SERIE: Head of-Interviews–Tobias Pappert, Head of SMM

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Nachdem euch Stefanie einen kleinen Einblick in ihre Arbeit als Head of SEM gegeben hat, stellen wir jetzt Tobias, unseren Head of SMM, vor.

Helene: Zuallererst stellt sich natürlich die Frage: Wie bist du eigentlich Head of Social Media geworden?

Tobias: Ich bin seit ca. zweieinhalb Jahren bei Projecter und von Beginn an im Social Media Marketing tätig. In dieser Zeit haben wir den Bereich beständig ausgebaut und Strukturen und Prozesse etabliert. Unserer Unternehmensphilosophie entsprechend wird jeder Kanal von einem Head of geleitet, der verantwortlich für den Bereich ist und diesen weiterentwickelt.

Helene: Was genau sind denn deine Aufgaben als Head of SMM?

Tobi_DachterrasseTobias: Die Aufgaben sind vielfältig und abwechslungsreich. Der Kanal ist – wie die gesamte Online Marketing Branche – sehr dynamisch. Neue Netzwerke entstehen, bereits etablierte entwickeln sich ebenfalls stetig weiter. Änderungen sind demnach an der Tagesordnung. Den Wissenstransfer zu organisieren, Innovationen im Social Media Team zu besprechen und sinnvoll für die Kunden einzusetzen, all dies fällt dabei in meinen Bereich. Dazu bin ich auch Ansprechpartner für das Team.

Die tägliche Arbeit in den Accounts macht natürlich ebenso großen Spaß, da wir viele Innovationen direkt selbst umsetzen.

Darüber hinaus bin ich in der Kundenberatung, der Konzeptionierung von Kampagnen und der Weiterentwicklung des Social Media Kanals tätig. Ganz aktuell hatten und haben wir viele Social Media Workshops, die wir in enger Absprache mit den Kunden umsetzen und die mir viel Freude machen.

Helene: Das klingt ganz so, als wärst du genau im richtigen Bereich, wenn dir deine verschiedenen Aufgaben alle Spaß machen. Aber was ist dein allerliebster Aspekt am SMM?

Tobias: Den einen Lieblingsaspekt habe ich gar nicht – vielmehr sind es die komplexen Aufgaben und Herausforderungen, die mir gefallen. Der unmittelbare Dialog und die Interaktion in der täglichen Arbeit ist sicher ein Punkt, den ich sehr schätze. Die Ideen, die man umsetzt, werden in Sekundenschnelle bewertet, z.B. von tausenden Facebook Fans. Das finde ich persönlich immer sehr reizvoll: Wie kommt die Kampagne an? Eine Idee, die man arbeitsintensiv vorbereitet und dann umsetzt, steht sofort nach der Veröffentlichung auf dem Prüfstand. Das gefällt mir! Aber auch das Monitoring und die Detailanalysen der Kampagnen machen mir Spaß sowie daraus die richtigen Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei ist vieles wie erwähnt sehr dynamisch und im steten Wandel. Routineaufgaben sind demnach eher Mangelware, was mir sehr zusagt!

Helene: Wenn schon nicht bei den Aufgaben, hast du denn bei den einzelnen Netzwerken einen Favoriten?

Tobias: Also zeitlich gesehen sicher Facebook. Hier halte ich mich in der täglichen Arbeit eindeutig am meisten auf. Das liegt natürlich auch an der großen Reichweite der Plattform. Die momentane Twitter-Entwicklung finde ich spannend, das Netzwerk bekommt medial viel Aufmerksamkeit, während die Deutschen selbst noch etwas zurückhaltend sind. Einige Google+ Features sind richtig cool, leider ist das Netzwerk aus Social Media Sicht nach wie vor noch nicht so richtig wachgeküsst und momentan eher unter anderen Gesichtspunkten wie der Einbindung in weitere Google Dienste oder aus SEO-Gründen spannend und lohnenswert. Aber das wird noch – da bin ich mir sicher. Am Pinterest Hype hat man mal wieder gesehen, was für ein Potenzial Social Media hat. Eben noch gar nicht da, schon kommt man fast nicht mehr daran vorbei. Und das mit einer Social-Photo-Sharing-Website. Simple Idee – gut umgesetzt – Riesenerfolg! So kann’s gehen!

Ich bin zudem großer Blog-Fan, auch wenn es etwas von deiner Frage abweicht. Nicht nur privat, auch für viele Unternehmen lohnt sich ein Corporate Blog. Es gibt so viele gute und lesenswerte Blogs – ob relevante Fachinformationen oder gute Unterhaltung – hier wird einem nahezu alles geboten. Kostenlos, aber extrem hochwertig! Ein super Medium und z.B. in der Online Marketing Branche unverzichtbar. Also Leute, lest fleißig Blogs!

Helene: Ich werde mein Bestes tun. ;) Aber jetzt von allen Lieblingsaspekten mal abgesehen: Wie lange könntest du auf Soziale Netzwerke verzichten?

Tobias: Das wäre die Challenge! Log Dich eine Woche in keinem Social Network ein. Müsste ich eigentlich mal ausprobieren, Urlaub wäre dafür aber zwingend eine Grundvoraussetzung. Und selbst dann bin ich mir nicht sicher, ob es funktioniert…

Helene: Du könntest dich verstärkt auf die anderen Bereiche des Online Marketings konzentrieren, da hast du schließlich auch viel Erfahrung und könntest Entzugserscheinungen vermeiden…

Helfen dir deine Erfahrungen aus anderen Online Marketing Kanälen, z.B. SEM, im Social Media Marketing weiter?

Tobias: Absolut. Social Media ist durchaus komplex. Kampagnenplanung, das Monitoring, Auswertungen, Rückschlüsse ziehen, Optimierungen vornehmen, das dürfte jedem Online Marketer bekannt vorkommen. Auch im Social Media dürfen gewisse Standards auf keinen Fall fehlen. Das haben viele Unternehmen mittlerweile auch erkannt. Die Zeit, in der man einfach nur „dabei sein wollte“, gehört der Vergangenheit an. Social Media ist ja gewissermaßen interdisziplinär. Mit zunehmenden Einsatzgebieten im Branding, Sales, dem CRM oder auch der PR steigen die Anforderungen an den Kanal. Da hilft es, den Blick für’s große Ganze zu haben, den man als Account Manager ziemlich gut verinnerlicht hat.

Helene: Du hast schon ganz viel von den verschiedenen Aspekten des Social Media Marketings erzählt, die natürlich alle sehr wichtig sind. Aber worauf legst du besonderen Wert im SMM?

Tobias: Qualität! 5 Euro ins Phrasenschwein, aber so ist es nun mal. Nur mit hochwertigem Content erreiche ich die Leute und kann meine Ziele umsetzen. Das ist für jede erfolgreiche Social Media Strategie unerlässlich und geht einem persönlich doch nicht anders! Oder nerven Dich nicht die “Guten Morgen @all” Kommentare mancher User? Das verzeiht man auf persönlicher Ebene schon mal, aber gerade für Unternehmen ist es unerlässlich, mit Ihrem Social Media Angebot dem User einen Mehrwert zu bieten und das funktioniert eben nur über qualitativ hochwertigen Content.


Social Media  Marketing Agentur

Helene: Einfach, aber klar. Zumal man Qualität eigentlich nur erreicht, wenn man alle einzelnen Aufgaben gut kombiniert und keine vernachlässigt.

Gibt es irgendein tolles Tool, dass du dir für das Social Media Marketing wünschen würdest? Z.B. das ultimative Monitoringtool für alles und jeden?

Tobias: Ehrlich gesagt bin ich ganz zufrieden. Ein Tool für alles, da sind die Bugs doch vorprogrammiert! An den Einsatz diverser Tools gewöhnt man sich fast wie im Schlaf. Was mir aber nach wie vor sehr gut gefällt, ist die Vorstellung einer Kundin, die dachte, meine Kollegin sitzt hier in so einer Art Raumschiff mit einer riesigen Wand voller Bildschirme. Mit Ihrem Steuerknüppel lenkt Sie dabei geschickt das Geschehen in den Netzwerken! Falls das mal jemand erfinden sollte, würde ich gerne eine Probefahrt machen!

Helene: Das klingt wie die perfekte Kombination aus Arbeit und Computerspiel. ;) Wenn wir schon mit futuristischen Gedanken beschäftigt sind, was meinst du zur Zukunft des Social Media Marketings? Wird die Social Media Blase platzen? Werden Facebook, Twitter und Co. die nächsten zehn Jahre überleben?

Tobias: Social Media ist aus meiner Sicht für Unternehmen heute schon unentbehrlich, zukünftig sehe ich im Social Web noch weitaus größeres Potenzial. Viele Unternehmen hatten sicher in der Vergangenheit falsche Vorstellungen, was diesen Kanal angeht. Hier erkennt man aber ganz klar einen Wandel. Es kommt natürlich immer auch darauf an, was ich für Ziele mit meinem Social Media Engagement verfolge.

Unverzichtbar ist dabei eine Gesamtstrategie, die diesen Kanal sinnvoll einbindet und nicht losgelöst betrachtet. Das ist harte Arbeit und bedeutet für viele Unternehmen den Aus- bzw. Aufbau von Strukturen. Denkbar ist auch das Szenario, dass Marketing-, PR-Abteilungen und Unternehmenskommunikation dank Social Media zu ganzheitlichen Abteilungen verschmelzen, die zwar verschiedene Ziele verfolgen, aber den Kanal gewinnbringend für sich zu nutzen wissen. Der Präsenz im Internet über die reine Webseite hinaus kann sich meines Erachtens kein Unternehmen mittelfristig verschließen. In Zukunft werden noch mehr Menschen das Social Web nutzen, um mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Dieser Wandel ist doch bereits in vollem Gange und Teil unserer Kultur. Ob dies dann in zehn Jahren bei Facebook. Twitter, Google+ oder sonst wo sein wird, weiß ich natürlich auch nicht – dass es aber stattfinden wird, davon bin ich überzeugt.

Helene: Wir werden das einfach im Auge behalten, vielleicht gibt es bis dahin auch einen neuen Player, der die anderen überflügelt… Für jetzt danke ich dir aber erst einmal für das nette Interview. :)

Helene war 2011 bis 2012 bei uns als Online Marketing Assistentin tätig.

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