Erster Webmontag Leipzig – “Wo wollten Sie denn hin?”
2. Februar 2010 von JasminVor dem Ersten Webmontag in Leipzig
18:10 Uhr projecter Gleich geht’s zum #Webmontag #Leipzig. Wer kommt mit? JS
18:15 Uhr ThomasScholz @projecter Was verbirgt sich denn dahinter?
18:20 Uhr projecter @ThomasScholz Zwar ausgebucht, aber wir werden davon berichten. http://redir.ec/webmontag-le #webmontag #leipzig JS
18:30 Uhr dg_4und20 So, dann mal auf. #webmontag
Angekommen im eWerk
19:00 Uhr gigold Wow … #ewerk #webmontag
Er wurde mit Spannung erwartet, der Erste Webmontag Leipzig, der ganz unter dem Motto ‘Wie-konnte-es-zu-diesem-LVB-Relaunch-kommen?’ und ‘Wer-war-da-beteiligt?’ stand. Dazu nahmen die ca. 40 Besucher auch gern die Kälte auf dem Weg in das am Markt gelegene eWerk-Büro in Kauf. Tapfer waren Peter Nebe, LVB-Geschäftsbereichsleiter Marketing, und die eWerker, das muss man ihnen lassen. Mit Humor und Professionalität hatten sie zur Diskussion geladen und Überraschungseier bereitgelegt,” falls es langweilig werden sollte”.
“Schaumstoffkeulen drin lassen”
Nachdem kurz die “Regeln” geklärt wurden (Handys leise und “die Schaumstoffkeulen erstmal drin lassen”), stellten die Besucher in einer kurzen Vorstellungsrunde sich und die Motive für ihr Kommen vor. Neben den Veranstaltern waren viele kreative Köpfe, Webdesigner, Entwickler und Gestalter anwesend. Immer wieder fielen Sätze wie “Ich habe das verbrochen.”, “Ich habe die letzten Jahre Prügel bekommen
…” (www.leipzig.de) und “Ich bin betroffen…”.
“Ich möchte etwas über Krisenkommunikation lernen”, wurde weiterhin als Grund für den Besuch genannt.
Der “Marketing-Mann” und Krisenkommunikation
Zwar gab Nebe seine fehlende Web-Routine zu (”Ich bin Marketing-Mann, [aber] fragen Sie mich nichts Fachliches!”) und gestand Fehler bei dem Relaunch der LVB-Seite ein. Jedoch bleibt die Skepsis, warum der Relaunch “das neuen Internets” trotz nicht behobener Fehler durchgeführt wurde, zumal der Relaunch offiziell nicht angekündigt worden war und dadurch “von außen” kein Zeitdruck bestand.
Die schon im Vorfeld laut gewordene Kritik an der neuen LVB-Seite, die einer iPhone-App mehr gleicht als alles andere, wurde nun nochmal von persönlich aufgebrachten Entwicklern vorgebracht. Es seien sämtliche Grundregeln des Webdesigns verletzt worden, Routenauskünfte zeigten völlig irrsinnige Strecken oder funktionierten gar nicht. “Von-Haustür-zu-Haustür” war der Anspruch – als Ergebnis werden Fahrgäste quer durch die Stadt geschickt und sollen schließlich 1.200m zu Fuß zurücklegen.
Neben zahlreichen Kritikpunkten wurde auch nach dem Corporate Design der LVB gefragt. “Das ist gar nicht so restriktiv, wie Sie denken”, gab Nebe zur Belustigung der Zuhörer als Antwort.
Zweifelhaft blieb auch die Qualität der Auswertung bzw. der Testreihen mit LVB-Fahrgästen, die angeblich in 2 Workshops (mit je 14 Mann?!) über das Design des Frontends beraten und entschieden hatten.
20:00 Uhr timste RT @tobaco : jetzt geht’s langsam rund und wird hitzig … #lvb #wbmle
20:00 Uhr tobaco warum kann die bahn-app eigentlich die verbindungen der #lvb korrekt raussuchen und die lvb selbst hat da fehler drin? #lvb #wbmle
“Wo wollten Sie denn hin?”
Umso mehr schockte die Zuhörer Nebes Aussage, dass der Relaunch eigentlich schon für den Sommer 2009 geplant gewesen war… “Wir wollten einen Bruch erzeugen”, erklärte Nebe die Vision des Relaunches. “Das ist definitiv gelungen”, hieß es daraufhin aus dem Publikum. Weiterhin wurde gefragt: “Wo wollten Sie denn hin, wenn Sie meinen, die LVB wollte einen Schritt weiter gehen?”

Die Antworten blieben jedoch spärlich. Verantwortung wurde nur z.T. übernommen. Der für die Gestaltung der Website verantwortliche und im Xing-Event angekündigte Prof. Frank Hofmann fehlte ganz und heimste sich so die Kritik des Publikums ein. Man gab sogar zu, dass einige Fehler vor dem Relaunch schon bekannt gewesen seien. Es bleibt aber offen, wie es zu solchen Pannen, wie dem Lizenzverstoß bezüglich der Tarifgruppen-Icons kommen konnte. Nicht nur, dass diese als unsäglich und diskriminierend empfunden würden, sondern der Urheber wird auch nicht genannt.
Als Chance nutzen?
Die Website “komplett neumachen” lautete mehrfach die Empfehlung an die LVB und eWerk. Man sollte die enorme Aufmerksamkeit und die zweifelhafterweise als positiv bewertete Traffic-Flut auf der Seite nutzen, um aus dieser Pleite wieder herauszukommen. Der Ruf werde aber noch eine Weile haften bleiben. Es wird sich zeigen, inwiefern der von eWerk ausgeschriebene vierstellige Preis für einen neuen Screen-Design-Vorschlag daran etwas ändern kann.
Beim nächsten Webmontag am 1. März in Leipzig wird die LVB sicher nochmal Thema sein. Wir sind gespannt und sicher wieder mit von der Partie.
23:15 Uhr projecter Gut besucht war er, der #webmontag in #leipzig. Letztendlich redet man doch wieder über Twitter
JS
09:40 Uhr projecter RT @prop79 #wbmle: #lvb freut sich über traffic, #ewerk hat durch den buzz 2 neue aufträge & wir haben nette leute getroffen via @tobaco JS


Ich war mal so frei, euch bei Xing zu verlinken.
https://www.xing.com/net/webseitentest/das-test-forum-471800/aus-gegebenem-anlass-leipziger-verkehrsbetriebe-27788526/27828319/#27828319
[...] Die bezaubernden Mädels von projecter haben auch eine Zusammenfassung geschrieben. [...]
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von projecter, uǝʇsɹoʇ und René Zschoch, mi-service.de erwähnt. mi-service.de sagte: RT: @projecter: Erster #wbmle #leipzig: “Wo wollten Sie denn hin?” & "Schaumstoffkeulen drin lassen" #wbmle #lvb http://redir.ec/wbmle JS [...]