Pinterest in der Unternehmenskommunikation

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

Pinterest ist deutlich auf Erfolgskurs. Mehr als 70 Mio. User tummeln sich weltweit auf der Bilder-Plattform. In den USA hat sich Pinterest schon lange als starker Kanal im Social Media Marketing etabliert und mit der steigenden Beliebtheit hierzulande finden auch immer mehr deutsche Unternehmen den Weg auf Pinterest.

Projecter Pinterest

Unternehmensprofile auf Pinterest – Lohnt sich das?

Pinterest ist aus Marketingsicht ein virtuelles Schaufenster mit einer Linksammlung. Hinter jeden gepinnten Beitrag steckt eine URL, mit der Traffic auf die eigene Seite generiert werden kann. Insbesondere dieser Referral-Traffic zeichnet dieses soziale Netzwerk als eines der attraktivsten für die Nutzung in der Unternehmenskommunikation von Onlineshops aus.

Aber das allein sollte nicht nur das Ziel des Social Engagements auf Pinterest sein.

Daneben erfüllt Pinterest auch einen Branding-Effekt. Je größer die Reichweite der gepinnten Beiträge ist, desto mehr wächst auch die Markenbekanntheit. Je nach Ausrichtung des Unternehmens können damit weitere Ziele verfolgt werden

  • Begleiten von Entwicklungsprozessen neuer Produkte oder Dienstleistungen
  • Weiterführung von Image-Kampagnen
  • einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens gewähren
  • emotionalen Dialog mit den Kunden stärken

Wie bei jeder anderen Maßnahme im Online Marketing, sollte man sich vorher genaue Gedanken über seine Ziele und Vorgehensweise machen:

  • Was will ich auf Pinterest erreichen?
  • Welche Anknüpfungspunkte gibt es zu anderen Social-Media-Kanälen?
  • Welche visuellen Erkennungsmerkmale hat mein Unternehmen?

Pinterest überzeugt vor allem durch seine hohe Viralität. Über 80% der Pins sind Repins, denn die meisten Nutzer repinnen vorwiegend die Beiträge von anderen. Der Direktvergleich zu Twitter: nur knapp 1,4% aller Tweets sind Re-Tweets.

Um wirklich sicher zu gehen, dass Pinterest in die eigene Unternehmenskommunikation passt, helfen folgende Fragen:

  • Lässt sich meine Marke / mein Produkt passend in eine Pinterest-Kategorie (z.B. Mode, Essen & Trinken, Gesundheit & Fitness) einordnen?
  • Habe ich ausreichend Bild- und Videomaterial?
  • Sind auch die Bilder auf meiner Website qualitativ hochwertig?
Pinterest-Kategorien

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Auf Pinterest loslegen

Hat man sich seine Marketing-Strategie für Pinterest zurechtgelegt, kann es losgehen. Dazu legt man sich zunächst ein Unternehmensprofil an. Wie das geht, zeigt dieser Beitrag.

Danach geht es daran, das erste Board bzw. die ersten Boards anzulegen. Mit einem einfachen Klick auf „Pinnwand hinzufügen“ wird ein neues Board erstellt. Dann werden einfach ein Name und eine Kategorie für das Board gewählt. Beide Einstellungen können auch noch nachträglich geändert werden. Aus den Followern können zudem User ausgewählt werden, denen es erlaubt ist, an diese Pinnwand zu pinnen. Aber: ein gesetzter Pin kann nur mit dem gleichen Account wieder gelöscht werden. Die Freischaltung sollte also mit Bedacht erfolgen und empfiehlt sich eigentlich nur dann, wenn mehrere Mitarbeiter für Bewegung auf den Boards sorgen wollen.

Pinnwand erstellen

Ist das Board angelegt, kann eine Beschreibung dazu erstellt werden. Diese sollte zur besseren Auffindbarkeit die passenden Keywords enthalten, zum Beispiel das Thema des Boards und den Namen des Unternehmens. Die Position der Boards auf der Hauptseite des Profils kann via Drag&Drop zudem leicht geändert und nach Relevanz sortiert werden.

Nutzer können auf Pinterest einem kompletten Account oder nur bestimmten Boards folgen. Das Anlegen eines jeden Boards und die Strukturierung der enthaltenen Pins sollten daher genau durchdacht sein.

  • In welchen Zeitabständen kann und soll das Board bepinnt werden?
  • Können thematische Dopplungen zu anderen Boards verhindert werden?
  • Ist das Thema langlebig oder bedient das Board eine zeitlich begrenzte Spanne?

Die ersten Boards sind eingerichtet und werden nach und nach mit Pins befüllt. Jetzt gilt es natürlich, Follower aufzubauen. Dazu sollten Pinterest Social Buttons auf der eigenen Unternehmensseite eingebunden werden, um es Usern einfacher zu machen, den Content der Seite auf Pinterest zu verbreiten. Zudem sollte die Aktivität auf Pinterest auch auf anderen Social-Media-Kanälen bekanntgegeben werden. Anschließend sollte man selbst anfangen, Nutzern zu folgen. Diese sollten solche User sein, von denen man möchte, dass sie einem ebenfalls folgen.

Community Management auf Pinterest

Pinterest hat den großen Vorteil, dass es ein relativ krisenfreies Community Management ermöglicht. Es gibt hier kaum Shitstorms oder negative Äußerungen, da Nutzer in der Regel nur das pinnen und repinnen, was ihnen gefällt. Negativ fällt allenfalls Spam auf, wenn zu viel redundanter Inhalt gepinnt wird oder User mit Kommentaren, Likes und Repins überschüttet werden.

Um die eigene Follower-Schar zu erhöhen, empfiehlt es sich, anderen, bestenfalls reichweitenstarken Nutzern, die im gleichen Themengebiet unterwegs sind, zu folgen und die wichtigsten ihrer Pins zu kommentieren, zu repinnen oder den User mittels @-Zeichen zu verlinken. Hier gilt: Klasse statt Masse. Die Interaktion mit den eigenen Followern ist wichtig, sollte aber auf keinen Fall willkürlich wirken. Außerdem können Kunden auch aktiv zur Mitwirkung aufgefordert werden, indem sie eigene Ideen an die Boards des Unternehmens pinnen oder Fotos von sich, wie sie eines der Produkte benutzen etc.

Für zusätzliche Interaktion können Gewinnspiele sorgen. Was es dabei zu beachten gibt, zeigt dieser Artikel.

Pinterest Analyse-Tool

Das hauseigene Analyse-Tool von Pinterest bietet informative Einblicke in den Erfolg des eigenen Accounts. Die Handhabung ist zwar etwas aufwändig, bringt aber wichtigen Input:

  • qualitative und quantitative Informationen zur Performance der Pins
  • demografische Informationen und Interessen zur Zielgruppe
  • Statistiken zu Pins, die von der Unternehmensseite gepinnt wurden

Pinterest Analytics

So lassen sich bspw. die meisten Board- und Pinaufrufe, die beliebtesten weitergepinnten Pins oder auch die meist gesuchten Pins ausmachen. Dabei lassen sich die Daten nach dem genutzten Endgerät aufschlüsseln.

Diese Ergebnisse helfen, eine inhaltliche Struktur und Optimierungswege zu finden. Welche Pins sind am beliebesten? -> Es sollten mehr vergleichbare Inhalte geschaffen werden. Welche Boards funktionieren am besten? -> Sie sollten so weit oben wie möglich positioniert werden.

Fünf allgemeine Tipps

  1. Pinterest ist kein Katalog

Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken sind die Nutzer auf Pinterest zwar empfänglicher für Produktbilder, jedoch auch nur bis zu einem bestimmten Maß. Wer Pinterest ausschließlich als Warenkatalog nutzt, wird langfristig nicht weit kommen.

  1. Keine falschen Erwartungen schüren

Wie überall im Social Web gilt: der Kunde will nicht für dumm verkauft werden. Hinter jedem gepinnten Bild sollte der Kunde auf der Website auch das vorfinden, was er anhand des Bildes erwarten kann.

  1. Einen Mehrwert bieten

Wenn sich User dazu entscheiden, dem Account oder bestimmten Boards zu folgen, sollten sie hier etwas geboten bekommen, das sie nicht schon auf der Facebook-Seite oder dem Instagram-Profil des Unternehmens gesehen haben. Etwas Abwechslung und somit Einzigartigkeit auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen schadet nicht.

  1. In der Kürze liegt die Würze

Beschreibungen von Boards und Pins sollten kurz und prägnant sein. Pinterest ist ein visuelles Portal und sollte vor allem die Bilder sprechen lassen.

  1. Interaktion und Offenheit

Pinterest lebt vom Zusammenspiel mit den Followern. Je aktiver mit anderen interagiert wird, desto aktiver werden andere auch mit dem Unternehmensprofil interagieren. Pinterest bietet außerdem die Möglichkeit, durch Blicke hinter die Kulissen des Unternehmens, eine menschliche Verbindung aufzubauen.

Fazit

    Pinterest sollte als Marketing-Instrument nicht unterschätzt werden, zumal es schon längst kein „Frauen-Portal“ mehr ist. Die Nutzerzahlen wachsen stetig und auch die männliche Zielgruppe wird immer häufiger von Firmen ins Visier genommen.

 

    Als optimaler Traffic-Lieferant ist es als zweitstärkstes soziales Netzwerk ohnehin nicht zu ignorieren und wer über emotionale Bilderwelten seiner Marke oder Produkte verfügt, dem bieten sich einzigartige Möglichkeiten, potentielle Kunden und Fans zu erreichen. Also ran an die Pinnwände!

 

Sabine war von Mai 2010 bis März 2016 Teil des Projecter Teams.

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  1. oha! ich wundere mich, dass ich endlich einmal einen so umfangreichen artikel zum thema „pinterest“ lesen darf u. ich „tratsche“ deine ausfuehrungen in meinem kollegialem „dunstkreis“ gern weiter.
    ich habe allerdings ein paar ergaenzungen zu den kategorien, gut laeuft hier:
    – wohnzimmer
    – badezimmer
    – schlafzimmer
    – garten u. outdoor (gestaltung, leben)
    – DIY
    – IKEA u. IKEA-„hacks“
    – essen & trinken => spez. gerichte, vegan, vegetarisch
    – lampen & leuchten, kerzen
    wichtig ist auch, dass man den eigenen account als autoritaet ausbaut (abdecken moeglichst vieler interessen, viele fans etc.) … hierueber darf man naemlich etwas faszinierendes _erfahren_: pinterest schickt via mail empfehlungen an unbekannte personen u. accounts, wobei hier darauf zu achten ist, dass eine interessensdeckung vorhanden sein muss … also: man muss etwas zeigen, was andere _interessiert_.
    ich hatte mich auf http://bit.ly/1Hygftg grob zu dieser interessensrecherche geaeussert u. wenn du hierzu rueckfragen hast oder den „austausch“ suchst, kannst du mich gern kontaktieren.
    lg

  2. Hi Sabine,

    das Thema Pinterest habe ich auch schon recht lange auf der Shortlist. Allerdings ist der Aufwand mehrere Social Media Präsenzen aktiv zu halten sehr zeitaufwändig und wir sind ein sehr kleines Team, weswegen wir uns bislang auf die „üblichen Verdächtigen“ konzentriert haben.

    Da Pintrest aber wohl gerade in der Fitness-Branche einen sehr aktiven Nutzerkreis zu haben scheint und ich nach Deinem Artikel hier doch ein großes Nutzenpotential sehe (gerade was das Branding angeht), werde ich das noch einmal mit in unser nächstes „Board-Meeting“ mitnehmen. 🙂

    Vielen Dank für die umfangreiche Darstellung. Die Tipps habe ich mir direkt ausgedruckt.

    Viele Grüße
    Jahn

    • Hallo Jahn,

      vielen Dank für dein Feedback! Pinterest legt wirklich ordentlich zu und dem Netzwerk wird noch sehr viel Potential vorausgesagt. Die Nutzer sind hier nämlich tatsächlich näher am Kaufentscheidungsprozess, so dass die Plattform für Unternehmenszielgruppen immer spannender werden wird. Wir sind bereits neugierig wann die nächsten Schritte bei uns in Deutschland ausgerollt werden.

      Viele Grüße
      Sabine