Rezension: SEO – Die neuen Regeln von Markus Hövener

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Markus Hövener hat ein kleines, aber sehr feines Buch über die Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen im Jahr 2016 geschrieben.

Das Buch liefert schnell und sehr pointiert einen sehr guten Überblick mit welchen SEO-Mitteln und Denkansätzen, eine Website in der organischen Suche nach oben gebracht werden kann und welche Methoden nicht mehr fruchten.

Das Buch verliert sich nicht in Kleinigkeiten, sondern denkt mehr im Großen. Markus Hövener will in der SEO-Arbeit der letzten Jahre einen Paradigmenwechsel wahrgenommen haben. Gute und nachhaltige Optimierung für Suchmaschinen hat sich von den Tricksereien und schnellen Gewinnen gegen die Suchmaschine entfernt und sich mehr zu technisch sauberen Websites mit hochwertigen Inhalten hinbewegt. Außerdem kann SEO nicht mehr isoliert betrachtet werden, sondern funktioniert fast nur noch im erfolgreichen Zusammenspiel aus SEA, Social Media und Content Marketing.

Das Buch ist gegliedert in die titelgebenden neuen SEO-Regeln. Diese umfassen Aspekte wie die Wichtigkeit der Absprungraten oder der Marke, Optimierung für Mobilgeräte, die Sichtbarkeit jenseits von Google und viele weitere mehr.

Durch die klare Struktur des Buches geht die Lektüre leicht vonstatten. Das Buch liest sich bequem in einem Rutsch durch, ist aber auch kapitelweise sehr gut zu lesen.

Einige Kapitel (bzw. SEO-Regeln), die ich besonders gelungen finde, will ich kurz vorstellen.

Die Wichtigkeit von Marken für modernes SEO

Marken sind für Google von großer Bedeutung. Sie dienen der Suchmaschine als eine der nützlichsten Orientierung bei der Sortierung von Webseiten und Inhalten. Damit stellt sich natürlich die Frage, wie Google zu der Einschätzung kommt, was eine Marke ist.

Für Unternehmen wie Nike, Amazon und BMW ist das noch relativ einfach, aber wie kann ein Braunschweiger Schraubenhändler zu einer Marke werden.
Hier sieht Hövener neben dem Entstehen von Branchenlinks das Senden von Signalen wie der Klickrate als wichtiges Mittel. Die Marke sollte bereits in der Darstellung der Suchergebnisse an den Nutzer kommuniziert werden. Markenlinks sehen meist vertrauenswürdiger aus und werden deshalb auch häufiger geklickt. Es ist anzunehmen, dass Links, die in der Vergangenheit öfter von den Nutzern geklickt werden, in Zukunft weiter oben in den Suchergebnissen angezeigt werden.
Eine weitere mögliche Quelle sind soziale Signale, wobei es hier meiner Meinung nach deutlich fraglicher ist, wie Google diese bei möglichen Rankinggewinnen in die Wertung einfließen lässt.

Fazit: Unternehmen müssen sich verstärkt um Markenbildung kümmern, wenn sie zukunftssicheres SEO betreiben wollen.

Die Wichtigkeit von technischen Aspekten wie Rendering

Durch sehr originellen CSS-Code konnten vor ein paar Jahren der Suchmaschine noch falsche Hauptüberschriften und spammiger Content untergejubelt werden. Seitdem Google allerdings auch die CSS und JavaScript-Dateien lesen will, ist das fast nicht mehr möglich. Die Suchmaschine meinte es damit sogar so ernst, dass in der Vergangenheit Warnungen an die Webmaster geschrieben wurden, doch bitte nicht mehr die CSS- und JS-Ressourcen zu blockieren.
Waren diese Text-Bausteine am Ende einer Webseite früher noch nützlich, um der Suchmaschine irgendeine Relevanz vorzutäuschen, weiß die Suchmaschine durch das Rendern, wo dieser Text steht. Markus Hövner nimmt an, dass Texte, die sehr weit unten stehen auch weniger relevante Signale an Google senden. Das Konzept SEO-Text ist für ihn damit wohl erledigt.
Das Gleiche gilt für verdeckte Inhalte, die früher nur über Click-To-Expand zu sehen waren. Hierzu gibt es Aussagen von Google-Mitarbeitern, dass verdeckter bzw. versteckter Text nicht in die Relevanzbewertung einer Seite miteinfließt.

Fazit: Die Zeiten, wo eine Seite mit CSS-Tricks nach vorne gebracht werden konnte, sind wohl endgültig vorbei.

Das Richtige schreiben bzw. den richtigen Inhalt erstellen

Gute und relevante Inhalte sind für modernes SEO sehr wichtig. Doch wie überzeuge ich den Nutzer (und die Suchmaschine), dass ich die besten Inhalte zu einem Thema bzw. einer Fragestellung habe?

Die Analyse, dass nur 2 Prozent der Blogbeiträge einiger Shop-Betreiber verlinkt werden, sollte nicht so verstanden werden, dass jetzt rasch 50 Artikel geschrieben werden, damit ein einziger Link daraus entsteht.
Durch den Content Shock, der durch dieses Missverständnis entstanden ist, ist es viel zielführender einen einzigen erstklassigen Artikel zu erstellen als 10 durchschnittliche.
Die Chance, dass dieser verlinkt, geteilt und insgesamt zu einem Trafficlieferanten wird, sind deutlich größer. Ebenso ist es wichtig schon vor der Erstellung des Inhalts eine präzise Vorstellung über die eigene Zielgruppe zu haben. Der Inhalt wird mit diesem Wissen meist deutlich nützlicher und unterhaltsamer erstellt als wenn einfach diffus Content kreiert wird.

Fazit: Klasse statt Masse! Inhalte sollten zudem immer für eine konkrete Zielgruppe erstellt werden.

Durch alle Kapitel zieht sich der ruhige und besonnene Ton von Hövener. Dies macht das Lesen sehr angenehm. Hier werden nicht lauthals Megatrends rausgeschrien, sondern ruhig und klar beschrieben, wohin der Ball rollen wird.

Resümee

Das Buch „SEO – Die neuen Regeln“ ist eine lohnende Lektüre für alle, die ihre eigene SEO-Arbeit kritisch hinterfragen und zukunftssicher für sich und ihre Kunden gestalten wollen. Das Buch überzeugt durch einen klaren Aufbau, viele Fallbeispiele und interessante Denkanstöße.

Eine Leseprobe inklusive des kompletten Inhaltsverzeichnes findet ihr hier.

Marcus war von November 2014 bis September 2016 Teil des Projecter-Team.


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