Zahlen und Statistiken zur Internetnutzung 2012

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Im letzten Jahr haben wir euch einige Statistiken und Grafiken zur Internetnutzung vorgestellt – seitdem ist viel passiert und es wird Zeit für eine Neuauflage unseres Blogbeitrags, denn das Internet und seine Nutzung befinden sich im ständigen Wandel. Häufig werden neu Entwicklungen gehypt oder Schlagzeilen geteilt – aber was dahinter steckt, das wissen nur die Zahlen.

Allgemeine Internetnutzung

internetnutzer 1997-2012

Im August ist die aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie erschienen und bietet uns neue Zahlen aus vielen Bereichen, vor allem aber auch zu den allgemeinen Nutzerzahlen: Im letzten Jahr sind 1,7 Millionen neue Internetnutzer hinzugekommen, d.h. über 3/4 bzw. 53,43 Millionen der Deutschen sind nun online.

Damit hat sich der Wachstumsgrad etwas verringert, was vermutlich mit der hohen Durchdringung zusammenhängt. Auch wenn zunehmend mehr Rentner (39,2%) online sind, ist die Altersgruppe 60+ trotzdem am schwächsten vertreten. Im Gegensatz dazu sind über 90% der kompletten Altersgruppe 14 – 49 online. In der jüngsten Altersgruppe (14-19 Jahre) ist sogar eine ganzheitliche Durchdringung von 100% erreicht. Hieraus lässt sich die weitere Entwicklung sehr gut ablesen, schließlich sind die 19-Jährigen von heute die 29- / 39- / 49-Jährigen von morgen. Die heutige Generation wächst mit dem Internet auf – es ist aus dem Leben nicht mehr wegzudenken.

Art der Internetnutzung

mobilerZugangEs ändert sich aber nicht nur die Anzahl der Internetnutzer, sondern auch der Art der Internetnutzung. Speziell sind hier die Trends der Mobilen Nutzung und des Second Screens interessant, die ebenfalls in der ARD/ZDF-Onlinestudie untersucht wurden.

Wie schon in den letzten Jahren deutlich wurde, steigt die Mobile Nutzung immer mehr an. 23% der Internetnutzer sind auch über ihr Mobiltelefon online, bei den Männern sind es sogar 27%, womit das erste Viertel geknackt ist. Auch Tablets erfreuen sich zunehmend höherer Beliebtheit und werden immerhin von 4% der Onliner verwendet.

Speziell in Verbindung mit der mobilen Nutzung wurde der Trend zum Second Screen beobachtet. Demnach werden zunehmend gleichzeitig zwei Screens, z.B. der Fernseher und ein Laptop / Smartphone verwendet. Dabei können über das Zweitgerät z.B. Informationen zu der zeitgleich rezipierten Fernsehsendung recherchiert oder aber Meinungen mit Freunden/Bekannten, die ebenfalls das Programm rezipieren, ausgetauscht werden.

ZeitenwendeInternet

Social Media Nutzung

Vor einiger Zeit erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Artikel mit dem Titel „Zeitenwende im Internet“. Vorgestellt wurde eine Studie des Marktforschungsunternehmen Comscore, die sich mit den Internetaktivitäten der jungen Generation (15-24 Jahre) im Vergleich zum Vorjahr befasste.

Es wurde deutlich, dass alte Favoriten, wie Instant Messengers oder klassische Online Portale, Nutzerzeit verloren, während vor allem Social Media mit einem Plus von 51 Minuten überzeugen konnte. Auch wenn diese Daten bereits etwas älter sind, so ist doch ein eindeutiger Trend sichtbar.

Etwas schwieriger wird es, wenn es darum geht, die genauen Social Networks zu finden, die die Nutzer anziehen. Mit Google+ und Pinterest sind einige neue Player auf dem Markt, die rasant Nutzer gewinnen.

googleplus-nutzer

Die Zahlen sehen gut aus, dennoch wird vor allem Google+ oft kritisiert und diskutiert: Nutzerzahlen allein geben nicht die Nutzungsdauer an, Nutzungsdauer nicht die Intensität. Im Gegensatz dazu soll Pinterest sogar mehr Traffic liefern als Yahoo. Es ist schwierig, eine eindeutig zutreffende Aussage zu formulieren – nur eines steht fest: Die Relevanz der Sozialen Netzwerke im Allgemeinen nimmt weiter zu, welches genau aktiv rezipiert wird, dass hängt immer vom individuellen Nutzer ab. Wenn ihr genauere aktuelle Zahlen kennt, dann würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Eine weitere Statistik mit genauen Zahlen habe ich aber dennoch. Dabei geht es um Facebook, das in letzter Zeit vermehrt kritisiert wird. Genaue Zahlen zu den Nutzern gibt es auf allfacebook.de oder socialbakers.com, doch da diese unverändert (wenn auch etwas verlangsamt) steigen, soll mein Augenmerk auf etwas anderem liegen. Seit dem Facebook Börsengang wird das Geschäftsmodell des Netzwerkes kritisiert, man spricht von sinkendem Gewinn, einige Kritiker sehen sogar schon rote Zahlen und das Ende des blauen Riesen. Grund genug, einmal die Umsatzzahlen des Netzwerkes zu beobachten, die Quartalsweise veröffentlicht werden.

facebook umsatz

In dieser Übersicht wird deutlich, dass Facebook zwar nicht mehr einen derart rasant wachsenden Umsatz verbuchen kann wie noch 2010 und sogar im ersten Quartal 2012 mit etwas weniger Umsatz umgehen musste, von einem Einbruch kann hier aber nicht die Rede sein. Dass der Gewinn aktuell weniger hoch ist, liegt wahrscheinlich an den Kosten des Börsenganges, Investitionen und Entwicklungen. Dazu gibt es immer in unserer Social Media Auslese die neuesten Meldungen.

Fazit

Was fällt nun bei all unseren Betrachtungen auf? Zum Einen ist die Durchdringung durch Internet und Netzwerke bereits recht weit fortgeschritten, wodurch es nur natürlich ist, dass sich der Wachstumsgrad etwas verlangsamt. Zum Anderen geht der Trend immer mehr zur mobilen Internetnutzung und zur zeitgleichen Nutzung von zwei Medien. Diese Entwicklungen legen nahe, dass Websites für die mobile Nutzung optimiert und auch klassische Medien zunehmend Wert auf eine enge Vernetzung von Offline-Angeboten und Online-Auftritt legen sollten. Davon abgesehen ermöglicht das Second Screen Phänomen zunehmende Interaktion auch in Verbindung mit klassischen Medien.

Habt ihr weitere interessante Statistiken zur Internetnutzung im Allgemeinen oder zur Social Media Nutzung im Speziellen gefunden? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Helene war 2011 bis 2012 bei uns als Online Marketing Assistentin tätig.

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  1. Hallo Helene,
    sehr schöner Artikel. Da sind wirklich ein paar überraschende Zahlen dabei. Zum Beispiel die der Instant Messenger (-49%) oder Suche (-3%). Gut, wenn man eh nur noch Facebook (SM +51%) nutzt, braucht man Google halt nicht mehr.
    Wenn man sich die Zahlen aus der FAZ anguckt, könnte man denken, das Internet würde nur noch zum Spaß und Einkaufen benutzt :-)
    Grüße, Ferdi

  2. Hi!

    Den Artikel finde ich gut und sehr informativ.

    Ich denke nicht, dass das Internet nur zur Unterhaltung genutzt wird, sondern in letzter Zeit der Unterhaltunsgwert des Internets gestiegen ist, was aber nicht bedeutet, dass das Internet nicht für normale Sachen genutzt wird.

    Facebook und Co. zählen schon lange aber auch nicht mehr zur Unterhaltung. Jeder sieht einen Facebookaccount als selbstverständlich an.

  3. Den Einbruch der Instant Messenger finde ich persönlich spontan überhaupt nicht überraschend, wenn ich bedenke, dass dort vermutlich nicht der Facebook Chat eingeht. Ich glaube, das ist eine fast natürliche Erklärung für diesen Einsturz.

  4. Sehr schöner und informativer Artikel !
    Es ist echt interessant zu sehen, dass sich die Nutzung des Internets sich doch noch sehr stark mit der Zeit ändert.
    Ein Thema welches man immer im Auge haben muss will man erfolgreich sein.

    danke !

  5. Genau das was du in deinem Fazit erwähnst habe ich auch seit längerem festgestellt. Die mobile Internetnutzung wird extrem stark zunehmen, dieser Trend hat sich extrem entwickelt mit den ganzen Smartphones. Das ist ein riesiger Markt mit enormen Potenzial, hier werden wir in naher Zukunft noch einiges erleben!

  6. Klar werden die mobilen Nutzer immer mehr. Ist ja auch mehr als Praktisch, mal schnell unterwegs was nachzusehen oder sich die Zeit im Internet zu vertrieben, wenn man im Zug, Bus oder wo anders sitzt.

  7. Es verändert sich wirklich extrem! Mit den mobilen Endgeräten kann man jetzt überall online gehen und die Leute tun das auch.

  8. Hallo, die Zahlen zum mobilen Markt finde ich auch sehr überraschend. Der Bereich bei den Online-Marketern dürfte sich in nächster Zeit entsprechend verändern. Die Social-Media-Zahlen finde ich weniger überzeugend. Sie stammen aus dem Zeitraum Oktober 2010-Oktober 2011. Das ist heutzutage eine sehr lange Zeit her.

  9. Zu was zählt denn Youtube und Konsorten? Zu Unterhaltung? Diesbezüglich wäre eine Abgrenzung sicherlich spannend gewesen.

    Die zahlen überraschen mich kaum. Hätte gedacht, dass die sozialen Netzwerke noch stärkere Werte aufweisen.

  10. Der Artikel und der Blog gefallen mir.
    Schöne Grüsse aus München
    Rainer Ostendorf