Social Media Auslese Dezember 2017

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Gemütlichkeit, Entspannung und Ruhe prägen die letzten Tage im Jahr. Wenig überraschend haben sich daher die Social Media Plattformen im Dezember mit großen Features zurückgehalten. Doch ereignislose Zeiten sind in der Branche der sozialen Medien eine Fata Morgana. Anstelle neuer Features wurde das Jahresende besonders durch Diskussionen um den Fortbestand des Social Media Marketings geprägt. Welche Denkansätze vornehmlich besprochen wurden, haben wir für euch zusammengetragen.

Von Social Media zu Private Media

Aufmerksamen Besuchern der App Stores mag es bereits aufgefallen sein, dass seit geraumer Zeit Messenger Apps die Charts auf iOS und Android anführen. Dieser Eindruck ist nicht nur ein Gefühl, sondern lässt sich mit blanken Zahlen belegen. Deutlich interessanter ist dabei, dass dieser quantitive Unterschied sich in den letzten Monaten immer deutlich an den Funktionen der Netzwerke beobachten lässt. Facebook legte in den letzten Monaten einen deutlichen Fokus auf Gruppen, testet in ausgewählten Ländern einen separaten Newsfeed mit Posts von Unternehmen und hat die Messenger App aus der mobilen Facebook App entkoppelt. Auch weitere Plattformen ziehen nach. So will Snapchat ebenso einen Feed ausschließlich bezahlte Inhalte entwickeln. Auch Instagram plant in naher Zukunft eine eigene Messenger App. Passend dazu prognostiziert das Niemanlab in seiner jährlichen Aussicht auf das bevorstehende Jahr, dass sich Social und Media zukünftig entkoppeln werden.

Plattformen richten sich dabei an die veränderten Nutzungsgewohnheiten ihrer User. War es zu Anfangszeiten von Facebook vollkommen selbstverständlich, Posts mit der Öffentlichkeit zu teilen, wanderte die Mitteilungsbedürftigkeit der Menschen immer stärker in geschlossene Gruppen.

Diese Entwicklung stellt sowohl die Plattformbetreiber als auch die Werbetreibenden vor eine neue Art der Herausforderung. Zum einen müssen Plattformbetreiber neue Werbeprodukte entwickeln, die auch in der geschlossenen Kommunikation funktionieren, um ihren wirtschaftlichen Erfolg langfristig zu garantieren. Die größere Aufgabe besteht hingegen für die Werbetreibenden, die trotz der Abwanderung hin zu geschlossenen Kommunikationskanälen weiterhin ihre Botschaften vermitteln müssen.

Facebook Newsfeed Anpassung – Engagement Baits

Es ist mal wieder soweit – Facebook hat ein neues Newsfeed Update bekannt gegeben, das einigen Facebook Seiten nicht gefallen dürfte. Im Zuge der Qualitätsverbesserung der ausgespielten Inhalte geht Facebook gegen den Missbrauch von Interaktionsmöglichkeiten auf Facebook vor. Betroffen sind demnach Seiten, die aktiv zum Einsatz von Kommentaren, Tags, Likes bzw. Shares aufrufen, um letztendlich zusätzliche Reichweite zu erhalten.

Mit der Umsetzung dieses Updates lässt sich Facebook jedoch noch etwas Zeit, um betroffenen Seiten die Möglichkeit zu geben, ihr aktuelles Vorgehen anzupassen und die Strafmaßnahmen zu umgehen.  Wie sehen die Konsequenzen genau aus? Seiten die selten auf Engagement Baits zurückgreifen, werden ausschließlich für entsprechende Posts eine minimierte Reichweite beobachten, Seiten die voll und ganz darauf setzen, müssen mit einem signifikanten Rückgang der Reichweite rechnen. Ausgeschlossen davon sind hingegen Posts, die nach Empfehlungen, Tipps bzw. Fundraising fragen.

Im Zuge dessen ist es durchaus interessant, wie Seiten, die früher auf Link- und Engagement Baits setzten, ihre Strategie entsprechend des Newsfeeds angepasst haben. Die Wired hat sich dabei intensiv mit der Seite Bored Panda befasst.

Schadet uns die Nutzung von sozialen Medien?

Die berühmte „German Angst“ sorgte bereits vor einigen Jahren für eine intensive Mediendebatte über die Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien (#DigitaleDemenz). „Have Smartphones Destroyed a Generation“ war 2017 wohl einer der meistgeteilten Artikel zu diesem Thema, der jedoch auch von anderen Seiten stark kritisiert wurde.

Im Dezember meldete sich Facebook selbst zu Wort und musste eingestehen, dass die Nutzung ihres Dienstes mitunter deutlich negative Auswirkungen auf das menschliche Wohlempfinden mit sich bringen kann. Nach eigener Forschung sind diese negativen Auswirkungen vor allem dann zu erwarten, wenn Facebook vorrangig passiv genutzt wird. Doch Facebook veröffentlich natürlich kein Dokument, in dem es ausschließlich negative Auswirkungen des eigenen Produkts einräumt. Demgegenüber bewirkt Facebook bei aktiver Nutzung (Kommentieren, Liken, Sharen) mit engen Freunden ein Gefühl der Verbundenheit und stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Wieviel von dieser Pressemitteilung schließlich auch zu halten ist, hat Zeit Online eingeordnet.

Facebook Messenger jetzt auch für Kinder

Ein Facebook Account lässt sich zwar prinzipiell von jedem erstellen, um Facebook jedoch nutzen zu können, muss eine Person mindestens 13 Jahren alt sein. Mit „Messenger Kids“ richtet sich Facebook jetzt auch an Personen, die dieses Alter noch nicht erreicht haben. Laut Facebook steht dabei der Schutz der Kinder an oberster Stelle. Genauer gesagt heißt das, dass die App erst durch die Authentifizierung des Facebook Accounts der Eltern nutzbar wird und sie auch sonst die sämtliche Kontrolle über die Nutzung der App besitzen. Neue Freunde müssen z.B. zunächst durch die Eltern akzeptiert werden. Ein durchaus sehr verantwortungsvoller Schritt von Facebook für den Einstieg junger Menschen in die Online-Kommunikation, aber sicherlich auch nicht komplett ohne Hintergedanken. Wem Facebook bereits schon in frühen Jahren gefällt, der hält unter Umständen auch in späteren Jahren der Plattform die Treue.

Instagram Stories Highlights und Archiv

Was waren das für Zeiten, als Instagram Stories noch Instagram Stories waren. Mit zwei neuen Funktionen erweitert Instagram den Funktionsumfang seiner Hauptattraktion. Instagram Stories Archiv erlaubt es von nun an, die veröffentlichten Stories auch 24 Stunden nach der Veröffentlichung noch zu sehen – aber ausschließlich für den Inhaber des Accounts. Einen Schritt weiter geht Instagram Stories Highlights. Mit dieser Erweiterung besteht die Möglichkeit, Stories fest zum Instagram Profil hinzuzufügen. Die Stories werden dabei unter der Biographie dargestellt.

(Quelle: Instagram Blog)

Sonstige Social Media News

 

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Ecki startete im Juni 2016 zunächst als Trainee und ist nunmehr Account Manager bei Projecter. Dabei ist er zuständig für die Bereiche Social Media und SEO. Vor Projecter studierte er an der Hochschule Anhalt Online Kommunikation. Privat ist er noch immer auf der Suche nach dem heiligen Snapchat Gral.

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