Projecter on Tour: Australien

geschrieben am 02. Februar 2011 von

Alles begann mit der Frage “Was wollen wir dieses Jahr an Silvester in Leipzig machen?”. Viel ist uns nicht eingefallen…also kurz das Klima in anderen Ländern gecheckt und Australien aufgrund des Hochsommers im Januar als ideales Ziel ausgemacht. Damit sich die lange Anreise auch lohnt, sollte es gleich 4 Wochen sein, man will ja schließlich was sehen von der riesigen Insel ;)
Die Anreise entpuppte sich aufgrund des Schneechaos in Deutschland und dem 14 Stunden Aufenthalt in Shanghai als sehr langwierig. Mit den beiden Flügen von 10 und 12 Stunden, die noch das angenehmste der Reise waren, haben wir insgesamt 50 Stunden verbracht. Aber die Vorfreude auf den Urlaub hat auch das wett gemacht.


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Erste Station war Cairns an der Ostküste Australiens, wo wir auch Silvester gefeiert haben. Der 3-tägige Aufenthalt versprach die erste Schnorchel-Tour und einen Besuch auf einer Krokodilfarm, 5,50 Meter maß das größte “Croc”. Im neuen Jahr haben wir Cairns Richtung Norden verlassen. Über Port Douglas ging es nach Cape Tribulation mitten in den Regenwald. Eine 2-stündige self-guided Tour durch den Regenwald hat uns aber schnell klar gemacht, das das nicht unbedingt unsere Welt ist ;) Hier haben wir auch unseren einzigen Regentag in den 4 Wochen erlebt, weshalb leider die für den nächsten Morgen geplante Paddeltour ins Wasser fiel.
Aufgrund des anhaltenden Regens brachen wir direkt wieder in südlichere Gefilde auf. Um genau zu sein 400 km weiter südlich nach Mission Beach, einem kleinen verschlafenen Örtchen. Auch hier war unser Hostel wieder mitten in den Regenwald gebaut – wer auf solche Ideen kommt :P Mit der Rafting-Tour auf dem Tully River erlebten wir eines der größten Highlights unseres Urlaubs. Selbst unser Guide mit 8 Jahren Rafting Erfahrung hatte vor dem Fluß eine gehörige Portion Respekt. Das hielt ihn aber nicht davon ab, uns an geeigneten Stellen dem Wasser näher zu bringen ;) Er kommentierte das ganz trocken, „die Stelle war einfach perfekt um mal baden zu gehen“.

Magnetic Island

Magnetic Island


Nächster Halt – Magnetic Island, eine kleine Insel vor der Küste von Townsville. Endlich kein Regenwald mehr, dafür ein traumhafter Strand zum Sonne tanken und relaxen. Erstaunlicherweise knallte die Sonne weniger als erwartet, selbst für mich als „Rotkopf“ sehr angenehm :D
Immer noch voller Hoffnung, dass die Flut rund um Rockhampton nachlassen würde bis wir dort ankamen, fuhren mit unserem kleinen Mietwagen (muss übrigens kein Jeep sein, wenn man nicht vor hat in den tiefsten Regenwald zu fahren) weiter Richtung Süden. In Airlie Beach machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Tourismus in Australien. Airlie Beach kann man schon als Party-Stadt bezeichnen, aber auch menschenleere Strände findet man vor Ort. Hier startete auch unsere 3-tägige Whitsunday-Island-Segeltour. Weiße Strände, herrlichstes Wetter und wir mitten drin :D Unsere ersten Unter-Wasser-Erfahrungen durften da natürlich nicht fehlen. Im Tauchschnupperkurs konnten wir die Unterwasserlandschaft erkunden, besonderes Highlight war “Elvis”. Ein Fisch, wenn man das noch Fisch nennen kann, der erschreckenderweise fast so groß war wie ich. Im ersten Moment fühlt man sich unter Wasser etwas beängstigt, aber eigentlich wollte Elvis nur spielen bzw. gestreichelt werden.

Wieder auf festem Boden zurück, mussten wir uns aufgrund der Flut einen Flieger nach Brisbane organisieren. Kaum ins Flugzeug eingestiegen, ereilte uns die Nachricht, dass in unserem Zielort ebenfalls die Flut eingesetzt hatte. Allerdings entpuppte sich diese „nur“ als Blitzflut, die nach einigen Tagen Überschwemmung wieder abebbte.

Hochwasser in Brisbane

Hochwasser in Brisbane


Trotz Hochwasser konnten wir uns große Teile der rasant wachsenden Stadt (1000 neue Bewohner pro Woche) ansehen und Brisbane überzeugt mit Flair und einer tollen Skyline bei Nacht.
Ausblick vom Hostel über Brisbane

Ausblick vom Hostel über Brisbane


Die durch den Flug gewonnen Tage verbrachten wir in Surfers Paradise, dem kommerziellen Teil der Ostküste. Nach amerikanischem Vorbild ragen die Skyscraper am Strand empor und die Wellen am Strand lassen das Herz eines jeden Surfers höher schlagen. Leider blieb uns aufgrund der zu starken Wellen der Surfkurs verwehrt, Parasailing, Segeln und Sandboarden machten dies aber mehr als wett.

Skyline von Sydney

Skyline von Sydney

Unsere letzten 4 Tage verbrachten wir in Sydney. Sydney erkundet man zu Fuß, was mir meine Füße an den Abenden nicht unbedingt dankten ;) The Rocks, das Opera-House, die Harbour-Bridge, Bondi-Beach, Manly, den königlichen botanischen Garten, um wenigstens einige sehenswerte Stationen in Sydney zu nennen. Eine extrem vielfältige Stadt, die sich vor den Metropolen der Welt nicht verstecken muss. Trotz Großstadt machten wir auch hier Bekanntschaft mit der selbstverständlichen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Australier, sehr angenehm, wie ich finde.

Free, Free, Free

Free barbecues at beaches, free water in restaurants, free parking at beaches, free concerts in parks,…die Liste lässt sich noch lange fortführen. Als deutscher fühlt man sich schon fast überfordert von den vielen kostenlosen Möglichkeiten, die in Australien selbstverständlich sind. Passend dazu meine Urlaubslektüre FREE in der Chris Anderson sehr anschaulich beschreibt, wie man das Modell FREE in sein Geschäftsmodell einbaut und damit Geld verdienen kann.

Freundlichkeit und Service

FREUNDLICHKEIT und HILFSBEREITSCHAFT werden in Australien großgeschrieben. Diese Eigenschaften konnten sich die Australier aus der Kolonialzeit bewahren. Im Allgemeinen wird sich mehr Zeit für menschliche Kontakte genommen, als man es in Deutschland gewohnt ist. Hier setzt auch der Service an. Ich hatte das Gefühl, egal was oder wen ich brauche, es ist einfach genau in diesem Moment vorhanden. Ob das der Typ mit der Schaufel ist, der dir beim Einbuddeln des Ständers deines Sonnenschirms am Strand behilflich ist, oder der Servicemensch, der dir pro aktiv erklärt, welche Fähre oder U-Bahn man nehmen muss noch bevor man selber auf die Karten schauen konnte, irgendwie wird einem immer geholfen.

Fernsehen/Werbung

In den 4 Wochen haben wir uns auch 2 Fernsehabende gegönnt, manchmal hat man auch einfach genug von Strand, Sonne und Cocktails ;) Werbung funktioniert in Australien anders. In der Fernsehwerbung aber auch auf Plakaten und anderen Werbemitteln dominieren Telefonnummern, nicht Webseiten. Der Australier telefoniert einfach gerne und sucht lieber den menschlichen Kontakt als Kontaktformulare. Erstaunlich war auch, dass in der Fernsehwerbung außerordentlich oft mit dem eigenen Call Center geworben wurde: “Bei uns telefonieren Sie mit Menschen, nicht Computern!”. In Deutschland ein No-Go, abgesehen von Cash4Gold-Anbieter ;)

Fazit

Der zweite Australien-Urlaub ist schon geplant. Melbourne, Perth, Darwin und Ayers Rock wollen auch noch gesehen werden :D Australien war der beste Urlaub meines Lebens und trotz langer Anreise sehr empfehlenswert! Insbesondere der freundliche und hilfsbereite Umgang der Australier untereinander und mit Touristen hat mich fasziniert.

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  1. Das macht Lust auf mehr :)

  2. Toller Reisebericht, da muss ich auch irgendwann mal hin. Jetzt hab ich Fernweh ;-)

  3. Auf jeden Fall eine Reise wert, 4 Wochen waren auch der perfekte Zeitraum für die Reiseroute. Nicht zu kurz, aber auch nicht zu lange ;)