Facebook Seiten für Unternehmen erstellen: Best Practice

geschrieben am 02. Dezember 2010 von

Bei Facebook gehen die Meinungen, wie bei so vielen Themen, auseinander. Mittlerweile wurden auch zum ursprünglich locker-flockig, unbeschwerten Thema der sozialen Medien schon so viele rechtliche Stolpersteine aufgezeigt, dass viele Neulinge im Bereich der sozialen Medien wahrscheinlich völlig verwirrt sind.

Uns als Social Media Marketing Agentur sind schon so einige Aussagen von Geschäftsführern aus den unterschiedlichsten Branchen zu Ohren gekommen:

Der Konservative: “Wir sind jahrelang auch ohne soziale Netzwerke ausgekommen!”

Der Skeptische: “Facebook? Ich glaube nicht, dass sich das durchsetzt!

Der Ängstliche: “Und unsere Daten? Ich hab da sowas gelesen…”

Der Kostenscheue: “Das kostet bald bestimmt ein Heidengeld!”

Der Mutige: “Na klar! Wir schalten gleich unsere Homepage ab und leiten direkt auf unsere Fanpage!” [Erörterung zu Fanpage vs. Homepage]

Der Vorsichtige: “Wir beobachten das vorerst, wollen das Thema aber schon gegen Ende 2011 selbst angehen.”

Der Enthusiastische: “Na klar, wir haben eine Fanpage, binden da unseren Blog, unsere Fotos, Twitter, Stellenanzeigen, Sonderangebote […] ein!”

Vielleicht stellen wir für die Anfänger auf Facebook erst einmal fest, dass es einen Unterschied zwischen Profil und Fanpage gibt. Profile können “Freunde” gewinnen, Fanseiten gewinnen “Fans” bzw. Nutzer klicken auf einen “Gefällt mir”-Button auf der Seite.

Unternehmen sollten korrekterweise eine Seite anlegen, anstatt ein Profil zu erstellen, auch wenn der Anfang dadurch schwerer ist. Denn ein Profil sammelt erfahrungsgemäß recht schnell Freunde. Auf den “Gefällt mir”-Button klicken dahingegen weniger Nutzer. Das scheint zwar ein geringes Hemmnis zu sein, aber nur Profile können ihren Freunden eine Seite vorschlagen. Die Idee ist also, dass Mitarbeiter mit ihren Namen und Profilen hinter einer Facebook Seite für Unternehmen stehen und diese ihren Freunden vorschlagen.

Übrigens: Wir hatten bisher auch ein Facebook-Profil, das wir jetzt aber abschalten werden. Zum Zeitpunkt des Setups gab es ganz einfach noch keine Facebook Seiten für Unternehmen. Jetzt freuen wir uns darauf, unsere “Freunde” auf unserer Fanseite als Fans begrüßen!

Wie erstelle ich eine Facebook-Fanseite? 

Sicher muss nicht jedes Unternehmen auf Facebook zu finden sein. Der Sinn oder Unsinn einer Fanseite hängt von der Zielgruppe ab. Ein B2B-Anbieter für Schweißanlagen muss nicht unbedingt eine Fanpage besitzen, aber für fast alle B2C-Händler kann es ein lohnenswerter Kanal sein.


Social Media Agentur

1. Schritt: Ziele und Zielgruppe definieren

Vor jeder Marketing-Aktivität sollte festgelegt werden, welche Ziele verfolgt werden und an wen sich die Aktion richtet.

Mögliche Zielvorstellungen:

  • Kommunikation und Interaktion mit Kunden
  • Feedback zum Shop/Blog oder zu den Produkten einholen
  • Markenbekanntheit und Image aufbauen/stärken
  • Vertrauen und Transparenz schaffen gegenüber Kunden und Partnern
  • Aktionen bekannter machen
  • Traffic auf den eigenen Shop/Blog bringen

Gezielter Abverkauf sollte keine Zielvorgabe sein, denn dazu funktionieren die sozialen Medien nicht oder nur begrenzt. Spätestens jetzt sollten ROI-fixierte Leser hellhörig werden: Für Sie ist der Beitrag ab jetzt nicht mehr von Interesse :-)

2. Schritt: Über Inhalte nachdenken

Was könnte die definierte Zielgruppe nun interessieren? Hier ein paar inhaltliche Ideen, weitere auf selbständig-im-netz:

  • Fotos, Events, Teamfotos
  • Neue Teammitglieder
  • Branchennachrichten
  • Aktionen, Umfragen, Gewinnspiele
  • Anekdoten, Erfahrungen, Empfehlungen, Anleitungen

3. Schritt: Umsetzung – Inhalte einbinden

Wie erreicht man die Ziele, die man sich gesteckt hat?

Transparenz/Vertrauen

Menschen wollen Gesichter sehen. Fotos der Teammitglieder werden auf Unternehmensseiten mit Vorliebe angesehen. Demzufolge kann man Teamfotos auch auf der Unternehmensseite einbinden und dadurch nicht nur mit einem Namen, sondern auch mit Gesichtern präsent sein.

Hierfür kann man beispielsweise Fotoalben anlegen, Fotos an die Pinnwand posten oder Flickr-Profile einbinden.

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Mehr Traffic auf den eigenen Blog

Twitter und Facebook eignen sich ideal, um die eigens geschriebenen Beiträge “an den Mann zu bringen”. Dazu gibt es die Notizen-Anwendung, die jedoch fehleranfällig ist und auch nicht im Nachrichtenstream sichtbar wird. Hier empfiehlt sich Networked Blogs. Wie man diese Applikation einbindet, ist im Blog der Agentur schwindt-pr nachzulesen. Wenn man einen Blog-Zugang hat, sollte man die Authentifizierung über ein Widget in der Sidebar vornehmen (kann man wieder entfernen). Das geht um einiges schneller, als sich von anderen Usern bestätigen zu lassen.

Kommunikation, Interaktion, Feedback einholen

Erst vor kurzem wurde festgestellt, dass 71% aller Tweets unkommentiert bleiben. Wer Tweets jedoch bei Facebook einbindet, wird merken, dass die Diskussion oft dort stattfindet. Man sollte diese Möglichkeit also nutzen. Die Einbindung funktioniert mit der Twitter-Facebook-Applikation, Selective Tweets (nur für die Seite aber fehleranfällig), Smart Twitter for Pages (leider auch ab und  zu Aussetzer). Oder man schickt die Tweets über Twitter Clients wie Hootsuite direkt auf die Fanseiten-Pinnwand.

Diskussionen und Rezensionen sind weitere Möglichkeiten, um mit den Besuchern zu diskutieren

Tipp: Involver bietet einige nette Anwendungen zum Einbinden auf der Fanseite.

Aktionen bekannter machen

Viele Facebook Seiten für Unternehmen nutzen die individuell gestaltbaren Fanseitentabs, um Gewinnspiele abzubilden (darf man nicht auf der Pinnwand, viele Tipps und Hinweise dazu auf Facebook Marketing). Wie man die Tabs hinzufügt? Ganz einfach die Anwendung TabSite suchen und zur Seite hinzufügen. Anmelden, Tab mit 2 Subseiten erstellen – kostenlos. Wer mehr Funktionen möchte, muss dann allerdings zahlen. Auch gut: Static FBML – eine sehr gute Anleitung wieder von schwindt-pr.

Hier ein Beispiel, wie die TabsSite-Anwendung auf einer Seite aussehen kann:

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4. Schritt: Dazulernen und am Ball bleiben

In Facebook ändert sich sehr häufig etwas, seien es die “Spielregeln”, die Breite eines Tabs, die Verfügbarkeit von Applikationen oder die Funktionstüchtigkeit von Einbindungen uvm. Es lohnt sich also, dranzubleiben und sich immer wieder zu belesen. Denn die Fanseite kann toll eingerichtet sein, wenn sie aber brachliegt und veraltet, wirkt das eher unprofessionell. Von daher gilt an dieser Stelle ganz traditionell: Ganz oder gar nicht.



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Jasmin war Account Managerin bei uns.

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