11. Twittwoch Berlin – Was wir nach Leipzig mitnehmen

6. Mai 2010 von Jasmin

Nicht nur Ecommerce-Accounts schwächeln bei gutem Wetter, auch die Besucherzahl beim 11. Twittwoch im Frannz Club in Berlin fiel gestern leider geringer aus als erwartet. Zu Beginn stellte Stefan Wolpers (@StefanW) den 60 statt 100 angemeldeten Zuhörern das kommende Workshop- und Vortragsprogramm vor. Infos dazu gibt es auf der offiziellen Twittwoch-Vereins-Seite. Was wir an Erkenntnissen mit nach Leipzig genommen haben, möchten wir im Folgenden kurz zusammenfassen:
 
 
Stellenangebote via Facebok & Co.
 
Der erste Vortrag, gehalten von Tobias Kärcher von atenta (@jobtweet.bloggt und @Wollmilchsau), widmete sich dann dem Thema „Employer Branding und Recruiting in Zeiten von Social Media“. Nicht unbedingt eine brandneue Idee, aber eine nicht von der Hand zu weisende Chance für Unternehmen ist die Nutzung sozialer Medien wie Twitter, Facebook und Blogs um Personal zu rekrutieren. Das Empfehlungsmarketingkonzept kann so nicht nur genutzt werden, um gezielt Jobsuchende anzusprechen, sondern auch das positive Image einer Firma zu publizieren.
 
Wie funktioniert das dann in der Praxis?
Eine von atenta entwickelte Facebook-Applikation “jobstriker” kann von Unternehmen genutzt werden, indem freie Stellen über eine Feedeinbindung in Profilen gepostet werden können und damit von einer enormen Reichweite profitieren.
 
Angestellte, die helfen, die freien Stellen zu kommunizieren, werden laut Tobias jedoch in keiner Weise belohnt, weshalb die Motivation für die Applikation etwas offen bleibt. Zumal ist oft ungeklärt, ob und wie Social Media während der Arbeitszeit genutzt werden sollen und dürfen.
 
Für wen lohnt sich das?
Die Antwort auf diese Frage kam zwar erst sehr zögerlich, eine endgültige Zahl nannte Tobias dann aber doch noch: für Unternehmen, die über längere Zeiträume mindestens zehn Stellen ausschreiben, komme die Applikation in Frage.
 
Und was haben wir gelernt?
Was wir selbst immer wieder beobachten und Kunden bzw. interessierten Agenturen raten, ist eine der wichtigsten Aussagen des Vortrags: “Keine Präsenz ist besser als eine schlecht gepflegte.”
 
 
Wenn Schüler Lehrer bewerten
 
Der Vortrag von Manuel Weisbrod von spickmich nach der Pause, bei dem die Zahl der Zuhörer nochmal abgenommen hatte, drehte sich um den Kulturschock “Web 2.0 trifft auf Beschäftigte des öffentlichen Dienstes”. Er stellte das Portal kurz vor, auf dem Schüler ihre Lehrer bewerten können. Die Frage zur Legitimation von Bewertungen für Dienstleistungen, die der Konsument bzw. der Schüler mangels Fachkenntnis kaum bewerten kann, war allgegenwärtig. In Anlehnung an das Schüler-Lehrer-Modell wurde auch das Bewertungsportal für Ärzte im Auftrag der AOK angesprochen.
 
Kann man das überhaupt miteinander vergleichen?
Schwierig, finden wir. Eine berechtigte Anmerkung lautete, dass Erwachsene sich ihren Dienstleister, wie z.B. Anwälte, Ärtze, Restaurants etc., aussuchen können. Von seinen Lehrern wird das Kind unterrichtet, ob es nun will oder nicht.
 
Was haben wir daraus gelernt?
Ein interessanter Aspekt des Vortrags war zum Einen, dass Bewertungsportale auf keinen Fall der Versuchung erliegen dürfen, schlechte Bewertungen gegen Bezahlung zu löschen. Die Monetarisierung muss bzw. sollte über Werbung, wie auch im Falle des Portals spickmich, erfolgen. Zum Anderen ist interessant, dass die Lehrerbewertungen anfangs ein PR-Feature darstellen sollten, mittlerweile aber eine große Resonanz erfahren.
 
Was nehmen wir mit für den Twitwoch Sachsen #tws? (Der nächste Twittwoch Sachsen findet am 26.5. statt!)
 
Am besten schlechtes Wetter bestellen, damit möglichst viele Leute kommen, und mindestens genau so interessante Vorträge organisieren (Wir suchen noch Referenten. Interessenten für diese oder kommende Veranstaltungen können sich gern bei uns melden!). Und: im Juni feiert der Twittwoch in Berlin seinen ersten Geburtstag. – Wir ziehen den Hut und freuen uns auf die weiteren Veranstaltungen.

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Jasmin

Dieser Artikel wurde verfasst von Jasmin Sie ist seit Januar 2009 Teil des Projecter-Teams, Account Managerin und zuständig für die Bereiche PR und Social Media Marketing. Jasmin hat ein Bachelorstudium in International Business Administration absolviert. Sie beantwortet gern eure Kommentare!




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8 Antworten zu “11. Twittwoch Berlin – Was wir nach Leipzig mitnehmen”

  1. Christian sagt:

    “Keine Präsenz ist besser als eine schlecht gepflegte.” Darf ich fragen, wie das gemeint ist?

  2. Jasmin sagt:

    Wer anfängt, zu bloggen/twittern o.ä., sollte sich dessen bewusst sein, dass es eine langfristige Maßnahme ist. Man sieht oft, dass Profile angelegt werden und ein Weile gepflegt werden, dann aber nichts mehr aktualisiert wird bzw. keine neuen Inhalte folgen.
    Es wirkt eher unprofessionell, wenn z.B. der letzte Blogbeitrag schon ein halbes Jahr alt ist.
    Wenn man also nicht die Ressourcen hat, um dranzubleiben, sollte man von Anfang an, sich auf weniger Kanäle konzentrieren, beispielsweise nur bloggen, aber keine Fanseite einrichten bzw. parallel twittern.
    (Obwohl man durch die Integration der Netzwerke auch Zeit sparen kann…)

  3. Mike sagt:

    Na Jasmin, das müsstest du mal deinem Chef erzählen ;)
    Auf http://www.patrickhundt.de/ und http://www.patrickhundt.com/ steppt ja auch nicht gerade der Bär :)

  4. Patrick sagt:

    Naja, so eine zwei- bis dreijährige Schaffenspause muss mir schon mal zugestanden werden ;-P

    Nein, meine “Präsenz” ist die von Projecter :)

    Grüße
    Patrick

  5. Markus sagt:

    Gut zu wissen, dass ein Twittwoch offenbar aus mehr als nur der Diskussion rund um “Tempo 140″ dreht.

    Zwar kann ich Euch nicht als Referent dienen (bin selber Katjas Padawan), aber als Themenanregung würde _mir persönlich_ helfen, mal in den Erfahrungsaustausch zu treten, welche Tools denn nützlich sind, um Twitter/facebook & Co. gut (auf einem Blick?) im Auge zu behalten und zu pflegen – vor allem sind die Tools interessant, die auf Computern laufen, die kein angebissenes Obst als Label haben

    Es grüßt

    Der Markus

  6. Jasmin sagt:

    Hallo Markus! Das ist immer die Ungewissheit bei solchen Treffen, inwieweit die Gäste schon mit dem Thema (und entsprechenden Tools etc.) vertraut sind. Aber das ist auch für Fortgeschrittene ein interessanter Punkt – denn ständig verändern sich die Tools, es kommen neue hinzu oder andere bieten ihren Dienst nicht mehr an. Von daher lernt wahrscheinlich jeder etwas dazu. Wir werden den Punkt berücksichtigen. Vielen Dank für die Anregung! Viele Grüße, Jasmin

  7. Christian sagt:

    Müsste es dann nicht heissen “Keine Präsenz ist SCHLECHTER als eine schlecht gepflegte.”?

    Deshalb ja auch meine Frage. Dachte dahinter verbirgt sich der absolute Geheimtipp aus der SEM-Welt, ala schlecht gepflegte Seiten schlagen bei Google, Web 2.0 und Co. ein wie Bombe ;)

  8. Jasmin sagt:

    Nein, eigentlich ist es so gemeint, dass keine Präsenz besser ist, als eine, die unprofessionell, weil schlecht gepflegt ist. Mit “>” statt “ist besser als” könnte man das so darstellen:
    gepflegte Präsenz > keine Präsenz > schlechte Präsenz



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