Filter im Adwords Account – Möglichkeiten und Einsatz

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Google gibt seinen Kunden mit den AdWords-Filtern ein mächtiges Werkzeug an die Hand, um schnell und effektiv einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen, aber auch Fehlerquellen im Account zu erlangen. Grund genug für uns, einmal genauer hinzuschauen und die gängigsten Filter zu betrachten.

Grundlegendes & Optionen

Filter finden sich auf fast allen Ebenen und Bereichen im AdWords-Konto wieder. Die wohl geläufigsten sind die Filter auf Kampagnen-, Anzeigengruppen-, Anzeigen-, und Keyword-Ebene. Durch die weitgehend freie Verknüpfbarkeit der Attribute lässt sich eine Vielzahl an Bedingungen abbilden. Dabei stellt Google standardmäßig schon eigene grundlegende Filter bereit:

AdWords Filter

AdWords Filter

Oft genutzt und für die tägliche Arbeit eigentlich fast unverzichtbar: Keywords unter dem Gebot für die erste Seite.  Je nach Konkurrenzsituation und Suchvolumen kann damit zumindest sichergestellt werden, dass die Anzeigen entsprechend positioniert sind und Impressionen erzeugen.
Eigene Filter können über den Menüpunkt „Filter erstellen“ angelegt und für eine spätere Nutzung gespeichert werden.

Weitere Filter

Nun wollen wir euch eine Auswahl möglicher Filter vorstellen, welche sich in der täglichen Arbeit mit einem AdWords-Account bewährt haben.

0-Performer

Ausgehend von einer durchschnittlichen Conversionrate von 2% im AdWords Account, sollte man nach 50 Klicks mit der ersten Conversion rechnen. Kalkuliert man noch eine gewisse Varianz ein, sollte spätestens nach 100 Klicks das Keyword genauer betrachtet werden.  Stimmt die Keywordoption bzw. lässt sich das Keyword noch weiter einschränken? Führt es evtl. zu einer ungewollten Anzeigenschaltung? Im ersten Schritt kann hier das Hinzufügen von negativen Keywords und die Senkung des CPCs, das Auflaufen weiterer Kosten eindämmen. Liegt kein Fokus auf diesem Keyword, kann es auch direkt pausiert werden.

Filter: Klicks > 200; Conversions = 0, Alternativ: Kosten > Ziel CPA; Conversions = 0

Zu teure Keywords mit Conversions

Liegen genügend Daten vor und hat das Keyword bereits konvertiert, sollten die Kosten regelmäßig überprüft werden. Je nach Zielvorgabe lässt sich der CPA oder der ROI als Kennzahl heranziehen. Abhängig von der eigenen Schmerzgrenze und den aufgelaufenen Kosten kann wieder der CPC nach unten angepasst oder gleich die Notbremse gezogen werden.

Filter: Converions > 1, CPA > Ziel

Keywords mit schlechten Qualitätsfaktoren identifizieren

Schlechte Qualitätsfaktoren sorgen für eine eingeschränkte Performance und bieten Optimierungspotenzial. Ab wann ist ein Qualitätsfaktor schlecht? Google gibt selbst die Antwort auf Grundlage des Standardfilters „Gute Qualität, aber Keywords mit geringem Anfragevolumen“ vor. Hier ist ein Wert von 5 angegeben, wobei natürlich auch höher angesetzt werden kann. Eine Unterscheidung zwischen konvertierenden Keywords und Keywords ohne Conversions macht ebenfalls Sinn. Sollten schon Conversions vorliegen, lohnt es sich auf jeden Fall die Anzeigen zu optimieren, negative Keywords einzubuchen und ggf. eine passendere Landingpage zu testen. Bei Keywords ohne Conversions sollten zumindest genügend Impressions aufgelaufen sein, um Google die Möglichkeit zu geben, die Keywords einschätzen zu können.

Filter: Qualitätsfaktor < 5, Impressionen > 100, Conversions (1 pro Klick) < 0 Alternativ: Qualitätsfaktor < 5, Conversions (1 pro Klick) > 1

Top-Performer pushen

Neben den „negativen“ Szenarien, können natürlich auch Chancen identifiziert werden. So lohnt sich ein Blick auf die konvertierenden Keywords, welche unter dem Ziel CPO liegen, aber noch Platz nach oben in den Anzeigenpositionen bieten.  Eine Erhöhung des CPC’s sorgt im besten Fall für mehr Traffic und Umsatz.

Filter: Conversions (1 pro Klick) > 1, Kosten pro Conversion < Ziel CPA, Anzeigenposition < 3

Nach Label filtern und Keywords diagnostizieren

Vor einigen Monaten hat Google die Labels eingeführt. Damit lassen sich Kampagnen, Anzeigengruppen, Anzeigen und Keywords markieren bzw. labeln und im Anschluss schnell filtern. Gerade für die oben genannten Szenarien eine gute Möglichkeit die Ergebnisse entsprechend zu markieren und schnell wieder darauf zurückzugreifen.

Weiterhin haben sich die Labels auch bei temporären, saisonalen Aktionen bewährt und so lassen sich zum Beispiel Weihnachtskeywords per Automatisierung am 25.12 pausieren.

Keyword Diagnose

AdWords Keyword Diagnose

Die Keywords diagnostizieren-Funktion hat sich ein wenig  im AdWords Interface versteckt, aber in Verbindung mit der Ergebnisse filtern-Funktion lassen sich so Keywords aufdecken, welche aufgrund von negativen Keywords blockiert werden oder wo die Anzeigenschaltung durch ein anderes Keyword bereits abgedeckt ist.

Fazit

Ein Blick auf die vielfältigen Filtermöglichkeiten von Google AdWords lohnt sich auf jeden Fall. Neben den Standardfiltern sind der eigenen Kreativität aufgrund der Vielzahl der Verknüpfungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Spätestens seit die Google Analytics Daten in den AdWords Account einlaufen, kann hier noch einiges an Optimierungspotenzial abgeschöpft werden.

Daniel war seit Januar 2011 bis Februar 2014 als Online Marketing Manager im Projecter Team tätig.

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  1. Zu dem Artikel möchte ich aus eigener Erfahrung etwas einbringen. Gerade als relativer Adwords-Laie hatte ich am Beginn der Arbeit mit Adwords die Neigung mich nach den Grundeinstellungen zurück zu lehnen und den „Erfolg“ in Sachen Klicks zu „bewundern“. Nach einiger Zeit bin ich dann doch an die Optimierung gegangen und genau da kommen die zahlreichen Filter-möglichkeiten, die im Artikel beschrieben werden, ins Spiel. Die Fileroption bei den Keywords ist dabei meiner Ansicht nach die naheliegenste. Eine laufende Optimierung der Adwords-Kampagnen mit Hilfe der Filterfunktionen kann ich daher nur empfehlen. Man sieht weitere „Erfolge“ und die Motivation steigt.

  2. Ich find das sehr gut das Google die Label mit eingeführt hat, was mir am meisten gefallen hat ist das man Keywords per Automatisierung pausieren kann das erspart einem wahnsinnig viel Zeit, das finde ich super. Bei der Keywords diagnostizieren-Funktion habe ich eine Weile gebraucht bis ich das verstanden habe wie das funktionier, aber wenn man es mal verstanden hat lassen sich so sehr schnell die blockierten Keywords fündig machen das finde ich auch super.