Fans zu Kunden machen – Facebook-Commerce: Was ist möglich? – Teil 1

geschrieben am 16. Juli 2012 von

In den letzten beiden Beiträgen unserer Serie haben wir euch die Top 10 der deutschen Online-Shops auf Facebook vorgestellt. Einige der größeren und ein paar der kleineren Shops nutzen dabei Facebook auch als Verkaufskanal und bieten Produkte direkt auf Facebook an. Wie das geht und welche Möglichkeiten es für Facebook-Commerce gibt, wollen wir euch in diesem Beitrag erklären. Zudem gehen wir darauf ein, welche Überlegungen ihr vor dem Start anstellen solltet bzw. welche Probleme auftauchen können.

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Einbindung des Shops und Preisgestaltung

Die erste Frage, die ihr euch stellen müsst, ist, wie genau ihr euren Shop auf Facebook abbilden wollt: Soll der komplette Online-Shop oder nur eine reduzierte Variante eures Shops mit einer bestimmten Anzahl an Produkten pro Kategorie oder nur bestimmten Kategorien (beispielsweise Sommer- und Bademode im Sommer) angeboten werden? Wenn ihr einen großen Shop habt und ihn komplett einbindet, kann die Usability leiden. Bei einer Auswahl an Kategorien hat der Nutzer hingegen einen besseren Überblick. Zusätzlich können Produkte angeboten werden, die nur im Facebook-Shop erhältlich sind.

Der nächste Schritt ist, sich Gedanken über die Preise zu machen: Werden die Preise aus dem Onlineshop beibehalten oder bekommen eure Nutzer einen Rabatt, wenn sie auf Facebook einkaufen? Gibt es vielleicht ein Geschenk zum getätigten Einkauf dazu? Auf jeden Fall solltet ihr den Nutzern einen Mehrwert bieten, da sie sonst ebenso gut im normalen Online-Shop einkaufen können.

Wechselnde Angebote und Verkaufskampagnen

Möchtet ihr nur eine kleine Anzahl an Produkten auf Facebook anbieten und Abwechslung hineinbringen, könnt ihr das Warenangebot wöchentlich oder sogar täglich variieren. Ähnlich wie es im Supermarkt Wochenangebote zu einem niedrigeren Preis gibt, wird jede Woche eine Anzahl von Produkten exklusiv auf Facebook zu Sonderpreisen angeboten. Nutzer sind also dazu angehalten, nicht lange zu überlegen, wenn sie ein Schnäppchen machen wollen.

Bei einer Verkaufskampagne oder Aktion werden ein oder mehrere ähnliche Produkte nur für einen bestimmten Zeitraum angeboten und das Angebot nach Ablauf wieder beendet. Am besten kann dies funktionieren, wenn es das Produkt sonst nicht gibt oder es personalisiert werden kann – beispielsweise durch den Namen, eine Motivauswahl oder einen persönlichen Spruch.

Facebook-Shops

Zalando: Komplette Shopeinbindung, Redcoon: vier Fanangebote

Exklusivität und soziales Erleben

Unabhängig davon, ob ihr den ganzen Shop einbindet oder nur einzelne Produkte anbietet, solltet ihr überlegen, ob jeder Nutzer Zugriff auf den Facebook-Shop hat oder ob nur Fans des Unternehmens das Angebot nutzen können. Etwas „exklusiv für Fans“ zu vertreiben, hat den Vorteil, dass sich Fans als etwas Besonderes fühlen, andererseits können potenzielle Kunden verloren gehen. Auf jeden Fall sollte der Tab, der den Zugang auf den Shop bietet, einer der ersten vier auf der Fanpage sein.

Ganz wichtig und erfolgsentscheidend ist der soziale Aspekt: Bei Facebook geht es darum, mit Freunden in Kontakt zu bleiben und Inhalte zu teilen. Der Nutzer ist eigentlich nicht da, um zu shoppen. Ein soziales Einkaufserlebnis könnt ihr herstellen, wenn Produkte geteilt oder als Empfehlung an Freunde gesendet werden können. Fällt es einem Nutzer schwer, sich zu entscheiden, könntet ihr ihm die Möglichkeit bieten, eine Umfrage mit Bildern von zwei oder drei Produkten zu erstellen und zu teilen. Desweiteren können die Nutzer in die Produktgestaltung eingebunden werden, also abstimmen und Vorschläge machen, welche Gestaltung (Farbe, Form etc.) ein Produkt oder welchen Inhalt es haben soll. Das Produkt sollte es dann auch nur im Facebook-Shop zu kaufen geben.

Technische Umsetzung und Abwicklung der Bezahlung

Otto Facebook-Shop

Otto: Persönlichen Style zusammenstellen und teilen


Nachdem das Konzept für den Facebook-Shop erstellt wurde, geht es an die technische Umsetzung: Entweder beauftragt ihr eine Agentur oder installiert eine Software zur Shopintegration. Zahlreiche Unternehmen (z.B. Payvment, Shopshare) bieten Software an, mit welcher ein Facebook-Shop erstellt und angepasst, sowie das Kaufverhalten der Nutzer ausgewertet werden kann. Oftmals wird eine kostenlose Basisversion und eine Premiumversion mit zusätzlichen Funktionen angeboten.

Ist der Facebook Shop auf der Fanpage eingebunden, erscheint das Warenangebot nach Anklicken der Shop-Tab direkt innerhalb von Facebook, so dass Produkte ausgewählt und in den Warenkorb gelegt werden können. Eine andere Variante ist die Einbindung eines Moduls wie ShopFacer, mit dem ausgewählte Produkte im Facebook-Shop lediglich gezeigt werden. Wird auf ein Produkt geklickt, erfolgt die Weiterleitung zum Online-Shop. Es handelt sich also um ein virtuelles Schaufenster.

Das bringt uns direkt zum letzten Punkt: Wie soll die Bezahlung ablaufen? Dabei kann die Bezahlungsabwicklung direkt auf Facebook durchgeführt werden (am besten mit verschiedenen Bezahlungsmöglichkeiten) oder auf der eigenen Shop-Webseite. Die Bezahlung auf der Webseite bietet den Vorteil, dass sich Nutzer sicherer fühlen, was die Angabe der persönlichen Daten betrifft. Andererseits stellt die Weiterleitung auf die Webseite einen Bruch in der Kaufabwicklung dar.

Ihr seht, es gibt eine Menge zu bedenken, wenn ihr erfolgreich auf Facebook verkaufen wollt. In unserem nächsten Beitrag stellen wir euch noch weitere Promotion-Möglichkeiten von Shops auf Facebook vor, bevor wir die Theorie mit der Praxis verbinden und einige Best & Worst Practice Beispiele vorstellen. Also seid gespannt!


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Stefanie war 2012 bei uns Praktikantin.

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  1. Also ich denke dass ein “Fan-Content” also eine Exklusive Ware oder ein Exklusives Angebot für FB-Nutzer durchaus Sinn macht – aber auch ein Kunde-wirbt-Kunde-Projekt kann mit Facebook für einen Shop eine sehr interessante Variante sein!