Recap zu #blogcom: Influencer Relations werden immer wichtiger

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Ein großer Hörsaal, ganz viele junge Studenten im Business Look und eine große Bühne, auf der sonst der Professor an seiner Tafel steht. Ich befinde mich auf der #blogcom an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter. Die #blogcom ist die diesjährige Medienfachtagung zum Thema Blogger/Influencer Relations. Sie verspricht ein interessantes Event mit einigen neuen Erkenntnissen zu werden. Hier die wichtigsten:

Klaus Eck

PR Urgestein Klaus Eck (pr-blogger/d.tales), soll als erster über die Vergangenheit und die Zukunft der Influencer Relations berichten, ist aber leider erkrankt. Er bedauert sein Fernbleiben auf Twitter und reicht einen Erfahrungsbericht zum Thema nach.

Dr. Steven Zielke

Der Saal füllt sich, die Reihen werden immer voller. Nächster Speaker ist Dr. Ste­ven Zielke (Blappsta/Nebelhorn). Der Gründer und Geschäftsführer spricht in einer angenehm lockeren Art über die Vernetzung von Bloggern, Agenturen und Unternehmen. Er nutzt die Zeit um über den von ihm initiierten Bloggertreff Rock the Blog zu sprechen und verteilt Eintrittskarten. Es folgen ein paar allgemeinere Ausführungen zu den Motivatoren von Bloggern und dazu was Blogger von Kooperationspartnern erwarten.

 

Eine wichtige Anmerkung ist mir dabei in Erinnerung geblieben. Zielke schlägt Unternehmen vor, Content zuerst den eigenen Mitarbeitern zu geben, bevor er den eigentlichen Zielgruppen zugänglich gemacht wird. Damit ließen sich die eigenen Mitarbeiter zum einen als Qualitätssicherungsinstrument aber auch als natürliche Multiplikatoren nutzen, wenn sie den Content mit ihrem Netzwerk teilen. Dieses Konstrukt nennt Zielke Employer Advocacy. Eine interessante Zahl möchte ich noch erwähnen: Laut Zielke gibt es 153 Millionen Blogger auf der Welt.

Wolf­gang Lünenbürger-Reidenbach

Während Zielke mit einem Blumenstrauß vom Orga-Team rechts von der Bühne geht, tritt von links Wolf­gang Lünenbürger-Reidenbach (cohn&wolfe) an das Pult.

 

Der PR-Profi erklärt, dass die bezahlte Beauftragung von Influencern mit bestimmten Marken und Produkten eine immer stärkere Rolle im Kommunikationsmix von Werbetreibenden spielen wird. Auf den Punkt brachte er dies mit folgendem Zitat: „Wer glaubt, Influencer Relations ist eine günstige oder gar kostenlose Geschichte, der irrt!“. Wer sich ansehen möchte, wie Lünebürger-Reidenbach Influencer Kampagnen umsetzt, dem sei ein Blick auf die Kampagne #nurwennicheswill empfohlen.

Die Kampagne wurde für einen Hersteller der Pille danach umgesetzt und soll junge Frauen ermutigen sich nicht vorzeitig zum Sex drängen zu lassen. Als Influencer wurden die weiblichen Bloggerinnen Luise und Mia ausgewählt. Sie erzählen in ihren Blogs sowie auf Instagram und Snapchat über ihre Einstellung zum Thema. Lünebürger-Reidenbach verzichtet übrigens auf jegliche Abnahme des von den Influencern produzierten Contents.

Abschließend teilt Lünebürger-Reidenbach seine persönlichen Influencer Relations Thesen mit dem Publikum. Die wichtigsten wie folgt:

  1. Monokanalkommunikation ist ein Auslaufmodell. Influencer Relations muss sich nicht nur mit Bloggern sondern auch mit Instagrammern, Youtubern, Facebookern und Snapchattern beschäftigen.
  2. Dienstleister wie Mediakraft, die als Vermittler zwischen Werbetreibenden und Influencern arbeiten, werden an Einfluss verlieren.
  3. Influencer, die lediglich daran interessiert sind Geld zu verdienen, werden es in Zukunft schwerer haben. Authentizität wird das zentrale Entscheidungskriterium für Werbetreibende.
  4. Tagebuchblogger werden themenspezifische Blogger hinsichtlich Reichweite und Beliebtheit überholen.
  5. Bei der Auswahl von Influencern für Kooperationen werden die soziodemografischen Kriterien wichtiger als der thematische Fit zur Marke.
  6. Marken und Influencer werden weniger langfristig als vielmehr in Kampagnen miteinander arbeiten.

 

Sascha Pallenberg

Das Mittagstief nach der Pause muss Sascha Pallenberg überbrücken. Der mobilegeks Tech Blogger erzählt in einem Exklusivinterview aus seinem Bloggerleben. Er ermutigt die anwesenden Blogger unbedingt mit Leidenschaft dabei zu sein.

 

Oliver Berger

Den vorletzten Slot besetzt Oliver Berger (Erfahrenheit). Der Consulting Director beschäftigt sich mit der Frage, ob sich Blogger Relations lohnen und wie dies gemessen werden kann. Dazu eignet sich seiner Meinung nach immer noch die 2011 entwickelte Methode des Social Media ROI von Stefanos Karagos. Die Methode arbeitet auf der Basis von Korrelationen. Einfach gesagt, wird sich die Entwicklung der Kampagnen KPIs angeschaut und ein Vergleich der Entwicklung mit der Entwicklung wichtiger Unternehmenskennzahlen wie Umsatz, Neukunden, Loyalität etc. gezogen. Zeigen beispielsweise die Kurve der Interaktionen mit einem Blogpost des beauftragten Influencers und die Kurve der Neukundenentwicklung im gleichen Zeitraum nach oben, kann ein Zusammenhang abgeleitet werden.

 

Das Verfahren gibt allerdings höchstens Indizien für den Einfluss von Influencer-Aktivitäten auf den Unternehmenserfolg. Verwertbare Beweise sind das noch nicht. Es gibt inzwischen andere Ansätze der Erfolgsmessung.

Werden Bergers Ansichten mit denen von Lünebürger-Reidenbach verglichen, kann festgestellt werden, dass diese teilweise total gegensätzlich sind. Während Lünebürger-Reidenbach zwischen 1.500 und 10.000 € für einen Blogbeitrag eines Influencers zahlt, plädiert Berger dafür, Influencer lieber mit Incentives wie einem professionellen Monitoring ihrer Blogs zur Zusammenarbeit zu bewegen. Gegensätzlicher Meinung sind beide auch bei der Beziehungspflege zu Influencern. Während Lünebürger-Reidenbach in seiner sechsten These die langfristigen Beziehungen zu Influencers abwertet, fordert Berger genau das Gegenteil.

Clara Moring

Den Abschluss der Tagung übernimmt eine waschechte Bloggerin. Clara Moring betreibt mit tastesheriff einen Lifestyle Blog über „schöne Dinge“. Sie berichtet über ihre ersten Schritte als Bloggerin, über Kooperationen über die sie sich heute ärgert und schließlich, was sie heute ist. Heute ist die studierte Designerin nämlich nicht mehr nur Bloggerin sondern vor allem auch Veranstalterin, Buchautorin, Social Media Beraterin, Speaker, Workshopleiterin und einiges mehr. Hier führte eins zum anderen berichtet sie und alles hat mit dem bloggen angefangen.

 

Fazit

Insgesamt kann ich die Veranstaltung allen empfehlen, die gerade dabei sind in das Thema Influencer Relations einzusteigen. Ich möchte auch noch einmal erwähnen, dass die Tagung ein von Studenten organisiertes Event ist. Das Ostfalia Mediennetz leistet hier eine hervorragende Arbeit.

Eine kleine Ergänzung , was andere Besucher über die Veranstaltung sagen:

André ist seit Mitte 2015 Account Manager bei Projecter und zuständig für die Bereiche Social Media Marketing, Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing. André hat Marketingkommunikation studiert und treibt als Dozent an verschiedenen Hochschulen die Ausbildung im Social Media und Content Marketing voran.

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  1. Vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel!