Recap: AllFacebook Marketing Conference 2019 in Berlin

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Das Tolle am Internet? Der scheinbar unbegrenzte Zugang zu Informationen und Wissen, die weltweit partizipierenden Menschen und die gemeinsame Kollaboration, die für Innovationen am Fließband sorgt. Das Blöde am Internet? Die Trägheit, sich gerne hinter dem Bildschirm zu verstecken, anstelle Diskussionen und Ideen in der Kohlenstoff-Welt mit anderen Menschen abseits des Newsfeeds zu teilen. Umso besser das einmal wieder die #AFBMC vor der Tür stand.

Zu sehen ist die Bühne der AFBMC mit zwei Speakern

The Art of Beautiful Communication

Als Keynote-Speaker durften sich Marleene Urbann und Reinhard Lanner von der österreichischen Tourismus Organisation präsentieren. Sie nutzen die Omnipräsenz einer Eröffnungsrede für die Botschaft, sich bei der Kommunikation im Social Web wieder auf das Wesentliche zu fokussieren: Die Art & Weise, wie wir kommunizieren. Zu sehr liegt der Fokus der beiden Vortragenden nach auf der Optimierung zweifelhafter KPIs und zu wenig auf dem eigentlichen Individuum. Emotionen sollen ausgelöst werden, jedoch nicht für eine Steigerung der Reichweite und positiven Indexierung durch den Newsfeed, sondern um die inneren Werte der Menschen zu erreichen.

Fazit: Das Grundgerüst des Vortrags war vielversprechend, die Themenwahl als Keynote ebenso. Lediglich die Art und Weise des Vortrags hätte mehr Pathos vertragen können, um die Botschaft des Themas noch ergreifender auf die Zuschauer zu übertragen.. Die Präsentation findet sich an dieser Stelle.

42 – the crazy sauce auf Instagram

Wer sich Inspirationen über die Nutzung von Instagram holen will, der muss sich mit Peter Mestel auseinandersetzen. Er hat die Plattform wie kein Zweiter verinnerlicht und ist mit den kleinsten Feinheiten vertraut. Seine Präsentationen baut er mittlerweile im 9:16 Format, was einiges über seine Einschätzung zu Instagram erahnen lässt. In seinem Vortrag vermittelt er die Botschaft, dass Instagram mittlerweile so viel mehr als das geworden ist, was es früher einmal war. Ja, Instagram ist immer noch der Feed. Aber Instagram ist auch Stories, IGTV, Shopping, Messaging, Instagram Live, Sticker usw. Dein Instagram-Auftritt besteht nur aus Stories und der Feed spielt keine Rolle? Viele würden sich die Augen reiben, Peter Mestel würde applaudieren. Er hat mit seiner intensiven und ergreifenden Art extrem gut veranschaulicht, wie innovatives Marketing auf Instagram aussehen kann.

Fazit: Ein ansteckender Vortrag, der Lust macht sofort loszulegen. Peter schafft es seine Energie auf das Publikum zu übertragen und glänzt dabei noch mit fachlichem Know-How. Sein Vortrag lässt sich hier nachträglich ansehen.

Eat that! Instagram x Kaufland

Kaufland hat tatsächlich erst seit September 2016 einen eigenen Instagram-Kanal. Die einstigen Spätzünder haben ihren Staub jedoch schnell abgewischt und sich zum heimlichen Star in der Lebensmittelbranche gemausert. Auf ihrem Kanal haben sie mittlerweile mehr als 150.000 Abonnenten und eine durchaus imponierende Interaktionsquote, wenn man sich z.B. die knapp 20.000 Likes für Schokoriegel-Streichcreme ansieht. Natürlich sorgt ein Media-Budget für solche Zahlen, aber das Handwerk der Social Media Abteilung ist nicht von der Hand zu weisen. Gerade deshalb ist dieses Beispiel besonders interessant: denn es zeigt, dass mit einem vernünftigen Konzept, betriebsinternen Support in Form von Fotografen und Studios und einer klaren Herangehensweise so einiges im Social Media aufgebaut werden kann.

Fazit: Kauflands Strategie (Analyse, Optimierungen und mindere Qualität eliminieren) mag auf den ersten Blick nicht wie der ultimative Geheimtipp klingen, zeigt aber vor allem, dass mit Kontinuität und langem Atem doch so einiges auf die Beine gestellt werden kann.

Weitere Tipps

Wer sich mit dem weiteren Programm der zurückliegenden AllFacebook Marketing Conference auseinandersetzen will, kann sich im Archiv der Seite durchwühlen. Empfohlen seien an dieser Stelle noch diese Talks:

Die #AFBMC19 darf mehr Struktur besitzen!

Fangen wir mit dem Lob an: Vorträge werden nach der Konferenz online gestellt. Das WLAN vor Ort ist mehr als stabil, die Interaktion nach dem Talk über eine App ist modern gelöst. Das Programm ist vielfältig. Die #AFBMC macht einige Sachen richtig und darf sich dafür gelobt fühlen. So sehr diese Punkte heutzutage selbstverständlich klingen, so sehr sucht man sie auf zu vielen Konferenzen vergeblich. Aus dieser Perspektive ist ein lobender Daumen nach oben zu vergeben.

Was noch verbessert werden könnte: Natürlich wollen Vortragende mit ihrem Titel Menschen vor ihre Bühne zerren. Doch die Enttäuschung auf Seiten des Publikums ist groß, wenn die Versprechungen des Titels nichts gehalten werden. Umso hilfreicher wäre eine Einordnung, an wen sich der Talk richtet. Anfänger, Fortgeschrittene oder Allgemein? Allein diese Erweiterung würde die Auswahl der besuchten Talks deutlich vereinfachen. Was außerdem fehlt? Ein Motto! Nehmt euch doch einfach für jede Konferenz ein Hauptthema vor, das aus verschiedenen Perspektiven bearbeitet wird. Vielfalt geht dadurch nicht verloren, was aber steigt, ist der Fokus der kompletten Veranstaltung. Warum nicht mal ausprobieren?

Ecki schreibt seit 2016 für den Projecter-Blog. Neben der alltäglichen Kundenarbeit ist er stetig auf der Suche nach kreativen Inhalten aus der Social-Media-Welt.

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