eigentlich schon genervt ist?’, mag sich der ein oder andere Leser denken. Wir lassen das offen, wobei uns aber wieder einmal unangenehmerweise bewusst wird, dass Weihnachten stetig näher rückt und wir immer noch keine Geschenkevorräte angelegt haben.
Jetzt aber schnell in den Online-Shop unseres Vertrauens… oder? Doch einige unserer Team-Mitglieder sind bekennende Offline-Geschenke-Käufer. Wer hätte das gedacht? Während ich letztes Jahr wirklich 100 % meiner Geschenke im Internet bestellt habe, kaufen Steffi und Julia Geschenke eher im (realen) Geschäft.
Und Agnes kauft sogar noch Bücher im Laden. Naja, zu 80 % zumindest ![]()
Katja geht ab und zu auf den Wochenmarkt (!) und nimmt damit neben der Angebotsbeschränkung sogar das im Vergleich zum 24-7-Online-Shopping kleine Zeitfenster sowie die Fixierung auf einen Wochentag in Kauf. Das sind wir ja nun eigentlich gar nicht mehr gewöhnt!
Von wegen “alte Traditionen verkommen”: Steffi nutzt z.B. Muttis Rezeptbuch anstatt Rezepte online zu recherchieren. Christian bevorzugt seit jeher die klassische Windows-Ansicht und findet das auch schon irgendwie unmodern. Ein bisschen altmodisch sind wir alle. Und etwas erschreckend ist es schon, wenn beim Brainstorming zum Thema “Wo wir altmodisch sind” (natürlich nur halb ernst gemeint) “real-life-Freunde haben” genannt wird.
Gerade wird getwittert, dass Twitter schon wieder out ist. Wenn jetzt der so gehypte Zwitscherdienst schon wieder altmodisch ist, geben wir uns geschlagen und lassen uns den Stempel “von gestern” bereitwillig aufdrücken. “Altmodisch” wird früher oder später wieder “hip” sein…
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Ich gehe einen Schritt weiter: Meine Weihnachtskarten haben alle einen personalisierten Text. Dafür tut mir dann aber hinterher die Hand weh, weil ich sonst das ganze Jahr nicht soviel mit der Hand schreibe
Hallo,
ich finde auch das eine per Hand geschriebene Karte persönlicher ist. Andererseits warum sollte man sich soviel Mühe machen? Hand geschriebene Postkarten kann man den Großeltern schicken. Den Rest kann man ja elektronische Karten verschicken.