SEO Auslese Januar 2014

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SEO Auslese

 

Das neue Jahr startete mit zahlreichen hilfreichen Beiträgen, spannenden SEO-Tests und interessanten Diskussionen, die wir euch auch 2014 nicht vorenthalten wollen! Im Januar überraschte dabei u.a. ein Interview zu Wikipedia; brachten mathematische Formeln zur Bewertung der Lesbarkeit von Texten Marketer-Köpfe zum Rauchen und meldete sich Googles oberster Spam-Bekämpfer Matt Cutts fast schon täglich zu Wort. Aber am besten ihr lest einfach selbst!

Kontroverses und Überraschendes im Januar

Gegen Ende des Monats kämpfte Expedia.com mit einem massiven Sichtbarkeitsverlust. Marcus Tober (Searchmetrics) gibt dazu ein Interview auf Bloomberg TV.  Der Fall führte dazu, dass zahlreiche internationale und nationale Nachrichtenmagazine (USAToday, Die Welt, Forbes etc.) das Thema aufgriffen und SEO auch außerhalb der Branche in den Fokus geriet.

Vergangene Woche sorgte zudem Malte Landwehr für ordentlich Furore mit einem Interview zu Wikipedia bei ARD Monitor. Einige Fakten sind dabei durcheinander geraten, die Malte einige Tage später auf seiner Website klarstellt.

Themen & Konzepte statt Keywords

Einen klasse Beitrag zum Thema Keywordresearch und die Erarbeitung von Themenlisten und Konzepten gab es im Januar von Cyrus Shepard. In seinem ausführlichen Guide erklärt er, weshalb Marketer heutzutage mit Keyword-Themen und -konzepten arbeiteten sollten anstatt auf individuelle Keywords zu optimieren. Zudem gibt er konkrete Handlungsempfehlungen und Tool-Tipps, die bei der Identifizierung solcher Konzepte, zum Beispiel im Rahmen der eigenen Content Strategie, unterstützen.

Achtung Nerd-Alarm, aber wahnsinnig interessant: Malte Landwehr beschreibt eine ganze Reihe von Entwicklungen aus der Computerlinguistik, die in den nächsten Jahren für SEOs relevant sein können.

Lesenswertes rund um Content (Marketing)

Wie bewertete Google automatisiert die Qualität von Texten? MathSight ist nach umfangreichen Analysen zu 99,9% überzeugt, dass die erfolgreichste Suchmaschine der Welt dafür mit den Lesbarkeitsformeln von Flesch Kincaid und Dale Chall arbeitet. Die dazugehörigen Formeln und Prämissen werden auf PerformanceIN vorgestellt. Ansonsten bleibt alles beim Alten – Experten auf einem Gebiet schreiben die besten Artikel ;). Noch mehr zum Thema Lesbarkeitsmessung mit dem Flesch Test und der wichtige Hinweis darauf, dass Readability gemäß des Crawlers eben nicht gleichzusetzen mit einer guter Lesbarkeit für den Leser ist, gab es auf Search Engine Journal.

Ein neues Feature in Googles hauseigenem Webanalyse-Tool ermöglicht nun die Gruppierung von Webseiten-Inhalten und damit eine noch bessere Auswertung der eigenen Webseiten-Inhalte. Mit Hilfe der im Google Analytics verfügbaren Option „Gruppierung nach Content“ können fortan Gruppen angelegt und frei konfiguriert werden. Nach erfolgter Konfiguration der Content Gruppen können die Daten gegliedert eingesehen werden. Weitere Hilfestellungen und Anwendungsideen des Content Grouping gibt Mario Hillmers.

Julian Dziki teilte im vergangenen Monat zudem seine Erfahrungen zur Positionierung von Content auf der eigenen Website: „Normalerweise werden Kategoriebeschreibungen dahin verbannt, wo sie Nutzer nicht zu viel “stören”, also in die Seitenleiste oder gar in den Footer. (…) Kategoriebeschreibungen “Below the Fold” werden beinahe nicht mehr ins Ranking miteinbezogen. (…) Tipp: Besonders gut rankende Online Shops haben deswegen immer mehr ihre Kategoriebeschreibungen nach oben verfrachtet. Am besten machen sich momentan 2 kurze Sätze oberhalb der Produkte.“

Franz Keim hat im Januar KPIs für Content Marketing auf den Prüfstand gestellt. Herauskam ein ziemlich interessanter Artikel, der sich u.a. auf die Auswertung im Content Kampagnen bezieht. Die Grundaussage des Artikels: Viele Daten, falsch interpretiert, führen im schlimmsten Falle zu schlechten Entscheidungen mit gutem Gewissen. Er warnt davor, dass man Zahlen wir Views, Bouncerate etc. zu naiv betrachtet und nicht hinterfragt. So kann eine Bouncerate hoch sein, der Content dennoch gut. Das ist dann der Fall, wenn der Nutzer einfach lange auf der Seite liest und dann wieder weggeht. Er gibt den Tipp, das Tracking anzupassen, dass z.B. ein Austritt eines Nutzers nicht mehr als Bounce zählt, wenn er länger als 3 min auf der Seite ist. Google Analytics bietet dazu eine Lösung, indem man Ziele definiert. Im Praxistest war dann die Bouncerate tatsächlich um 40% niedriger. Weitere Reporting-Ideen gibt es von Dan Norris unter „The 5 Best Google Analytics Reports for Content Marketers„.

Vor der Auswertung muss natürlich erst einmal Content erstellt werden. Sebastian Socha hilft lokalen Einzelunternehmen beim Bloggen und hat dazu eine Liste mit 100 Themenideen zusammengestellt. Klasse Sammlung!

Ein absolutes Must-read zur Zielgruppenanalyse im (Content) Marketing gibt es von Carsten Koller im Blog von rankingCHECK. Die Tipps für B2B und B2C. Perfekt helfen dabei, noch genauer die Zielpersonen eigener Kampagnen zu definieren und daraus noch bessere, konkretere Content-Ideen abzuleiten. Der Beitrag enthält zudem Vorlagen zur Erstellung der Analysen. Noch mehr Hilfe bei der Erarbeitung von Personas gibt es auf Moz.com, inklusive Theorie. Für diesen Beitrag in fast schon E-Book würdiger Länge sollte man auf jeden Fall Zeit einplanen!

Neun sehenswerte Beispiele für Content Marketing gibt es auf exploreB2B. Diese liefern zudem einen schönen Beweis dafür, dass die Vermarktung über Inhalte nicht erst seit der Entstehung des Begriffs „Content Marketing“ neu ist ;).

SEO Tipps und Tricks

Eine Schritt für Schritt Anleitung, was man bei der mobilen Suchmaschinenoptimierung beachten sollte, gibt es von Barbara Starr auf Search Engine Land. So empfiehlt sie unter anderem:

  • „Look at what those logs tell you about what users want to see.“
  • „They are on the go. Content must be easy to digest and directly to the point.“

Eine klasse Alert-Auflistung, um den SEO Prozess genau im Auge zu behalten, liefert Aleyda Solis.

Eine Schöne Checkliste für Kunden und Programmierer für das Finden des richtigen CMS sowie den Relaunch gibt es im Blog von Kai Spriestersbach. Das ist definitiv etwas für die eigenen Bookmarks!

Julian Dziki klärt auf, warum jeder Online Shop Alleinstellungsmerkmale benötigt und wie man diese vielfältig im Marketing nutzen kann. Mit konkreten Fragen lädt er seine Leser dazu ein, sich unbedingt darüber Gedanken zu machen.

Was zu tun ist, damit auch ein Onlineshop mehr von SEO profitieren kann, welche besonderen SEO-Herausforderungen und Rankingmöglichkeiten dieser hat, wo die Chancen liegen und welche Techniken vermieden werden sollten, beschreibt Axel Scheuering in einem klasse ersten Teil des neuen Onpage.org Experten-Spezials zur Optimierung von Online-Shops. Shopbesitzer, die diese Punkte abgearbeitet haben, können anschließend gleich den zweiten Beitrag zur Conversion Optimierung von André Morys zur Hand nehmen.

Qualitätsmanagement by Google – Neues von Matt Cutts

Google updated seine Guidlines zum Thema versteckte Links in Widgets. Waren vorher generell alle Typen von Links verpönt, gilt das nun nur noch für „Keyword-rich, hidden or low-quality links“.

Matt Cutts empfiehlt in einem weiteren Beitrag den Canonical Tag bei Duplicate Content. Nichts Neues. Er sagt aber auch:“Duplicate content won’t hurt you unless you are doing it for spam-related reasons.“

Matt Cutts hat sich zudem in diesem Monat deutlich kritisch zu Gastbeiträgen als Linkbuilding-Maßnahme geäußert: „So stick a fork in it: guest blogging is done; it’s just gotten too spammy. In general I wouldn’t recommend accepting a guest blog post unless you are willing to vouch for someone personally or know them well. Likewise, I wouldn’t recommend relying on guest posting, guest blogging sites, or guest blogging SEO as a linkbuilding strategy.“ Warum Gastbeiträge jetzt aber nicht gleich „tot“ sind, beleuchten Elisa Gabbert und Markus Hövener.

In einem weiteren Beitrag im Januar weißt Matt Cutts daraufhin, dass Twitter und Facebook Signale nicht ins Ranking mit einfließen, weil Google diese Seiten nicht gesondert filtern kann.

Google erweitert die SERPs außerdem um ein neues Feature, welches schon auf der Result Page Infos zur Webseite ausgibt. Das könnten prinzipiell die Inhalte der strukturierten Daten sein, die dort ausgespielt werden. In dem Beispiel aus dem Blogpost könnte Google z.B. die Infos aus einem „Organization“-Scheme extrahiert haben – das ist aber nur Spekulation ;).

Neuerungen in den Google Webmaster Tools

NEU in den Webmaster Tools waren diesen Monat exakte Klickzahlen pro Keyword oder auch pro Seite/Unterseite bzw. URL. Auf notprovided.eu wurde versucht, die Daten der Webmaster Tools (WMT) und Google Analytics (GA) zu vergleichen und zu schauen, ob man den neuen Keyword-Daten vertrauen kann. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Daten unterscheiden sich z.T. erheblich und man sollte vorsichtig bei der Interpretation sein. In den Kommentaren wurden zu den Gründen gute Anmerkungen gemacht:

  • Unterschiedliche Erhebungsmethoden der Daten: WMT misst Google auf seiner Seite (google.com), GA wird auf jeder Domain selbst gemessen
  • Werden Cookies blockiert oder gelöscht, könnte es zu Problemen mit der WMT-Messung, aber auch GA kommen
  • Probleme / Blocking von Java Script kann zu Messfehlern bei GA kommen

Des Weiteren passte Google in den WMTs das Reporting der Crawling-Fehler bei 301-Weiterleitungen an. Wurde bisher immer die URL, welche eigentlich weitergeleitet wird, als nicht erreichbar angezeigt, ist es nun so, dass die Ziel-URL der 301 Weiterleitung als Fehlerquelle benannt wird. Interessant im dazugehörigen Beitrag ist zudem, dass auch Tools zur Prüfung genannt werden und nochmal betont wird, dass Crawling-Fehler NICHT gleich zu Index- und Ranking-Problemen führen.

SEO und Leidenschaft

Einen Beitrag über Real Company Shit und Leidenschaft im SEO schrieb Mitte des Monats Marcel Becker. Seine Ausführungen kann ich so nur unterschreiben!

Was sonst noch war…

  • Search Engine Land: SEO Traffic ist der Verlierer im Weihnachtsgeschäft – beliebt jedoch immer noch mit 40% Top-Traffic-Lieferant.
  • Sistrix IndexWatch: Die Top 100-Gewinner 2013
  • Search Engine Roundtable: Wenn Google die robots.txt einer Seite nicht crawlen kann, crawlt es die ganze Seite nicht!
  • Examiner.com: Google Knowledge-Graph beraubt Wikipedia zunehmend an Traffic.
  • Moz.com: Storytelling mit SEO Reports
  • nXplorer.net: Die Optimierung von Bildgrößen für die Bildsuche bringt nicht in jedem Fall einen Vorteil.
  • SEOlytics: Bounce Rate Minimierung – mit Web Analytics die Ursachen erkennen
  • Stefan Weiss: Spannende Erkenntnisse zur Crawlability von asymmetrischem Content im Responsive Design: Fazit: Google kann diese Texte erkennen, Texte aus CSS Dateien jedoch nicht!
  • Emailmarketingblog.de: Mit passenden Betreffzeilen mehr Aufmerksamkeit gewinnen!



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Franziska war von April 2011 bis November 2014 Teil des Projecter-Team und leitete den Bereich Suchmaschinenoptimierung.

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  1. …ich würde der Lesbarkeit zuliebe ein paar Listen etc. zur besseren Übersicht und Orientierung benutzen. (Klugscheißer-Alarm!)
    😉

    Sonst ist die Zusammenfassung top!

    Gruß…
    Miladin

  2. Hallo Miladin,

    kein Problem, wir sind uns der Problematik bewusst und grübeln schon über Optimierungsideen. 🙂

    VG, Franzi

  3. Sehr gute Aufstellung der SEOszene 2014.

  4. Die Wikipedia Geschichte habe ich auch gelesen und im TV gesehen. Was mir allerdings fehlt waren konkrete Zahlen. Also was kostet z.b. die Manipulation eines Wikipedia Artikels.

  5. Wirklich kaum zu glauben, was sich alles um diese Thematik dreht. Aber wohl völlig legitim, schließlich ist kaum ein anderes Thema wie SEO so daueraktuell.

  6. Tolle Zusammenfassung,

    endlich hab ich auch einen schönen Beitrag gefunden um die Alerts sinnvoll zu nutzen. Danke dafür.

    Gruß
    Michi