Recap – AllFacebook Marketing Conference – 06.11.2013

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

Das erste Mal hatte ich am 06.11.2013 die Gelegenheit die AllFacebok Marketing Conference in Berlin zu besuchen. Und gleich bei diesem „ersten Mal“ war ich auch als Speaker vor Ort und durfte neben vielen namhaften Experten der Social Media Welt einen Vortrag halten. Die Voraussetzungen waren also optimal und es versprach ein spannender Tag zu werden. Und eins darf man vorwegnehmen: Er war es! Tolle Speaker, tolle Themen, tolle Konferenz!


Update, 12.11.: fehlende Präsentationen ergänzt.

Fast alle Speaker haben auch ihre Präsentationen zur Verfügung gestellt, sodass ich euch im Folgenden die einzelnen Vorträge vorstellen und auch gleich die Links zu den Präsentation bereitstellen kann.

Die AllFacebook Marketing Conference 2013

Yes! Facebook sells! The impact of Facebook paid media on reach and ROI

Nach der Eröffnung der Conference durch allfacebook.de Blogger Philipp Roth kam Florian Renz von der GFK zu Wort. Durch die vielfältigen Daten und Untersuchungen der GFK konnte Florian sehr viele spannende, auch medienübergreifende Einblicke in die Facebook Werbewirkung geben. Dabei stellte er fest, dass der ROI bei Facebook Kampagnen 2,5 Mal höher sei als bei TV-Kampagnen. Den besten Effekt könne man aber mit crossmedialen Kampagnen und der Wirkung zwischen TV und Facebook erzielen. So war sein Fazit auch: „Facebook sells!“, denn 19% aller werbeorientierten Umsätze kämen von Facebook, wenngleich nur 3,5% der Mediabudgets in Facebook investiert würden.

Weitere spannende Informationen findet ihr in seinen Slides Yes! Facebook sells! The impact of Facebook paid media on reach and ROI.

Facebook 2013: Die Learnings – Wie man Facebook als Unternehmen strategisch richtig nutzt

Ebenfalls einen sehr datenorientierten und äußerst spannenden Vortrag hielten die beiden Jungs Karsten Wusthoff und Stephan Eyl von Fanpage Karma. Dabei durchleuchteten Sie die Facebook-Kommunikation vieler tausend Seiten und haben die Feststellungen für uns im Publikum aufbereitet. Hier einige Erkenntnisse aus den Untersuchungen:

  • die Posthäufigkeit der Unternehmen stieg im letzten Jahr weiter an
  • an Wochenenden wird nach wie vor weniger gepostet, auch weil die Zielgruppe weniger online ist
  • die Fanzahlen bei den einzelnen Seiten steigen kontinuierlich, aber im Sommer gab es weniger Wachstum – auch auf Facebook zeigte sich also ein Sommerloch
  • Userposts auf den Chroniken der Seiten haben zugenommen (von 2012 zu 2013 um +12,5%)
  • Deutsche Marken reagieren auf 39,7% der User-Posts (BMW auf 13%; Rossmann auf 96%)
  • Anhand der Entwicklung des Nutzer-Engagements auf den Seiten der DSDS-Kandidaten konnte (bis auf 1 Ausnahme) immer schon eine Woche eher vorhergesagt werden, wer in der nächsten Show raus gewählt wird
  • nur 0,003% der Posts sind viral (viral = haben eine höhere Zahl an Interaktionen als Fans der Seite)

Interessant waren auch die Erkenntnisse zu den Inhalten, die ein gutes Posting haben muss: Jedes Posting sollte hinsichtlich LSD untersucht werden. Damit gemeint sind Lachen, Sparen und Dazulernen – also Emotion, Prämien oder Information.

Weitere hochinteressante Daten gibt es in der Präsentation von Fanpage Karma, Facebook 2013: Die Learnings – Wie man Facebook als Unternehmen strategisch richtig nutzt.

The Daily Routine – Oder wie nutze ich den Alltag und die Interessen des Users, um meinen Storys auf Facebook Gehör zu verschaffen?

Im Vortrag von Jörg Leupold und Sebastian Rau ging es darum, wie man die Interessen und Themen der eigenen Zielgruppe dazu verwenden kann, um effektive Postings bei Facebook zu entwickeln. Dabei nahmen uns die beiden mit auf eine Reise zum Entwickeln eines Story Planing Process.

Im Kern ging es dabei darum, den Nutzer der Facebook-Seite bzw. den Empfänger der Markenbotschaft kennenzulernen und zu verstehen, um diesen durch unsere Facebook-Kommunikation dort abzuholen, wo er gerade steht. Entsprechend wurde uns Zielgruppen-Person

„Bernd“ mit all seinen persönlichen Merkmalen in einem Rollenspiel vorgestellt. Anhand diese Eigenschaften konnte der Tagesablauf, seine Interessen und seine Facebook-Nutzung konkret bestimmt werden. Dies hilft wiederum, ihm zur richtigen Zeit die richtigen Inhalte anzubieten. Dabei muss natürlich noch ein Bezug zur Marke geschaffen werden. Das sei dann die Basis, so effizient wie möglich auf Facebook zu kommunizieren.

Wer diesen ganzen Prozess des Story Planings im Detail nach vollziehen möchte, kann dies hier tun: The Daily Routine – Oder wie nutze ich den Alltag und die Interessen des Users, um meinen Storys auf Facebook Gehör zu verschaffen?

Facebook Ads für Online Shops – Zielorientierte Anzeigenschaltung und -Auswertung.

Die vierte Session war mir vorbehalten. In meinem Vortrag habe ich mich auf Facebook Anzeigen fokussiert und versucht, dem Publikum die Wichtigkeit der Zielorientierung bei der Anzeigenschaltung näher zu bringen. Grundlage dafür war der Prozess der Zielorientierung, welcher sich in der Ausrichtung der Anzeigenschaltung, den Anzeigenformaten, der Leistungsmessung, Anzeigenoptimierung usw. widerspiegelt. In diesem Rahmen sollten zudem konkrete Erkenntnisse, z.B. Leistungskennzahlen aus von uns betreuten Accounts und konkrete Tipps zu Optimierungsparametern nicht fehlen.

Daniel auf der AllFacebook Marketing Conference 2013 (Foto: Philipp Roth)

All das gibt es auch in meiner Präsentation noch einmal im Detail zu lesen: Facebook Ads für Online Shops – Zielorientierte Anzeigenschaltung und –Auswertung. Gern könnt ihr euch bei Fragen natürlich an mich wenden.

Reach your goals – How to measure success on Facebook

Ein mit Spannung erwarteter Vortrag war natürlich der von Facebook Measurement Analyst Nik Shah. Auch er ging auf die Zielorientierung bei der Aktivität auf Facebook ein. Dabei mahnte er aber an, dass man sich nicht auf die Kennzahl „Klicks“ konzentrieren sollte. Seiner Ansicht nach  sei das zu kurz gedacht, denn einzelne Klicks decken nicht den gesamten Customer Journey ab. So wusste er zu berichten, dass Facebook Newsfeed Ads beispielsweise zu 60% mehr Brand Searchs bei Google geführt haben. Ähnlich wie Florian Renz konnte auch er von crossmedialen Effekten zwischen Facebook und TV berichten und sah Facebook dabei als Verlängerung von Fernsehen, weil dort, durch die intensivere Nutzung, effizienter kommuniziert werden kann.

Aus diesem Grund lag seine Empfehlung zur Messung des Ziels auch auf der Zahl der Impressionen in der relevanten Zielgruppe. Nicht zuletzt weil Impressionen dabei vergleichbar mit anderen Medien seien. Deswegen seine Empfehlung: Maximise Reach, Manage Frequency!

Seine Präsentation konnte leider nicht zum Download bereitgestellt werden.

„Gefällt mir” zahlt sich aus. Return on Social Media am Beispiel BUSINESS PUNK

Der Vortrag von Jan Honsel wartete mit sehr detaillierten und tiefen Einblicken in die Facebook-, Social Media und Unternehmenskommunikation von Business Punk auf. Jan zeigte dabei, auf welchen Ebenen wie mit der jungen, männlichen, smarten und gut verdienenden Zielgruppe kommuniziert wird. Dabei hat er sehr sehr viele Slides mit ebenso vielen Informationen präsentiert.

Spannend waren zum Beispiel seine Erkenntnisse, warum bestimmte Business Punk Posts so oft geteilt wurden: Die Inhalte waren smart, lustig und die Zielgruppe konnte sich mit diesen profilieren und quasi eigene Statements abgeben. Solche Posts erzeugten ein großes Engagement bei den Business Punk Fans. Er begründete aber auch, warum Facebook eine unternehmensbereiche-übergreifende Aufgabe ist, zeigte wie man aus negativem Feedback lernen kann und hatte weitere Insights gegeben.

Die umfangreiche Folien-Sammlung zu „Gefällt mir“ zahlt sich aus – Return on Social Media am Beispiel BUSINESS PUNK ist nun ebenfalls online.

Facebook ist tot. Eine Obduktion in sieben Akten.

Bei Speaker Martin Szugat durften wir einem sehr unterhaltsamen Vortrag lauschen. Er obduzierte Facebook, zum Teil nicht ganz ernst gemeint und begründete, warum Facebook (eigentlich doch nicht) tot ist.

Dazu gehörten die Negativ-Themen der Vergangenheit, wie sinkende Nutzerzahlen, Überalterung, der NSA-Skandal oder die Edge Rank Thematik. All das konnte Facebook aber nicht zu Fall bringen, auch wenn das verschiedene Medien sicherlich gern gesehen hätten. Deswegen sein Fazit:

  • Facebook wird nicht sterben – nicht in den nächsten 5 Jahren
  • Marken kommen an FB nicht vorbei – zumindest die meisten
  • Es gibt eine Social Media Welt – jenseits von Facbeook
  • Es gibt Möglichkeiten, jenseits von Gewinnspielen und Facebook Ads
  • Es bleibt spannend

Die abwechslungsreichen Folien hat Martin hier zur Verfügung gestellt, Facebook ist tot. Eine Obduktion in sieben Akten.

Die Zukunft der Kundenbeziehung durch das Social Web

Andreas Bersch, Geschäftsführer der Agentur BRANDPUNKT hielt einen Vortrag, der über Facebook hinaus ging und eigentlich die Verknüpfungspotenziale im bzw. hin zum Social Web beleuchtete.

Ausgangspunkt ist dabei der Satz, das Marken Gespräche seien, Nutzer aber nicht im Dialog mit der Marke stünden. Eine Fanpage allein mache aber auch keine Gespräche. Deswegen riet er zur Rückbesinnung auf die eigene Website (auf owned media) und die Verknüpfung dieser mit Facebook und den Nutzern. Entsprechend können Websites zu digitalen und sozialen Markenerlebnissen werden, z.B. Coca Cola. Hier empfahl Andreas die Integration der verschiedenen Kanäle und den Fokus auf Social by Design, denn alles was Marken unternehmen sollte am sozialen Interesse des Nutzers ausgerichtet sein. Dafür könne der Facebook Open Graph eine wertvolle Quelle sein. Um die Verwendung dieser Daten aber datenschutzrechtlich konform zu gestalten, brauchen Marken das Einverständnis der Nutzer. Dies werden sie nur bekommen, wenn die Nutzer durch diese Verknüpfung einen spürbaren Mehrwert erhalten würden. Entsprechend sieht er auch die Herausforderungen für 2014, wo integrative Kommunikationsstrategien entwickelt werden müssen, wovon Facebook ein Teil ist.

Die Folien zu seinem Vortrag stehen nun ebenfalls online zur Verfügung, Die Zukunft der Kundenbeziehung durch das Social Web.

Panel: Marketing auf Facebook: Die nächsten Schritte zum Erfolg.

Aufschlussreich war auch die Panel Diskussion zwischen Andreas Bersch, Martin Szugat, Jan Honsel Philipp Roth und Curt Simon Harlinghausen. Hier wurden einige Punkte aus vorherigen Vorträgen sowie , aber auch weitere Themen aufgegriffen und von den Experten diskutiert. Dazu gehörten die Punkte:

  • Die Website wird wieder ein wichtiges, zentrales Element und Zuhause der Marke und muss mit Facebook verknüpft werden.
  • Facebook Tabs und Apps sind tot.
  • Wenn Facebook als Service Kanal genutzt wird, dann sollte dies  transparent geschehen und möglichst einen positiven Ausgang für den Nutzer zum Ziel haben. Das kann die Marke auch über diesen Nutzer hinaus stärken.
  • Big Data ist interessant, aber damit kann man nicht alles vorhersagen und planen. Deswegen gilt es immer, den Menschenverstand einzuschalten.
  • Eichhörnchen sind der neue Cat-Content. 😉
  •  Facebook ist eine Personalisierungsengine und der Algorithmus dafür heißt Edge Rank

Wir sind nicht Nutella! Am Beispiel von ImmobilienScout24: Wie man auch mit weniger glamourösen Produkten auf Facebook erfolgreich ist.

Die beiden sympathischen Mädels Ina Lutterbüse und Katja Borchert von ImmobilienScout24 ließen in diesem Vortrag in ihren Alltag als Community Manager blicken. Dabei war es natürlich besonders interessant zu sehen, wie man agieren kann wenn man als weniger „sexy“ und emotional aufgeladene Marke auf Facebook kommunizieren muss.

Da sich Immobilienscout24 in der Situation befindet, zwei differente Zielgruppen zu haben (Wohnungssuchende und Makler), hat man sich für eine 2-Pages Strategie entschieden. Hier werden Inhalte zielgruppengerecht aufgearbeitet, z.B. in Unterscheidung der Ansprache „Du“ / „Sie“, den Themenreihen, integrativen Apps usw.

Den kompletten Vortrag gibt es hier zu sehen: Wir sind nicht Nutella! Am Beispiel von ImmobilienScout24: Wie man auch mit weniger glamourösen Produkten auf Facebook erfolgreich ist.

Same same but not different? – Wege aus der Facebook-Einbahnstraße

Stefanie Fuchs nahm uns in einem sehr unterhaltsamen Vortrag mit auf die Facebook-Reise durch das Leben des Brian. So hätten Unternehmen auf Facebook in den vergangenen Jahren Reichweite und Fans aufgebaut, wissen aber nicht mehr, was sie damit machen sollen. Es würde ohne Ziel kommuniziert, die Kommunikation drehe sich im Kreis. Als Beispiel nannte Sie u.a. http://on.fb.me/1cFK92K und http://on.fb.me/17OyQRP. Ihre Aufforderung an die Community-Manager war deshalb:  „Übernehmt Verantwortung für eure Fans. Kommuniziert authentisch, geht auf die Anliegen der Fans ein.“ Aus diesem Grund sollten Nutzer durch die Facebook Kommunikation zielgerichtet geführt, Plattformen der Unternehmenskommunikation sinnvoll vernetzt und strategisch gedacht werden. Facebook sei nur die Eingangstür in die Markenwelt, weshalb man Unterschiede machen muss, die Nutzersicht einnehmen und dem Nutzer mehr geben sollte.

Auch diese Folien findet man bei Slideshare, unter Same same but not different? – Wege aus der Facebook-Einbahnstraße.

Mobile pimpt Facebook

Den Abschluss des Vortrag-Tages auf der Marketing Conference bildeten Klaus Breyer und Philipp Thurmann von buddybrand. Ihr Credo des Vortrags: Mobile ist Social und damit Teil unseres Lebens (Mobile ist nicht mehr Mobile, sondern Yolomo 😉 ). Facebook wird von vielen mobil genutzt, Marketing aber vom Schreibtisch aus betrieben. Entsprechend müssten Unternehmen ihre Strategie in 5 Punkten auf die mobilen Nutzer optimieren:

  • Kampagnen, Links, Landingpages müssen (technisch) mobil optimiert sein.
  • Werbeformate und Ad-Targeting müssen sinnvoll mobil abgestimmt werden.
  • Post-Content muss mobiler Nutzung angepasst werden, z.B. in Textlänge, Bildgestaltung, Videokonzipierung usw.
  • Location-Based Services (z.B. Facebook Orte) müssen sinnvoll integriert werden.
  • Mobile Services (z.B. Apps wie RunKeeper) müssen sinnvoll geschaffen werden, um Mobile erlebbar zu machen und den Newsfeed zu füttern.

Gesamtfazit war, dass alle Facebook-Konzepte den Nutzer je nach dessen Nutzungsszenario optimal ansprechen müssen – egal ob Mobile oder Desktop.

Mehr Infos findet ihr unter Mobile pimpt Facebook

Das Tagesresümee

Ich hab es eingangs schon gesagt: Es war ein großartiger Tag! Danke Philipp, Danke Jens! Ich durfte viele spannende Vorträge hören, viele interessante Menschen kennen lernen und bin bepackt mit Informationen nach Hause gefahren. Bis 2014!

P.S.: Weitere Fotos und Berichte werden sicherlich in den nächsten Tagen via allfacebook.de online gehen. Dafür lohnt sich auch immer ein Blick auf die Social Wall.

Daniel war von Juli 2012 bis Januar 2016 Teil des Projecter Teams.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder

  1. Hi Daniel, meine Charts aus dem Business Punk Erfahrungsbericht sind nun ebenfalls bei Slideshare hochgeladen. Viele Gruesse, Jan

    • Hi Jan,

      super, vielen Dank für den Hinweis! Habs gleich ergänzt.

      Beste Grüße, Daniel