SEA Auslese September 2015

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SEA-Auslese

 

Mit dem Einzug des Herbstes gibt es auch spannende Neuerungen im Hause AdWords und Bing Ads. Zwar können die nativen Gmail Ads, dynamische Callout Extensions oder das Custom Match keinen Einfluss auf das trübe Wetter nehmen, für einen kleinen Lichtblick sorgten diese jedoch allemal!

Google AdWords

Custom Match – E-Mail-Targeting in AdWords

Was bei Facebook schon lange unter dem Namen Custom Audiences gang und gäbe ist, kann nun auch im Hause AdWords verwendet werden – ein Targeting nach E-Mail-Listen. Mit Hilfe des Custom Matches können die Werbetreibenden E-Mail-Listen hochladen, die mit den Google-eigenen Daten der registrierten Nutzer abgeglichen werden. Somit können ab sofort E-Mail Listen als Grundlage für das Kampagnen-Targeting verwendet werden. Neben der Google Suche ist dies auch auf Youtube sowie Gmail möglich. Eine weitere spannende Möglichkeit ist, dass nicht nur die eigentlichen Besucher, sondern deren statistische Zwillinge angesprochen werden können. Durch die Option der ähnlichen Zielgruppen können diese selektiert werden.

Aus dem Custom Match könnte sich natürlich ein wahres Potpourri an Möglichkeiten eröffnen – so könnte beispielsweise bei der Ansprache zwischen Bestands- und Neukunden unterschieden werden. Wie so oft könnte das deutsche Recht einen ordentlichen Strich durch die Rechnung der Werbetreibenden machen. Denn ob die Vorgehensweise bei den Custom Matches mit dem deutschen Recht in Einklang zu bringen ist, bleibt abzuwarten.

Native Gmail Ads

Nach Youtube erobert AdWords nun auch peu-à-peu die Postfächer der nichts ahnenden Gmail-Nutzer. Mit Hilfe der native Gmail Ads, früher auch als Gmail Sponsored Promotions (GSP) bezeichnet, können Werbetreibende die weltweit 900 Millionen aktiven Nutzer gezielt mit Anzeigen, Bannern und Videos ansprechen. Bisher waren diese nur bedingt in der AdWords-Oberfläche oder nur in einer Beta verfügbar. Dies hat sich nun geändert, denn ab sofort können die Gmail Ads mit Hilfe von Display-Kampagnen erstellt werden.

Neben der globalen Ausrollung hat Google zugleich auch neue Formate für die nativen Gmail Ads eingeführt – die Collapse Ad sowie die Expand Ad. Die Collapse Ad erscheint ganz normal im Postfach und hat den Anschein einer normalen E-Mail. Der Nutzer kann auf diese klicken und bekommt somit zusätzliche Informationen. Das führt direkt zu den Expanded Ads. Dies sind Werbeanzeigen, die sozusagen die komplette Fülle des Bildschirms einnehmen und mit einer Landing-Page im Shop des Werbetreibenden verglichen werden können. Dort können bspw. zusätzlicher Text und Bilder angezeigt werden. Ein CPC fällt nur dann an, wenn der Nutzer auf die Collapse Ad klickt. Jeder weitere Klick in der Expanded Ad wird nicht zusätzlich in Rechnung gestellt.

Beispiel Collapsed Ad

Beispiel für eine Collapsed Ad
Quelle: Wordstream.com

 

Beispiel Expanded Ads

Beispiel für eine Expanded Ad
Quelle: Wordstream.com

 

Wie sich diese nativen Ads genau in den AdWords Accounts umsetzen lassen und welche Targeting Optionen zur Verfügung stehen, wird an dieser Stelle nicht weiter beleuchtet. Vielmehr entführt euch Ralf nächste Woche in seinem Blogbeitrag mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung in die Welt der Gmail Ads.

Shopping Ads für Youtube

Mit Hilfe der neuen Shopping Ads möchte Google die Verzahnung zwischen Youtube und AdWords noch weiter vorantreiben. Neben den bisherigen True-View-Formaten soll es zukünftig eine viel nativere Art geben. Hier werden Produktinformationen nicht in der Video-Kampagne des Werbetreibenden, sondern bspw. in erstellten Hands-On-Videos oder Tests von anderen Youtube-Nutzern eingeblendet.

Native Shopping Ads in Test-Videos

Native Shopping Ads in Test-Videos
Quelle: Venturebeat

 

Auch der Video-Ersteller erhält in diesem Format natürlich auch einen kleinen Obolus für seinen erstellten Content. Wie und wann sich das Ganze final im Account umsetzen lässt, bleibt noch abzuwarten. Aktuell beginnt Google gerade mit den ersten Tests – die Ergebnisse lassen sicherlich nicht lange auf sich warten.

Universelle App Kampagnen für AdWords

Heimlich still und leise schleicht sich ein neuer Kampagnentyp in die AdWords Konten ein, die bereits im Mai angekündigt wurde – die universelle App Kampagne. Diese bezieht sich, wie der Name ja bereits erahnen lässt, auf die Bewerbung der App des Werbetreibenden und erleichtert die bisherigen Schritte, die für die Bewerbung nötig waren. Der neue Kampagnentyp ist dabei eine Mischung aus Suche, Display, Youtube und Google Play, allerdings mit limitierten Möglichkeiten. So können keine Keywords oder Zielgruppen selektiert werden. Vielmehr hat die universelle App Kampagne den Anschein einer „Set-it-and-forget-it“-Version der App Promotion zu werden, da vieles automatisch eingestellt wird. Ob das in der Praxis so (erfolgreich) umgesetzt werden kann, bleibt natürlich abzuwarten.

Dynamische Callout Extensions in AdWords

Vor nicht einmal einem Jahr hat Google die Anzeigenerweiterung namens Callout Extensions, zu Deutsch „Erweiterung mit Zusatzinformationen“, eingeführt. Bisher konnten hier mit Hilfe von 25 Zeichen zusätzliche Informationen oder USPs zum Online-Shop, Produkten oder Rabatt-Aktionen als weitere Zeile in den Text-Anzeigen hinzugefügt werden. War dies bisher immer etwas frickelig und zeitaufwändig – vor allem, wenn dies granular auf Anzeigengruppenebene vollzogen wurde – so gibt es in Zukunft das dynamische Pendant dazu. Mit Hilfe der dynamischen Callout Extensions übernimmt AdWords automatisch die Erstellung dieser, indem die jeweilige Landing-Page automatisiert nach Informationen zum Produkt bzw. Unternehmen durchsucht wird.

Dynamische Callout Extensions

Dynamische Callout Extensions
Quelle: Searchengineland.com

 

Natürlich sei an dieser Stelle kritisch hinterfragt, inwiefern hier auch die wirklich relevanten Informationen gefunden und in die Callouts integriert werden. Wenn auf der Landing-Page kaum Infos vorhanden sind, kann die Automatisierung der Callout Extension auch keine (sinnvollen) Callouts liefern. Bis jetzt sind die dynamisch erstellten Callout Extensions nur für den englischsprachigen Raum verfügbar.

Anpassungen bei den Spalten für Conversions in AdWords

Mitte Oktober wird Google die Spalten und auch die Reports für Conversions anpassen. Ziel der Anpassungen ist es, die Übersichtlichkeit und Transparenz weiter zu stärken sowie das Ergebnis von Optimierungsmaßnahmen ersichtlicher zu machen. Dabei wird sich Folgendes ändern:

  • die Spalte namens Conversions bezieht sich zukünftig auf Conversions-Daten, bei welchen eine Optimierung aktiviert ist. Dies war früher nur in der Spalte namens Conv. opt zu finden.
  • die Spalte alle Conversions (alle Conv.) enthält im Gegensatz dazu Daten zu allen Conversion-Aktionen sowie zugleich geräteübergreifende Informationen. Das heißt, dass dort auch diejenigen Aktionen zu finden sind, die von der Optimierung ausgeschlossen sind. Zu finden war dies bisher in der Spalte namens geschätzte Conversions insgesamt.
  • die Spalte zu den geräteübergreifenden Conversions bezieht sich ab Oktober auf alle geräteübergreifende Conversions, die für alle Conversion-Aktionen anfallen. Bisher wurden hier die geschätzten geräteübergreifenden Conversions zusammengefasst.
  • die Spalten zu geschätzte geräteübergreifende Conversions, ausgewählte Conversions sowie geschätzte Conversions insgesamt werden zukünftig wegfallen.

Die Anpassung wird Mitte Oktober automatisch vollzogen. Allerdings sollte der jeweilige Werbetreibende nochmals genau abgleichen, ob die Werte noch in der gewünschten Form dargestellt werden. Falls die Werte ab Mitte Oktober plötzlich einbrechen, ist dies somit kein Grund zur Panik. Vielmehr werden nur diejenigen Conversions-Aktionen ausgewiesen, die, im Gegensatz zu E-Mail Anmeldungen oder kostenlosem Infomaterial, auch wirklich optimiert werden. Aber Vorsicht: Dies kann auch Auswirkungen auf die Conversionrate haben.

Bing Ads

Neue Anzeigenerweiterung für Bing Ads

Scheint so, als ob sich die Kollegen von Bing Ads wieder etwas Inspiration bei AdWords gesammelt haben. Denn seit kurzem sind neue Anzeigenerweiterungen verfügbar bzw. in der Testphase, die dem Pendant aus dem Hause Google zum Teil erstaunlich ähneln.

  • Callout Extensions: Analog zu AdWords werden hier nicht klickbare Informationen als zusätzliche Textzeile eingeblendet
Callout Extensions bei Bing Ads

Callout Extensions bei Bing Ads
Quelle: Searchenginewatch.com

 

  • App Extensions bzw. –Erweiterung: Im Fokus liegt hier die Bewerbung der App des Werbetreibenden
  • Image Extensions: Durch diese sollen die bisherigen Textanzeigen durch maximal drei Bilder erweitert werden. Wie das genau aussieht, bleibt abzuwarten.
  • Action Link Extension: Mit Hilfe dieser Erweiterung soll der Call-to-Action, d. h. die Handlungsaufforderung in der Textanzeige, durch farbliche Anpassung hervorgehoben werden.
  • Review Extensions: Falls andere Seiten oder Blogs einen passenden Kommentar oder eine Bewertung über das Unternehmen oder Produkt abgeben, so können diese mit Hilfe der Review Extension in den Anzeigen integriert werden. In AdWords kann dies durch die Bewertungserweiterungen vollzogen werden.
Review Extensions bei Bing Ads

Review Extensions bei Bing Ads
Quelle: Searchenginewatch.com

 

Bing Ads überarbeitet Keyword Tools

Nachdem Google den Keyword-Planner einer Verjüngungskur unterzogen hat, war es nur eine Frage der Zeit bis Bing Ads nachziehen. Der bisherige Name „Keywords recherchieren“ wird umgetauft und lautet ab sofort „Keyword Planner“. Dort gibt es, wie bereits aktuell, die Möglichkeiten zur Keywords Recherche – angefangen bei der Suche nach verwandten Suchbegriffen über Suchvolumina bis hin zu Wettbewerbswerten.

Der Keyword Planner bei Bing Ads

Überarbeitet und neu gestaltet – der Keyword Planner bei Bing Ads

 

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Johannes ist im Oktober 2014 als Trainee im Projecter-Team aufgenommen worden. Seit er 2018 die Leitung des Affiliate-Marketing-Kanals übernommen hat, fokussiert er sich auf die strategische Weiterentwicklung des Kanals und hält stets Ausblick nach neuen Publisher-Modellen, die den Marketing-Mix unserer Kunden an der richtigen Stelle ergänzen. Während seines BWL-Studiums hat er bereits erste Erfahrungen im Online-Marketing gesammelt. In mehreren Praktika konnte Johannes schon in die Tiefen von Google Ads, Microsoft Advertising & Co. abtauchen und seine Kenntnisse weiter ausbauen.

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  1. Die Callout Extensions sind für Werbetreibenden ja sicherlich interessant, ich muss das Johannes zustimmen, dass es durchaus sinnfreie Ergebnisse liefern kann, wenn die Page dafür nicht optimiert ist (auch das noch optimieren…).

    • Hi Max,

      die Neuerungen und Updates bei Google sollten natürlich – trotz aller Euphorie – auch immer etwas kritisch beleuchtet werden. Denn wie du auch schreibst, sollte z. B. für die dyn. Callout Extensions eine optimierte Seite vorliegen. Was „optimiert“ heißt, lässt sich am besten mit einem Test herausfinden. Vllt. genügen ja bereits ein paar Daten, um die dyn. Callout Extensions mit Inhalt füllen zu können!

      Viele Grüße,

      Johannes