WDF*p*IDF – ein theoretisches Modell mit Praxisrelevanz

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Die WDF*IDF Analyse ist seit einiger Zeit in aller Munde und ruft ausufernde Diskussionen über Rankingchancen ohne Links hervor. Was dem Schuster seine Leisten sind, das ist für die WDF*p*IDF Analyse das SEOlyze Tool, obgleich sich auch andere Anbieter (Onpage.org und Xovi) an entsprechenden Tools versuchen. Da im harten SEO-Alltag jedoch keine Zeit für philosophische Ausschweife bleibt, gilt es möglichst schnell und effizient Texte hinsichtlich der enthaltenen Keywords zu optimieren.

Dafür ist das SEOlyze Tool eine schöne Möglichkeit, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Da aber jede Medaille auch eine Kehrseite hat, muss konstatiert werden, dass die konkreten Handlungshinweise im Tool zu kurz kommen. Selbstverständlich kann die eigene Referenzseite in der tabellarischen Übersicht mit anderen Projekten hinsichtlich der absoluten Häufigkeit des Keywords, dessen WDF und des EPS Keywordfaktors verglichen werden. Ungeachtet dessen, ist die zentrale Frage doch einfach wie einleuchtend: Wie oft muss Keyword XYZ vorkommen, um sich dem EPS-KF Graph der Top 10 Treffer anzugleichen?

WDFxIDFxP

Quelle: Sascha Sebastian / pixelio.de

Zwischenbemerkung: Selbstverständlich darf es nicht Ziel sein, den Graphen identisch abzubilden, vielmehr sollte eine Übereinstimmung hinsichtlich der wichtigsten Keywords erfolgen und darüber hinaus bei weniger bedeutsamen Keywords auf ein gleichmäßiges Grundrauschen geachtet werden.

Das anfängliche Vorgehen mit Hilfe des SEOlyze Tools war denkbar umständlich: anhand der absoluten Häufigkeit des Keywords in den Top 10 erfolgte die Anpassung des eigenen Textes nach Gefühl. Anschließend wurde eine neuerliche Analyse durchgeführt und die Veränderung des Graphen beobachtet. Dieser iterative Prozess stellte sich wenig überraschend als sehr ineffizient heraus. Daher musste ein Helfer her, der in der Lage sein sollte, die optimale Keywordanzahl anhand der gegebenen Werte analytisch zu ermitteln. Die gute, alte Excel-Tabelle war gefragt.

Ausgangspunkt der Überlegung war die WDF*p*IDF Formel. Betrachten wir die Formel und deren exogene Variablen einmal genauer:

WDF*p*IDF Formel

Setzt man nun die Formeln ineinander ein, ergibt sich folgende Gleichung:

Formeln ineinandergesetzt

Zum besseren Verständnis sind jedoch einige zusätzliche Bemerkungen festzuhalten. Der Korrekturfaktor p kann selbstverständlich nicht aus den Werten des Referenzprojektes ermittelt werden, daher wird er aus dem Top-Treffer für das untersuchte Keyword ermittelt. Dies ist plausibel, da die Gesetzmäßigkeiten insbesondere für die Top-Position stimmen sollten. Daher erhalten alle Größen des Top-Treffers zur besseren Identifikation ein tiefgestelltes T. Der IDF gilt für alle Dokumente gleichermaßen, kürzt sich jedoch aus der Formel. Daher fließt der IDF ausschließlich über die Wichtigkeit des Top-Keywords in die Berechnung ein. Diese Wichtigkeit ermittelt sich, wie bereits dargestellt, aus dem Produkt von IDF, WDF und Korrekturfaktor. Außerdem steht die Wichtigkeit w auf der rechten Seite des Terms nicht für das singuläre Projekt, sondern für die durchschnittliche Wichtigkeit über alle Projekte. Die in der Ausgangsgleichung beeinflussbaren Variablen (a.k.a. exogene Variablen) sind rot gefärbt und die endogene Variabel, also die gesuchte Größe, ist grün hinterlegt.

Die nach der Keyword-Anzahl umgestellte Gleichung sieht daher folgendermaßen aus:

umgestellte Gleichung

Diese Formel ermöglicht das komfortable Berechnen der optimalen Anzahl an Keywords gemäß des WDF*p*IDF Ansatzes. Selbstverständlich ist es nicht zielführend, diese Berechnung für alle Wörter im Text durchzuführen. Einerseits würde dadurch ein unsachgemäß hoher Zeitaufwand entstehen und andererseits die Qualität des Textes zwangsläufig leiden. Aller schematischer Optimierung zum Trotz, sind die Texte auf der Website schließlich für den Nutzer und müssen daher auch inhaltliche Relevanz aufweisen. Die Anpassung der wichtigsten Keywords anhand der Seiten, welche Google als relevant für einen Suchbegriff einschätzt, kann jedoch auch ein hilfreicher inhaltlicher Indikator für die Gestaltung der Seite sein.

Um die Mühen der eigenhändigen Erstellung der Excel-Datei zu umgehen, wurde bereits eine fertige Excel-Datei zur freien Verfügung angefertigt. Wie in der Excel-Datei zu erkennen, empfiehlt sich die Analyse der fünf wichtigsten Begriffe. Die Wortanzahl des Projekts, Wichtigkeit der Top-URL (EPS KF), WDF der Top-URL und durchschnittliche Wichtigkeit können komfortabel abgelesen und eingesetzt werden. Weist die Top-Position das Keyword nicht auf, wird das bestplatzierte Projekt mit diesem Keyword als Referenz verwendet. Die optimale Keywordanzahl wird daraufhin kalkuliert. Sollte diese für das wichtigste Keyword deutlich zwischen zwei ganzen Zahlen liegen, beispielsweise 7,5 betragen, dann kann mit der Textlänge gespielt werden, um ein möglichst ganzzahliges Ergebnis zu erhalten.

Viel Spaß beim fleißigen Optimieren und bitte nicht nur die Excel für euch denken lassen.

Steffen unterstützt seit November 2012 das Projecter-Team. Ihn verschlug es bereits 2007 im Zuge seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften nach Leipzig. Über ein Auslandsstudium im Marketing und die Google Online Marketing Challenge war der Weg zum Online Marketing bei Projecter nicht weit. Heute ist Steffen Head of Social Media (vorher Head of SEA). Sein Aufgabenfokus liegt dabei in den Bereichen Social Media, digitales Advertising und ganzheitliches Online Marketing Consulting.


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  1. Err … nein. 🙂

    Siehe Grafik:

    http://www.karlkratz.de/onlinemarketing-blog/img/gute-inhalte-wdf-idf-text-kurve.jpg

    Beste Grüßle vom Karl

  2. Das sagst du immer so, Karl. 😉

  3. Hey Karl,

    jetzt ist mir schwindelig.

    Der Rechner soll auch eher als Indikator dienen, weniger als maschinelle Textpresse.

    Das habe ich im Text auch angedeutet: „Aller schematischer Optimierung zum Trotz, sind die Texte auf der Website schließlich für den Nutzer und müssen daher auch inhaltliche Relevanz aufweisen.“

    Du darfst aber schon gespannt sein, denn dazu kommt bald auch ein Praxisbericht.

    Viele Grüße,
    Steffen

  4. Wir haben auf http://www.wdfidf-tool.com ein kostenloses WDF*IDF Analyse Tool gelauncht. Würden uns freuen, wenn sich paar Leser dies ansehen und uns Feedback geben, damit wir es weiter verfeinern und verbessern können.
    Viel Erfolg bei der Optimierung 🙂

  5. hi Steffen, leider ist die Datei nicht auffindbar

    • Hallo Benjamin,

      da ist wohl im Zuge des Relaunchs etwas verloren gegangen. Jetzt müsste aber alles wieder funktionieren.

      Viele Grüße,

      Steffen