Affiliate Marketing, AdSense und das Amazon Partnerprogramm – Wann sollte was eingesetzt werden?

Innerhalb von drei Monaten ein passives Einkommen von 2.500€. Nie mehr arbeiten gehen. Mit Webseiten schnell reich werden. – Versprechen, die attraktiv klingen. Noch leichter scheint man nur reich zu werden, wenn man sich auf den oft per Mail angebotenen Geldtransfer mit „Mr. Patrick Chan KW Executive Director & Chief Financial Officer der Hang Seng Bank Ltd., Hongkong“ einlässt. Aber natürlich ist es nicht so einfach. Es wurden schon zahlreiche Artikel über Möglichkeiten zur Monetarisierung von Webseiten geschrieben. Dieser Artikel soll die im Performance Marketing relevanten Monetarisierungsmöglichkeiten – Affiliate Marketing, Amazon Partnerprogramm und Google AdSense – gegenüberstellen und aufklären, wann welche Methode die richtige ist. Natürlich zählt man das Amazon Partnerprogramm auch zum Affiliate Marketing, da es aber gegenüber üblichen Programmen einige Besonderheiten aufweist, soll es gesondert betrachtet werden.

Die drei Möglichkeiten – Affiliate Marketing, Amazon Partnerprogramm, AdSense

[su_label type=“success“]Affiliate Marketing[/su_label]

Hier ist das klassische Affiliate Marketing gemeint. Also die Zusammenarbeit mit diversen Merchants über öffentliche Marktplätze wie Affilinet oder Awin. Dabei melden sich Affiliates mit ihrer Webseite zum Affiliate Netzwerk an und können sich fortan für die Zusammenarbeit mit Merchants bewerben. Akzeptiert der Programmbetreiber die Partnerschaft, so gewährt er Zugriff auf diverse Werbemittel, die auf der Webseite zum Anwerben potenzieller Kunden eingesetzt werden und hoffentlich für Provisionen sorgen können.

[su_label]Google AdSense[/su_label]

AdSense ist das Werbenetzwerk von Google. Im Grunde funktioniert es wie ein „herkömmliches“ Affiliatenetzwerk mit dem Unterschied, dass Affiliates nicht direkt aussuchen können, mit welchem Merchant sie zusammenarbeiten. Diese Entscheidung übernimmt Google anhand von Algorithmen. Diese Algorithmen entscheiden, welche Werbung am besten zum aktuellen Nutzer passt. Eine weitere Besonderheit ist die Vergütung. Während im klassischen Affiliate Marketing zumeist mittels Pay per Order abgerechnet wird, vergütet Google in seinem Netzwerk stets nur Klicks und Views. Damit muss sich der Affiliate zumindest nicht darum kümmern, ob der Nutzer tatsächlich kauft oder er andere Interessen verfolgt.

[su_label type=“warning“]Amazon Partnerprogramm[/su_label]

Amazon gilt als Erfinder des Affiliate Marketings. Auch das Amazon Partnerprogramm unterscheidet sich im Kern nicht von den Programmen anderer Merchants. Allerdings genießt es wegen des umfassenden Sortiments und der Anzahl der Händler, die ihre Produkte feilbieten, eine Sonderstellung. Gemäß einer Statista Studie gibt es in Deutschland etwas mehr als 60 Mio. Internet-Nutzer. Davon kaufen fast 44 Mio. regelmäßig bei Amazon. Die Kombination aus riesigem Sortiment und der Affinität von fast drei Vierteln der Internetnutzer zu Amazon bieten ein riesiges Potenzial und wirken sich positiv auf die Conversion-Rate aus.

Kriterien zur Entscheidungsfindung

Nun stellt sich zunächst die Frage, anhand welcher Kriterien eine Entscheidung für oder gegen ein Monetarisierungsmodell getroffen werden kann. Die Kriterien sind vielfältig und teilweise nur schwer zu verallgemeinern.

Vergleich der Monetarisierungsmodelle

Modell/Thema/Zielgruppe:

Eigene Ressourcen:

Höhe der Provision:

Die Provisionen des Amazon Partnerprogrammes (Stand 11/2017)

Vergütungsmodelle:

Auszahlungsgrenzen und -rhythmen:

Auswahl der Werbemittel:

Anzeigentypen bei Google AdSense
Anzeigentypen bei Google AdSense

Cookie Laufzeit:

Trackingtechnologien:

Support:

Reporting:

Bericht aus Google AdSense
Bericht aus Google AdSense
Report im Amazon PartnerNet
Report im Amazon PartnerNet

Optimierung:

Fazit

Anhand der besprochenen Kriterien lassen sich schon zahlreiche Unterschiede an den drei Arten der Monetarisierung entdecken. Eine allgemeine Blaupause, wann welche Variante einzusetzen ist, gibt es natürlich nicht. Dazu ist das Themengebiet zu komplex. Dennoch können grundsätzliche Empfehlungen gegeben werden.

[su_label type=“success“]Affiliate Marketing:[/su_label] ist dann zu empfehlen, wenn der Affiliate ein gewisses technisches Knowhow mitbringt und bereits erste Erfahrungen gesammelt hat. Speziell bei Nischenthemen kommt man kaum drumherum, Merchants über die öffentlichen Affiliate Netzwerke anzubinden. Bei höherem Zeitaufwand sind höhere Einnahmen durch zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten und individuelle Absprachen mit Merchants möglich.
[su_label]Google AdSense:[/su_label] Speziell für Einsteiger oder Affiliates, die nicht zu viel Zeit in die Monetarisierung investieren wollen, ist dies eine komfortable Variante. Die Einbindung ist sehr einfach und die Optimierung übernehmen Google Algorithmen. Seiten mit sehr viel Traffic und einem breitgefächerten Themenspektrum bieten sich für eine Monetarisierung mittels AdSense an. Natürlich kann AdSense auch als Ergänzung zu anderen Maßnahmen eingebunden werden und so für zusätzliche Einnahmen sorgen.
[su_label type=“warning“]Amazon Partnerprogramm:[/su_label] Das Amazon Programm bietet gute Einstiegsmöglichkeiten im Affiliate Marketing. Durch die große Produktauswahl hat man „alles an einem Fleck“ und muss sich nicht bei zahlreichen Merchants einzeln anmelden. Durch Provisionen im unteren bis mittleren Bereich ist das Amazon Partnerprogramm nicht das Ende der Fahnenstange. Mit genügend Erfahrung sollte man den Weg über das klassische Affiliate Marketing gehen und die Einnahmen durch gezielte Absprachen mit Merchants erhöhen. Dazu ist natürlich viel mehr Zeit notwendig. Das Amazon PartnerNet ist also eine komfortable Möglichkeit, Einnahmen ohne viel Kommunikation und technisches Knowhow zu erzielen.

Schlussendlich muss für jedes Projekt einzeln entschieden werden, welches die beste Variante der Monetarisierung ist. Als Grundlage für die Entscheidung sollten stets die verfügbaren zeitlichen Ressourcen sowie das technische Knowhow und der Typ des Webprojekts dienen. Dann sollte durch Tests die richtige Methode gefunden werden. Wichtig ist: Es muss nicht immer „entweder oder“ heißen. Oftmals hilft auch eine „sowohl als auch“-Denkweise.

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Daniel
Daniel
vor 3 Jahren

Hallo Stefan,
das ganze Thema Affiliate und Co beschäftigt mich nun auch schon fast 10 Jahre. Anfangs war ich zum Beispiel ein riesen Freund von Google Adsense und habe tatsächlich alles zugepflastert was nur möglich war. Vor 10 Jahren als es noch keine Adblocker gab, war das auch Lohnenswert. Mittlerweile habe ich tatsächlich einen Großteil meiner Seiten damit verschont, da der ganze Code von Adsense auch die Seite langsamer laden lässt. Einige meiner Seiten haben sogar ein besseres Ranking erhalten, nachdem ich die Codes rausgeschmissen habe….
VG

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Affiliate Marketing, AdSense und das Amazon Partnerprogramm – Wann sollte was eingesetzt werden? – Your Local Marketing Agency
vor 3 Jahren

[…] Affiliate Marketing, AdSense und das Amazon Partnerprogramm – Wann sollte was eingesetzt werden? […]

Gregor
Gregor
vor 3 Jahren

Hi Stefan,
ich kann deinem Beitrag im groben mit gutem Gewissen zustimmen. Nur ein kleines Update zum Amazon Partnerprogramm ist von Nöten.
Seit September 2018 Also diesem Monat haben sich die Provisionen wieder mal geändert.
Und was mir noch im Amazon Partnerprogramn aufgefallen ist, ist das das Tracking momentan sehr ungenau ist. Habe nur ich das Problem oder betrifft das andere auch.
Ich tracke nebenbei noch mit Matamo (Piwik) und komme teilweise auf andere Statistiken.
Gruß Gregor

Wolfgang
Wolfgang
vor 1 Jahr

Das Amazon Partnerprogramm ist immer noch eines der besten Affiliate Partnerprogramme, denn ohne das Amazon PartnerNet wäre Amazon heute nicht da, wo es ist!