PR im Social Web – 3 Buchrezensionen

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Social Media Relations: Leitfaden für erfolgreiche PR-Strategien und Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0, Bernhard Jodeleit

Bernhard Jodeleit hat mit diesem Buch einen sehr umfassenden Überblick zum Thema Social Media PR erarbeitet, in welchem er theoretische Ansätze mit seiner langjährigen praktischen Erfahrung verknüpft.

Dabei beleuchtet er vielfältige Aspekte, wie den Medienwandel und damit einhergehend den Rollenwechsel vom Pressesprecher zum Kommunikationsmanager. Des Weiteren betrachtet er Risiken, Krisen und praxisnahe Chancen im Social Web. Außerdem stellt er in Listen und Tabellen sehr schöne und greifbare Punkte zur Verfügung, die bei der Erarbeitung einer Social Media Strategie helfen, z.B. bei einer Basisanalyse, der Erarbeitung von Social Media Guidelines oder Anwendungsfelder und Möglichkeiten des Social Media Monitorings. Dabei ordnet er diese Faktoren in eine ganzheitliche Strategie ein, um einer häufigen Fehler in der Social Media Nutzung zu umgehen, nämlich das „Pferd von hinten aufzusatteln“, also von den Instrumenten her zu denken, statt von den Zielen.

Ein für Jodeleit wichtiger Schwerpunkt ist das Thema Corporate Blogging, welches auch ein komplettes Kapitel vereinnahmt, zu welchem es in anderen Kapiteln immer wieder Querbezüge gibt. Aber auch Twitter, Facebook, Xing, Google+ und „weitere Außenposten in Social Networks“ werden beleuchtet. Das Herzstück sei aber die eigene Website. Auch wagt Jodeleit einen Blick in die Zukunft und sieht dort vor allem Mobile Social Media Relations als Chance.

Uns hat das Buch gut gefallen, da es sehr praxisnah geschrieben und mit Fallbeispielen untermauert ist. Die Listen und Überblicke helfen dabei, die beleuchteten Themen für sich selbst umzusetzen. Auch werden die gängigsten Social Media Instrumente beleuchtet und deren Anwendungsfelder in der Unternehmenskommunikation beschrieben. Daher ist das Buch gerade für Anfänger und Unternehmen geeignet, die sich neu mit dem Thema „Social Media Relations“ auseinandersetzen.

Online Relations: Leitfaden für moderne PR im Netz, Dominik Ruisinger

Dominik Ruisinger wählte für sein Buch zu Online Relations einen noch etwas breiteren Ansatz als Bernhard Jodeleit. Dabei ist sein Buch auch etwas theoretischer und mit einem stärkeren PR-Fokus verfasst. Inhaltlich sind sich beide aber an vielen Punkten einig.

So stellt Ruisinger gleich zu Beginn eine konkrete Zielstellung aller Kommunikationsmaßnahmen in den Vordergrund, auf deren die Auswahl der Instrumente erfolgen muss. Bevor er sich aber intensiver mit den einzelnen Instrumenten beschäftigt, folgt ein historischer Abriss der Online Relations, die natürlich eng an die Entwicklung des Internets gekoppelt ist. Darauf aufbauend betrachtet er den Status-Quo und damit die Rahmenbedingungen von Online Relations, welche durch Schnelligkeit, Individualität, Internationalität, Flexibilität, Multimedialität, Hypermedialität, Selektivität, Interaktivität und Authentizität gekennzeichnet ist. Anschließend werden einzelne Instrumente und deren Einsatzmöglichkeiten betrachtet. Auch Ruisinger sieht die Corporate Website als Schaltzentrale und damit als zentrales Element der Online Kommunikation. Sie ist das strategische Zentrum zur Bündelung aller Informations- und Kommunikationskanäle. Entsprechend müssen in deren Konzeption viele strategische Überlegungen fließen, welche er ebenfalls beleuchtet.

In einem weiteren Kapitel geht er auf die bisherige Pressearbeit ein und schlägt den Bogen zur Online Pressearbeit: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt ist und wie können PR-Profis darauf reagieren?

Des Weiteren widmet sich Ruisinger in zwei Kapiteln dem E-Mail Newsletter und den Social Media Relations. Abschließend bespricht er die strategischen Herausforderungen und zeigt einen Weg auf, wie man Online Relations Strategie entwickeln kann. Wichtig sind dabei u.a. die Punkte Bestandsanalyse, Zielen & Zielgruppen, Themenstrategie, Kommunikationsstrategie, Guidelines,  Kommunikationskanäle, Integration in die Gesamtkommunikation und Erfolgskontrolle.

Der breitere Fokus des Buches hat natürlich den Vorteil, dass man sich mit Kommunikationsinstrumenten auch über Social Media hinaus auseinandersetzt. Gleichzeitig liegt es in der Natur der Sache, dass je breiter das Thema wird, die Tiefe verloren geht. Zwar versucht Ruisinger an vielen Stellen die Tiefe zu erhalten, dennoch betrachtet er die Themen zum Teil auf einer etwas allgemeineren Metaebene. Damit ist das Buch vor allem gut geeignet, um sich einen Überblick zu verschaffen und sich mit theoretischen Aspekten des Themas auseinanderzusetzen.

PR im Social Web – Das Handbuch für Kommunikationsprofis, Marie-Christine Schindler & Tapio Liller

PR im Social Web - Das Handbuch für Kommunikationsprofis - Schindler, LillerDas Handbuch für Kommunikationsprofis wird seinem Namen gerecht. Die Autoren Schindler und Liller geben einen Einblick in die wichtigsten Themen, die ein Social Media Manager kennen sollte. Zunächst werden im Teil 1 die Grundlagen beleuchtet. Hier geht es zunächst darum, wie der Medienwandel auch einen Wandel in der Kommunikation und der Gesellschaft verursacht hat. Daraus werden die Folgen für die PR-Arbeit abgeleitet.

Im Teil 2 geht das Handbuch dann auf praktische Fragen im Umgang mit sozialen Medien aus Unternehmenssicht ein. So wird hier erläutert, wie sich die Medienarbeit gewandelt hat. Ein ausführliches Kapitel widmet sich dem Monitoring, Issues Management und der Krisenkommunikation. Hervorzuheben ist hier die Fülle der vorgestellten Tools und der praktischen Beispiele. Auch Profis werden hier noch etwas dazulernen können.

Anschließend behandeln die folgenden Kapitel einzelne Szenarien, wie die Bewerbung von Events im Social Web, das Personalmarketing, Produkt-PR und den Aspekt Kundenservice. So hat der Leser auch die Möglichkeit, direkt in einen Sachverhalt einzusteigen, der für ihn relevant und praxisnah ist. Als Zusatz, den viele andere Ratgeber nicht aufgreifen, widmet sich ein Kapitel auch der Social Media Arbeit für Nonprofit-Organisationen. Hier werden deutlich die Unterschiede zu Social Media Aktivitäten anderer Unternehmen aufgezeigt und daraus heraus auch veränderte Anforderungen an die Social PR für NPOs abgeleitet.

Die letzten Kapitel behandeln so wichtige Themen wie konzeptionelle Leitlinien, Messbarkeit und Rechtsgrundlagen, die in keinem Social Media Handbuch fehlen dürfen. Trotz der teilweise sperrigen Themen wie z.B. den Rechtsgrundlagen, bleiben die Erläuterungen verständlich und konkret.

Im Teil 3 wird das Handbuch durch 10 Tipps zum Start im Social Web, Experteninterviews und den Richtlinien zur PR vom Deutschen Rat für Public Relations abgerundet.

Auffällig ist im Vergleich zu den Werken von Ruisinger und Jodeleit, dass das Handbuch von Schindler und Liller durch eine Vielzahl praktischer Tipps und Beispiele das Thema immer wieder zu beleben weiß. Sowohl Aufmachung als auch Grafik sind sehr attraktiv. Die Erläuterungen werden durch zahlreiche Abbildungen untermalt. Am Ende eines jeden Kapitels werden die wichtigsten Punkte in einer Box „Auf einen Blick“ zusammengefasst.

Unser Fazit: ein rundum gelungenes Handbuch, in dem sich der Leser sehr schnell orientieren kann und das viele praktische Tipps erhält. Besonders geeignet ist das Buch wohl für erfahrene Social Media Berater.

Fazit

Bernhard Jodeleit gibt einen guten Überblick über die wichtigsten Instrumente im Social Web. Besonders Anfänger werden hier viele Erklärungen und Checklisten finden.

Dominik Ruisinger bleibt bei seinen Erläuterungen meist theoretisch. Er betrachtet ein weites Themenspektrum. Dieses Buch ist für Leser geeignet, die sich mit dem Thema Medienwandel auseinandersetzen wollen.

Aus unserer Sicht ist das Handbuch „PR im Social Web“ von Schindler & Liller durch seine vielen Fallbeispiele, klaren Erläuterungen und dem hohen Praxisbezug sehr empfehlenswert. Besonders Leser, die bereits im Social Web tätig sind und sich weitere Themenfelder erschließen möchten, werden dieses Buch mögen.

Daniel war von Juli 2012 bis Januar 2016 Teil des Projecter Teams.


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