Recap: SMX München 2012

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Dieses Jahr war ich das erste Mal auf der SMX in München und das praktischerweise auch gleich als Referent. Zusammen mit Sebastian Reischl von Blue Summit Media habe ich mich dem Thema "Segmentierung und Automatisierung: Mensch versus Maschine" gewidmet. Sebastian und ich hatten im Vorfeld das "Problem", dass wir offenbar beide eher Verfechter der guten alten Handarbeit im Suchmaschinenmarketing sind, konnten uns dann aber doch auf eine sinnvolle inhaltliche Aufteilung einigen.

 

Ich sprach also zunächst über einfache Automatisierungsmethoden wie zum Beispiel die Keyword Insertion bei Google Adwords, die häufig eher minderwertige Anzeigen und ein schlechtes Nutzererlebnis generieren. Entscheidend für die Qualität des Accounts und somit auch des Qualitätsfaktors ist die gute Struktur der Kampagnen, Anzeigengruppen und Keywords, da kein noch so gutes Tool die Folgen einer verpfuschten Account-Struktur korrigieren kann. Gerade bei der Betreuung von umfassenden Accounts für Onlineshops oder Reiseanbieter steht man häufig vor dem Longtail-Problem – wie schafft man es, all die Produkte bzw. Angebote effizient einzubuchen, ohne das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus dem Auge zu verlieren? Hier gibt es dann tatsächlich Ansatzpunkte für sinnvolle Automatisierung, z.B. für die Gebotsverwaltung (Bid Management) oder eine Datenbankanbindung über die Google API zur Übermittlung von dynamischen Daten in Anzeigentexte (aktuelle Preise etc.)

 

SMX – Segmentierung Und Automatisierung

 

Einer der großen Nachteile von externen Tools sind die häufig recht hohen Kosten. Deswegen stellte ich noch einige Bordmittel von Google Adwords vor, die genutzt werden können, ohne dass dadurch die Marge aufgefressen wird. Google war in den letzten zwei Jahren zudem sehr aktiv, besagte Bordmittel für Bid Management und Automatisierung stark auszubauen und so viele Funktionen zu integrieren, die vorher nur extern erhältlich waren. Sehr hilfreich für große Accounts ist zum Beispiel die Keyword-Option "Modified Broad Match", die das Einbuchen von zahllosen Varianten eines Keywords zunächst überflüssig macht, ohne dass man wie beim normalen Broad Match größtenteils die Kontrolle über die Anzeigenschaltung aufgibt. Weitere Beispiele sind die automatischen Gebotsoptionen, die neuen Produktanzeigen, automatische Regeln und – noch im Beta-Test – dynamische Anzeigenziele.

 

Sebastian stellte dann eine beeindruckende Bandbreite von Tools vor, die bei Blue Summit zum Einsatz kommen und machte sich die Mühe, diese in einer Matrix hinsichtlich ihrer Funktionen zu vergleichen. Fazit war hier allerdings, dass es letztendlich vor allem auf den eigenen Bedarf ankommt – kaum jemand wird alle Funktionen eines Tools benötigen. Am sinnvollsten ist es somit, sich das Tool herauszusuchen, das speziell die zentral benötigte Funktion am besten beherrscht.

 

Etwas schwierig fand ich die inhomogenen Kenntnisse des Publikums. Für erfahrene Suchmaschinenmarketer war wahrscheinlich eher wenig Neues dabei, während Anfänger mit den ganzen Fachbegriffen evtl. etwas überfordert waren. Ich hatte den Eindruck, dass sich dieses Problem wie ein roter Faden durch viele Sessions zog, da das Publikum zum einen aus Agenturvertretern mit sehr gutem Fachwissen, zum anderen aber auch aus relativ vielen Marketingmitarbeitern aus Unternehmen bestand, die sich erst einmal einen Überblick über die angebotenen Themen verschaffen wollten. Die Einteilung der Sessions in drei Kategorien von Anfänger bis Fortgeschritten schuf da nur sehr bedingt Abhilfe. Für mich war im Bereich Suchmaschinenmarketing dann leider auch wenig Neues dabei.

 

Mein persönliches Highlight war die SEO-Session, in der Rand Fishkin und Will Critchlow jeweils 5 technische SEO-Themen vorstellten und dabei gegeneinander antraten. Auch als Nicht-SEO-Spezialist war das sehr interessant und vor allem in bester angelsächsische Manier routiniert und unterhaltsam präsentiert.

Leider verpasst habe ich die Keynote von Rand Fishkin "How SEO Blinded Me, Then Opened My Eyes", von der ich nur Gutes gehört habe 🙂 Deswegen kann man sich zumindest die Folien hier anschauen:

 

 

Generell scheinen die anwesenden Suchmaschinenoptimierer inhaltlich mehr mitgenommen zu haben, wenn man zum Beispiel den Recaps von Julian Dziki und Marco Janck liest. Mein Fazit deshalb: Angesichts des doch recht stolzen Preises für die Konferenz sollte der Hauptfokus beim Besuch wohl sinnvollerweise auf SEO liegen.

 

Katja ist Geschäftsführerin und gründete 2008 zusammen mit Patrick Hundt die Agentur Projecter. Wenn sie gerade nicht im Büro anzutreffen ist, geht sie klettern, bergsteigen, skifahren, snowboarden, tauchen oder windsurfen. Katja freut sich auf Kommentare & Feedback!

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