Social Media Trolle

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

Dem ein oder anderen mögen sie bereits begegnet sein: Trolle. Diese kleinen, gemeinen Wesen treiben sich nicht nur in Sagen und nordischen Ländern umher. Auch im World Wide Web gibt es sie. Wir gehen dem Phänomen auf den Grund und erklären, was Trolle ausmacht und welche Auswirkungen ihr Trolldasein haben kann.

Was sind Trolle?

Wikipedia definiert Trolle in der Netzkultur so: „Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die die Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion darstellen. Die zugehörige Tätigkeit wird „trollen“ genannt.“

Das ist schon ziemlich treffend. Trolle beleidigen, stören Diskussionen, sind rechthaberisch, hartnäckig und äußern sich selten in konstruktiver Form. Ihr einziger Sinn ist es, die aktuellen Diskussionen zu unterbrechen und Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Welche Motivation haben Trolle?

Es gibt mehrere Gründe, warum Nutzer trollen. Der am häufigsten auftretende Grund ist Langeweile und Suche nach Aufmerksamkeit. Durch gezieltes und absichtliches Stören lenken sie Aufmerksamkeit auf sich. Auch ein gewisser Spaß und Unterhaltungswert steht für die Trolle dahinter. Insgesamt spielt der Wunsch, der Community Schaden zuzufügen, auch immer eine Rolle.

Wie verhalten sich Trolle?

Bislang gibt es kaum Artikel oder gar wissenschaftliche Texte über das Trollen. Bei Wikipedia heißt es:
„In einer Studie wurden acht Administratoren der hebräischen Wikipedia nach ihnen bekannten Trollen befragt und die Beiträge der vier meistgenannten Benutzer danach inhaltlich analysiert. Als Ergebnis wurden vier Verhaltensmuster festgehalten:
1. Trolle agieren absichtlich, wiederholt und schädlich.
2. Trolle ignorieren und verletzen die Grundsätze der Community.
3. Trolle richten nicht nur inhaltlichen Schaden an, sondern versuchen auch, Konflikte innerhalb der Community zu schüren.
4. Trolle sind innerhalb der Community isoliert und versuchen ihre virtuelle Identität zu verbergen, etwa durch die Nutzung von Sockenpuppen. (Als Sockenpuppen werden Trolle bezeichnet, die unter mehreren Namen auftreten)“

Wo treiben sich Trolle rum?

Am häufigsten finden sich Trolle in Foren, Newsgroups, Wikis und Blogs. Sie agieren meist anonym, legen mehrfach Accounts an, um ihre eigenen Troll-Beiträge zu kommentieren und nicht so schnell aus der Community gelöscht zu werden. Auf Facebook ist das Phänomen längst nicht so ausgeprägt wie in Blogs und Foren.

Negative Auswirkungen

Trolle posten unsachliche Kommentare und Beleidigungen. Das kann die Diskussionen der Teilnehmer in einer Community erheblich stören und bremsen.
Teilweise könnten auch ernstgemeinte Kommentare fälschlicherweise als Trollbeiträge eingestuft werden. Diese Beiträge werden dann nicht beantwortet, der entsprechende Nutzer wird als Troll angesehen. Teilweise werden auch konstruktive Diskussionsbeiträge als Troll eingestuft, um sich nicht auf eine sachliche Diskussion einlassen zu müssen. Das kann der Community nachhaltig schaden.

Wie geht man mit Trollen um?

Eine Regel lautet: Do not feed the troll, „Den Troll nicht füttern“. Diese Regel besagt, dass man sämtliche Beiträge des Trolls unbeantwortet lässt und nicht auf seine Kommentare eingeht. Auch das Löschen der Kommentare oder Aussperren aus der Community sind probate Mittel. Dadurch wird er isoliert, bekommt nicht die gewünschte Aufmerksamkeit und hört über kurz oder lang auf zu trollen.

DoNotFeedTroll

Als Moderator einer Community sollte man auch die Mitglieder der Gruppe über das Phänomen Trolle informieren und aufzeigen, wie sie mit den Kommentaren des Trolls umgehen sollten.

Mittlerweile haben sich in der Netzwelt eigene Vorgehensweisen etabliert. So antworten Nutzer auf Troll-Beiträge oftmals mit „plonk“. Das bedeutet, dass weitere Beiträge des Trolls ignoriert werden. Andere Nutzer markieren Trollbeiträge, indem sie im ASCII Code einen Fisch, auch Roter Hering genannt, posten und so das Fütterungsverbot übergehen. Das sieht dann so aus: >< ((((º> So machen sie andere Nutzer und Moderatoren auf einen möglichen Troll aufmerksam.

Auf der Seite http://dontfeedthetroll.de/ können sich geplagte Forenmoderatoren den offiziellen „Don´t Feed the troll Button“ als Code kopieren und im Forum einbauen.

Es gab sogar eine Fachkonferenz zum Thema Trolle. Die erste Trollcon fand 2012 in Mannheim statt. Die Teilnehmer beschäftigten sich u.a. damit, ob Trolle alles dürfen oder ob es auch eine Trollethik gäbe.

Fazit:

Trolle sind in auch in der Netzwelt eher unangenehme Wesen. Sie stören absichtlich Diskussionen mit unsachlichen Beiträgen. Mittlerweile ist das Phänomen bekannt und es haben sich Verhaltensregeln im Umgang mit Trollen etabliert. Auf Facebook sind Trolle weit weniger verbreitet als in Blogs oder Foren.

Welche Meinung habt ihr dazu? Wie geht ihr mit Trollen um? Meint ihr, dass Facebook über kurz oder lang ebenso von Trollen heimgesucht wird?

Julia war von September 2009 bis Januar 2017 Teil des Projecter Teams.

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  1. Trolle kenne ich aus verschiedenen Foren nur zu gut. Sie lösen ständig Konflikte zwischen Gruppen aus die sich über ein eigenlich sinnloses Thema streiten oder wirken vermeindlich hilfsbereit während das was sie einem erzählen völliger Humbug ist. Ich kenne selber auch jemanden der gerne Sounds auf seine Tastatur programmiert und in irgentwelche TeamSpeak Server geht um die Leute dort zu ärgern und das ebenfalls mit verschieden Accounts. Die beste Abwehrmassnahme ist einfach Ignorieren denn wenn keiner ausrastet hat der Troll kein Spaß.

  2. Hallo Julia,
    vielen Dank für diesen „geilen“ Artikel. Es ist einfach unfassbar was es für „Honks“ gibt. Aber Trolle ist eine super Bezeichnung.

    LG
    Sophia

  3. Hallo Julia, wie schon auf Google+ erwähnt finde ich den Artikel wirklich klasse.

    Ob Trolle Schaden zufügen wollen glaube ich nicht unbedingt, ich stimm eher mit deiner Aussage überein, dass sie Aufmerksamkeit suchen. Zum Glück wird es zumindest in Foren und Blogs zunehmend schwieriger, da die Anonymität nur noch schwer aufrecht zu halten ist und viele Posts zunächst moderiert werden (wo wir dann beim Thema Spam landen…).

    Aber gut, Trolle wird es wohl immer geben und es kann jeden treffen. Mit dem Verhalten das du hier beschreibst wirds schon gut gehen 😉