Single Account Strategy – Facebook-Support nur noch für finanzstarke Kunden

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

Der ständig wachsende Werbeanzeigen-Markt von Facebook bietet durch nahezu wöchentliche Neuerungen im Kampagnen-Management allerlei Verbesserungen. Wir sind immer gespannt auf die zusammengefassten Monats-Updates und Newsletter, die uns hübsch auf den neuesten Stand bringen. Dennoch treten bei der agenturinternen Accountarbeit für unsere Facebook-Kunden insbesondere im Anfangsstadium oftmals Fragen auf, die nach einem persönlichen Support verlangen.

Wir dürfen uns glücklich schätzen, über solch einen direkten Draht zum weltweit größten sozialen Netzwerk zu verfügen. Gerade bei manchmal nicht ganz nachvollziehbaren Änderungen und Stolperfallen beim Einrichten von Business Accounts half uns der persönliche Kundensupport über manche Hürde hinweg. Das wird sich leider demnächst ändern…

Facebook kündigt die Veränderung als Single Account Strategy an. Nach eigenen Angaben ist dies ein Schritt zur weiteren Optimierung mit Vorteilen wie einer besseren Kontrolle des Budgets und der Performance, mehr Transparenz sowie mehr Sicherheit durch separate Kreditlinien für einzelne Accounts. Ab dem dritten Jahresquartal splittet sich der neue Kundenservice dann in folgende 3 Support-Levels.

Um über ein Minimalpaket von Support hinaus zu kommen, wird zukünftig also ein monatliches Mindestbudget von 10.000 Euro pro Kunde erforderlich sein. Auch die individuelle Betreuung mittels Business-Account ist für Kunden unter einem Budget von 2.000 Euro pro Monat nicht mehr möglich. Hier werden alle „billigen“ Accounts in einem Agentur-Sammelaccount zusammengefasst. Für diesen erhält die betreuende Agentur dann monatlich eine Gesamtrechnung. Die einzeln abzurechnenden Posten pro Einzelkunde dürfen dann agenturintern wieder getrennt werden. Optimierung auf Agenturebene? Wohl eher nicht!

Dagegen recht nachvollziehbar erscheint die Begründung von Facebook-Seite. Die zunehmenden Anfragen können aus Kapazitätsgründen nicht mehr bewältigt werden. Es mutet schon ein wenig seltsam an, dass ein Unternehmen auf die zunehmende Bereitschaft von Kunden, Geld bei ihm auszugeben, so reagiert. Facebook hätte auch die Variante des personellen Wachstums in Betracht ziehen können. Aber die Beschränkung von individuellem Support mit effektiver Agenturunterstützung nur noch an Budgetgrößen zu messen, kann nicht mit freudiger Zustimmung quittiert werden.


Social Media Agentur

Zugegeben, die Änderung trifft uns nicht ganz unvorbereitet… Tatsächlich haben uns Anzeichen wie wiederholte Nachfragen zu Budgetgrößen ins Grübeln gebracht. Die fast widerwillig gestatteten Business-Accounts für Kunden mit voraussichtlichen Facebook-Ausgaben von „nur“ 1.000 Euro monatlich hinterließen ebenfalls ein ungutes Gefühl. Nun die bestätigte und bedauerliche Gewissheit: Geld bei Facebook ausgeben reicht nicht – es muss viel Geld sein! Da nützt es als Agentur auch leider nichts wenn man in der Summe aller Facebook-Kunden ein beachtliches Gesamtbudget verwaltet.

Ein letzter aber umso gravierender Nachteil in der kommenden Zusammenfassung mehrerer Accounts in einen Sammelaccount ist die Beeinflussung der Kampagnenleistung untereinander. Waren Kampagnen in ihren Business-Accounts bisher unabhängig von anderen Werbeanzeigen wirken sich Kampagnen mit schlechter Performance zukünftig auf neue Kampagnen im Sammelaccount aus! In unseren Augen entspricht diese Veränderung keiner Optimierung im Werbeanzeigen-Management sondern stellt uns vor unliebsame Herausforderungen, auf die wir gerne verzichten würden.

Sabine war von Mai 2010 bis März 2016 Teil des Projecter Teams.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder