Recap zur OMCap 2013

geschrieben am in der Kategorie Aus dem Agenturleben von

Customer Journey, Touchpoints, Content Marketing, Multi Channel Tracking und Co. – wem das keine Fremdwörter sind, der war auf der OMCap am 9.10. und 10.10. genau richtig. Über 50 Sessions boten den Teilnehmern interessante Einblicke in Online Marketing Trends und gaben einen Ausblick auf zukünftige Themen. Auch Projecter reiste mit einem dreiköpfigen Team an und belegte einen Slot – Katja durfte zusammen mit Pepe Mickler von Blue Summit Media über das Thema „Search & Social“ referieren.

Insgesamt war es eine durchweg gut organisierte Veranstaltung, die mit einigen Highlights aufwartete. Namhafte Speaker wie Jeff Allen, Timo Aden, Karl Kratz, Duane Forrester oder ein ominöser Black Hat SEO füllten die ehemaligen Kinosäle des Kosmos mühelos. Daneben kamen auch bisher unbekannte Speaker zu Wort.

Willkommen zur OMCap 2013!

Willkommen zur OMCap 2013!

Die einzelnen Sessions

Jeff Allen, bekannt durch den Blog „PPC Hero“ , gab uns drei Dinge mit auf den Weg, die man als SEM Manager niemals tun sollte. Dazu gehören: Auf den Qualitätsfaktor optimieren, den Account überoptimieren und Berichte nicht zu segmentieren. Stattdessen setzt er darauf, den Fokus auf die Top Keywords zu legen und diese zu optimieren und empfiehlt, die Search Partner bei weitgehenden und in Wortgruppe eingebuchten Keywords auszuschalten. Das setzt dann aber auch feingliedrige Kampagnen voraus, bei denen je Kampagne nur ein Matchtype verwendet wird.

Dem Dauerbrenner der Konferenzthemem im Bereich Suchmaschinenoptimierung widmeten sich Rebecca Churt von Hubspot und Maik Metzen von AKM3: Content und Linkmarketing. Viele Neuerungen wurden in diesem Slot zwar nicht besprochen, einige Tipps für die Praxis konnten wir dennoch mitnehmen. So nutzt Maik Metzen für das Seeding seiner Content Marketing Kampagnen auch Google Adwords sowie Facebook Ads. Warum? Informationale Keywords haben in der Regel einen niedrigeren CPC und wenig Konkurrenz.

Sehr unterhaltsam war die Session von Timo Aden und Karl Kratz. Timo Aden hielt ein Plädoyer für mehr Webanalyse. Seiner Meinung nach blieben noch zu viele Analysemöglichkeiten und damit Segmentierungsmöglichkeiten ungenutzt. Schließlich meint er: „Durchschnitt? Langweilig!“. Die Herausforderung für Marketing Manager sei, nicht nach dem Durchschnitt zu optimieren. Jeder Nutzer ist individuell und müsse gezielter angesprochen werden. Dafür liefern Webanalysetools die richtigen Daten – man muss sie nur auswerten.
Dann war Karl Kratz Time. Ein Entertainer. Das Publikum genoss die Show. Karl Kratz ist ein humorvoller, spontaner und eloquenter Redner, der jeden in seinen Bann zieht. Bei all der Show, in der er sogar einer Anwesenden einen Heiratsantrag machte, vermittelt er dennoch Informationen. Sein Anliegen: wie kann ich aus Nichtconversions doch noch Conversions generieren? Dazu trackt er, was die Besucher seiner Landing Page alles nicht getan haben (z.B. Leseprobe heruntergeladen, Referenzen durchgelesen, Kaufbutton geklickt) um diesem Nutzer im nächsten Schritt eine angepasste Landing Page zu präsentieren. Bei dieser Variante der Landing Page wird dann eben das Element hervorgehoben, welches der Besucher beim letzten Mal noch nicht beachtet hat um ihn zwangsläufig zur Conversion (=Kauf) zu animieren. Zitat von Karl Kratz: „Die Frage ist nicht, ob er konvertiert, sondern wann er konvertiert.“ Insgesamt eine technisch aufwändige Angelegenheit. Schnell kann man hochrechnen, dass bei mehreren Variablen die Zahl der möglichen Landing Pages im zweifachen Bereich liegt. Dennoch ist der Ansatz gut und gibt einen Denkanstoß.

Ein Highlight für viele angereiste SEOs war das Panel „Ask the Xooglers like never before“ mit Fili Wiese und Kaspar Szymanski. Als ehemalige Mitarbeiter im Google Search Quality Team, der „Spam-Bekämpfungseinheit“ gaben beide hilfreiche Hinweise zum Einreichen des Reconsideration Requests und dem Umgang mit manuellen Abstrafungen. Beide vertraten dabei die These, dass das klassische Linkbuilding zugunsten von Community Links aufgegeben werden soll. Das geeignete Mittel dafür ist – wie viele SEO bereits wissen – guter Content. Darüber hinaus gab Kaspar Szymanski einen wertvollen Hinweis, wie man eine Abstrafung sinnvoll bekämpft: „Fix the issue!“ – soll heißen, Webmaster müssen die negativen Signale, die Google von ihrer Website erhält, in positive Signale umwandeln. Zum Beispiel mit gutem Content. Dann klappts auch wieder mit den Rankings!

Den Titel als bester Speaker des Tages ging dennoch nicht an Karl Kratz, sondern völlig verdientermaßen an Robert Seeger, der den unterhaltsamsten und erfrischendsten Vortrag zum Thema Social Media hielt, den wir bislang auf Konferenzen gesehen haben. Er verschliss dabei nicht nur eine unglaubliche Menge an Folien in nur 20 Minuten, sondern beanspruchte auch unsere Lachmuskeln gehörig. Merkt euch: Social Media ist Liebe!! Natürlich brachte er auch ein paar ernsthafte Botschaften unter, die vor allem erklärten, warum Social Media bei manchen Unternehmen (extrem gut) funktioniert und bei anderen gar nicht. Falls es eine Videoaufzeichnung dieses Vortrags geben sollte, empfehlen wir: Unbedingt anschauen! Popcorn nicht vergessen…

Mit einer ganz anderen Fragestellung beschäftigte sich das Panel „Online Marketing für Non-Profit Organisationen“, das mit Monika Gehner (Leiterin Social Media bei der WHO), Raúl Krauthausen (Gründer von  Sozialhelden und Initiator von Wheelmap.org), Sascha Schubert (Gründer von Spendino) und Christian Busch (Berater für die Crowdfunding-Plattform Indiegogo) sehr spannend besetzt war. Lediglich die Moderation durch Kai Rieke wirkte eher uninspiriert, so dass keine richtige Diskussion in Gang kam, was nicht daran lag, dass die Teilnehmer nichts zu sagen hatten. Besonders beeindruckend fanden wir die Mammutaufgabe, die Inhalte der Weltgesundheitsorganisation mittels sozialer Medien weltweit ganz neuen Zielgruppen verfügbar zu machen. Auch mit dem Google Grants Programm hatten einige Panelteilnehmer bereits Erfahrungen gesammelt, wobei die Zahl im Raum stand, dass im amerikanischen Raum wohl zur Akquise von 100 Spendendollars über 200 Dollar Marketingbudget eingesetzt werden müssen. Schwer vorstellbar und offenbar kein einfaches Geschäft!

Sean Malseed von SEMrush gab unter dem Titel „The Death of Trial and Error“ nützliche Tipps, wie man von der Konkurrenz in Sachen Google Adwords lernen und deren Fehler dadurch gezielt vermeiden könnte. Mit Hilfe eines dreistufigen Prozessess kann man die eigene Kampagnenplanung optimieren: 1. Check competitors, 2. Identify landscape, 3. Optimize campaigns. Darüber hinaus zeigte er einige nützliche Tools, welche die Recherche erleichtern.
Im zweiten Teil dieser Sessions stellte Etai Rosen von Similar Web das im Januar diesen Jahres gelaunchte Tool etwas näher vor. Dort erwarten den Nutzern große Datenmengen bis hin zu Einblicken in die Conversionrate der Konkurrenz. Ein weiterer Clou: Probleme mit „Not provided“ Keywords gibt es mit diesem Tool nicht mehr. Ein kleines Manko ist leider der Preis, der das Tool wohl nur für große Unternehmen und Agenturen attraktiv macht. Nichts desto trotz können sich alle Interessierten für einen 24h Testzugang anmelden.

Auch Duane Forrester von bing gab neue Denkanstöße. Er prognostiziert, dass zukünftig die Suche im Internet nicht dadurch bestimmt sein wird, dass der Nutzer etwas im Suchschlitz der Suchmaschine eintippt. Vielmehr werden andere Mechanismen wie Sprachsteuerung, Touchpads, Kamerabilder uvm. zur Suche benutzt. So bestellt Duane selbst per Spracherkennung über seine XBox die Pizza nach Hause. Das bedeutet aber auch, dass Content immer wichtiger wird. Er setzt auf das Credo: Kümmere dich um die SEO-Basics, aber lege den Fokus auf Social Media und Content.

Projecter bei der OMCap 2013: Wir zeigen vollen Einsatz!

Projecter bei der OMCap 2013: Wir zeigen vollen Einsatz!

Fazit

Die OMCap 2013 war eine gelungene Veranstaltung, die für jeden Bereich des Online Marketings spannende Panels bereit hielt. Besonders lobend zu erwähnen war der hohe Anteil internationaler Speaker, die sich sonst nur auf die SMX in München verirren. Die Vortragenden trugen dazu bei, die Konferenz nicht nur inhaltlich zu einem Highlight zu machen. Wünschenswert wäre fürs nächste Mal eine stärkere Berücksichtigung strategischer Themen, die z.B. für die zahlreich anwesenden Geschäftsführer und Head Ofs von Agenturen spannend wären. Den einen oder anderen Speaker hätte man auch liebend gerne länger als die häufig sehr knappen 20 Minuten gehört, die manche Themen nur oberflächlich anreißen ließen. Ungewöhnlich und sehr schön war die Location, auch wenn wir behaupten möchte, dass der Anteil der erschöpft in Kurzschlaf versinkenden Session-Teilnehmer am Nachmittag aufgrund der sehr bequemen Kino-Plüschsessel deutlich erhöht war. 🙂 Vielen Dank an André und sein Team für die Organisation – die OMCap hat ihren Platz auf unserer Konferenzen-Shortlist auf jeden Fall behauptet!

Julia ist seit September 2009 bei Projecter, Account Managerin und zuständig für den Bereich Social Media Marketing. Julia ist ausgebildete Mediengestalterin und hat ein Bachelorstudium in Medienmanagement absolviert. Sie wünscht sich Kommentare zu ihren Beiträgen!

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  1. War super!
    Bin extra von Berlin angereist, doch es hat sich allemal gelohnt, würde es wieder tun.
    Die Speaker sind wirklich zu Loben! War einfach alles in allem eine gelungene Veranstaltung zum Thema Marketing 🙂

    Grüße Dennis

  2. Karl ist meistens schon alleine eine Reise wert. Schade das ich nicht kommen konnte.