Pinterest – Ein Erfahrungsbericht

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

„Die ganze Zeit war ich allein hier und auf einmal kommt ihr alle.“ – Diesen Satz habe ich erst diese Woche zu meinen Arbeitskollegen gesagt. Wir sind generell sehr internetaffin und wenn es etwas Neues gibt, dauert es nicht lange, bis einer meiner Arbeitskollegen angemeldet ist.

Bei Facebook warte ich bis heute noch, dass sich mein Freundschaftskern anmeldet, bei meinen Arbeitskollegen hingegen kann ich mir sicher sein, dass ich sie alle (jederzeit) bei Facebook finde. Um so überraschender war es, als ich mit Pinterest startete und keiner da war. Ein kleiner Bereich nur für mich, der gleichzeitig viele Bedürfnisse erfüllte, die ich schon länger beim Surfen hatte. Ebenso befriedigt das Tool den kreativen Teil in mir. Ich liebe Pinterest!

Da die Resonanz des Tools weiter steigt und meine Pinterest-Freunde täglich wachsen, kann es also nicht nur mich ansprechen. Da muss mehr dran sein. Ein Grund, sich einmal Gedanken zu machen, was genau Pinterest ist, warum man es nutzt und warum es auf einmal in aller Munde ist.

Was ist dieses Pinterest?

Bei Pinterest kann man Bilder und Links sammeln. Einfach gesagt ist es ein Bilder-Bookmarking Dienst. Der Fokus liegt aber auf der Interaktion. Die Bilder von anderen können gesehen und im eigenen Profil gespeichert werden. Um die Übersichtlichkeit nicht zu verlieren, sortiert man seine Bilder oder wie Pinterest sie nennt „Pins“, auf entsprechenden „Boards“. Diese sind nach Thema oder Interesse geclustert und so verliert man selbst, und die anderen, nicht den Überblick.

Pinterest ist optisch sehr gut umgesetzt, setzt auf klare Strukturen und Bedienung. Dass es einfach zu bedienen ist, sehe ich nicht als Vorteil, sondern als notwendigen Fakt.

Sammeln

Pinterest nutzt den Sammeltrieb der Menschen. Das Internet wird immer größer, einmal gefundene Sachen findet man im Zweifel nie wieder. Wer neigt nicht dazu, irgendetwas zu sammeln?

Erst letztens las ich in einem Blogbeitrag, dass sowohl Frauen als auch Männer sammeln. Männer setzen angeblich eher auf Qualität und auf Prestigeobjekte, die in der Vitrine etwas „her machen“. Frauen fokussieren sich auf die Masse toller Dinge. Diese müsste irgendwo organisiert werden und wenn die Freunde gleich sehen können, was man tolles gefunden hat – umso besser.

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(Noch) sind die meisten Pinterest-Nutzer weiblich.

Die Zielgruppe von Pinterest sind auch wirklich größtenteils Frauen. Sie sammeln Einrichtungsideen, Mode-Inspirationen, Frisuren, Urlaubsorte, DIY-Anleitung und vieles mehr. Mit dieser Basis hat Pinterest gestartet und es geschafft, eine sehr kreative Gruppe mit gutem Geschmack getroffen, so zumind. meine persönliche Meinung. Man, bzw. frau, loggte sich bei Pinterest ein und fand sofort so viele tolle Ideen, Anregungen und Inspirationen. Es war eine Wohltat für die Augen, nachdem man durch die bunte überladene  Internetwelt gezogen ist und man sich hier alles nach dem eigenen Geschmack gestalten konnte. Keine kitschigen Bilder und Klamotten, die man nie anziehen würde. Jetzt passt alles zum eigenen Geschmack! Zumindest größtenteils.

Inspiration

Inspiration ist ein weiterer großer Ansatzpunkt von Pinterest. Wir wollen inspiriert werden. Wir wollen Neues sehen. Und wir sind neugierig! Wenn die besten Dinge zu einem Thema schön aufbereitet in den Boards meiner Freunde lagern, ist das eine schöne und vor allem einfache Sache.  Die Wohnung soll neu eingerichtet werden und die Ideen lassen langsam nach? Klar, es gibt so viele Einrichtungs-Communities, dennoch finde ich den Fundus meiner Freunde tausendmal ergiebiger. Ich clustere die Informationen in dem ich Leuten „followe“ (das Twitter Prinzip), deren Geschmack meinem sehr nahe kommt. Noch nie hatte ich so viele Ideen, die Wohnung, mich und mein Leben umzugestalten. Ich bin inspiriert!

Warum hat sich Pinterest durchgesetzt?

Es setzt ganz klar auf eine Zielgruppe und fokussiert diese, in dem Menschen mit „gutem Geschmack“ mir am Anfang meines freundelosen Pinterest-Daseins vorgeschlagen werden. Diese sind aktiv und pinnen Sachen, die mich interessieren. Inspiration auch ohne wahre Freunde.

Das Konzept der „Boards“ ist neu. Während man bei Facebook und Co. sich nur von Dingen berieseln lassen kann und Themen vollkommen durchwachsen in der Timeline landen, kann man sich bei Pinterest ganz klar fokussieren. Man folgt nicht zwangsweise allen Boards eines Freundes, man kann entscheiden welche Boards einen interessieren und gezielt followen. Somit hat man einen klaren Interessensfokus.

Langeweile

Ein Grund warum Facebook gut funktioniert oder warum eine spezielle Nachrichten-Webseite mit vielen bunten Bildern so hohe Nutzerzahlen hat, ist sicherlich der hohe Unterhaltungsfaktor, aber auch die Langeweile einiger Menschen. Langeweile ist nicht zu unterschätzen, das zeigt uns schon Google. Gibt man bei Google „mir “ ein, schlägt Google als erstes die Suchanfrage „mir ist langweilig“ vor. Auf diese Suchanfrage sollte Pinterest übrigens Adwords Anzeigen schalten. Ich denke, die Conversionrate an neuen Nutzern wäre riesig 😉 Pinterest ist unersättlich und bringt selbst nach wenigen Minuten neue Inhalte. Man erwischt sich immer wieder, wie man automatisch zu Pinterest geht und sich durch neue Kategorien, Boards und Pins wühlt.

Männer bei Pinterest

Ja es gibt sie. Ok, ich gebe zu, es sind nur wenige Männer, die Pinterest im Moment überzeugend nutzen. Aber es gibt sie. Sie sammeln Sportbilder, Fußballzeug, Lieblingsprodukte, Gadgets und Elektronikprodukte, verrückte Tiere, Katzen, Infografiken, Frauenbilder. Auch sie machen Wunschlisten mit Produkten, die sie gerne möchten und sammeln Celebrities oder Sportler, die sie inspirieren.

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Männer auf Pinterest - es gibt sie doch!

Und zumindest  der folgende Grund sollte die SEO-Interessierten Männer überzeugen: Hinterlegt man einen Link in der Beschreibung eines Pins bleibt dieser „dofollow“.

Lust bekommen? Los geht’s…

Auch Unternehmen wollen Pinterest für sich nutzen, wie das geht und ob es sich durchsetzt, könnt ihr sicher bald bei uns lesen.

Stefanie war seit Januar 2009 Key Account Manager bei Projecter und hat auch vorher schon im Online Marketing gearbeitet. Als Head of SEM war sie u.a. für den Bereich Keyword Marketing zuständig.

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  1. Danke für die schöne Zusammenfassung. Jetzt weiß ich auch, womit meine Freundin den ganzen Tag verbringt. 😉

  2. Hallo zusammen, Tina hier. Pinterest finde ich super. Bilder werden im Internet in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Es kommen ständig neue Technologien auf den Markt, eine besser als die andere 😉 Es macht einfach nur Spass…

  3. Schöne Bilder für schöne Menschen… ich mag Pinterest, da man dort mal wirklich tolle Sachen sammeln kann.