Jahresrückblick Social Media

1 Jahr, 7 Netzwerke, hunderte neue Funktionen, Tools und Änderungen. Die internen Slack Channels sind im letzten Jahr regelmäßig heiß gelaufen. Unsere persönlichen Highlights haben wir in einem Artikel für euch zusammengefasst.

Clubhouse & Racket

„Hey, hat vielleicht jemand noch einen Einladungscode für mich übrig?“, hieß es in diversen Slack Channels letztes Jahr öfters. Die Invite-Only Apps haben mehr als einmal unsere unsere Neugier heraufbeschworen. 

Clubhouse

Die in den USA bereits seit 2020 verfügbare App „Clubhouse“ landete als erstes auf unserem Radar. Im Frühjahr unterhielten wir uns angeregt über interessante Talks und absurde Gesprächskonstellationen. Doch die Euphorie wurde schnell gedämpft. Aufgrund des pflichtweisen Synchronisierens der eigenen Telefonkontakte regten sich schnell kritische Stimmen aus Richtung Datenschutz. Nicht nur hier zeigten User den BetreiberInnen Lücken in ihrem Business auf: Außerdem kritisiert wurden die fehlende professionelle Moderation, keine Features für direktes Feedback (z.B. Like- und Dislike Buttons), Ausschluss marginalisierter Gruppen und mehr. So lustig es also kurzzeitig erschien, PolitikerInnen live singen zu hören oder Influencer augenscheinlich authentischer in Gesprächen zu erleben, so ließ der Hype um Clubhouse in Deutschland doch recht zügig nach.

Racket

Nach dem selben Invite-Prinzip, aber dann doch mit anderem Ansatz, präsentierte sich „Racket“. Als Basis für 60-sekündige „Mini-Podcasts“ bot sich hier eine Möglichkeit für schnellen Informationsaustausch/-aufnahme oder gutes Training, selbst schnell auf den Punkt zu kommen. Doch auch hier scheiterte es bereits in der Aufwärmphase – zumindest ist keiner von uns PJs mehr dort aktiv.

Beide in der Versenkung verschwunden?

Beide Apps sind trotz neuer und interessanter Features nicht relevant geblieben. Die Konkurrenz war bequemer zu nutzen und bereits etablierter, so dass sich Discord zu einer gängigen live Audio-Plattform für Foren und Gespräche mauserte und Facebook mit dem Feature „Rooms“ nachzog.

TikTok Rückblick

Was für einige als Scherz startete und für andere immer noch „die App auf der junge Leute tanzen“ sein mag, ist inzwischen auf Platz vier der meistgenutzten sozialen Netzwerke Deutschlands: TikTok.

Daily TikTok Business

Sowohl im Social Media Marketing als auch Advertising ist es zu einer Instanz geworden, der wir weder im privaten noch beruflichen Kontext entkommen können. Aus jeder Ecke des Büros summt es Trending-Sounds, es werden Videos für den hauseigenen Kanal produziert und „It’s a bones day!“-Memes geteilt. 

Quelle: jongraz 

TikTok Made Me Buy It

Mit mehr als einer Milliarde NutzerInnen monatlich weltweit hat die App eine enorme Kraft, den Markt zu bewegen. Unter dem Hashtag #TikTokMadeMeBuyIt tummeln sich bis dato mehr als 6 Milliarden Kauflustige. Hier zu finden war unter anderem der Volvic #Pinkdrink, der auf Grund von Taste-Videos ein Umsatzplus von 150% verzeichnen konnte. In den USA ausgelöst, startete eine Bewegung der Skin-Care-Influencer, die die Routinen der ZuschauerInnen verändern sollte. Sie katapultieren die Apotheken-Pflegemarke „CeraVe“ an die Spitze der „Must Haves“ und verhalfen ihr zu einem nahezu garantierten Platz auf dem Siegertreppchen in Skincare-Favoriten-Videos. Für ihren Auftritt auf der IAA hat sich sich BMW auch für die Präsenz auf TikTok entschieden. Influencer @Dannero kreierte „Prime“ Ads und konnte sich und seine Reichweite gekonnt in Szene setzen.

Authentizität die nachhaltig wirkt

Generell setzt TikTok mehr denn je auf authentisches Marketing. Sowohl glaubwürdige Creator scheinen den meisten Erfolg zu haben als auch Brands, die sich nahbar präsentieren. Das zahlt sich aus: In einer Statista Umfrage gaben 28% der befragten TikTok-User an, bereits ein Produkt gekauft zu haben, das ihnen von einem Influencer vorgeschlagen wurde. Außerdem kristallisierte sich durch die Befragung heraus, dass sich User im Vergleich zu anderen sozialen Plattformen am besten/besser an Werbung erinnern, die sie auf TikTok gesehen haben.

Ähnlich wie Instagram legte auch TikTok 2021 einen Zahn zu, wenn es um In-App-Werbeflächen geht. Konnten sich Creators seit 2020 bereits für den Creator-Fund anmelden, wurde es Firmen letztes Jahr noch einfacher gemacht, mit ihnen zu kooperieren. Via Creator Marketplace können nun schnell passende Influencer gefunden werden, um die eigenen Produkte reichweitenstark zu bewerben.

Generell lohnt es sich, einen Blick auf die Newsletter von TikTok Business zu werfen, um ein Gefühl für anstehende Trends und Neuerungen zu bekommen.

Hashtags für den guten Zweck

Wie andere soziale Netzwerke positionierte und engagierte sich TikTok ebenfalls politisch. Durch Kampagnen wie #OrteFürAlle von Kolle Rebbe für Aktion Mensch oder #TeamAntiVirus des Bundesministeriums für Gesundheit wurden die NutzerInnen motiviert, in Krisenzeiten andere und sich selbst zu schützen und zu helfen.

Quelle: aktion_mensch

Inklusion und Verantwortung der Plattform

Helfen will die App auch marginalisierten Gruppen. So ließ sich 2021 ein großer Sprung in Richtung Inklusion verzeichnen: Durch Kampagnen, die auf gehörlose Creators und User aufmerksam machten, folgten alsbald verbesserte Features, um die Erstellung von Untertiteln zu erleichtern und somit einen Grundstein für mehr Barrierefreiheit zu legen.

Ihrer Verantwortung gegenüber Minderjährigen scheinen sich die BetreiberInnen ebenfalls bewusst zu sein und zogen letztes Jahr ihre Community Guidelines ein ganzes Stück straffer, was Interaktion mit und Content von Minderjährigen angeht. Von der AI vermeintlich entdeckte Guideline Verstöße werden zum Großteil noch vorm ersten View gelöscht, laut Aussagen des Transparency Forums.

Übergreifend versucht die App mit Vorurteilen und Misstrauen umzugehen, die teils noch aus Musically-Zeiten stammt. Blog-Beiträge wie auch das Transparency-Forum sollen dazu beitragen, dass NutzerInnen darauf vertrauen, dass ihre persönlichen Daten und ihre Kinder in der App sicher sind. Es gibt aber immer noch kritische Stimmen, die noch mehr Inklusivität, Sicherheit und Diversität fordern.

Nicht zuletzt stehen viele Filter im Zentrum von Debatten. Sind sie einerseits kreatives Futter und Zunder für Trends, können sie andererseits aufgrund von Hautfarbe oder Gesichtsform ihr Spiegelbild ausschließen – und ja, diskriminieren. Es ist zu wünschen, dass der Dialog mit den Usern und Creators beibehalten wird, um die Plattform weiter in eine sichere und inklusive Richtung zu treiben, die gleichzeitig ihren Spaßfaktor behält.

Spotify

Ein Hoch auf oder eher für die Musik – Spotify verzeichnet auch 2021 wieder ein Jahr voller Superlative und Neuheiten. Die aktiven Nutzer*innen haben sich innerhalb der letzten drei Jahre verdoppelt, Tendenz stetig steigend.

Zusammen Streamen leicht gemacht

Letztes Jahr bescherte uns der Streamingdienst Features für mehr „Togetherness“. Mit „Blend“ können nun zwei Menschen erst die musikalische Kompatibilität ihres Geschmacks prozentual vergleichen und im Anschluss eine gemeinsame Playlist erstellen. Darüber gesprochen wurde noch mehr als schon 2020 über Spotify Wrapped. Selten haben wir unsere Instagram-Stories so überflutet von der immer ähnlichen Grafik gesehen. Die Lieblings-Genre, die zig gehörten Podcast-Minuten und die heimliche Guilty-Pleasure Playlist, zusammengefasst als einfach zu teilende Story, sind identitätsstiftend. Gleichzeitig greifen sie einen prognostizierten Trend für das kommende Jahr auf: das Anti-Design. Außerdem konnten sich KünstlerInnen im Nachhinein per Videonachricht bei ihren Fans melden, sobald sie die eigens erstellte „Top Songs of 2021“-Playlist abspielten.

Karaoke-Fans kamen endlich auch auf ihre Kosten. Nachdem die Lyric-Funktion das Jahr über für einige Songs verfügbar war, wurde schließlich das Feature von Lyrics in Echtzeit ausgerollt, um trotz geschlossener Bars etwas Mit-Sing-Fieber aufkommen zu lassen. Auch Adeles neues Album kann so voller Inbrunst mitgeschmettert werden – allerdings ohne die bekannte Shuffle Funktion. Wo Streaming-Anbieter oft MusikerInnen im Griff haben, setzte sich die Britin durch und erwirkte, dass ihr Konzeptalbum nicht im zufälligen Wiedergabe-Modus abgespielt werden kann.

Das Zeitalter der Podcasts

Durchgesetzt haben sich auch Podcasts. Konkret heißt das, dass sie und ihr digitales Umfeld auf Spotify einige Verbesserungen erhalten. Angefangen beim Fortschrittsbalken in der Kurzübersicht, über einen blauen Punkt als Indikator für neu erschienene Folgen bis hin zum kürzlich hinzugefügten Sterne-Bewertungssystem wurde hier ordentlich geschraubt.

Werben auf Spotify

Fürs Social Media Advertising präsentierte sich die Plattform letztes Jahr zugänglicher, simpler und überschaubarer. Seit März können wir das Spotify Ad Studio in Deutschland nutzen. Angeboten werden hier Audio Ads, Podcast Ads, Sponsored Playlists und andere Marketingmöglichkeiten. Im Self Service werden hier Kampagnenerstellung und -verwaltung ermöglicht sowie Anpassungen von Targeting, Creatives und Budget. Darüber hinaus kann auf Zielgruppen Insights und Echtzeitreportings zurückgegriffen werden und die Performance lässt sich übersichtlich überwachen. Hier ist noch viel Potenzial nach oben, wenn genug nischenorientiert gearbeitet wird.

Instagram

Vom 3×3 Raster Feed, auf dem man filterüberzogene Fotos vom Mittagessen postet, ist inzwischen nicht mehr viel übrig, außer dem rudimentären Aufbau.

Der neue Weg

Head of Instagram Adam Mosseri sorgte letzten Sommer mit einem kurzen Video für Aufruhr, als er erklärte, Instagram würde langsam die Distribution von Fotos einstellen und sich mehr auf Video-Content, E-Commerce und Creator-Community fokussieren. Im Zuge dessen konnten wir 2021 viel Bewegung, Testen von Features und generelle Aufbruchstimmung spüren.

Aktivismus und Folgen 

Die Facebook-Tochter versucht sich in Zeiten von verstärktem Aktivismus und präsenter „Wokeness“ anzupassen und inklusiver zu werden. Als Ansatz wurde hier das Unterstützen und Sichtbarmachen von diskriminierten Gruppen und auch der aktive Kampf gegen Hate Speech gewählt.

Im Zuge der „Black Lives Matter“-Bewegung erstellte Instagram das Siegel „Black owned“ für Unternehmen, das in den USA auf Profilen sichtbar gemacht werden kann. Außerdem  featured Instagram auf seinem Blog vermehrt BIPoC Creators und versucht ihnen so eine Plattform zu geben. Auch im Bereich Mental Health wurde von Seiten der BetreiberInnen aufgerüstet. So erscheinen beispielsweise Ressourcen für Hilfe bei Essstörungen, sobald NutzerInnen verwandte Begriffe in die Suchleiste eingeben. Dadurch soll versucht werden, potentiell verletzenden Content zu diesem Thema massiv einzuschränken. Gleichzeitig sollen hilfreiche Erfahrungsberichte weiterhin online verfügbar bleiben. Die Balance zu finden, stellt sich in der Umsetzung jedoch als eher schwierig heraus. Ebenfalls sind immer noch Stimmen aus der LGBTQIA+ Community laut, die sich von Instagram im Vergleich zu anderen heteronormativen cis-Accounts oft ungerecht behandelt fühlen. Als Schritt in die richtige Richtung gibt es zumindest seit letztem Jahr die Funktion, Personalpronomen im Kopf der Bio einstellen zu können. Außerdem beteiligt sich Instagram weiterhin aktiv an der Pride Week und spielt zusätzlich zu dauerhaft vorhandenen Stickern auch neue Sticker-Packs aus. 

Prävention von und Umgang mit Hass

Generell sehen wir, dass die Plattform sich bemüht, für alle User sicherer zu werden und dass hierfür massiv versucht wird durchzugreifen. Wie bereits erwähnt, wurden neue Tools implementiert, die Hate Speech im Zaum halten oder sie sogar verhindern sollen, bevor Kommentare überhaupt unüberlegt geschrieben und abgeschickt werden. Auf seiten der KommentatorInnen erscheint ein Pop-Up, sobald eine KI Worte entdeckt, die potentiell gegen Community Guidelines verstoßen oder generell negativ konnotiert erscheinen könnten. Die User werden hier noch einmal auf eben jene Guidelines hingewiesen und gefragt, ob sie trotzdem ihren Kommentar verfassen oder doch lieber verwerfen wollen. Auf seiten der Creators gibt es eine neue Funktion, die die automatische Moderation von Kommentaren erleichtert. So können sie, ähnlich wie es bei YouTube seit Jahren üblich ist, im Vorfeld bereits Keywords festlegen, die die Löschung eines Kommentars bewirken. Darüber hinaus wurden Meldeoptionen erweitert, wodurch in Deutschland direkt ein Gesetzesverstoß gemeldet werden kann. Mit der Option, einen Verstoß gegen das NetzDG direkt zu melden, können realistische Strafen auf gesetzeswidrigen veröffentlichten Content folgen. Leider fühlt es sich so an, als wären diese guten Maßnahmen zu spät gekommen. Die PlattformbetreiberInnen kümmern sich um Symptome und rennen neuen Problemen und deren Lösung hinterher, anstatt sie frühzeitig zu erkennen und ihnen den Nährboden zu entziehen. 

Kinder und Jugendliche als User

Minderjährigenschutz stand 2021 sehr weit oben auf der Agenda der Plattform. Das Problem, dass NutzerInnen sich mit einem falschen Geburtsdatum anmelden, existiert so lange wie die sozialen Netzwerke selbst. Allerdings gab es hier einen neuen Ansatz, Kinder und Teenager dazu zu animieren, zumindest EIN Geburtsdatum anzugeben. Nach mehrfachen Aufforderungen ein Datum einzustellen, wurden gewisse Funktionen der App gesperrt und davon ausgegangen, dass es sich bei den Account-BesitzerInnen um unter 18-Jährige handelt. Die Wirksamkeit ist mehr als diskutabel, denn noch ist es viel zu einfach für Kinder und Jugendliche, den eigenen Geburtstag digital um ein paar Jahre nach hinten zu verlegen und so als “Erwachsene” aufzutreten. Sollten sie allerdings akkurate Angaben gemacht haben, stehen ihnen einige Schutz-Optionen per default zur Verfügung. So ist es beispielsweise Accounts von Erwachsenen nicht möglich, sie via DM zu kontaktieren. Diese Option eröffnet sich erst, wenn das Kind auch dem Erwachsenen folgt. Zusätzlich hat Instagram ihren “Parental Guide” mehrfach geupdated und appelliert an Eltern, sich zusammen mit ihren Kindern mit der Plattform auseinander zu setzen und im Rahmen des Vertrauensverhältnisses über das Nutzungsverhalten der Kinder auf der Plattform zu sprechen. Wir hoffen unabhängig davon weiterhin darauf, dass dieses Jahr eine bereits angekündigte Änderung in Kraft tritt: dass neu angelegte Accounts als Voreinstellung im Modus der “Kinder und Jugendlichen” sind und sich die BesitzerInnen verifizieren müssen, um den Zugriff auf alle Funktionen erhalten zu können. 

Die Creator-Community

Besonders spannend für unseren Arbeitsalltag waren letztes Jahr die Änderungen in Hinsicht auf die Creator-Community und die damit verbundenen Potenziale und Chancen. Generell haben Content Creators seit letztem Jahr mehr Entscheidungsgewalt über die Gestaltung ihres Accounts. Kommentare auszustellen ist zwar ein alter Hut, aber wurde selten so oft genutzt wie im vergangen Jahr – ob zum Schutz oder Verhindern/Verlagern von Shitstorms. Als Beta gestartet und letztendlich als Standardfunktion etabliert wurde das Verbergen von Likes. Diese Option spiegelt zwar eine Entwicklung hin zu “Definiere dich nicht über deine Zahlen” wider, erschwert uns aber gegebenenfalls die Influencer-Recherche für neue Projekte. Auf der anderen Seite kann Paid Content nun einfacher und schneller eingebunden werden. 

Shopping Reels

Entwicklungen auf der Plattform sollen dazu dienen, ein umfassendes Shopping-Erlebnis zu bieten, so auch die Neuerungen im Bereich Instagram Shopping. Besonders wirkungsvoll waren hierbei die Reel Ads, die sowohl im Feed als auch im Explore Bereich abgespielt werden. Auf Insights oder Hilfestellung von Meta in Form von beispielsweise Templates warten wir aber noch.

LinkedIn

LinkedIn hat sich im letzten Jahr nicht neu definiert, dafür aber nach eigenen Aussagen optimiert, was “Professionalität” bedeutet. Die globale Pandemie hat den Job-Markt hart getroffen und so auch direkten Einfluss auf die Plattform gehabt. Diese sah sich der Herausforderung jedoch gewachsen und hat in schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen. 

Ein Abbild des echten Arbeitsmarktes

Nachdem bereits 2020 Lauren Griffith ein Zeichen setzte, indem sie ihr professionelles Profilfoto in ein realistisches aus ihrem Home Office änderte, versuchte auch LinkedIn, sich authentischer zu präsentieren. Die Plattform zeigte Gesicht in Bezug auf wichtige gesellschaftliche Themen, die die NutzerInnen bewegten. Auf ihrem Blog positionierte und informierte das Netzwerk über den Black History Month, die Latino-Community und ihre alltäglichen Probleme und Hürden im Arbeitsumfeld, Vorteile der COVID-Impfung, einen gleichberechtigten Zugang zu (Job-)Möglichkeiten, wie auch dem Support der LGBTQIA+ Community. In den selben Ressourcen finden sich gleichzeitig die neuen Angebote von LinkedIn: der “Guide To Get Hired” und das “Career Explorer”-Tool. Beide Features sollen vor allem Menschen helfen, die Unterstützung brauchen und sie im digitalen Raum suchen. Darüber hinaus macht sich LinkedIn damit natürlich als Vermittlungs- und Recruiting Plattform noch attraktiver. Neue Optionen wie das Highlighten der eigenen Skills, Badges für Academic Credit und Cover Stories steigern die Attraktivität des digitalen CV auf dem eigenen Profil. 

Weniger Bots – mehr Recruiting

Doch auch für Unternehmen und Recruiter hatte LinkedIn einige Verbesserungen in petto. Vor allem die verbesserte Suche erleichtert es nun, passende neue Jobangebote zu finden bzw. von ihnen gefunden zu werden. Durch ein Update der AGBs wurde versucht, einen klareren Rahmen für Angebote zu stecken und beiden Seiten – ArbeitgeberInnen und Arbeitssuchenden –  dadurch behilflich zu sein. Am interessantesten waren aber wohl die Aktionen, die dazu beitragen sollen, Fake Accounts und Bots schnell zu finden und zu eliminieren. Nach eigenen Angaben hat die AI von LinkedIn eine so hohe Trefferquote, dass sie seit ihrem Launch 99% aller Fake-Accounts gefunden und anschließend blockiert oder gelöscht habe. 

Wo sind die Stories?

Das Feature, dass es kein Jahr lang ausgehalten hat: es fehlt uns nicht. Stories waren weder neu noch innovativ, noch haben sie so gut funktioniert wie auf Instagram oder Mutter Facebook. Im Februar haben wir noch gezittert vor Aufregung, wann wir endlich unseren KundInnen das neue Feature anbieten können. Nach wenigen Monaten zeigte sich der Aufwand allerdings als nicht lukrativ und inzwischen sind die 24-Stunden-Stories auch gänzlich von der Plattform verschwunden. 

Facebook 

Die Plattform, die inzwischen wahrscheinlich jeder Mensch mit Internetzugang kennt, hat uns auch letztes Jahr wieder beschäftigt. 

Das Jahresanfangs-Make-Over

Gemäßigt ging es los, indem die Pages im Januar bekamen ein visuelles Make-Over bekamen. Wie auch auf anderen Plattformen setzte sich Facebook beziehungsweise jetzt Meta für ein inklusiveres Erlebnis aller NutzerInnen ein. Verstärkt wurde also an Features gebastelt, die für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung den Zugang erleichtern. Die AI für Alternative Bildbeschreibungen in Textform wurde verbessert und eine Audio-Diskription für Bilder eingeführt. 

Ausbau zur Audioplattform

Nach dem Vorbild der gehypten Plattform “Clubhouse” baute Facebook sein eigenes Audioformat aus. Rooms startete zuerst in den USA und ist inzwischen auch in Deutschland für Personen des öffentlichen Lebens verfügbar. Auch hiermit schlägt die Plattform in dieselbe Kerbe wie mit ihrer Tochter Instagram: hin zur Creator-Community. Diese unterstützt sie zusätzlich mit den neuen und stark monetarisierten Creator Tools. Im letzten Jahr wurden neue Features ausgerollt, die es Creators deutlich erleichtern, sich für ihren Content von anderen Usern entlohnen zu lassen. Im selben Atemzug fokussierte man wieder mehr auf Facebook Live, bei dem es kurz danach aussah, als wäre es dabei, sich selbst mit IG Lives abzulösen. Auch hier profitieren Influencer von Monetarisierungsmöglichkeiten ähnlich wie bei Twitch. 

Was schon im Dezember 2020 angekündigt wurde, entwickelte sich 2021 zu einem regelmäßigen Format. Der Facebook Podcast “Now, Then, Ten” zählt aktuell 15 Folgen. In serienbasierten Formaten hören wir hier verschiedene ExpertInnen im Dialog über beispielsweise Entrepreneurship, Community Building oder die Zukunft von AR. 

Der Algorithmus endlich erklärt?

Nicht zuletzt warf uns Facebook den umgangssprachlichen “Brotkrumen” zu und gewährte uns (begrenzten) Einblick in den Algorithmus:

Quelle: Facebook

Werbetools und kleine Anerkennungen

Im Bereich SMA hatte vor allem das iOS 14.5 den meisten Einfluss auf unsere Arbeit. Der neue “Campaign Idea Generator” scheint ein gelungenes Tool zu sein für Unternehmen, die ihr Marketing in house verwirklichen wollen. Von uns benutzte es jedoch bis heute niemand. Zwei “Honorable Mentions” haben wir dennoch, denn Minderjährige können nicht mehr auf Basis ihrer Interessen getargeted werden. Außerdem gibt es seit Ende letzten Jahres neue Anzeigenkategorien in den Bereichen Kredite, Jobs und Immobilien. Diese bedeuteten für Werbetreibende zwar große Targeting-Einschränkungen, tragen allerdings maßgeblich dazu bei, NutzerInnen weniger zu diskriminieren. So können diese Ads jetzt nicht mehr nach Postleitzahl, Alter oder Geschlecht ausgespielt werden. 

Meta

Der Startschuss ist gefallen – was wir aus dem Bereich Gaming (& SciFi Büchern) schon kennen, ist jetzt auch im Kosmos von Facebook verfügbar: Alles, was das digitale Herz begehrt, an einem Ort gebündelt – dem Metaverse. Im Gegensatz zu digitalen Schauplätzen wie beispielsweise Minecraft oder Second Life, hat Facebook den Plan, für die breite Masse zugänglich zu sein und sich der Welt im Wandel der Digitalisierung nicht nur anzupassen, sondern den Ton anzugeben. Sagt Microsoft, dass wir in wenigen Jahren Konferenzen nahezu nur noch im digitalen Raum stattfinden lassen, so bildet das Metaverse die Grundlage dafür. Digitale Kleidung aus virtuellen Shopping Malls? Schaufenster-Shopping nach NFT-Trends? Stammtisch mit den KollegInnen von zu Hause aus? Die Grenzen des Metaverse scheinen unendlich. Genauso schwammig ist der konkrete Plan Zuckerbergs bis jetzt ebenfalls. Das Internet 3.0 wird maßgeblichen Einfluss auf unseren Alltag wie auch unser Arbeitsleben haben. Noch konnten wir keinen Blick auf die Beta Version des ersten Meta Features werfen. Horizon Workrooms verspricht eine authentische Arbeitsatmosphäre mit KollegInnen in Verbindung mit Oculus Rift. Gespannt warten wir jetzt darauf, ob wir in sieben bis acht Jahren keine TikTok-Videos mehr drehen, sondern unsere KundInnen mit kurzen GIFs auf virtuellen Litfaßsäulen promoten.

iOS 14.5

Fast kein Thema hat uns so sehr beschäftigt und uns den Schweiß auf die Stirn getrieben wie das für Herbst 2021 angekündigt iOS 14.5 Update. Durch das Tracking Opt-In für Apple User veränderten sich unsere Prozesse im Social Media  Advertising signifikant und – wie hier bereits vorausgesagt – damit auch unser Arbeitsalltag in Bezug auf Tracking, Targeting und Reporting.  

Im Voraus haben wir versucht unsere Kampagnen so anzupassen, dass diese aufgrund der nur noch limitiert anlegbaren Conversion-Events nicht automatisch pausiert würden. Im Austausch mit unserem Reporting Team haben wir uns letztendlich auf einen einheitlichen, kampagnenübergreifenden Attributions-Zeitraum einigen können. 

In unserem “Daily Business” konnten wir uns dem Update gut anpassen. So empfehlen wir jetzt KundInnen auf serverseitiges Tracking zurückzugreifen. Außerdem bewegten wir uns weg vom Retargetting und dem “klassischen Marketing Funnel” und setzen nun mehr auf Sales-Kampagnen. Durch die eingeschränkten Möglichkeiten konzentrieren wir uns seit letztem Jahr auf breitere Zielgruppen. Letztendlich versuchen wir unsere Ads zu optimieren, indem wir den Fokus auf Tests legen. Als hilfreich stellte sich ein höherer Output an Creatives heraus, womit wir versuchen, den für uns negativen Folgen des Updates entgegenzuwirken. 

Für mehr fundierte Insights empfehlen wir euch unsere Podcastfolge zum Thema iOS 14.5-Update.

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