Social-Media-Auslese Juli 2019

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

Besondere Aufregung verursachte im zurückliegenden Monat ein Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofs bezüglich der Einbindung der „Gefällt mir“-Buttons. Aber was soll die ganze Aufregung eigentlich? Facebook stirbt sowieso bald! Und die Sorgen gehen weiter. Auch Influencer auf Instagram kämpft mit einer sinkenden Interaktionsrate. Wo soll das alles nur hinführen? Aber keine Sorge, es gab nicht nur schlechte Nachrichten. TikTok knackt die Milliarden User Grenze. Alle weiteren Social Media News findet ihr in unserer neuen Auslese.

Beliebte & fragwürdige Emojis

Na, heute schon ein paar Emojis verschickt? Falls ja, ist mit Sicherheit einer der folgenden Emojis dabei: 😂😘❤️. Woher wir das wissen? Weil diese Auswahl laut einer Studie von Adobe die meistverwendeten Emojis sind. Gefragt wurden 1.000 in den USA lebende Personen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich diese durch kulturelle Unterschiede in anderen Ländern unterscheiden. Neben der Frage nach den beliebtesten Emojis wurden die Probanden ebenso nach der grundsätzlichen Bedeutung der universellen Kommunikationsmittel befragt. Wer die Welt der Emojis besser verstehen will, dem hilft dieses Dokument auf jeden Fall weiter.

Dass Emojis nicht nur Spaß machen, sondern auch für Bedenken sorgen können, ist Ford zu verdanken. Diese haben zuletzt lautstark den Einzug des Pick-Up-Emojis in die offizielle Emoji-Auswahl gefeiert. In Zusammenarbeit mit einer Agentur wurde das Emoji dem Gremium mit durchaus verständlichen Argumenten vorgelegt und schließlich akzeptiert. Warum sich Ford dafür feiert? Weil das Pick-Up-Emoji deutliche Ähnlichkeit mit einem Ford Pick-Up aus den 1950er Jahren aufweist. Während die einen feiern, runzeln andere die Stirn. Kritiker fürchten nach dieser Aktion um die Neutralität der Emojis und befürchten weitere Eingriffe.

Influencer? Nein, Danke!

Nein, nicht nur Unternehmen wollen in den Feeds von Influencern auftauchen und von ihrer immensen Reichweite profitieren. Den gleichen Drang dürften viele Städte, Gemeinden und Regionen verspüren. Schließlich sorgen mehr Besucher für mehr Bekanntheit und Einnahmen. Wenig verwunderlich ist es daher, dass sie darum bemüht sind, sich möglichst „instgrammable“ zu gestalten. Denn wer Fotos seiner Reise teilt, infiziert möglicherweise seine Freunde mit der Reiselust.

Unhashtag

(Screenshot: mediapost.com)

Einen anderen Weg geht derzeit Wien mit „Enjoy Vienna. Not #Vienna“. In einer groß angelegten Kampagne in New York wollen sie Menschen zum einen dafür sensibilisieren, die Hauptstadt Österreichs zu besuchen, anderseits soll die Erfahrung möglichst Smartphone-frei ablaufen. Schließlich soll die Schönheit der Stadt mit den eigenen Augen erlebt werden und nicht durch die Linse der iPhone-Kamera.

Facebook stirbt. Schon wieder.

Abgesänge bezüglich des Bedeutungsverlusts von Facebook gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Dennoch ist dieser von Lou Kerner, einem der ersten Investoren von Facebook, mit Interesse zu lesen. Nach ihm lautet die Formel für soziale Netzwerke wie folgt:

“At the moment, it’s a slow death, but at some point, it will accelerate. That’s what social networks do. They grow engagement, until they don’t.”

Nach seiner Einschätzung wird Facebook zukünftig vor allem deshalb an Relevanz verlieren, da es das Netzwerk nicht bewerkstelligt bekommt, das Engagement der Nutzer weiter zu stärken. Ein berechtigter Einwand, den Facebook mit Sicherheit selbst auf dem Radar hat und mit bestmöglichen Mitteln angehen wird. Wie wir die Zukunft von Facebook sehen, haben wir bereits vor einiger Zeit in unserem Podcast besprochen.

Auch die Instagram-Interaktionsrate sinkt

Für Instagram-Influencer stehen stürmische und ungewisse Zeiten bevor. Zunächst wurden in ersten Ländern, wie z. B. Kanada, die Anzahl der Likes für Posts aus dem Newsfeed entfernt. Zwar haben die Account-Besitzer noch immer Zugriff auf die Statistiken, jedoch sind dieser nicht mehr öffentlich. Inwiefern sich diese Änderung auf das Verhalten der User ausübt, ist noch nicht abzusehen. Einigkeit besteht jedoch darüber, dass die fehlende Anzeige der Interaktionen ein anderes Verhaltensmuster der Nutzer aufzeigen wird.

Auch wenn Instagram noch als die Go-To-Plattform von Influencern angesehen wird, mussten sich viele der reichweitenstarken Accounts in den letzten Monaten und Jahren mit sinkenden Interaktionsraten auseinandersetzen. Das behauptet zumindest Influencer DB, die in einer Studie herausgefunden haben wollen, dass sich die allgemeine Interaktionsrate in den letzten drei Jahren beinahe halbiert hat. Gründe dafür dürften nicht unbedingt auf Seite des Algorithmus zu finden sein, sondern vor allem an der Beliebtheit der Plattform, inklusive der deutlich steigenden Anzahl an veröffentlichten Inhalten und Nutzern.

Neues „Gefällt mir“-Button- Gerichtsurteil sorgt für Schweißperlen

Nachdem sich die erste Ruhewelle nach den großen Sorgen um die DSGVO verbreitet hat, sorgt ein neues Gerichtsurteil für Diskussionen. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass durch die Einbindung des „Gefällt mir“-Buttons von Facebook auf Webseiten die Betreiber mit dafür verantwortlich gemacht werden können, dass Informationen der Seitenbesucher erfasst und an Facebook weitergereicht werden. Was das im Detail bedeutet, hat Dr. Thomas Schwenke zusammengefasst. Wer sich nach diesem Urteil rechtssicher aufstellen will, sollte sich diesen Artikel aufmerksam durchlesen.

Was bei Facebook-Gewinnspielen zu beachten ist

Zugegebenermaßen zeugen Facebook-Gewinnspiele nicht von der Krone der kreativen Schöpfung. Dennoch bietet es sich an, dieses Format gelegentlich in die Social-Media-Kommunikation einzubinden. Dabei kommt immer wieder die gleiche Frage auf: Was muss bei Gewinnspielen auf Facebook überhaupt beachtet werden? Die Kollegen von allfacebook schaffen euch Abhilfe mit einem umfangreichen Artikel, der alle Facetten bei der Aufsetzung eines Gewinnspiels erläutert.

Wie ein Gewinnspiel in die Hose gehen kann

Auch wenn aus rechtlicher Sicht ein einwandfreies Setup für ein Gewinnspiel eingerichtet worden ist, heißt das noch lange nicht, dass damit alles erledigt ist. Wie ein Gewinnspiel kräftig in die Hose gehen kann, lässt sich zurzeit hervorragend bei der DHL beobachten. Unter dem Hashtag #DHLFanfoto waren Follower und Fans aufgerufen, ihre schönsten Fotos in Zusammenhang mit DHL zu posten. „On the Internet, nobody knows you’re a dog“ heißt es so schön. Gemäß dieses Mottos haben viele Personen den Hashtag zum Anlass genommen und Fotos von Lieferwagen gezeigt, die Radwege und andere Bereiche tagtäglich blockieren. Außerdem wurden unter dem Hashtag weitere weniger erfreuliche Geschichten erzählt, die Personen mit der DHL erlebt haben.

Social-Media-Steuer in Uganda

 Was passiert in einem Land, das von einem Präsidenten (nicht ganz demokratisch) regiert wird, wenn dieser die Nutzung von Social Media verteufelt? Ganz einfach: Social Media wird versteuert! Genau das ist seit letztem Jahr in Uganda Realität. Aufgrund der Ablehnung von Facebook, WhatsApp & Co. wurde vor einem Jahr eine Steuer für die Nutzung der Plattformen eingeführt. Wie sieht das praktisch aus? Nach dem Öffnen der Apps werden Nutzer auf ihrem Smartphone aufgefordert die festgelegte Gebühr von 200 Schilling zu zahlen. Die Folgen davon sind die Abwanderung in VPNs, um dieser Bezahlschranke aus dem Weg zu gehen. Außerdem verzeichnen die Telekommunikationsanbieter einen Rückgang der Internetnutzer um 30 % (das entspricht einem Anteil von 3 Millionen Menschen).

Neue Formate im Facebook-Newsfeed

Auf der f8 stellte Facebook vor einiger Zeit den Relaunch seiner Plattform vor. Diese Neugestaltung wird langsam und Stück für Stück mit kleineren Features bereits den Nutzern nähergebracht. Los geht es mit einer Anpassung von Foto- und Video-Posts im Newsfeed. Diese wurden bisher in einem Format von 2:3 dargestellt – damit soll nun Schluss sein. Ab dem 19. August werden diese Formate in einem 4:5-Format dargestellt, außerdem wird der Text der einzelnen Posts auf nur drei Zeilen gekürzt. Wie die Umstellung im Detail aussieht, hat Facebook bereits gezeigt.  Posts und Videos, die sich nicht an diesem Format orientieren, werden laut Facebook auf das neue Format zugeschnitten.

(Quelle: facebook.com)

US-Senator will Autoplay, Endless Scrolling und Badges verbieten

Instagram, YouTube oder Twitter sind nicht aus Zufall zu dem Format geworden, das heute Millionen von Menschen täglich ans Smartphone bindet. Jeder kleinste Button befindet sich genau an der entsprechenden Stelle, weil die Unternehmen unzählige Tests durchführen, um noch mehr Screentime für ihre Plattform zu gewinnen. Und … es funktioniert! Zu sehr sind die Netzwerke an unseren psychologischen Triggerpunkte angepasst.

Der US-Senator Josh Hawley will jetzt dagegen vorgehen. In dem eingereichten Gesetzesentwurf SMART (Social Media Addiction Reduction Technology Act) will er Unternehmen zwingen, abhängig machende Mechanismen von ihrer Plattform zu entfernen. Dabei hat er es auf diese Features abgesehen:

  • Endless Scrolling
  • Autoplay
  • Badges (z.B. Snapchat Streaks)
  • Integration eines Zeitlimits

Die Erfolgsaussichten auf sein Vorhaben? Gering. Das Vorhaben Plattformen dazu zu bringen, ihre addiktiven Funktionen optional abzustellen? Grundsätzlich lobenswert!

Weitere Social-Media-News:

Bild

Ecki schreibt seit 2016 für den Projecter-Blog. Neben der alltäglichen Kundenarbeit ist er stetig auf der Suche nach kreativen Inhalten aus der Social-Media-Welt.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder