Memes im Marketing-Mix: 5 Tipps zur erfolgreichen Umsetzung

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Marketing-Spezialisten stecken viel Zeit, Geld und Mühe in die Pflege eines raffinierten Auftritts in sozialen Netzwerken. Kein Wunder also, dass viele sich davor scheuen, Memes in ihre Online-Strategie einzubeziehen. Denn bei Memes spielt die Qualität der Umsetzung  nur eine geringe Rolle; wichtiger ist die Relevanz für den User. Doch mit dem richtigen Einsatz erreichen Memes nicht nur eine gute Reichweite, sie aktivieren auch die Community. Wodurch sich ein gutes Meme auszeichnet und alles was man sonst bei Marketing-Memes beachten sollte, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Memes bestehen aus einfachen Bild-, Video- und Textelementen, die aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgenommen werden und durch die Kombination mit neuen lustigen oder kritischen Elementen in einen anderen Kontext gerückt werden. Sie werden in sozialen Netzwerken geteilt, wo sie von anderen Usern häufig adaptiert und erneut geteilt werden. So entstehen Motive, die für die angesprochene Zielgruppe erkennbar und leicht zu verstehen sind.

#1: Timing is key!

Memes lassen sich schnell und einfach kreieren und verbreiten sich wie Buschfeuer im Netz. Das ist eine gute Nachricht für diejenigen, die kurzfristig gute Reichweite erzielen möchten. Der Haken an der Sache ist, dass die Lebensdauer eines Memes dementsprechend kurz ist – sie umfasst höchstens ein paar Monate. Selbst die kreativsten Inhalte wirken gezwungen oder sogar peinlich, wenn sie nicht innerhalb dieses engen Zeitfensters gepostet werden.

Die Macht des perfekten Timings wurde 2013 durch ein legendäres Twitter-Posting des US-Keksherstellers Oreo bewiesen. Als der Superbowl wegen eines massiven Stromausfalls unterbrochen wurde, reagierte ein Social-Media-Manager blitzschnell und veröffentlichte ein passendes Meme dazu auf Twitter:

Das Bild ist zwar recht einfach, wurde aber zum richtigen Zeitpunkt gepostet und bekam deswegen nicht nur Tausende Likes und Retweets, sondern wird immer noch als ein Marketing-Highlight zitiert.

Heißt das nun, dass man jeden Tag das Netz für neue Meme-Trends durchforsten muss? Nein! Die Onlinedatenbank „know your meme“ bietet einen ausführlichen Überblick der jüngsten Meme-Trends an, damit man immer am Puls der Zeit bleiben kann.

#2: Kenne dein Publikum!

Memes können dazu dienen, das ultimative Ziel jedes Social-Media-Managers zu erreichen: den Aufbau einer aktiven Community. Wichtig ist, dass der User sich mit den Memes identifizieren kann, Stichwort „Relatability“. Um passende Inhalte zu kreieren, muss man die Community in- und auswendig kennen: was mag sie, wofür interessiert sie sich, was ärgert sie. Im Jahr 2015 stellte die BVG mit ihrer #weilwirdichlieben Kampagne das Content-Marketing auf den Kopf. Statt ihre Community mit positiven Botschaften zu bombardieren, wandelte das Unternehmen die schärfste Kritik aus der Community in Memes um. Dabei zeigte die BVG, dass sie genau wusste, was die Berliner von ihr hielten und stellte ihre eigenen Fails als Berliner Insider-Witz dar. Dieser selbstironische, authentische Auftritt baute eine besondere Beziehung zwischen der Marke und den Followern auf und erhöhte die Reichweite und Interaktionsrate der Seiten massiv. Allerdings sind die klugen Köpfe hinter den besten BVG-Memes häufig die Follower selbst: Die BVG repostet regelmäßig Inhalte aus der Community auf ihren Seiten und animiert dabei den Follower zu noch mehr Interaktionen.

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#3 Recherchiere den Hintergrund eines Memes!

Die meisten Memes bedienen sich derselben Bilder, Texte und Motive. Daraus entstehen bekannte Vorlagen, die von anderen Usern an andere Witze oder Situationen angepasst werden. Auf die Frage, ob dies rechtlich vertretbar ist, gehe ich hier nicht näher ein, weil es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Manche Unternehmen umgehen diese Grauzone, indem sie Memes mit ihren eigenen Bildern nachahmen.


Dennoch gilt es, ein paar Dinge im Auge zu behalten.

Bevor man ein bestimmtes Meme benutzt oder nachahmt, sollte man sich über den Hintergrund des Memes informieren. Manche haben eine versteckte Bedeutung oder werden mit unerwünschten Themen oder Gruppen assoziiert. Als Beispiel: der harmlos aussehende Frosch Pepe, der in manchen Foren als Motiv rechtsextremer Gruppen gilt. Auch hier ist die Seite „know your meme“ zu empfehlen. Die Seite bietet ausführliche Informationen zum Hintergrund bekannter Memes und deren Benutzung, damit man keinen PR-Shitstorm auslöst.

Wichtig ist aber auch, die Pointe eines Memes richtig zu verstehen, bevor man es postet. Dieser Post der Deutschen Bahn gilt als Worst-Practice-Beispiel. Er bezieht sich auf das beliebte Kleinanzeigen-Meme, wobei User misslungene Preisverhandlungen teilen. Jedoch ergibt der Witz im Kontext eines Jobangebots wenig Sinn. Man fragt sich, was das Unternehmen seinen Followern damit sagen möchte. Ist eine Stelle bei der Deutsche Bahn nichts wert? Oder sind die BewerberInnen wenig intelligent? Obwohl dieser Post mehr als 3.000 Likes bekam, waren die Reaktionen in den Kommentaren eher negativ.

#4 Kreiere Original Content!

Damit die Büchse der Pandora ungeöffnet bleibt, kann man, statt bekannte Memes zu posten, individuelle Memes aus eigenem Material kreieren – zum Beispiel indem man im Stil der BVG Kundenfeedback dafür verwendet. Auch sehr gut dafür geeignet sind Produktbilder. Ein großer Vorteil dieser Strategie ist natürlich, dass man die Gefahr vermeidet, gegen Urheberrechte zu verstoßen. Doch es gibt auch andere wichtige Vorteile: Memes können dazu dienen, in einer unterhaltsamen Art und Weise Kunden über Neuigkeiten, neue Produkte und Sonderangebote zu informieren. Wichtig ist, dass man das eigentliche Ziel nicht aus dem Auge verliert. Memes sollten hauptsächlich der Unterhaltung dienen und die Follower binden – wer die Upselling-Offensive zu stark angeht, schreckt seine Follower wahrscheinlich ab.

Die Beauty-Marke von Rihanna, Fenty Beauty, postet Memes, um ihre Produkte zu bewerben und Sonderaktionen anzukündigen. Der Erfolg dieser Memes liegt darin, dass eine Emotion oder Situation, mit der sich die Follower identifizieren können, im Mittelpunkt steht, nicht das Produkt.

#5 Bleibe beim Thema!

Die wichtigste Regel des Content-Marketings gilt auch für Meme-Marketing: es muss den Usern einen Mehrwert bieten. Daher ist es wichtig, dass man als Marketer nicht irgendwelche Memes auf der Unternehmensseite postet, sondern Memes, die für die User relevant sind. In diesem Zusammenhang ist die Instagram-Seite von „BarkBox“, ein amerikanischer Abonnementservice für Haustierprodukte, vorbildlich. Die Instagram- und Twitterseiten des Unternehmens haben das Interesse der SMM-Community geweckt, weil dort fast ausschließlich Memes gepostet werden, so dass man auf den ersten Blick kaum merkt, dass es sich um eine Unternehmensseite handelt. Die Memes sind eine bunte Mischung aus lustigen Hundebildern sowie fiktiven Einträgen aus einem Hunde-Tagebuch, die auf der Sprachebene der beliebten „Doggo-Memes“ geschrieben sind. Der Erfolg dieser Strategie liegt darin, dass das Social-Media-Team von BarkBox eine Meme-Nische gefunden hat, die thematisch gut zum Unternehmen passt. Daher wirken die Memes sehr authentisch. Doch nicht alle Posts von BarkBox sind erfolgreich. Manche Posts  weichen etwas vom Thema ab und bekommen deutlich weniger Interaktionen.

Fazit

Memes sind inzwischen im Marketing-Mix nicht mehr wegzudenken. Wenn sie gut gemacht sind, können sie die Reichweite und Interaktionen deiner Unternehmensseite hochtreiben. Dennoch bleiben sie eine Königsdisziplin, weil man dabei in einige Fettnäpfchen treten kann. Lasse dich von den obengenannten Tipps und Beispielen inspirieren und probiere dich einfach aus.

Rebecca unterstützt Projecter seit Januar 2020 als Trainee im Bereich SEA. Ihr Studium in den Fachrichtungen Germanistik und Geschichte schloss sie 2018 an der Universität Leeds ab. Danach entdeckte sie die Welt des Online-Marketings durch ihre Praktika und erste Berufserfahrungen.

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  1. Vielen Dank für diesen Blogeintrag, dieser Blogeintrag hat mich inspiriert in Zukunft auf Memes zu setzen. Zudem ist er sehr schön geschrieben.

    • Liebe Lea,
      vielen Dank für dein Feedback. Es freut mich zu hören, dass der Blogeintrag Dir gefallen hat und ich hoffe, dass die Tipps hilfreich für Dich sind.
      LG Rebecca H.