Interview: Parallelen und Unterschiede zwischen SEA und Facebook Ads aus Sicht eines Account Managers

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Die meisten Account Manager bei Projecter betreuen Kunden in zwei Disziplinen. Die Kombination aus SEA und Facebook Anzeigen kommt dabei häufig vor. Auf den ersten Blick gibt es hier viele Gemeinsamkeiten: es geht um bezahlte Anzeigenschaltung und die Optimierung auf Ziele wie z.B. Lead- oder Conversiongenerierung. Doch es gibt auch einige Unterschiede. Wir haben Steffen, einen unserer Account Manager in beiden Bereichen, nach seiner Meinung zu SEA und Facebook Ads befragt.

Hallo Steffen, du bist nun schon eine Weile bei Projecter. Neben großen SEA-Accounts liegt dein zweites Steckenpferd im Bereich Facebook Anzeigen. Wie lange betreust du schon Facebook Anzeigen Kunden?

Steffen_aktuellBei Projecter bin ich seit 2012 und habe schon früh Kontakt zu Facebook Anzeigen gehabt. Seit 2013 betreue ich auch eigenständig Facebook Anzeigen Kunden und konnte in der Zwischenzeit viel über Strategien und Möglichkeiten zur Verbesserung der Ergebnisse lernen. Mein SEA-Background hat mir dabei sicherlich auch geholfen.

Mittlerweile betreust du genauso viele Kunden im AdWords wie bei der Facebook Anzeigenschaltung. Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen Facebook Ads und SEA?

Generell betrachtet unterscheiden sich Google AdWords und Facebook Anzeigen wenig. Beide Werbeformate sind bezahlte Inhalte, welche man auf die eigene Zielgruppe ausrichtet. Die entscheidendsten Unterschiede sehe ich in der Usability und dem Targeting. Google AdWords hat mit dem Editor und der Online Plattform sehr komfortable Tools geschaffen, die eine Verwaltung von sehr großen Konten übersichtlich ermöglicht. Dort sehe ich bei Facebook noch Nachholbedarf. In der operativen Arbeit unterscheidet sich zudem die Targeting-Logik stark voneinander. AdWords wird in der Suche auf Keywords ausgerichtet, denen eine Zielgruppenrelevanz zu Grunde liegt. Bei Facebook erfolgt die Aussteuerung vor allem über demografische Faktoren und Interessen. Dies kann bei der Präzision der Anzeigen zu Vorteilen führen. Für Werbetreibende ist zudem interessant, dass die Ad-Creatives sehr prominent eingebunden werden und viel Freiraum zur Gestaltung lassen.

Seit einigen Monaten ist es auch möglich, Remarketing über Facebook Anzeigen zu gewährleisten. Was sind deine ersten Erfahrungen zu Facebook Remarketing mit Website Custom Audience?

Der Kaufprozess der Kunden wird Online immer vielschichtiger und komplexer. Daher spielt im Marketing-Mix Remarketing eine stetig wachsende Rolle. Die Nutzer können somit gezielt wieder angesprochen werden, sofern sie bereits Kontakt mit der eigenen Marke hatten. Die Custom Audience von Facebook bieten in diesem Zusammenhang sehr mächtige Mittel. Speziell mit Hilfe der Website Custom Audience können Website Besucher gezielt auf Facebook wieder angesprochen und zu Käufern konvertiert werden. Mit knapp 30 Millionen deutschen Nutzern bietet Facebook eine enorme Marktdurchdringung und ist somit für nahezu jedes Thema interessant. Diese These kann ich auch praxisnah durch die Kooperation mit einem großen thematischen Kunden-Spektrum bestätigen.

Das klingt nach einem ziemlich komplexen Themengebiet. Was denkst du: welche Fähigkeiten sollte ein Facebook Anzeigenmanager mitbringen?

Die Anforderungen sehe ich als Schnittstelle zwischen einem klassischen SEA-Manager und Community Management im Social Media. Durch die größeren Gestaltungsspielräume sollten die Anzeigen einen noch stärkeren Fit zum Storytelling der Kampagne oder Marke besitzen. Dabei dürfen jedoch Struktur und Optimierungsstrategien aus dem SEA nicht vernachlässigt werden. Je nach Kampagnen-Ziel müssen die Anzeigen in die Marke einzahlen oder qualifizierten Traffic auf die Website bringen. Als klassischer Hybrid sollte man daher im Idealfall in Paid Search und Social Media bereits Erfahrungen gesammelt haben.

Du sagtest, dass dir die Übersichtlichkeit des AdWords Editors und der Kampagnenoberfläche sehr gefällt. Facebook hinkt da mit seinen Tools hinterher. Was würdest du dir von Facebook wünschen, wenn du die Entwicklung der Facebook Ads und des Power Editors beeinflussen könntest?

Facebook würde manchmal ein Blick in klassische literarische Werke gut zu Gesicht stehen. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ – damit hat Goethe nicht nur den lokalen Tourismus-Dienstleistern einen Slogan geliefert, sondern könnte auch Facebook inspirieren. Die unausweichlichen Parallelen zu Google AdWords sollten sich aus meiner Sicht auch in der Usability der Anzeigenkonten widerspiegeln. Ergo – AdWords Interface und Editor kopieren und Mund abwischen.

Strategisch bin ich zudem auf die Entwicklung des Ad-Networks Atlas gespannt.

Ja, wir sind gespannt, was die Zukunft bringt. Ok, letzte Frage zum Abschluss. Für welchen Kunden würdest du gern einmal Facebook Ads schalten?

Mir ist die Marke oder Branche relativ egal – wichtiger sind Commitment (Ressourcen, Budget) und eine zielgerichtete, konstruktive Zusammenarbeit. Sind diese Voraussetzungen gegeben, dann bin ich gerne an Bord und übernehme das Ruder in Sachen Social Advertising.

Danke Steffen für das interessante Interview!

Habt ihr Fragen an Steffen zum Thema Facebook Anzeigen, Website Custom Audience oder AdWords? Dann stellt sie gern hier, wir freuen uns über eure Kommentare!

Julia ist seit September 2009 bei Projecter, Account Managerin und zuständig für den Bereich Social Media Marketing. Julia ist ausgebildete Mediengestalterin und hat ein Bachelorstudium in Medienmanagement absolviert. Sie wünscht sich Kommentare zu ihren Beiträgen!

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