Webmontag in Leipzig – sonnig verträumt
8. Juni 2010 von JuliaGestern stand der Webmontag Juni auf dem Programm. Trotz des sommerlichen Wetters versammelten sich etwa 45 Webinteressierte in der Kleinen Träumerei, um ihren Feierabend statt mit Bratwurst und Bier lieber mit Vorträgen und Diskussionen zu verbringen. Die Agenda las sich spannend, schließlich erwarteten uns drei hochaktuelle Vorträge zu den Themen Projektmanagement, Micropayment im Netz und iPad. Da hat Veranstalter Thomas Gigold also wieder eine Reihe interessanter Redner zusammengetrommelt, um der Leipziger Webcommunity den Montag Abend zu versüßen. Sein Engagement sollte an dieser Stelle noch einmal unterstrichen werden.
Leider fiel der Vortrag zum Thema Projektmanagement kurzfristig aus. So lauschten alle gespannt dem ersten Vortragsredner René Meyer, der Pro und Kontra des iPad vorstellen wollte.
Er zeigte Screenshots von verschiedenen Apps, von der Einstellungsoberfläche, vom Mailprogramm und hob das Besondere des iPad hervor: “Man kann sogar mit dem Finger scrollen und wenn man zwei Finger auseinander zieht, dann vergrößert sich das Bild!”. Aha. Ich gehe davon aus, dass der Großteil der Anwesenden diese Fakten bereits kannte und auf Informationen mit Neuwert wartete. Sie wurden enttäuscht. Zum Abschluss der Präsentation bekamen die Zuhörer noch ein paar Screenshots von Spielen, die auf dem iPad laufen, gezeigt. Damit endete der Vortrag.

Thomas Gigold leitete nahtlos über zu seinem Vortrag. Er stellte den Micropayment-Dienst flattr vor. Nicht ganz neu, aber immerhin interessant. Flattr fungiert als eine Art Spendensystem für Web-Content. Registrierte Nutzer laden einen Betrag auf ihr flattr-Konto. Sie legen ein monatliches Budget fest. Dieses Budget können sie mit Klicks im Netz auf Flattr-Buttons verteilen. Am Ende des Monats wird das jeweilige Budget durch die Anzahl der getätigten Klicks geteilt und die “Spenden” an die Autoren der Inhalte verteilt. Den großen Durchbruch hat flattr hierzulande nicht erreicht. Thomas Gigold lud zur Diskussion ein und fragte nach Gründen für die verhaltene Spendenbereitschaft der deutschen Web-User.
Endlich entstand eine Diskussion an diesem Webmontag. Ein Grund sei, dass die Leser von Webinhalten mittlerweile daran gewöhnt seien, die Inhalte kostenlos zu erhalten und nicht gewillt seien, für Content Geld zu zahlen. Ein anderer Grund könnte sein, dass viele Bezahlsysteme, so auch flattr, einer Registrierung bedürfen. Das könne abschrecken, wirke kompliziert und behindere damit eine mögliche Spende.
Nach dieser kurzen Diskussion gingen die Gespräche in lockeres Kennenlernen über. In der Abendsonne wurde vor der Kleinen Träumerei noch ein wenig auf dem iPad Klavier gespielt. Wie ein kleines Kind wurde das Gerät herumgereicht und vorsichtig bestaunt. So manch einer hinterfragte, wie es Apple schon wieder geschafft hat, ein Produkt auf den Markt zu bringen, dass solche Anziehungskraft hat.
Es war ein versöhnlicher Abschluss für einen Abend, der schleppend begann. Wir freuen uns trotz allem auf einen nächsten Webmontag mit informativen Fachvorträgen und interessanten Gästen.
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Webmontag in Leipzig – sonnig verträumt http://goo.gl/fb/ifLao
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[...] längere Betrachtung des Webmontags (und Fotos!!!111elf) haben Julia und Jasmin von Projecter geschrieben. Bei Projecter übrigens durfte ich heute leckeren Kaffee trinken, mit besagten bezaubernden [...]









Danke. Ich gebe zu, dass ich auch nicht ganz zufrieden mit den Vorträgen war, und klar steht und fällt so ein Abend zu einem Teil auch durch die Themen – das wisst und merkt ihr selbst. Trotzdem bin ich dankbar für jeden der den Mut und die Zeit hat, sich einmal einem Thema in einem Vortrag zu widmen. René hat man angemerkt, dass er kein Kenner von Apple und modernen Smartphones war
aber es zeigt vielleicht auch, dass wir als Nutzerkreis auf einem gewissen Wissenslevel sind, der bei manch einem noch nicht angekommen ist.
Ich denke über den Sommer werden sich wieder ein paar spannende Themen ergeben, und ich hatte den Eindruck, dass die Gespräche vor und nach den Vorträgen diesmal wesentlich entspannter und intensiver waren als an den vorangegangenen Webmontagen – deshalb hoffe ich, es hat dann doch gefallen.
Den nächsten Webmontag gibt es am 2. August, ich freue mich über jeden der kommt, und noch ein klein wenig mehr über jeden, der sich traut einen Vortrag zu halten
Danke dir für dein Feedback. Ja, du hast Recht. Wir merken selbst, wie schwierig es ist, gute Vorträge zu akquirieren. Wir denken ebenfalls gerade darüber nach, wie sich die Qualität solcher Vorträge sichern lässt. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen, sonst bleiben die Gäste fern.
Natürlich ist solch ein Event neben den Fachvorträgen vor allem zum Networken bestimmt. Ich hatte auch das Gefühl, dass es merklich lockerer geworden ist. Viele Gesichter kennt man nun schon, da fallen Gespräche leichter.
Wir sind weiterhin gespannt auf den nächsten Webmontag und sind sicher wieder mit dabei.
Ich hatte mich für ein ganz anderes Thema angemeldet und das vorbereitet.
Thomas hatte mich allerdings gebeten, mein iPad mitzubringen, weil unsicher war, ob seines rechtzeitig eintreffen würde, und ich machte noch eine Reihe von Screenshots, weil man das Live-Bild des Pads ja nicht auf den Beamer bringen kann. Daß ich zum Hauptredner über das iPad wurde, war nicht von mir beabsichtigt, und ich war nicht darauf eingestellt – möglicherweise ein kommunikatives Mißverständnis. In der Tat kann ich das iPad nur aus Nutzersicht beurteilen – und das reicht nicht für die Zielgruppe des Webmontags.
Wenn es dadurch Enttäuschungen gab, dann tut es mir leid.
He René, dann ist es wohl unglücklich gelaufen.
Die Kritik geht nicht primär gegen dich. Ich hatte nur unter dem Vortragsthema etwas anderes erwartet. Und ich glaube, anderen ging es auch so. Ich möchte hier niemanden persönlich angreifen, sondern darüber berichten, wie ich den Webmontag samt Vorträgen empfunden habe.
Dieser Blog soll ehrlich sein. Deshalb auch mal ein kritisches Wort.
Ich möchte noch einmal klar stellen, dass René für das Missverständnis rund um den iPad-Vortrag nichts kann. Ich hatte eine andere Erwartungshaltung, und offenbar haben wir uns da nicht genau genug verständigt. Sorry for that!