SEO Campixx – Tag1

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Ab 8 Uhr morgens haben sich einige SEOs wohl schon in den Hallen des Müggelsee Hotels getummelt – zumindest war das der offizielle Start der SEO Campixx in Berlin. Ob so früh wirklich schon so viel los war, kann ich nicht beurteilen (kam erst gegen 10.30 Uhr), wage ich aber auch zu bezweifeln. Offenbar wurde die hiesige Bar noch bis morgens um 5 Uhr belagert. Dementsprechend zerknautscht kam mir der ein oder andere auch noch zur Mittagszeit entgegen.

Die Sessions am Vormittag

Das Programm dreht sich natürlich im Wesentlichen um SEO – in diesem Rahmen ist es aber sehr vielfältig. Die ersten Sessions begannen um 11.30 Uhr: "Google Top10 – was kommt danach?", "Wordpress SEO für Beginner", "Traffic über Google Base" und "SEO für Videos". Ich habe die erstgenannte Session besucht, der Titel war allerdings mißverständlich. Es ging um einen Vergleich von SEOs mit Unternehmern. Viele Suchmaschinenoptimierer denken demnach zu kurzfristig und sind mit ihren Projekten am schnellen Geld interessiert. Das ist sicherlich eine richtige Beobachtung. Allerdings werden SEOs auch zunehmend zu Unternehmern, die ihr Einkommen langfristiger planen und die Einnahme-Quellen sinnvoll streuen. Mit Marcus Tober, Johannes Beus, Thomas Promny, Andre Alpar und einigen mehr gibt es heute gestandene Unternehmer, die ihre Karriere einst als SEO begonnen hatten und nebenbei immer noch eine Menge "Projekte" im Netz zu stehen haben.
Danach ging es erstmal Mittagessen. Ziemlich bodenständig: Kartoffelsuppe mit Würstchen. Hat seinen Zweck aber erfüllt.

Die Sessions am Nachmittag

Nach der Mittagspause ging es weiter mit "Ranking Faktoren", "Mobile SEO", "Guerilla Marketing mit der URL", "SEO im Fachverlag" und "SEO User Centered Design". Ich habe mich für letztere Veranstaltung entschieden und es nicht bereut. Jens Fauldrath hat sehr anschaulich und unterhaltsam beschrieben, wie SEO in einem Konzern (T-Online) funktioniert. Externer Linkaufbau spielt bei ihm verständlicherweise keine Rolle. So ging es in seinem Vortrag vor allem um den strukturellen Aufbau von großen Portalen. Besonders interessant fand ich zwei Aspekte:

Das Relevanz-Paradoxon (Wort-Neuschöpfung): Die Startseite von vielen großen Webseiten ist für den Nutzer irrelevant. Er findet in der Regel nicht sofort die Information, die er eigentlich sucht. Allerdings ist die Startseite in der Regel die stärkste Seite. Auf der anderen Seite sind Artikel oder Produkte für den Nutzer viel relevanter, in der Seitennavigation meistens aber nur in sehr tiefen Ebenen verlinkt.

Dazu passend: Bottom-Up-Verlinkung á la Amazon. Anstatt von oben (Startseite) herab, die erste Kategorie-Navigation zu verlinken und von dort die zweite Ebene und von dort die dritte Ebene, werden bei Amazon auf der Startseite viele Top-Produkte und für den Nutzer relevante Produkte angezeigt. Dazu werden von jedem Produkt aus viele weitere Produkte verlinkt (ähnliche Produkte, andere Produkte vom Künstler/Autoren, von anderen gekaufte Artikel, Empfehlungslisten). Top-Produkte, die bei Google auch schwerer umkämpft sind, werden automatisch häufiger verlinkt, während weniger populäre Produkte auch weniger interne Linkliebe bekommen, was aber aufgrund der geringeren Wettbewerbssituation auch ausreichend ist.

Da mir Jens‘ Vortrag gut gefallen hat, habe ich mir anschließend gleich den nächsten von ihm angeschaut: "Keyword-Analyse und Klickverhalten". Unter anderem riet er seinem Publikum, nicht auf Navigational Keywords (z.B. Brands) zu optimieren, was in der Folge kontrovers diskutiert worden ist. Weiterhin standen die folgenden Sessions zur Auswahl: "Ranking Faktoren 2", "Twitter – kein SEO-Paradies", "SEO für Online Shops" und "SEO & Recht".

SEO Total

Nach einer kurzen Kaffee-Pause ging es weiter mit "Affiliate Marketing für SEOs", "Google Penalties", "SEO-Agenturen der Zukunft", "SEO Semantik Tools" und "SEO Total". Da ich noch nie einen Vortrag von Gerald Steffens gehört habe, entschied ich mich für sein "SEO Total". Der Inhalt des Vortrags war jedoch sehr überraschend. Anstatt bierernst über SEO zu diskutieren, schlüpfte Gerald in seine Rolle als Inhaber der SEO-Klitsche. Dementsprechend nützlich waren seine Optimierungs-Tipps: den kompletten Text bis zu 26 mal auf einer Seite unterbringen (Titel, Meta-Description, Meta-Keywords, als alt-Attribut in mind. 20 Images und natürlich im Text selbst!). Die Idee von volkseigenen Linkfarms fand er jedoch nicht unterstützenswert.
Seit heute Vormittag habe ich bereits viele interessante Gespräche führen können, u.a. mit Uwe, Sascha und Tim.
Nun ist der offizielle Teil vorbei und das erweiterte Networking beginnt. Ich bin sicher, dass Alkohol fließen wird, von SEO Bullriding und einer Band ist die Rede. Ich bin gespannt!

Patrick war Geschäftsführer und Experte in den Bereichen SEM und Affiliate Marketing. Nach einem BWL-Studium an der Berliner Berufsakademie „School of Economics“ und der Arbeit im Online Marketing bei Spreadshirt entwickelte er eigene Affiliate-Projekte und zusammen mit Katja von der Burg die Idee zu „Projecter“.

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  1. Danke für die schöne Zusammenfassung. Vor allem den Punkt „Bottom-Up-Verlinkung“ finde ich als Anlass bei den großen zu Spicken… immerhin machen diese sich viel mehr Gedanken wie eine 1-Mann-Firma.

  2. Hi Markus,
    da hast Du Recht. Insbesondere bei komplexeren Projekten, lohnt es sich, mal etwas bei den ganz Großen abzuschauen.