Google Conversion Optimizer

geschrieben am in der Kategorie SEA von

Vor ein paar Tagen hat Google den Conversion Optimizer offiziell aus der Beta-Phase gehoben, nachdem das Tool bereits im September veröffentlicht worden war. Zeit, um ein paar Worte darüber zu verlieren.

Der Google Conversion Optimizer ist ein BidManagement-Tool, das die Gebote für Keywords automatisch reguliert. Basierend auf einem zuvor vereinparten Ziel-CPA werden alle Gebote in Real-Time so eingestellt, dass damit letztendlich der Ziel-CPA tatsächlich auch erreicht wird.

Grundlage bilden dabei historische Daten. Sobald Google für einen Account die Conversion Rates für jedes Keyword gesammelt hat, kann es die Gebote automatisch optimieren. Theoretisch kann eine Maschine das auch besser als der Mensch, da ein Account häufig tausende von Keywords enthält, die unmöglich alle beobachtet werden können. Voraussetzung dafür, dass der Conversion Optimizer optimal arbeitet, sind 200 Conversions innerhalb von 30 Tagen für jede teilnehmende Kampagne.

Der Google Conversion Optimizer ist natürlich schon lange vor der Beta-Phase getestet worden. So konnten wir ihn für einen unserer Accounts bereits seit dem Frühjahr 2007 nutzen.

Ich finde, dieses Tool ist in jedem Fall eine Option, die man jedoch nicht einfach unbedacht aktivieren und ihr dann bedenkenlos vertrauen sollte. Meiner Meinung nach hakt jedes BidManagement-Tool an zwei Dingen:

1) Das Gebotsmanagement basiert auf historischen Daten

Was grundsätzlich natürlich Sinn macht, wird zum Problem, sobald saisonale Effekte eine Rolle spielen. Gerade vor Weihnachten steigen die Conversion Rates in der Regel in einem kurzen Zeitraum explosionsartig an. Die Erfahrung im letzten Weihnachtsgeschäft zeigt, dass die Ziel-CPAs in dieser Zeit deutlich unterschritten werden, da das Tool noch immer von Conversion Rates vom November oder Oktober ausgeht. Gerade wenn die Anzeigen noch nicht auf den obersten zwei Positionen rangieren, würde es Sinn machen, die Gebote in dieser Zeit anzuheben, um das gesamte Potential im Rahmen des Ziel-CPAs auszunutzen.

2) Kampagnen sind inhomogen

Um den Google Conversion Optimizer für eine Kampagne nutzen zu können, muss diese mindestens 200 Conversions in einem Zeitraum von 30 Tagen aufweisen. Dieses Mindestmaß an Conversions wird benötigt, um valide historische Werte zu bekommen. Allerdings arbeitet das Gebotsmanagement auf Keyword-Ebene. Das heißt, für jedes Keyword wird (theoretisch) eine Historie aufgebaut. Schließlich konvertieren „Tasche“ und „Notebook Tasche blau“ unterschiedlich gut.

In den meisten Fällen enthält eine Kampagne jedoch hunderte oder tausende von Keywords, die zudem sehr inhomogen sein können.

Das führte in unserem Fall dazu, dass Keywords / Anzeigengruppen mit etwas weniger Traffic und unerdurchschnittlicher Conversions nie ihren Ziel-CPA erreichten sondern immer deutlich darüber hinaus schossen.

Um das BidManagement sinnvoll einsetzen zu können, sollte man Kampagnen also homogen gestalten, also mit Keywords füllen, die ähnlicher Natur sind und ähnlich gut konvertieren.


SEM Agentur

Patrick war Geschäftsführer und Experte in den Bereichen SEM und Affiliate Marketing. Nach einem BWL-Studium an der Berliner Berufsakademie „School of Economics“ und der Arbeit im Online Marketing bei Spreadshirt entwickelte er eigene Affiliate-Projekte und zusammen mit Katja von der Burg die Idee zu „Projecter“.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder